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'Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung' von J.M.R. Lenz - Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die 'Anmerkungen übers Theater'

Title: 'Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung' von J.M.R. Lenz - Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die 'Anmerkungen übers Theater'

Term Paper , 2000 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sabrina Reuter (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Auseinandersetzung mit dem ‚Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung‘ von Jakob Michael Reinhold Lenz ist für die Betrachtung der Zeitgeschichte von großer Wichtigkeit, sowie für die Veranschaulichung der Dramenentwicklung an sich. In seiner Form und Sprache den Sturm und Drang widerspiegelnd, setzt der Hofmeister die Bemühungen anderer Stürmer und Dränger fort, erstarrte Traditionen aufzubrechen. Die bereits erfolgten literarischen Veränderungen im Gegensatz zur Literatur der Aufklärung, machen eine Manifestierung der Definition der neuen Literaturtheorie erforderlich. Lenz schafft mit seinen 'Anmerkungen übers Theater' eine öffentliche Darlegung der Ideale der modernen, zukünftigen Dichtung.
Im Hofmeister werden Kritik an der Tradition und Mut zur Modernisierung erstmals umgesetzt. Doch zeigen sich im Hofmeister nicht nur formelle und auf die Charaktere bezogene Veränderungen. Auch inhaltlich wird das Stück genutzt, um Kritik am bestehenden System zu äußern.
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Veränderungen im Detail die 'Anmerkungen' für die traditionelle Dramentheorie bedeutet haben. Inwieweit Lenz sich von der Tradition entfernt hat, und ob überhaupt noch Gemeinsamkeiten bestehen, soll erarbeitet werden. Demzufolge ist zu prüfen, ob auch der Hofmeister streng nach den 'Anmerkungen' konzipiert ist, oder ob Parallelen zum aristotelischen Drama bleiben.
Im zweiten Teil soll die Figur des Läuffers untersucht werden, die eine Schlüsselfigur des Dramas darstellt. Schließlich ist Läuffer selbst der im Titel genannte Hofmeister. Seine Funktion, sowie sein Einfluß auf den Verlauf des Stückes werden hinterfragt. Inwieweit die Figur des Läuffers die gesellschaftliche Kritik widerspiegelt, wird Gegenstand der Analyse sein.
Da die Frage der Erziehung zur Zeit des Sturm und Drang ein viel diskutiertes Thema war, wird sie auch in Lenzens Hofmeister zum Kritikpunkt. Im dritten Teil wird inhaltlich geprüft, welche Standpunkte zur Diskussion der Erziehung erörtert werden und welche Figur, ihrem gesellschaftlichen Stand entsprechend oder nicht, welche Meinung vertritt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung von J.M.R. Lenz – Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die „Anmerkungen übers Theater“

2.1. Abgrenzung vom aristotelischen Drama und der Versuch einer neuen, modernen Theaterkonzeption - Umsetzung der „Anmerkungen übers Theater“ im Hofmeister

2.2. „Läuffer läuft fort“ – ein tragischer Held? Gesellschaftskritik thematisiert an der Zentralfigur

2.3. Die Erziehung in der gesellschaftlichen Diskussion thematisiert am Beispiel des Hofmeistertums

3. Schlußwort

4. Literaturverzeichnis

4.1. benutzte Primärliteratur

4.2. benutzte Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Drama „Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung“ von J.M.R. Lenz im Kontext seiner theoretischen Schrift „Anmerkungen übers Theater“. Ziel ist es, den Bruch mit traditionellen dramatischen Normen aufzuzeigen, die gesellschaftskritische Funktion der Hauptfigur Läuffer zu beleuchten und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Erziehungskonzepten darzustellen.

  • Transformation der Dramentheorie im Sturm und Drang
  • Kritik an den aristotelischen Einheiten von Zeit, Ort und Handlung
  • Analyse der Figur Läuffer als tragikomischer Held
  • Gesellschaftliche Implikationen der Hofmeister-Erziehung
  • Das Spannungsfeld zwischen Freiheit und gesellschaftlicher Zwangsrolle

Auszug aus dem Buch

2.1. Abgrenzung vom aristotelischen Drama und der Versuch einer neuen, modernen Theaterkonzeption - Umsetzung der „Anmerkungen übers Theater“ im Hofmeister

Die als Vortrag verfaßten Anmerkungen sind, auch nachdem sie von Lenz selbst für den Druck überarbeitet wurden, in ihrer ursprünglichen „rhapsodienweis[en]“ Form vorzufinden. Der unstrukturierte und formal durch nicht zu Ende geführte Sätze und Gedankengänge von jeglicher Norm abweichende Text unterstreicht Lenzens differenzierte Haltung zur zeitgenössischen Dichtung.

„Nicht in logisch-systematisch eingeteilte Sinnabschnitte oder Paragraphen, die einen stringenten Aufbau mit klaren Grundthesen erkennen lassen, gliedert Lenz seinen Text“, so wie er im Hofmeister, in dem er die Anmerkungen zum ersten mal umsetzte, herkömmliche formale Gesetze und Normen ungeachtet ließ. Szenen setzen unvermittelt ein und enden ebenso abrupt wieder. Im ersten Akt, vierte Szene, schließt der Aufzug sogar mitten im Satz, wenn Graf Wermuth spricht: „Pintinello tanzt...Es ist wahr, ich habe mir mein Tanzen einige dreißigtausend Gulden kosten lassen, aber noch einmal so viel gäb‘ ich drum, wenn...“. Was dann wäre, erfahren wir nie, denn die Szene wird einfach ausgeblendet; der weitere Verlauf des Gesprächs ist wohl für das Stück nicht weiter von Belang, so daß Lenz, anstatt den Dialog ausklingen zu lassen, einfach zum nächsten interessanten und für die Handlung wichtigen Handlungsstrang übergeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Bedeutung von Lenzens Drama für die Dramenentwicklung und Festlegung der Analysebereiche, insbesondere der Form und der gesellschaftlichen Thematik.

2. Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung von J.M.R. Lenz – Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die „Anmerkungen übers Theater“: Einleitender Hauptteil, der den theoretischen Rahmen und die Konzeption des Stücks erläutert.

2.1. Abgrenzung vom aristotelischen Drama und der Versuch einer neuen, modernen Theaterkonzeption - Umsetzung der „Anmerkungen übers Theater“ im Hofmeister: Untersuchung der formalen Neuerungen und der Abkehr von klassischen Normen wie den drei Einheiten.

2.2. „Läuffer läuft fort“ – ein tragischer Held? Gesellschaftskritik thematisiert an der Zentralfigur: Analyse des Charakters Läuffer als Repräsentant sozialer Unfreiheit und Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen.

2.3. Die Erziehung in der gesellschaftlichen Diskussion thematisiert am Beispiel des Hofmeistertums: Erörterung der Erziehungsdebatte und der Kritik am institutionellen sowie privaten Erziehungswesen der damaligen Zeit.

3. Schlußwort: Reflexion über die zeitgenössische und spätere Rezeption des Stücks sowie dessen Einordnung in den Kontext der „deutschen Misere“.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten primären und sekundären Quellen.

4.1. benutzte Primärliteratur: Verzeichnis der herangezogenen Werke von Lenz.

4.2. benutzte Sekundärliteratur: Verzeichnis der fachwissenschaftlichen Literatur zur Analyse.

Schlüsselwörter

J.M.R. Lenz, Der Hofmeister, Anmerkungen übers Theater, Sturm und Drang, Dramentheorie, Läuffer, Gesellschaftskritik, Tragikomödie, Privaterziehung, Aufklärung, Aristotelisches Drama, Erziehungsdiskurs, deutsche Misere, Bertolt Brecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Lenzens Drama „Der Hofmeister“ hinsichtlich seiner literaturtheoretischen Innovationen und seines gesellschaftskritischen Potenzials im Kontext des Sturm und Drang.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Abkehr von klassischen Dramenregeln, die soziale Rolle und das Scheitern des Protagonisten Läuffer sowie die zeitgenössische Kritik am System der Privaterziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lenz seine in den „Anmerkungen übers Theater“ formulierten Ideale im Hofmeister praktisch umgesetzt hat und wie diese mit der damaligen gesellschaftlichen Realität korrespondieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textimmanente literaturwissenschaftliche Analyse, die durch den Einbezug fachspezifischer Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Dramenform, eine Untersuchung der Figur Läuffer und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema der Erziehung im 18. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Sturm und Drang, Dramentheorie, Tragikomödie, gesellschaftliche Kritik und den Erziehungsdiskurs definieren.

Welche Rolle spielt die Figur des Schulmeisters Wenzeslaus?

Wenzeslaus fungiert als Kontrastfigur, die einerseits als aufgeklärter Mentor auftritt, andererseits aber selbst in den rigiden gesellschaftlichen Strukturen gefangen bleibt.

Wie bewertet der Autor den Begriff der „deutschen Misere“ in Bezug auf Lenz?

Der Autor greift die Brecht’sche Interpretation auf, nach der das Stück als frühe und scharfe Darstellung der deutschen gesellschaftlichen Misere und der fehlenden politischen Emanzipation des Bürgertums zu verstehen ist.

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Details

Title
'Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung' von J.M.R. Lenz - Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die 'Anmerkungen übers Theater'
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,7
Author
Sabrina Reuter (Author)
Publication Year
2000
Pages
20
Catalog Number
V49301
ISBN (eBook)
9783638457859
Language
German
Tags
Hofmeister Vorteile Privaterziehung Lenz Kritik Drama Gesellschaft Anlehnung Anmerkungen Theater
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Reuter (Author), 2000, 'Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung' von J.M.R. Lenz - Kritik am zeitgenössischen Drama und der Gesellschaft in Anlehnung an die 'Anmerkungen übers Theater', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49301
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