Seit des Inkrafttretens des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (PRävG) 2015 auch die Pflegekassen dazu verpflichtet, Leistungen zur Prävention für in der sozialen Pflegeversicherung Versicherte in stationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen (GKV-Spitzenverband, 2016a). Die vorliegende Belegarbeit wendet sich auf Grundlage der aktuellen Forschungsliteratur unter anderem der Frage zu, welche präventiven oder gesundheitsfördernden psychosozialen Interventionen die psychische Gesundheit pflegebedürftigen Senioren in Einrichtungen der stationären Altenpflege stärken können. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit unterschiedlicher psychosozialer Interventionen in Einrichtungen der stationären Altenpflege auf verschiedene Maße der psychischen Gesundheit. Die untersuchten Studien deuten jedoch auch auf bestehende konzeptionelle Unklarheiten hinsichtlich angemessener präventiver Interventionen zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit in der stationären Altenpflege hin. Dies gilt insbesondere für Bewohner, die von stärkeren kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind, so dass diesbezüglich weiterer Forschungsbedarf besteht. Weiterhin scheint hinsichtlich der Zielgrößen sowie geeigneter Messinstrumente, die zur Ermittlung des subjektiven psychosozialen Wohlbefindens herangezogen werden, derzeit kein ausreichender Konsens zu bestehen, so dass es zunächst umfangreicher theoretischer Vorarbeiten sowie letztlich eines stärker standardisierten Vorgehens bedarf (Blättner et al., 2017).
Inhaltsverzeichnis
- Theoretischer Hintergrund
- Demographische Entwicklung
- Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der stationären Altenpflege
- Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG)
- Ergebnisse
- Ergebnisse zur Wirksamkeit präventiver und gesundheitsfördernder psychosozialer Interventionen
- Ergebnisse zu Einflussfaktoren auf die Teilnahme an psychosozialen Interventionen
- Diskussion
- Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
- Kritische Beurteilung der Studien
- Kritische Beurteilung dieser Belegarbeit
- Erkenntnisgewinn und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Belegarbeit zielt darauf ab, den aktuellen Stand der Forschung zu Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der stationären Altenpflege zu beleuchten. Dabei wird die Wirksamkeit von psychosozialen Interventionen und die Einflussfaktoren auf die Teilnahme an solchen Maßnahmen untersucht.
- Demographische Entwicklung und der steigende Bedarf an stationärer Altenpflege
- Präventionsansätze in der stationären Altenpflege: Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sowie Verhaltens- und Verhältnisprävention
- Gesundheitsförderung in Einrichtungen der stationären Altenpflege: Salutogenese, Ressourcen und Schutzfaktoren
- Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG) und seine Bedeutung für die stationäre Altenpflege
- Wirksamkeit und Einflussfaktoren von psychosozialen Interventionen in der stationären Altenpflege
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 behandelt den theoretischen Hintergrund. Zunächst wird die demographische Entwicklung in Deutschland dargestellt, die den steigenden Bedarf an stationärer Altenpflege verdeutlicht. Anschließend werden verschiedene Präventionsansätze und Gesundheitsförderungskonzepte in Einrichtungen der stationären Altenpflege diskutiert. Abschließend wird das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG) vorgestellt.
Kapitel 2 präsentiert die Ergebnisse der Forschungsliteratur. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Wirksamkeit von psychosozialen Interventionen sowie auf Einflussfaktoren, die die Teilnahme an diesen Interventionen beeinflussen.
Kapitel 3 beinhaltet eine Diskussion der Ergebnisse. Die Ergebnisse werden zusammengefasst und interpretiert. Zudem wird eine kritische Beurteilung der Studien und der Belegarbeit selbst durchgeführt. Abschließend werden Erkenntnisse aus der Forschungsliteratur gewonnen und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen gegeben.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themenbereiche dieser Belegarbeit sind Prävention, Gesundheitsförderung, stationäre Altenpflege, psychosoziale Interventionen, Wirksamkeit, Einflussfaktoren, Demographische Entwicklung, Salutogenese, PrävG, und die Aktivierende Pflege.
Häufig gestellte Fragen
Welche Verpflichtung ergab sich für Pflegekassen durch das Präventionsgesetz (PrävG) 2015?
Seit 2015 sind Pflegekassen gesetzlich dazu verpflichtet, Leistungen zur Prävention für Versicherte in stationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen.
Welche Art von Interventionen steht im Fokus dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht primär psychosoziale Interventionen, die die psychische Gesundheit pflegebedürftiger Senioren in der stationären Altenpflege stärken können.
Sind psychosoziale Interventionen in der Pflege wirksam?
Ja, die Forschungsergebnisse bestätigen die Wirksamkeit verschiedener psychosozialer Maßnahmen auf unterschiedliche Maße der psychischen Gesundheit.
Wo besteht laut aktueller Forschung noch Klärungsbedarf?
Es gibt konzeptionelle Unklarheiten bei Interventionen für Bewohner mit starken kognitiven Beeinträchtigungen sowie einen Mangel an Konsens über geeignete Messinstrumente für das psychosoziale Wohlbefinden.
Was ist der Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention?
Verhaltensprävention zielt auf das individuelle Gesundheitsverhalten ab, während Verhältnisprävention die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Einrichtung verbessert.
Was bedeutet Salutogenese im Kontext der Altenpflege?
Salutogenese konzentriert sich auf die Entstehung von Gesundheit sowie auf Ressourcen und Schutzfaktoren, anstatt nur auf die Vermeidung von Krankheiten.
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- Katrin Ehrenthal (Author), 2018, Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der stationären Altenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492871