Claude Lévi-Strauss. Strukturalismus als Kulturtheorie


Hausarbeit, 2018
13 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie und Werke

3. Strukturalismus

4. Bedeutung der Linguistik

5. Das kulinarische Dreieck – Idee und Struktur

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

„Der Strukturalismus ist keine Methode, er ist das erwachte und unruhige Bewusstsein des modernen Wissens.“1 So definierte Foucalt den Strukturalismus und damit entstandenen strukturalistischen Kulturtheorien, die in den fünfziger Jahren entstanden sind. In Claude Lévi – Strauss’ Werken sind Ansätze sowie Neufundierungen hierzu zu finden, wie zum Beispiel in der ‚Strukturalen Anthropologie’ (1958), ‚Das wilde Denken’ (1963) und den Bänden der ‚Mythologica’ (1964-1971). Im Folgenden werde ich die Bemühungen des Anthropologen Lévi – Strauss ein Dialog zwischen der Anthropologie und Ethnologie sowie den Kulturen herzustellen, darlegen.

Um die Aufnahme des Strukturalismus in die Kulturwissenschaft darzustellen, werde ich in der vorliegenden Arbeit den Ethnologen Claude Lévi – Strauss ins Zentrum stellen und beginnend mit dessen Biografie, den Begriff ‚Strukturalismus’ definieren. Im selben Kapitel wird die Grundidee des Strukturalismus, dessen Anwendung und Stellung in der Wissenschaft beleuchtet. Im Anschluss werde ich die Parallelen zur Linguistik darlegen, da dieses Fachgebiet hierbei eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Strukturalismus innehat. Hierbei werde ich auf den Einfluss de Saussures eingehen, denn in Anlehnung an Ferdinand de Saussure wird versucht das menschliche soziale Leben aus unbewusst wirkenden symbolischen Ordnungen zu erklären.2 Abschließen werde ich diese mit der Idee und Struktur des kulinarischen Dreiecks vom Rohen, Gekochten und Verfaultem.

2. Biografie und Werke:

Claude Lévi-Strauss kam 1908 in Brüssel auf die Welt. Seine Eltern waren der jüdisch- französische Kunstmaler Raymond Lévi-Strauss und dessen Ehefrau Emma. Ein Jahr später, 1909, emigrierte die Familie nach Paris und nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Großvater mütterlicherseits, nach Versailles. In Frankreich besuchte er das Lycée Hoche und Janson-de-Sailly. Anschließend war er Student der Eliteschule École Normale Supérieure. Ab 1926 studierte er an der Sorbonne Universität Philosophie, Soziologie und Rechtswissenschaften. Während seines Studiums engagierte er sich in der Sozialistischen Hochschulgruppe, stieg jedoch 1934 aus der Politik aus. Lévi-Strauss hatte von 1935 bis 1939 einen Lehrstuhl für Soziologie in Sao Paulo, Brasilien, inne.3 Im Laufe seines Lebens hat er mehrere hundert Aufsätze sowie ca. zwanzig Bücher verfasst. Lévi-Strauss zählt ohne jeden Zweifel zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts und gilt als der Begründer der ‚strukturalen Anthropologie’.4 Bereits 1948 veröffentlichte er sein erstes Buch und ein Jahr später das Werk, das die strukturale Methode in den Wissenschaften erstmals auf den Bereich der sozialen Interaktion anwendet: Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft. Dieser Grundstein der neuen anthropologischen Richtung entdeckt unter den Oberflächen der Natur, wie der Kultur, Strukturen und versucht Menschen in die Natur zu integrieren. Durch diese Arbeit wurde er in den 50er Jahren als Strukturalist einem größeren Publikum bekannt. Darüber hinaus hat er ab 1955 Aufsätze und Bücher herausgebracht, welche Themen wie Mythologie und Klassifikationssysteme beinhalten. Lévi – Strauss starb am 30. Oktober 2009 in Paris.5

3. Strukturalismus:

In den sechziger Jahren hat sich eine bedeutende Variante des Strukturalismus herausgebildet, der französische Strukturalismus. Claude Lévi-Strauss war der Inbegriff des französischen Strukturalismus. Diese Jahre waren die Blütezeit der strukturalistischen Entfaltung, da zahlreiche Schulen und Richtungen entwickelt wurden. Wie bereits erwähnt, zählt Lévi-Strauss in der Anthropologie zu den so genannten Strukturalisten. Sein Ziel war es, grundlegende und allgemein gültige Strukturen gesellschaftlicher Systeme heraus zu arbeiten. Strukturalismus sei aufgrund seiner Methodologie und seiner Zielsetzungen eine wissenschaftliche Disziplin, welche darauf abziele, in der Menschheits – und Kulturgeschichte immer wieder die gleichen konstanten Strukturen zu entdecken.6 In seiner Forschung griff Claude Lévi-Strauss dabei auf die Sprachwissenschaft zurück. Um die Bedeutung des Strukturalismus zu veranschaulichen, werden in diesem Kapitel Begriffe wie Struktur und System häufig gemeinsam verwendet.

Zuerst werde ich den Terminus der Struktur einleiten, um die Grundidee des Strukturalismus zu erfassen. Zweifellos enthält dieser Begriff eine Vielfältigkeit von Bedeutungen, folglich sind soziologische, kulturhistorische, anthropologische, ökonomische Definitionen von Struktur nicht induktiv auf eine allgemeine Definition zu verweisen. Strukturen bestehen nicht unabhängig von ihrem augenblicklichen Definitionskontext. Die möglichen Anschauungen differieren von Sprache zu Sprache oder von Wissenschaft zu Wissenschaft. Nach dem Anthropologen Lévi – Strauss ist der Strukturalismus ein „systematischer Universalismus“7, der sich mit Strukturen und deren Gesetzmäßigkeiten, denen diese unterliegen, befasst. Struktur bezeichnet demnach ein Gefüge, das zu einem System gehört. Hierbei wird jedem Teil eine Funktion zugeschrieben. Lévi – Strauss überträgt diese Anschauung auf das gesellschaftliche Leben. Der Strukturalismus drückt aus, dass jedes System und jede kulturelle Ordnung in einer Gesellschaft auf kleine Einheiten zurückzuführen sind. Diese bilden als Ganzes das System. Nur durch die Beziehung der Einheiten zueinander erhalten sie ihre Bedeutung. Andernfalls haben die Einheiten keine Bedeutung. Somit ist Struktur das Modell von den Beziehungen zwischen den verschiedenen Komponenten eines komplexen Gegenstandes, das über alle Transformationen hinweg unverändert bleibt.8 Lévi – Strauss betont, dass das Ziel des Strukturalismus nicht ein Hineintragen einer vorgedachten Ordnung in die Wirklichkeit bedeutet, d.h. die Strukturen s nicht von außen aufgedrängt werden, sondern bestehen, es stellt vielmehr eine Reproduktion, -konstruktion dar. 9 Des Weiteren beschäftigt sich der Strukturalismus mit Hilfe der Kulturanthropologie, Sprachsoziologie und Ethnolinguistik mit den Übergängen von Natur und Kultur. „Der Mensch ist Natur und Kultur zugleich“10 lautet die Aussage von Broekman. Ihm nach ist der Regelcharakter des gesellschaftlichen Lebens nur dann ersichtlich, wenn man zwischen Natur und Kultur nicht differiert, denn es gäbe keine kulturellen Differenzen. Beispiel hierfür sind die Verwandtschaftsbeziehungen, die die Rolle der Regelungssysteme annehmen. Es gibt demnach strukturelle Gemeinsamkeiten, die sich in jeder Kultur widerspiegeln. Laut Lévi – Strauss suche die strukturale Forschung nach charakteristischen Kennzeichen, die der Mehrheit der menschlichen Gesellschaft gemeinsam seien. Diese Gemeinsamkeiten suche der Strukturalist auf der Strukturebene bzw. in der Struktur sozialer Institutionen, denn diese determinieren den Menschen in seinen Symbolsystemen.11

[...]


1 Foucalt 2002, 260

2 Reckwitz 2000, 207

3 Broekman 1971, 23

4 Reinhardt 2008, 9

5 ebd., 36-37

6 Fietz 1982, 17

7 ebd., 110

8 ebd.,17-18

9 Broekman 1971, 12

10 Broekman 1971, 132

11 Gallas 1972, 9

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Claude Lévi-Strauss. Strukturalismus als Kulturtheorie
Note
2,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V492854
ISBN (eBook)
9783668973411
ISBN (Buch)
9783668973428
Sprache
Deutsch
Schlagworte
claude, lévi-strauss, strukturalismus, kulturtheorie
Arbeit zitieren
Rukiye Tekin (Autor), 2018, Claude Lévi-Strauss. Strukturalismus als Kulturtheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492854

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