Monumente des alten Mexiko - Zeichen einer geordneten Welt


Hausarbeit, 2004

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die `geordnete Welt´ des Alten Mexiko
2.1 Tenochtitlán
2.1.1 Zur Geschichte der Stadt
2.1.2 Die Architektur und Rituale
2.2 Teotihuacán
2.2.1 Zur Geschichte der Stadt
2.2.2 Die Architektur und Rituale

3. Resumeé

4. Bibliographie

5. Anlagen

1. Einleitung

In der folgenden Ausarbeitung stelle ich die Zusammenhänge zwischen der Architektur von mexikanischen Monumenten, mesoamerikanischen Kulturen, ihre Kollektivität und Identität dar. Am Anfang hierzu einige Begriffserläuterungen, um sie im Kontext besser zu verständlichen.

Jan und Aleida Assmann prägten Ende der 80er Jahre den Begriff des `kulturellen Gedächtnisses´. J. Assmann unterscheidet diese Art des Gedächtnisses vom `kommunikativen´. Das `kommunikative Gedächtnis´ bezieht sich mehr auf individuelle Erfahrungen, das `kulturelle´ entsteht durch Überlieferungen und Rituale. Somit werden durch diese gemeinsamen Erinnerungen Traditionen aufrechterhalten und bilden die Grundlage für ein kollektives Kulturverständnis (vgl. Böhme, 2000, 153).

Bei Hansen wird Kultur durch drei Faktoren gebildet, welche eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig bedingen. Als ersten Faktor nennt er die Standardisierung. Diese bezeichnet das „zum Überleben funktionslose Gleichverhalten von Mitgliedern eines Kollektivs“ (Hansen: 2003, 42/43). Der zweite Faktor, welcher Kultur überhaupt erst möglich macht, ist die Kommunikation bzw. sind die Zeichen. Denn in unterschiedlichen Kulturen werden bestimmte Zeichen unterschiedlich interpretiert oder verstanden. Die Kollektivität ist Hansens dritter Faktor für Kultur. Er zählt das Kollektiv zu einer Untergruppe einer Gattung (z.B. der Mensch), wobei die kleinste Form seiner Dreiteilung das Individuum selbst ist. Dies kurz am Beispiel des Menschen erläutert: Alle Menschen machen bestimmte Dinge ihr Leben lang (schlafen, essen etc.); eine Gruppe von Menschen findet sich aber zusammen und macht nur spezielle Dinge gemeinsam (hören die gleiche Musik, haben gleiche Hobbies etc.). Diese Gruppe wird dann als ein Kollektiv bezeichnet. Ein einzelnes Individuum gehört in jedem Fall der ersten Gruppe an (der Gattung, hier: Mensch) und kann auch einem Kollektiv angehören - aber als Individuum verhält es sich in bestimmten Dingen einzigartig (individuelle Erinnerungen etc.) (vgl. Hansen, 2003, 36, 42-43).

So kann man also sagen, dass Kultur eine besondere Form von Sozialsystem ist, die nicht nur aus einem Kollektiv sondern aus zahlreichen Kollektiven besteht. Auch wenn es örtliche kulturelle Unterschiede gibt, kann man innerhalb eines Kulturraumes auch gemeinsame kulturelle Merkmale feststellen. Die Identität wird über die Kultur gebildet. Da die Kultur durch gemeinsames Erinnern (an Mythen etc.) und das gemeinsame Aufrechterhalten von Traditionen (Rituale) entsteht, wird die Bedeutung des daraus resultierenden Begriffs der kollektiven Identität klar.

Die kulturelle Identität der Mexikaner wird bis heute leider allmählich zerstört. Obwohl schon Bartolomé de las Casas (1474-1567) für die Rechte der Indianer kämpfte, welche nach dem Einfall der Spanier unter deren Herrschaft litten, hat sich bis heute die Situation der eingeborenen Bevölkerung kaum verändert: Viele von ihnen sind Analphabeten, wirtschaftlich abhängig von den Weißen und Mestizen und werden von diesen ausgebeutet (vgl. Harjes-Römermann: 1987, 78/79).

Indianer zu sein, bedeutet in Mexiko auch heute noch, abseits zu leben von der durch Weiße und Mestizen beherrschten

Gesellschaft, ohne Anteil zu haben am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Landes.

(Harjes-Römermann: 1987, 74.)

Hier wird deutlich, dass die Indianer noch immer nicht in diese Gesellschaft integriert werden. Durch diese Integration würde ihre kollektive Identität, also ihre Kultur, immer weiter verdrängt und irgendwann in Vergessenheit geraten. Andererseits möchten sie sich aus diesem Grunde teilweise auch gar nicht der bestehenden Gesellschaftsform anschließen.

Doch derzeit gibt es sie noch, die unverwüstlichen Kennzeichen der alten mexikanischen Kulturen – die Monumente. Im Folgenden stelle ich die Architektur dieser Monumente, insbesondere die der beiden Städte Tenochtitlán und Teotihuacán, und deren Zusammenhang mit den alten Kulturen dar.

2. Die `geordnete Welt´ des Alten Mexikos

...El México antiguo es un mundo ordenadísimo, todo y cada quién

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Monumente des alten Mexiko - Zeichen einer geordneten Welt
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V49309
ISBN (eBook)
9783638457910
ISBN (Buch)
9783640732241
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Monumente, Mexiko, Zeichen, Welt
Arbeit zitieren
Marie Louis Freyberg (Autor), 2004, Monumente des alten Mexiko - Zeichen einer geordneten Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49309

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