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Inwieweit wird in Politik und Wirtschaft Verantwortung institutionalisiert?

Freiheit und Souveränität im 21. Jahrhundert

Titel: Inwieweit wird in Politik und Wirtschaft Verantwortung institutionalisiert?

Hausarbeit , 2019 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Leonard Ernst (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwieweit wird in Politik und Wirtschaft Verantwortung institutionalisiert? Was genau ist dann eine Institution und können in ihr noch wirkliche Entscheidungen getroffen werden? Und wenn Verantwortung noch von Einzelpersonen übernommen werden kann, wer übernimmt dann welche Art von Verantwortung? Diese Fragen werden mithilfe relevanter Werke von Max Weber, Carl Schmitt und Arnold Gehlen untersucht.

Eines der prägenden Phänomene unserer Zeit ist die Rechtfertigung einer bestimmten „Entscheidung“ als alternativlos . Dieser Begriff kam zuerst im Rahmen der damaligen Euro-, Banken- und Griechenlandkrise auf, wurde und wird jedoch nach wie vor häufig verwendet, um einen bestimmten, meist unliebsamen Sachverhalt zu legitimieren. Der Eindruck ist unbestritten, dass heutzutage Entscheidungen sowohl in zeitlicher Dauer wie im Hinblick auf ihre inhaltliche Eindeutigkeit oft deutlich hinter der Gestaltungskraft früherer Zeiten oder alternativer Organisationssysteme zurückbleiben. Von einer Föderalismusreform über die Energiewende bis hin zu dem mittlerweile berühmt-berüchtigten Berliner Flughafen hat sich ohne Aussicht auf baldige Besserung eine Vielzahl scheinbar unlösbarer gesellschaftspolitischer Erregerthemen gebildet.

Es stellt sich nun die Frage, wie diese Phänomene zu erklären sind. Aus einer sukzessiven Zunahme an systemischer Komplexität, gekennzeichnet von zunehmend unüberschaubaren Strukturen und einem höheren Grad an Regulationen, kann eine erschwerte Entscheidungsfindung resultieren. Zusätzlich ist es möglich, dass ab einem gewissen Komplexitäts- und Regulationsgrad die Überschaubarkeit und Lösbarkeit eines Problems für den einzelnen Menschen nicht mehr zu erreichen ist. Durch zahlreiche regulatorische Vorgaben können so die real durchsetzbaren Handlungsalternativen und damit die gestalterische Freiheit und Souveränität des Entscheidungsträgers schrittweise verschwinden. Aus Mangel an Handlungsalternativen kann der offizielle Entscheidungsträger faktisch keine Entscheidungen mehr treffen – die Verantwortung wird ihm entzogen und sukzessive institutionalisiert. Die Folgen sind eine kollektive Verantwortungslosigkeit auf individueller Ebene, eine faktische Herrschaft nicht greifbarer Institutionen sowie eine Legitimationskrise des gesamten Systems durch einen Mangel an realisierbaren Handlungsalternativen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Der Begriff der Verantwortung

1.2 Thema & Ziel

1.3 Methode & Aufbau

2 Max Weber und die politische Arbeit

2.1 Politik und Staat

2.2 Die Legitimation politischer Herrschaft

2.3 Die Entwicklung des Berufspolitikers

2.4 Der Aufstieg des Beamtentums

2.5 Die Verantwortung von Politikern und Beamten

2.6 Gesinnungsethik und Verantwortungsethik

3 Carl Schmitt und der Begriff des Politischen

4 Arnold Gehlen und die Rolle der Institutionen

5 Diskussion

5.1 Politik als Institution

5.2 Institutionen und Freiheit

5.3 Politik und Technokratie

5.4 Die Institutionalisierung von Verantwortung in der Politik

5.5 Die Institutionalisierung von Verantwortung in der Wirtschaft

5.6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen individueller Verantwortung und der zunehmenden Institutionalisierung in Politik und Wirtschaft, um die Auswirkungen auf Handlungsspielräume und Souveränität zu klären.

  • Verantwortungsbegriff und politische Handlungsfähigkeit
  • Analyse politischer Akteure nach Max Weber
  • Der politische Feindbegriff nach Carl Schmitt
  • Rolle und Funktion von Institutionen bei Arnold Gehlen
  • Einfluss von Institutionalisierung auf individuelle Freiheit und Entscheidungsprozesse

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Begriff der Verantwortung

Der Begriff der Verantwortung setzt den Begriff der Alternative voraus. Verantwortung im ursprünglichen Sinne der Eigenverantwortung kann nur bei der Existenz wirklicher Entscheidungsalternativen ausgeübt werden. Die Abwesenheit von Alternativen impliziert das Vorhandensein lediglich einer Handlungsoption und damit den Verlust von Souveränität im Sinne von real erlebbarer Selbstbestimmung. Die Existenz einer Alternative bedingt somit über den mit ihr verbundenen Zwang zur Verantwortung die Möglichkeit von Souveränität – Souveränität ist also die Ermöglichung von und die Ertüchtigung zu dem Ausüben von Verantwortung, was wiederum eine Mehrzahl potentiell möglicher Entscheidungsoptionen bzw. Alternativen voraussetzt. Eine Mehrzahl von Alternativen ist daher auch ein notwendiges, wenngleich wohl nicht hinreichendes Kriterium von Freiheit. Daraus folgt, dass die Existenz von Alternativen zu Freiheit führt, Freiheit zu der zwingenden Übernahme von Verantwortung und Verantwortung wiederum zu Souveränität.

Für eine freiheitliche Demokratie westlicher Prägung ist das Vorhandensein der oben genannten, miteinander verwobenen Entitäten für ihre Lebendigkeit und Überlebensfähigkeit entscheidend. Ein das demokratische System per Definition kennzeichnender Prozess ist die Wahl. Hierbei ist nicht der rein äußerliche Prozess der bloßen Stimmabgabe entscheidend, sondern die tatsächliche Möglichkeit des Volkes, ausgehend von verschiedenen Alternativen durch diesen Prozess eine wirkliche Entscheidung herbeizuführen. In einer funktionierenden Demokratie stehen dem Demos also verschiedene Entscheidungsoptionen zur Wahl, wodurch dieser zugleich für sich selbst Verantwortung übernimmt (diese Übernahme erfolgt zwangsläufig – ohne eine dritte Entscheidungsinstanz kann man sich bei der Wahl zwischen verschiedenen Alternativen der Verantwortung nicht entziehen). Demokratie ist also die „Herrschaft des Volkes durch das Volk für das Volk“ und macht dieses zum Souverän durch die Übertragung von Verantwortung an sich selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Grundlegende theoretische Hinführung zum Begriff der Verantwortung als Voraussetzung für Freiheit und Souveränität in der Demokratie.

2 Max Weber und die politische Arbeit: Analyse des Politikers und des Beamten bei Weber, unter besonderer Berücksichtigung der Legitimation von Herrschaft sowie Gesinnungs- und Verantwortungsethik.

3 Carl Schmitt und der Begriff des Politischen: Untersuchung des schmittschen Freund-Feind-Schemas als essenzielle Kategorie des Politischen und Definition von Souveränität über den Ausnahmezustand.

4 Arnold Gehlen und die Rolle der Institutionen: Darstellung der Institutionentheorie Gehlens, in der Institutionen als notwendige Stabilisierungsfaktoren für das „Mängelwesen“ Mensch fungieren.

5 Diskussion: Synthese der Theorien zur Untersuchung der Institutionalisierung von Verantwortung in Politik und Wirtschaft, inklusive einer kritischen Betrachtung von Technokratie und Globalisierung.

Schlüsselwörter

Verantwortung, Souveränität, Institutionen, Max Weber, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Politik, Wirtschaft, Eigenverantwortung, Alternativlosigkeit, Herrschaft, Demokratie, Handlungsfreiheit, Globalisierung, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie in modernen politischen und wirtschaftlichen Systemen Verantwortung durch zunehmende Institutionalisierung verlagert oder eingeschränkt wird, und was dies für die individuelle Handlungsfähigkeit bedeutet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die soziologische Theoriebildung zu Politik und Institutionen, die Analyse staatlicher Entscheidungsstrukturen sowie die ökonomischen Auswirkungen auf Entscheidungsspielräume.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, ob und inwieweit Verantwortung in Politik und Wirtschaft institutionalisiert wird und ob echte politische Entscheidungen unter heutigen komplexen Rahmenbedingungen noch möglich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse der Werke von Max Weber, Carl Schmitt und Arnold Gehlen, deren Konzepte kritisch auf aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen übertragen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch die genannten Denker sowie eine anschließende Diskussion, in der diese Theorien auf aktuelle Phänomene wie Globalisierung, Technokratie und das Schwinden von Entscheidungsalternativen angewandt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Verantwortung, Souveränität, Institutionen, Macht, Handlungsfreiheit und das Spannungsfeld zwischen Politik und Beamtenwesen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Politikern und Beamten?

In Anlehnung an Weber wird der Politiker durch Eigenverantwortung und Gestaltungskraft definiert, während der Beamte durch die gewissenhafte Ausführung vorgegebener Regeln charakterisiert ist.

Warum ist das Konzept der „Alternativlosigkeit“ für die Arbeit so wichtig?

Alternativlosigkeit wird als Symptom einer fortschreitenden Institutionalisierung gesehen, die das Volk oder den Entscheidungsträger seiner Wahlmöglichkeiten beraubt und damit direkt die demokratische Souveränität untergräbt.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Inwieweit wird in Politik und Wirtschaft Verantwortung institutionalisiert?
Untertitel
Freiheit und Souveränität im 21. Jahrhundert
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,0
Autor
Leonard Ernst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V493052
ISBN (eBook)
9783668991453
ISBN (Buch)
9783668991460
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwieweit politik wirtschaft verantwortung freiheit souveränität jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leonard Ernst (Autor:in), 2019, Inwieweit wird in Politik und Wirtschaft Verantwortung institutionalisiert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493052
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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