Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Sonstiges

Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins. Ein realistisches Modell?

Der Motor der Evolution

Titel: Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins. Ein realistisches Modell?

Hausarbeit , 2018 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Leonard Ernst (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wer sind wir und woher kommen wir? Diese Frage ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage zu leisten war bisher eine Triebkraft der Naturwissenschaften und Grundpfeiler von Religion und Philosophie. Während bei Letzteren die Lösung dieser Frage aufgrund ihres metaphysischen Charakters nie abschließend erreicht werden kann, ist in den Naturwissenschaften eine durch empirische Forschungstätigkeiten getriebene, sukzessive und modellhafte Beantwortung dieser Frage möglich. Um jedoch ein tieferes, nicht nur rein mechanistisches Verständnis dieser Thematik zu erlangen, ist auch ein Naturwissenschaftler letztlich auf philosophische Betrachtungen und Analysen angewiesen. Über den Ursprung des Lebens existieren zahlreiche, meist un- und vorwissenschaftliche Theorien. Obwohl letztlich eine Glaubensfrage, kann naturwissenschaftliche Forschung innerhalb der ihr eigenen Prämissen Licht in das Dunkel der Vergangenheit bringen und die Frage nach dem Ursprung des Menschen sowie des Lebens an sich näherungsweise beantworten. Die hierbei geschaffenen Erklärungsmodelle sind jedoch aufgrund ihrer allgemeingültigen und generalisierenden Aussagen wiederum sehr abstrakt und theoretisierend und eignen sich daher nicht nur durch ihre inhaltliche Relevanz, sondern auch durch ihre Methodik hervorragend für eine philosophische Untersuchung.

Richard Dawkins (*1941) ist ein englischer Ethologe, Zoologe und theoretischer Biologe mit der gegenwärtig größten gesellschaftlichen Breitenwirksamkeit in seinem Fachgebiet, der Evolutionsbiologie. Trotz vielfach berechtigter fachlicher Kritik an seiner eher populärwissenschaftlichen Ausrichtung leistet er nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Kommunikation und Erklärung wissenschaftlicher Phänomene für ein größeres Laienpublikum, sondern liefert auch fachlich relevante Impulse für die aktuelle Forschung. Ziel dieser Arbeit ist es, die wahrscheinlich bekannteste und folgenschwerste These Dawkins´ zu überprüfen, dass das einzelne Gen als solches das Objekt der Selektion sei, anstatt das einzelne Individuum oder gar dessen gesamte Art, wie es bei älteren und herkömmlichen Interpretationen der Evolutionstheorie der Fall ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Motivation: Die Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung des Lebens

1.2 Thema & Ziel

1.3 Methode & Aufbau

2 Vorwort: Die Natur des wissenschaftlichen Fortschritts

3 Was ist ein Gen?

4 Die Mechanismen der Evolution

4.1 Darwin und die natürliche Selektion

4.2 Selektion nach Individuum – die synthetische Theorie

4.3 Selektion nach Gruppe – der verhaltensbiologische Ansatz

5 Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins

5.1 Das Fitness-Problem

5.2 Die Replikatoren – Survival of the stable

6 Diskussion

6.1 Der Ursprung des Lebens

6.2 Eine naturwissenschaftliche Analyse

6.3 Verschiedene Ebenen der Selektion

6.4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die These von Richard Dawkins zu überprüfen, dass das einzelne Gen als grundlegende Einheit der Selektion im evolutionären Prozess fungiert. Dabei wird untersucht, inwiefern dieses Modell gegenüber traditionellen Interpretationen, die das Individuum oder die Gruppe als Selektionseinheit betrachten, eine realistischere oder ergänzende Erklärung liefert.

  • Analyse der wissenschaftstheoretischen Grundlagen evolutionärer Paradigmen
  • Definitorische Untersuchung des Genbegriffs in der modernen Molekularbiologie
  • Vergleichende Betrachtung von Selektionsmechanismen auf Gen-, Individuen- und Gruppenebene
  • Kritische Würdigung des Konzepts der "Überlebensmaschinen"
  • Untersuchung des Fitness-Begriffs im Kontext der Genselektion

Auszug aus dem Buch

5.2 Die Replikatoren – survival of the stable

In diesem Abschnitt soll die dawkinsche Interpretation der Evolutionstheorie behandelt werden, auf deren Basis er das Gen als Einheit der Selektion definiert. Diese Interpretation soll nun im Folgenden nachvollzogen werden:

Dawkins bezeichnet sich als Anhänger der darwinschen Evolutionstheorie. Darwin habe die bis dato einzige Theorie geliefert, die erkläre, wie aus einer ursprünglichen Simplizität die heutige Komplexität entstanden sein könne. Als Maß zur Bestimmung der Komplexität definiert Dawkins den Ordnungsgrad von Atomen. Dieser sei über die Zeit immer weiter angestiegen – Atome hätten sich zu einfachen Molekülen zusammengeschlossen und diese wiederum zu zunehmend komplexen Makromolekülen. Dementsprechend wird die klassische Evolutionstheorie, welche nur innerhalb der belebten Welt Anwendung findet, von Dawkins drastisch verbreitert. Darwins survival of the fittest in der biologischen Welt sei lediglich ein spezieller Fall des allgemeingültigen Gesetzes des survival of the stable in der gesamten physikalischen Welt (TSG: 15ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die fundamentale Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung des Lebens ein und umreißt das Ziel, Dawkins' Thesen kritisch auf ihre philosophische und naturwissenschaftliche Validität zu prüfen.

2 Vorwort: Die Natur des wissenschaftlichen Fortschritts: Das Kapitel beleuchtet den wissenschaftstheoretischen Hintergrund von Paradigmenwechseln anhand von Thomas Kuhns Theorien, um den Stellenwert der Evolutionstheorie einzuordnen.

3 Was ist ein Gen?: Hier wird der komplexe, wandelbare Begriff des Gens von der klassischen Genetik bis zur modernen Molekularbiologie analysiert, um eine Basis für Dawkins' Definition zu schaffen.

4 Die Mechanismen der Evolution: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Konzepte der natürlichen Selektion, inklusive der klassischen Theorie Darwins, der synthetischen Theorie und verhaltensbiologischer Ansätze.

5 Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins: Der Fokus liegt hier auf der Erörterung des Fitness-Problems und der dawkinschen Perspektive, das Gen als stabilen Replikator gegenüber dem sterblichen Individuum zu priorisieren.

6 Diskussion: Die Diskussion verknüpft Erkenntnisse zum Ursprung des Lebens und zur modernen Molekularbiologie, um zu bewerten, inwieweit eine Genselektion bei verschiedenen Komplexitätsstufen von Organismen tatsächlich stattfindet.

Schlüsselwörter

Evolution, Natürliche Selektion, Richard Dawkins, Egoistisches Gen, Einheiten der Selektion, Molekularbiologie, Paradigmenwechsel, Survival of the stable, Überlebensmaschine, Fitness, Replikator, Genom, Individuenselektion, Gruppenselektion, Genetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die evolutionsbiologische These von Richard Dawkins, wonach das Gen und nicht das Individuum oder die Art die primäre Einheit der Selektion darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Wissenschaftstheorie, klassische und synthetische Evolutionstheorie, molekularbiologische Gen-Definitionen sowie soziobiologische Aspekte der Selektion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu überprüfen, ob Dawkins' Modell des "egoistischen Gens" ein realistisches und wissenschaftlich tragfähiges Modell für den evolutionären Prozess ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophisch-theoretische Analyse durchgeführt, die biologische Fakten und Theorien zusammenführt, um die logische Konsistenz der dawkinschen Postulate zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Genbegriff, die Mechanismen der natürlichen Selektion, das Fitness-Problem und die Interpretation von Genen als "Replikatoren".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Evolution, Selektion, Replikator, Genom und das Prinzip der "Survival of the stable" geprägt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Individuenselektion und Genselektion so wichtig?

Die Unterscheidung ist deshalb kritisch, weil sie grundlegend beeinflusst, wie wir altruistisches Verhalten, Reproduktion und das Selbstbild des Menschen innerhalb der Natur interpretieren.

Inwiefern beeinflussen Viren die Argumentation des Autors?

Viren dienen als Paradebeispiel für den Autor, um zu illustrieren, wie ein Replikator weitgehend unabhängig vom Wirtsorganismus agieren kann, was die These der Genselektion stützt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins. Ein realistisches Modell?
Untertitel
Der Motor der Evolution
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Note
2,0
Autor
Leonard Ernst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
26
Katalognummer
V493050
ISBN (eBook)
9783668986503
ISBN (Buch)
9783668986510
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einheit selektion dawkins modell motor evolution
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leonard Ernst (Autor:in), 2018, Das Gen als Einheit der Selektion bei Dawkins. Ein realistisches Modell?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493050
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum