Stand und Perspektive des Stadtmarketing in Berlin


Diplomarbeit, 2002

103 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

KAPITEL I - GANG DER ARBEIT
1.1 Gliederung
1.2 Roter Faden
1.3 Fokus
1.4 Bibliographische Erläuterungen

KAPITEL II - DIE STADTENTWICKLUNG BERLINS
2.1 Einleitung
2.2 Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins
2.2.1 Berliner Realität - Arbeitslosigkeit und Einwohnerschwund
2.2.2 Strukturelle Probleme der Berliner Wirtschaft
2.3 Die ökonomischen Rahmenbedingungen
2.3.1 Wirtschaftlicher Strukturwandel
2.3.2 Europäischer Binnenmarkt
2.3.3 Globalisierung
2.4 Die Ubiquität von Standorten
2.4.1 Das Ende der Stadt?
2.4.2 Zentrenbildung
2.4.2.1 Global Cities
2.4.2.2 Fühlungs- und Agglomerationsvorteile
2.5 Gesellschaftliche Veränderungen
2.5.1 Wertewandel
2.5.2 Demographische Entwicklung
2.6 Wandel der politischen Aufgaben
2.6.1 Public-Private Partnership
2.7 Internationale Standortkonkurrenz
2.8 Fokus
2.9 Roter faden

KAPITEL III - KOMMUNALE HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN
3.1 Einleitung
3.2 Kommunale Maßnahmen zur Stärkung der Standortbedingungen
3.3 „Harte“ Standortfaktoren
3.3.1 Input-bezogene Standortfaktoren
3.3.1.1 Ost-West-Kompetenz
3.3.1.2 Wissenschaft
3.3.1.3 Berliner Technologie- und Innovationsfelder
3.3.1.4 Weitere input-bezogene „harte“ Standortfaktoren
3.3.2 Throughput-bezogene Standortfaktoren
3.3.2.1 Bundeshauptstadt Berlin
3.3.2.2 Dienstleistungen
3.3.2.3 Weitere throughput-bezogene „harte“ Standortfaktoren
3.3.3 Output-bezogene Standortfaktoren
3.4 „Weiche“ Standortfaktoren
3.4.1 Kultur
3.4.2 Tourismus
3.4.3 Weitere „weiche“ Standortfaktoren
3.5 „Harte“UND „Weiche“ Standortfaktoren
3.6 Fokus
3.7 Roter Faden

KAPITEL IV - STADTMARKETING IN BERLIN
4.1 Einleitung
4.2 Stadtmarketing - Wege aus der Krise
4.2.1 Stadtmarketing in Berlin
4.2.2 Das Unternehmen „Stadt“
4.3 Basiswissen
4.3.1 Basiswissen Marketing
4.3.2 Basiswissen Stadtmarketing
4.3.3 Unterschiede zwischen Marketing und Stadtmarketing
4.3.4 Das Stadtmarketing-Mix-Instrumentarium
4.3.5 Der Verlauf eines Stadtmarketingprozesses
4.4 Die Konzeptphase - Stärken/Schwächen-Analyse
4.4.1 Ergebnis der „harten“ Stärken/Schwächen-Analyse
4.4.2 Ergebnis der „weichen“ Stärken/Schwächen - Analyse
4.5 Die Konkretisierungsphase - Visionen und Ziele
4.5.1 Initial- und Folgefunktionen
4.5.1.1 Initialfunktionen in Berlin
4.6 Die Realisierungsphase
4.6.1 Die Akteure des Berliner Stadtmarketing
4.6.1.1 Wirtschaftsförderung Berlin GmbH
4.6.1.2 BAO Berlin-Marketing Service GmbH
4.6.1.3 Messe Berlin GmbH
4.6.1.4 Berlin Tourismus Marketing GmbH
4.6.1.5 Partner für Berlin
4.6.2 Struktur des Berliner Stadtmarketing - Bewertung
4.7 Erfolgsfaktor Stadtmarketing
4.8 Fokus
4.9 Roter Faden

KAPITEL V - BERLIN, STADT DER WISSENSCHAFT UND INNOVATION
5.1 Einleitung
5.2 Das Leitbild: Berlin, Stadt der Wissenschaft und Innovation
5.2.1 Vorsprung durch Technik und Wissenschaft
5.2.2 Standortfaktor Humankapital
5.3 Die Strategie: Schaffung eines Kompetenzzentrums
5.3.1 Technologie- und Gründerzentren
5.3.2 Informations- und Kommunikationstechnik
5.4 Berliner Innovations- und Technologiepolitik
5.4.1 Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin
5.4.2 Beitrag der Stadtmarketinggesellschaften
5.5 Stadt der Wissenschaften - Entwicklungsperspektiven
5.6 Fokus
5.7 Roter Knoten - Zusammenfassung
5.8 Schlusswort

KAPITEL VI - ANHANG
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis
6.3 Literatur
6.3.1 Fachbücher
6.3.2 Studien, Fachzeitschriften, Broschüren
6.3.3 Zeitungsartikel
6.3.4 Internetadressen

1 Gang der Arbeit

1.1 GLIEDERUNG

Die vorliegende Arbeit setzt sich aus insgesamt sechs Kapiteln zusammen.

Kapitel I „ Gang der Arbeit “ gibt Aufschluss über den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.

Kapitel II „ Die Stadtentwicklung Berlins “ stellt die wirtschaftliche Entwicklung Berlins dar, beschreibt Rahmenbedingungen und leitet daraus eine zunehmende Standortkonkurrenz ab.

Kapitel III „ Kommunale Handlungsm ö glichkeiten “ stellt „klassische“ Möglich- keiten dar, mit denen die Stadt auf die zunehmende Standortkon- kurrenz reagieren kann, um die „harten“ und „weichen“ Standort- faktoren Berlins aufzuwerten.

Kapitel IV „ Stadtmarketing in Berlin “ stellt Stadtmarketing als neuen ganzheit- lichen Ansatz dar, der Berlin im zunehmenden Standortwettbewerb als Unternehmen betrachtet, Stärken- und Schwächen identifiziert, Leitbilder und Strategien entwickelt, mit dem Ziel den Standort umfassend aufzuwerten, um Unternehmen und Menschen für Ber- lin zu gewinnen.

Kapitel V „ Berlin, Stadt der Wissenschaft und Innovation “ untersucht die Mög- lichkeiten im Rahmen des Stadtmarketing Berlin, aufgrund der Forschungs- und Wissenschaftsintensität zu einem Kompetenzzent- rum zu entwickeln, um zukünftig vor allem wissensbasierte Unter- nehmen und Arbeitsplätze in Berlin anzusiedeln.

Kapitel VI „ Anhang “ der sich aus dem Quellen-, Abbildungs- und Tabellenver- zeichnis zusammensetzt.

1.2 ROTER FADEN

Der Rote Faden dient als Verbindungselement zwischen den Kapiteln und be- schreibt die logische und inhaltliche Verknüpfung der einzelnen Abschnitte der Arbeit.

Der Leser, der sich nur im groben einen Überblick über die Thematik der vorliegenden Arbeit und die Vorgehensweise des Verfassers verschaffen möchte, kann dies durch das Lesen der Roten Fäden von Kapitel II bis V tun.

Der rote Knoten steht am Ende von Kapitel V, bildet das Ende der Roten Fäden und fasst die Hauptaussagen der Arbeit zusammen.

1.3 FOKUS

Anhand eines übersichtlichen Schaubildes gibt der Unterpunkt Fokus am Ende der Kapitel II bis V jeweils eine kurze und übersichtliche Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte des vorliegenden Kapitels.

Die Wiederholung der Schlüsselinformationen im Fokus bietet dem Schnell- und Querleser die Möglichkeit ein Kapitel zu überspringen. Die nachfolgenden Kapitel, die auf dieser Plattform aufbauen, werden so ohne Verlust von wesentlichen Grundlagen für den Leser verständlich.

1.4 BIBLIOGRAPHISCHE ERLÄUTERUNGEN

Fließt eine Quelle, angezeigt durch eine hochgestellte Zahl, z.B. die Schrift eines Autors oder der Artikel einer Zeitschrift bzw. Zeitung in den Text ein, dann er- folgt eine kurze bibliographische Angabe mit Hinweisen auf Autor, Titel, Er- scheinungsort, Erscheinungsjahr, sowie eine genaue Seitenangabe. In Verbindung mit dem vollständig und alphabetisch sortierten Literatur- und Quellenverzeichnis (Kapitel VI) am Ende der Arbeit können die entsprechenden Quellen nachvollzo- gen werden. Falls aus der jeweiligen Quelle wortwörtlich zitiert worden ist, so stehen die Zitate in Anführungsstrichen.

Der Quellenkatalog ist unterteilt in Fachbücher, Fachzeitschriften und Zeitungsartikel und Internetquellen.

2 Die Stadtentwicklung Berlins

2.1 EINLEITUNG

Das Kapitel II „Die Stadtentwicklung Berlins“ gibt einen Überblick über die bestimmenden Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren in der aktuellen Berliner Stadtentwicklung. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Der Leser soll ein Verständnis dafür erlangen, dass die Entwicklung Berlins kein eigenständiger und unabhängiger Prozess ist. Vielmehr bestimmen wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen über Erfolg und Misserfolg der Stadt.

Zunächst soll die wirtschaftliche Entwicklung Berlins von 1989 bis heute in den wesentlichen Zügen dargestellt und analysiert werden, mit dem Ziel, die Dramatik der Entwicklung zu erfassen. Anschließend werden ökonomische, gesellschaftliche und politische Trends mit ihren Auswirkungen auf Berlin untersucht. Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Termini Strukturwandel, europäische Integration, Globalisierung sowie Werte- und Politikwandel kann im Rahmen des vorliegenden Kapitels nicht geleistet werden.

Als Exkurs ist die Frage nach der generellen Bedeutung der Stadt im 21. Jahrhun- dert zu sehen. Er dient als Überleitung zur Darstellung der festzustellenden Zent- renbildung in städtischen Agglomerationen, auch Global Cities genannt. In die- sem Zusammenhang soll geklärt werden, was eine Global City auszeichnet und welche Konsequenzen die Zentrenbildung auf die Berliner Stadtentwicklung hat.

Die Zunahme der internationalen Standortkonkurrenz soll als Basiserkenntnis aus den angestellten Untersuchungen am Ende des Kapitels stehen, in deren Konse- quenz ein verstärkter Handlungsdruck auf die Berliner Stadtentwicklungspolitik zu erwarten ist.

2.2 DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG BERLINS

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, war klar, dass sich sehr schnell gravie- rende Auswirkungen auch für die Wirtschaft ergeben mussten. Zunächst schürte die 1991 für Berlin gefallene Hauptstadtentscheidung, die prognostizierte Funkti- on Berlins als „Ost-West-Drehscheibe“ und die Anknüpfung an historische Ber- lin-Bilder die Hoffung, die Stadt könne ohne Umwege als wirtschaftliches und politisches Zentrum eines vereinigten Deutschlands wiederaufleben. Die durch den Vereinigungsboom geprägte Wirtschaftsentwicklung in der unmittelbaren Nachwendezeit entwickelte sich entgegengesetzt der 1990 in eine Rezession glei- tenden Weltwirtschaft und beflügelte optimistische Zukunftsentwürfe. West- Berlin erlebte Wachstumsraten wie seit den 50er Jahren nicht mehr (vgl. Abbil- dung 1). Die offensichtlichen durch die deutsche Teilung verursachten strukturel- len Probleme der Berliner Wirtschaft (s.u.) rückten in der Zeit des Vereinigungs- und Berlin-Booms in den Hintergrund.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNG 1: ENTWICKLUNG DER BRUTTOWERTSCHÖPFUNG IN BERLIN UND DEUTSCHLAND, QUELLE: DEUTSCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFT (DIW) 1996

Das vom Senat 1992 veröffentliche Szenario1 der wirtschaftlichen und demogra- phischen Entwicklung prognostizierte, dass die Bevölkerung der Gesamtregion bis 2010 um 1 Mio. auf 5,3 Mio. steigen würde. Die Erwartungen für die ökono- mische Entwicklung Berlins waren entsprechend optimistisch. Bis 2010 wurde mit einer Expansion der Erwerbstätigenzahl um 400.000 auf insgesamt 2 Mio. gerechnet. Ansiedlungsbekundungen aus Wirtschaft und Wissenschaft lagen die- sen Prognosen zugrunde. Aus internationalen Unternehmensbefragungen ging Berlin als eine der bevorzugten Großstädte für angestrebte Geschäftserweiterun- gen hervor2.

2.2.1 Berliner Realität - Arbeitslosigkeit und Einwohnerschwund

Das Bild der „größten Baustelle Europas“ mit glitzernden Immobilienfassaden am Potsdamer Platz und exklusiver Shopping-Meile in der Friedrichstraße wird gern als Symbol einer gelungenen Aufwertung des „Neuen“ Berlin gesehen. Die wirt- schaftliche Entwicklung Berlins seit 1990 bietet jedoch keinen Anlass zur Eupho- rie. Die Wachstumsraten der Berliner Wirtschaft lagen zwischen 1992 und 1999 - mit Ausnahme der Jahre 1993 und 1995 - deutlich unter dem Bundesdurch- schnitt3. Die offiziell über die Jahre registrierte Arbeitslosenquote in Berlin war grundsätzlich höher als die in Gesamt-Deutschland gemessene. Im Dezember 2001 liegt sie bei 16% in Berlin und 10% in Gesamt-Deutschland4. Zwischen 1991 und 1998 hat Berlin rund 73.000 Einwohner verloren.

Die aktuelle Situation Berlins ist auf der einen Seite vom Hauptstadt-Bauboom und großen Erwartungen hinsichtlich der Formierung einer europäischen Metro- pole geprägt. Diesen Erwartungen stehen unübersehbar ein massiver Arbeitsplatz- abbau im industriellen Bereich und mangelnde Investitionstätigkeit gegenüber. Die einstige Industriemetropole Berlin hat in der Zeit von 1989 bis 1998 rund 270.000 Industriearbeitsplätze verloren: Während die Berliner Industrie 1989 noch ca. 400.000 Beschäftigte hatte, waren es 1998 nur noch ca. 130.000 - ein Arbeitsplatzverlust von 67%5. Die durch den Strukturwandel zu verzeichnenden Arbeitsplatzzuwächse in verschiedenen Dienstleistungszweigen konnten diesen Verlust nicht kompensieren. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Berlin hat sich von 1,8 Mio. im Jahre 1989 bis auf 1,4 Mio. im Jahre 1998 um 21% verringert6.

2.2.2 Strukturelle Probleme der Berliner Wirtschaft

Die Ursachenkette für die ungünstige wirtschaftliche Entwicklung Berlins in den 90er Jahren ist lang. Als entscheidend ist die Wirtschaftsstruktur der Teilstädte Berlin (Ost) und Berlin (West) zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung einzuschät- zen. Diese zeichnet sich durch eine jahrzehntelang stagnierende und subventions- abhängige Industriestruktur ohne technologisch hochwertige und zukunftsträchti- ge Produkte aus, sowie einen stark unterentwickelten privaten tertiären Sektor.

Ohne die Unterstützung des Westens, bzw. der ehemaligen Sowjetunion wäre die Wirtschaft in beiden Stadthälften höchstwahrscheinlich nach kurzer Zeit zusam- mengebrochen. So aber hatte der eingeschlossene Westteil zu einer einseitigen ökonomischen Struktur gefunden, die mit dem Schlagwort der „verlängerten Werkbank“ beschrieben wird7. Die Unternehmen Berlins produzierten in erster Linie für den Bedarf in West-Deutschland. Durch die Berlin-Förderung8 konnte nach dem Krieg ein industrieller Neuanfang gemacht werden, der Betriebe mit kapitalintensiver Produktion anzog. Den Ausschlag für diese Standortentschei- dung gaben massive Investitionsanreize, die die Produktions- und Wettbewerbs- nachteile in Berlin ausgleichen sollten. Diese Nachteile waren durch die Insellage der Stadt bedingt und zeigten sich u.a. an deutlich höheren Kosten für Energie, Transport, Abwasser und Miete, verglichen mit anderen Standorten im Bundesge- biet. Viele Arbeitsplätze im mittleren und unteren Qualifikationsbereich wurden dadurch neu geschaffen. Diesen minder qualifizierten Arbeitsplätzen standen un- verhältnismäßig wenige Stellen im höheren Verwaltungs- und Managementbe- reich gegenüber. Die Konzernzentralen waren weggezogen oder hatten ihren Sitz erst gar nicht an die Spree verlegt, womit sich das heutige Defizit an Unternehmen im privaten Dienstleistungsbereich begründet.

Ost-Berlin war das wirtschaftliche und kulturelle, vor allem aber das politische Zentrum der DDR. Ministerien, Parteien, Massenorganisationen und Medien wa- ren in Ost-Berlin ansässig. Repräsentanzbedingte Zuwendungen und Subventio- nen, die ohnehin fester Bestandteil der DDR- Planwirtschaft waren, blieben nicht aus und sorgten in Ost-Berlin wie in der gesamten DDR für das Bestehen unwirt- schaftlich arbeitender Betriebe. Die meisten dieser Betriebe und Institutionen sind nach der Wende sehr schnell aufgelöst worden9. Auch in Ost-Berlin spielte der private tertiäre Sektor eine untergeordnete Rolle, da viele Leistungen, die unter marktwirtschaftlichen Verhältnissen von privaten Unternehmen erbracht worden wären, in die Zuständigkeit des Staates fielen.

Durch den eventuell zu schnellen Abbau der Berlin-Förderung musste sich die West-Berliner Wirtschaft nach der Wiedervereinigung kurzfristig umorientieren und lernen, auf eigenen Füßen zu stehen - ein Prozess, den sie offensichtlich nicht verkraftet hat. Erschwerend kam hinzu, dass die nach der Wende 1989 nicht vor- handene, für eine funktionierende Stadtwirtschaft aber dringend notwendige wirt- schaftliche Stadt- Umlandverflechtung nur schleppend aufgebaut werden konnte. Strukturen, die 40 Jahre voneinander getrennt waren, konnten nicht in wenigen Monaten wieder hergestellt werden, zumal nahezu die gesamte Industrie im Ost- teil der Stadt und in Brandenburg zusammengebrochen war10.

Als weitere Ursachen11 für die festzustellende Strukturschwäche der Berliner Wirtschaft sind anzuführen:

- Die anhaltende Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft, die dazu führte, dass die Investitionstätigkeit auch nach der Überwindung der Rezession 1992/93 schwach blieb,
- die lang andauernde Ungewissheit in der Hauptstadtfrage, die zur Verunsi- cherung und zum Rückzug vieler Investoren geführt hat und
- der starke Zustrom ausländischer Bauarbeiter, der die durch den Bauboom erzeugten Arbeitsmarkt- und Einkommenseffekte an der Stadt vorbeigeführt hat. Die eigentlichen Ursachen für dieses Phänomens sind jedoch in einer verfehlten Arbeitsmarkt- und Zuwanderungspolitik der Bundesregierung zu finden, deren nähere Erörterung jedoch außerhalb des gesteckten Themenrahmens der Arbeit liegt.

2.3 DIE ÖKONOMISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Die dargestellte wirtschaftliche Entwicklung Berlins ist kein eigenständiger Prozess. Sie ist das Ergebnis ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Bedingungen. Im folgenden Abschnitt werden die ökonomischen Einflussfaktoren, die sich vor allem in einem wirtschaftlichen Strukturwandel, der europäische Integration und der Globalisierung äußern, dargestellt.

2.3.1 Wirtschaftlicher Strukturwandel

Die Entwicklung einer modernen Industriegesellschaft ist grundsätzlich perma- nenten Veränderungsprozessen ihrer ökonomischen, technischen, sozialen und räumlichen Strukturen unterworfen. Umfang und Ausmaß des sich aktuell voll- ziehenden Strukturwandels deuten daraufhin, dass wir uns in einem Übergang von der herkömmlichen Industriegesellschaft zu einer postindustriellen Informati- ons- und Dienstleistungsgesellschaft befinden12. Der strukturelle Wandel von der Industrie zur Dienstleistungsgesellschaft ist durch das Vordringen sog. Schlüssel- technologien13 - vor allem der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Mikroelektronik gekennzeichnet14. Diesem Tertiärisierungsprozess steht ein massiver Deindustrialisierungsschub gegenüber, der große Arbeitsplatz- verluste im verarbeitenden Gewerbe mit sich gebracht hat. In Berlin wirkt sich diese allgemeine Entwicklung besonders stark aus. Die schwache Wirtschafts- struktur, die aus der 40-jährigen Teilung der Stadt hervorgegangen ist, wurde be- sonders hart von der Deindustrialisierung getroffen. Die im Gegenzug notwendige Tertiärisierung fand aus den genannten Gründen bisher kaum statt.

2.3.2 Europäischer Binnenmarkt

Die Vollendung des europäischen Binnenmarktes 1992 ist ein weiterer Meilen- stein auf dem Weg zum geeinten Europa. Mit einem Bruttosozialprodukt von 8000 Milliarden Dollar und einem Markt, dem 800 Millionen Menschen15 ange- hören, stellt Europa den größten Wirtschaftsraum der Erde dar. Es ist zu erwarten, dass sich durch diese Entwicklung der beschriebene strukturelle Wandel und seine Auswirkungen auf die Berliner Wirtschaft noch beschleunigen wird16.

Die immer wieder verschobene und nun frühestens für 2003 vorgesehene Erweite- rung der Europäischen Union nach Osten könnte Berlin in eine hervorgehobene Position in Europa rücken. Als „Drehscheibe nach Osten“ könnte die Stadt zu- künftig von einer Intensivierung der internationalen Arbeitsteilung und sich aus- weitender Ost-West-Geschäftsbeziehungen profitieren, beispielsweise als Know- How-Plattform für westliche Unternehmen, die Richtung Osteuropa operieren. Es werden aller Wahrscheinlichkeit nach dadurch neue Absatzmärkte für die Berliner Wirtschaft entstehen. Andererseits ist zu erwarten, dass gut ausgebildete und mo- tivierte Arbeitnehmer aus Mittel- und Osteuropa mit weitgehend freiem Zugang zum europäischen Markt und vergleichsweise niedrigen Arbeitskosten mit den westeuropäischen Arbeitnehmern in Konkurrenz treten werden17. Das relativ hö- here Lohnniveau in Berlin und Deutschland könnte zusätzlich dazu führen, dass arbeitsintensive Produktionen nach Mittel- und Osteuropa verlegt werden.

Die EU-Osterweiterung wird Berlin neue Chancen und Entwicklungsmöglichkei- ten eröffnen. Nicht zu unterschätzen ist allerdings der zu erwartende Konkurrenz- kampf Berlins mit vergleichbaren Standorten jenseits der Oder um Investitionen und Absatzmärkte18.

2.3.3 Globalisierung

Globalisierung ist zu verstehen als der Prozess der Transformation einer Gesell- schaftsformation19, in der die Grenzen fallen und sich die Form des Nationalstaa- tes auflöst. Dies ist eine Konsequenz der über alle Grenzen strebenden ökonomi- schen Beziehungen, der Ausweitung des Welthandels, der Zunahme von grenz überschreitenden Direktinvestitionen, der Entwicklung von globalen Kapitalmärkten und der Migrationsbewegungen. Begünstigt werden diese Entwicklungen durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien sowie den PersonenFernverkehr und internationale Güter-Ferntransporte20.

Globalisierung zeigt sich u.a. in Form einer sich immer stärker vernetzenden Weltwirtschaft durch Kooperation im produktiven und finanziellen Bereich, mit dem Ziel der Kostensenkung und gleichzeitigen Erhöhung der Wettbewerbsfähig- keit sowie der Erschließung neuer Märkte. Beispielsweise können für den Bau eines Kraftwerkes in Amerika Entwicklungsbeiträge in Westeuropa und Asien geleistet und Fertigungskapazitäten in den Ländern Osteuropas genutzt werden. Preissenkungen von bis zu 30% sind die Folge der Globalisierung und eine Inter- nationalisierung des Wettbewerbes21. Auch Berlin als größte Stadt Deutschlands ist Teil des europäischen Städtenetzes und wird sich in Zukunft immer stärker im Wettbewerb um zunächst nationale und in den kommenden Jahren internationale Investitionen behaupten müssen, um seine wirtschaftliche Grundlage zu sichern22.

2.4 DIE UBIQUITÄT VON STANDORTEN

Ein zunehmender Standortwettbewerb der Städte untereinander ist die Konse- quenz der beschriebenen ökonomischen Veränderungen23 für die Stadtentwick- lung Berlins. Berlin konkurriert vor dem Hintergrund des Strukturwandels, der europäischen Integration und der Globalisierung mit anderen Städten und Regio- nen um Investitionen und Einwohner. Die Ursache dieses Phänomens ist in erster Linie in der Ubiquität24 von Standorten zu finden, die sich durch folgende kausale Zusammenhänge erklären lässt:

- Der strukturelle Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft hat dazu geführt, dass die Abhängigkeit des Standortes von den natürli- chen Rohstoffen nahezu bedeutungslos geworden ist. Der Handel mit Roh- stoffen, Grundstoffen und Zwischenprodukten hat sich zugunsten der in den achtziger Jahren zunehmenden Finanz- und Dienstleistungsströme verringert25.
- Der europäische Integrationsprozess verbindet die Volkswirtschaften des Kontinents. Das ökonomische Netzwerk wird dichter, und kein Staat vermag sich dieser Entwicklung zu entziehen. Zunehmende Deregulierung auf Unternehmensebene und Richtlinien der Europäischen Union zur internationalen Ausschreibung öffentlicher Aufträge, führen zur Internationalisierung des Wettbewerbs.
- Globalisierung erweitert den Gedanken des internationalen Wettbewerbs auf den gesamten Globus. Transkontinental operierende Unternehmen handeln unter dem Paradigma der Kostenminimierung und gleichzeitigen Produktionsmaximierung. Standorte in Europa, Asien und Amerika konkurrieren um die Gunst jener Unternehmen, denen als Operationsfeld die ganze Welt zur Verfügung steht26.

2.4.1 Das Ende der Stadt?

Die dargestellte Ubiquität von Standorten wirft unweigerlich die Frage nach der zukünftigen Bedeutung nicht nur Berlins, sondern der Stadt an sich auf.

Die Entwicklung der Telekommunikationsmittel und der Aufschwung der Infor- mationsindustrie haben am Ende des 20. Jahrhunderts die Annahme geschürt, die Zeit der Städte sei vorbei27. Die umfassende Verlagerung der computerisierten Arbeitsplätze, der Büros und Fabriken in weniger überfüllte und kostengünstigere Gebiete bestätigen diese Entwicklung. Der Standort auf der grünen Wiese, den Bahamas oder im Eigenheim scheint allen Anforderungen gewachsen zu sein, die wirtschaftliche Einheit der Stadt dagegen beendet. Die allgegenwärtigen Vernet- zung durch Internet und Email, die es ermöglicht, Informationen und Arbeitser- gebnisse im Nu an jeden gewünschten Ort des Globus zu übertragen, bestärkt die- sen Trend.

Im folgenden Abschnitt soll die Frage nach dem möglichen Ende der Stadt als effektivste Siedlungsform der Gesellschaft mit „Nein“ beantwortet werden. Trotz Informationsindustrie, Internet und Email hat das Modell „Stadt“ nicht ausgedient. Stattdessen ist die Bildung global operierender Wirtschaftszentren in Städten zu beobachten, in deren Konsequenz eine weitere Zunahme der internationalen Standortkonkurrenz zu erwarten ist.

2.4.2 Zentrenbildung

National und international übergreifende Wirtschaftsabläufe erfordern zentrale Orte der Koordinierung. Indiz dafür ist die territoriale Zentralisation von Topmanagement und Kontrollfunktionen28 in Städten wie New York, London, Tokio, Frankfurt u.a.. Grund dafür ist, dass auch die Informationsindustrien eine gewaltige materielle Infrastruktur in ihrem Produktionsprozess benötigen. Dienstleistungen müssen produziert und die Gebäude, in denen die entsprechend Beschäftigten tätig sind, müssen gebaut und gereinigt werden. Wichtige Bestandteile der globalen Informationsökonomie sind somit ortsgebunden.

Die in den letzten beiden Jahrzehnten eingetretene Veränderung in der Zusammensetzung der Weltwirtschaft (s.o.) führt dazu, dass die größeren Städte als Produktionsstandorte und Marktplätze des globalen Kapitals erneut an Bedeutung gewinnen. Sassen bezeichnet diese Städte als „Global Cities“.

2.4.2.1 Global Cities

Die Standortvorteile der Global Cities beruhen immer weniger auf ihrer geographischen Lage, sondern resultieren aus der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, aus der Kombination spezifischer Industrie-, Forschungs- und Dienstleistungskapazitäten, aus Fühlungs- und Agglomerationsvorteilen sowie aus natürlichen günstigen politischen Bedingungen für das Kapital29.

Sassen schreibt diesen Städten eine „Funktion als Kommandozentralen in der weltwirtschaftlichen Organisation“ zu, die aus drei Eigenschaften herrührt:

- sie sind Schlüsselstandorte der in der heutigen Weltwirtschaftsphase füh- renden Wirtschaftsbereiche der Finanzdienstleistungen und spezialisierten Unternehmensdienste,
- sie sind zugleich Märkte für diese Leistungen und
- sie sind die Entwicklungszentren für Innovationen auf diesen Gebieten.

2.4.2.2 Fühlungs- und Agglomerationsvorteile

Aus der räumlichen Konzentration verschiedener Branchen innerhalb einer Stadt können sich für einen Betrieb Agglomerationsvorteile ergeben, die sich in betriebsinternen oder externen Ersparnissen äußern30. Diese sog. „urbanization economies“ entstehen auf verschiedene Weise31:

- Ganz allgemein durch die Vorteile räumlicher Nähe bzw. geringer ökono- mischer und sozialer Entfernungen, die auch als Fühlungsvorteile bezeich- net werden.
- Durch die Vorteile großer, differenzierter Arbeitsmärkte.
- Durch die Breite des privaten Dienstleistungsangebotes.
- Durch die Möglichkeit zur Nutzung öffentlicher Infrastruktureinrichtun- gen.
- Durch Vorteile, die sich aus der Mentalität der Einwohner einer Stadt, bzw. dem in einer Stadt herrschenden ’Wirtschaftsgeist’ ergeben.
- Durch die Attraktionskraft, die von Bevölkerungsagglomerationen und entsprechenden Einkommenspotentialen ausgeht.

Die Global City bietet beste Interaktionsmöglichkeiten vor Ort und mit der Welt, sowohl über den persönlichen Kontakt (face-to-face), als auch über den elektronischen Informationsaustausch, wofür höchstrangige Verkehrs- und Kommunikationsnetze im direkten Zugriff zur Verfügung stehen. Die Nähe zu politischen Entscheidungsgremien ist in den meisten Fällen vorhanden, indem die Global Cities oft die Standorte der nationalen Administrationen sind.

Größe und Vielfältigkeit könnten Berlin zukünftig als mögliche Global City qualifizieren. Dies wird allerdings nur möglich sein, wenn die entscheidenden politischen Akteure der Stadt bereits heute die Weichen für eine weltweit konkurrenzfähige Entwicklung Berlins stellen.

2.5 GESELLSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN

Wie bereits angedeutet, beeinflussen nicht allein die ökonomischen Rahmenbedingungen die Entwicklung der Stadt Berlin. Sie wird ebenfalls maßgeblich durch die in ihr lebende Gesellschaft geprägt. Die Stadt ist gewissermaßen der Spiegel des Lebensgefühls, des Erfolges aber auch der Unzulänglichkeit einer Gesellschaft. Die viel umschriebene Dynamik oder auch Unwirtlichkeit der Städte ist ausschließlich menschengemacht32.

Die Gesellschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Er vollzieht sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen33. Die wesentlichen, für die Stadtentwicklung relevanten Faktoren der gesellschaftlichen Veränderungen, werden in den folgenden Unterpunkten behan- delt.

2.5.1 Wertewandel

Die moderne gesellschaftliche Entwicklung ist durch veränderte Einstellungen und Werte gekennzeichnet. Die Kurzformel des sich gegenwärtig vollziehenden Wandels lautet: „Von Pflicht- und Akzeptanzwerten zu Selbstentfaltungswer- ten“34. Möglichkeiten der Selbstentfaltung haben dabei in allen Lebensbereichen an Bedeutung gewonnen. Dies äußert sich einerseits in einem veränderten Frei zeitverhalten der Menschen, das zunehmend von kreativen, sportlichen und sozia- len Betätigungen geprägt wird. Andererseits werden in der Berufstätigkeit ver- mehrt Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Handeln nachgefragt. Soweit aufgrund des Bildungs- und Einkommensniveaus Auswahlmöglichkeiten bestehen, spielt die Lebensqualität im direkten Arbeits- und Wohnumfeld eine entscheidende, oftmals sogar ausschlaggebende Rolle. Individualisierung und ge- stiegener Lebensstandart erhöhen die Ansprüche der Bewohner an ihre Stadt35, insbesondere in Hinblick auf ihre ökologische und soziale Verträglichkeit36.

Vor diesem Hintergrund muss damit gerechnet werden, dass die gestiegene Mobi- lität der Menschen bei dauerhafter Unzufriedenheit mit dem urbanen Umfeld, bei- spielsweise durch Arbeitslosigkeit oder unattraktive Freizeitmöglichkeiten zu Abwanderungsbewegungen führen kann. Ebenso wie die Stadt Berlin, die zwi- schen 1994 und 1999 rund 89.000 Einwohner verloren hat37, kämpfen fast alle deutschen Städte heute gegen Einwohnerrückgang, die damit langfristig verbun- denen Einnahmeausfälle38 und den Imageverlust durch das Merkmal einer „schrumpfenden“ Stadt.

2.5.2 Demographische Entwicklung

Die sinkenden Geburtenraten und der dadurch verursachte Rückgang der Gesamtbevölkerung führen zu einer Veränderung der Altersstruktur. Man spricht von einer Vergreisung der Bevölkerung in den Industrieländern.

Die mittel- und langfristige Folge ist, dass mehr und mehr alte Menschen von immer weniger aktiven jungen Menschen ernährt und versorgt werden müssen. In den Industrieländern ist der Anteil der Über-65-Jährigen von 7,9% im Jahr 1950 auf gegenwärtig 13,5% angestiegen und wird Prognosen zufolge im Jahr 2025 bei 24,7% liegen; in den am schnellsten alternden Ländern (dazu zählen Japan, Deutschland und Italien) werden bald 40 oder mehr Prozent alte Menschen le- ben39. Berlin liegt 1999 mit einem Anteil von 14,2% der Über-65-Jährigen im Trend dieser Entwicklung40. Immer weniger Erwerbstätige werden immer mehr Einkommen für die Versorgung einer steigenden Zahl von Rentnern erwirtschaften müssen. Setzen sich die Trends der Vergangenheit fort, dann werden im Jahr 2030 die öffentlichen Aufwendungen für die Altersversorgung in den OECDLändern 16,5% des BIP betragen.

Überträgt man diesen allgemein feststellbaren Trend auf Berlin, so werden im Ergebnis aufgrund erhöhter Sozialausgaben und einem gleichzeitigen Sinken der städtischen Einnahmen u.a. durch Verringerung der arbeitenden Bevölkerung und in der Konsequenz sinkende Steuereinnahmen die finanziellen Ressourcen der Stadt schrumpfen. Bereits jetzt befindet sich Berlin in einer bedrohlichen Haus- haltsnotlage. Die laufenden Ausgaben werden nicht von den Einnahmen gedeckt. Ein Haushaltsloch von rund 5,8 Mrd. DM kann derzeit nur durch zusätzliche Kre- ditaufnahmen und Vermögensveräußerungen gestopft werden41. Der mögliche Abbau des Berliner Schuldenberges von mittlerweile 80 Mrd. DM rückt damit weiter in ferne Zukunft. Dies könnte den Spielraum für innovative, wettbewerbs- fähige Stadtentwicklung einengen, weiterführend könnte es durch die verlangsam- te Erneuerung des Humankapitals aufgrund des Geburtenrückganges zu einer Verminderung des so dringend notwendigen innovativen Potentials kommen.

Der beschriebene Wertewandel und die demographische Entwicklung verdeutlichen, dass sich Berlin in einem zunehmenden Standortwettbewerb nicht allein auf die Ansiedlung von Unternehmen beschränken darf. Es muss ebenso darum gehen, Menschen für die Stadt zu begeistern, sie in der Stadt zu halten und neue dazu zu gewinnen. Ohne entsprechendes Humankapital, ohne Bewohner, die den Geist Berlins prägen, kann nach Ansicht des Verfassers keine erfolgreiche Standort- und Stadtentwicklungspolitik betrieben werden.

2.6 WANDEL DER POLITISCHEN AUFGABEN

Die Heterogenität und Dynamik der dargestellten ökonomischen und gesellschaft- lichen Entwicklungen erfordern konkrete politische Maßnahmen. Standardisierte Lösungen und abstrakte Regelungen, die charakteristisch für zentralstaatliche Weisungen der 60’er und 70’er Jahre sind, erscheinen in Anbetracht der neuen Situation als unangebracht42. In einer Zeit, in der es zunehmend darum geht, auch als Stadt attraktiv sowohl für Unternehmen als auch für Privatmenschen zu sein, sollte Politik kooperieren, Entscheidungen abtreten und sich an den Bedürfnissen der Bürger und Unternehmer orientieren43. Bürger und Unternehmer werden zu „Kunden“. In Folge verändert sich ihre Einstellung zur Obrigkeit; sie werden mündiger, selbstständiger und selbstbewusster44. Es besteht ein verstärktes Be- dürfnis nach einer verbesserten Information sowie mehr Mitsprache und Mitwir- kung bei politischen Entscheidungen. Eine mögliche Form der geforderten Ko- operation zwischen Öffentlicher Hand und Privaten ist das „Public-Private Part- nership“.

2.6.1 Public-Private Partnership

„Public-Private Partnership“ (PPP) geht auf in der Vergangenheit im USamerikanischen und angelsächsischen Raum gewonnene Erfahrungen zurück, wo man schon vor Jahren begonnen hat, wirtschaftliche Krisen durch partnerschaftliches Handeln - insbesondere durch öffentlich-private Gemeinschaftsfinanzierungen - anzugehen45. PPP fördert die öffentlich-private Zusammenarbeit durch Mobilisierung und Bündelung vorhandener Ressourcen mit dem Ziel der Bewältigung der anstehenden Problem- und Aufgabenkomplexe46.

Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage, der Finanzschwäche der öf- fentlichen Hand und dem wachsenden Bedürfnis der Bürger, sich mit in das poli- tische Geschehen einzubringen, ist in Berlin vor allem in den 90er Jahren das Aufkommen des PPP festzustellen. Die 1994 gegründete Gesellschaft für Haupt- stadtmarketing - Partner f ü r Berlin - ist eins von vielen Beispielen. Die Gesell- schaft wird mittlerweile von 130 privaten Unternehmen finanziell und inhaltlich unterstützt. Ursprünglich öffentliche Kosten für Hauptstadt- und Standortwerbung werden zu einem großen Teil von Privaten getragen. Zusätzlich kann das Know- how der freien Wirtschaft der Öffentlichen Hand und damit der Stadt Berlin zugu- te kommen.

2.7 INTERNATIONALE STANDORTKONKURRENZ

Bezüglich der dargestellten Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren besteht für Berlin keine Wahlmöglichkeit. Der strukturelle Wandel der Wirtschaft, die euro- päische Integration, Globalisierung sowie gesellschaftliche und politische Verän- derungen sind als ein kontinuierlicher Prozess anzusehen. Er wird kommen und weitergehen. In der Konsequenz tritt Berlin, als größte Stadt Deutschlands und Hauptstadt eines Landes mit weltweit bedeutender Wirtschaftskraft, in einen Wettbewerb mit anderen vergleichbaren Städten und Regionen um den Zugang zu den immer stärker vernetzten Märkten für Ressourcen und Wirtschaftsaktivitäten. Es geht um Auslandsinvestitionen, die Ansiedlung von Unternehmenszentralen und internationalen Institutionen, darüber hinaus um die Ansiedlung von Men- schen bis hin zum Tourismus und der Ausrichtung von Tagungen. Flächen- und Standortanforderungen der neuen Unternehmenskulturen sind ausschlaggebend für eine positive Standortentscheidung. Das internationale Kapital wandert dort hin, wo es die günstigsten Bedingungen vorfindet und die Gewinnerwartungen am höchsten sind.

Vor 10 Jahren haben sich, nach einer aktuellen Untersuchung der auf Standortsu- che und -bewertung spezialisierten US-Firma PHH Fantus, nur 20 Prozent aller Standortsuchenden für mehr als ein Land interessiert; 80 Prozent waren von vorn- herein auf eine bestimmte Region festgelegt. Heute sucht die Mehrheit (über 60 Prozent) von vornherein in mehreren Ländern nach dem richtigen Ort. Der inter- nationale Wettbewerb hat dramatisch zugenommen. „Enträumlichung“, „Flüch- tigkeit“ von Standorten und „Nomadenstandorte“47 sind in der Literatur gängige Stichworte für dieses Phänomen.

Die Chance Berlins an diesem Prozess erfolgreich teilnehmen zu können ist es, in einen internationalen Qualitätswettbewerb nach oben einzutreten48. Wettbewerbs- entscheidend wird sein, was die Stadt potentiellen Investoren zu bieten hat. Die Wettbewerbsstärke wird beeinflusst von dem Ausmaß, in dem Berlin den Wün- schen, Bedürfnissen und Anforderungen der Unternehmen und Privatmenschen nachkommen kann.

2.8 FOKUS

Die im Kapitel II „Die Stadtentwicklung Berlins behandelten Thematiken sowie ihre Einordnung und Beziehung zueinander werden im folgenden anhand eines übersichtlichen Schaubildes dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.9 ROTER FADEN

Die wirtschaftliche Entwicklung Berlins ist besorgniserregend. Der Zusammenbruch der Industrie nach 1989, hohe Arbeitslosigkeit und die Finanznot der öffentlichen Hand sind die Charakteristika des Standortes. Mit diesen ungünstigen Voraussetzungen tritt Berlin in einen zunehmenden internationalen Konkurrenzkampf um die Ansiedlung von Unternehmen, Organisationen und Bürgern.

Berlin muss sich zukünftig mehr qualifizieren, um seine Attraktivität gegenüber vergleichbaren Standorten zu erhöhen.

Im folgenden Kapitel geht es darum, welche Möglichkeiten der Stadt zur Verfügung stehen, ihre Anziehungskraft auf potentielle Investoren auszubauen und sich somit im schärfer werdenden Wettbewerb zu behaupten.

3 Kommunale Handlungsmöglichkeiten

3.1 EINLEITUNG

Der Konkurrenzkampf Berlins mit national vergleichbaren Städten wie Hamburg, München oder Stuttgart und international vergleichbaren Städten wie Paris, Brüs- sel und Wien um die Ansiedlung zukunftsorientierter, gewerbesteuerintensiver Unternehmen sowie qualifizierter Arbeitskräfte, um Besucher, Kongresse und Kultur nimmt ständig zu. Diese in Kapitel II beschriebene Entwicklung erfordert Konzeptionen zur Sicherung und zum Ausbau der Attraktivität Berlins als Wohn- und Wirtschaftsstandort.

In Kapitel III sollen die „klassischen“ kommunalen Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Standortbedingungen und zur Attraktivitätssteigerung darge- stellt werden.

Standortbedingungen werden durch die vor Ort herrschenden Standortfaktoren bestimmt, daher werden im weiteren Verlauf des Kapitels „harte“ und „weiche“ Standortfaktoren untersucht und auf den Standort Berlin spezifiziert. Folgende Fragestellungen sollen geklärt werden:

- Welche Bedeutung haben „harte“ und „weiche“ Standortfaktoren bei der Unternehmensansiedlung?
- Welche speziellen Standortfaktoren zeichnen Berlin aus?
- Wie sind die Entwicklungsperspektiven dieser Standortfaktoren einzu- schätzen?

Da die im folgenden dargestellten „klassischen“ kommunalen Handlungsmög- lichkeiten nicht im Zentrum des Interesses der vorliegenden Arbeit stehen, wird eine direkte Umsetzungsüberprüfung der Maßnahmen auf die Berlinspezifischen Standortfaktoren nicht vorgenommen. Intention der Ausführungen ist es, zu ver- deutlichen, dass einer Stadt wie Berlin neben dem Stadtmarketing, dass in Kapitel IV behandelt wird, weitere Instrumente für die Aufwertung des Standortes zur Verfügung stehen.

[...]


1 Vgl. Senatsverwaltung f ü r Stadtentwicklung und Umweltschutz, Räumliches Strukturkon- zept, in: Grundlagen für die Flächennutzungsplanung, Berlin (1992), S.23ff.

2 Vgl. Healey & Baker, European Real Estate Summary -Europe’s Top Cities in 1994, London (1994), S.23,76

3 Vgl. Senatsverwaltung f ü r Wirtschaft und Betriebe, Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin (I/1999), S.45

4 Vgl. Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Jahresbericht 2000/2001, S. 170 und Tagesspiegel, 06.12.01

5 Vgl. Angaben des Berliner Wirtschaftssenators, in: Tagesspiegel, 02.06.1999

6 Vgl. Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Berliner Wirtschaft in Zahlen, Berlin (1998), S.23

7 Vgl. Kleiner, Hartmann, Wechselwirkung von Metropole und Umland bei der Gestaltung einer Wirtschaftsregion für Investoren, in: Iglhaut (Hrsg.): Wirtschaftsstandort Deutschland mit Zu- kunft, Berlin (1994), S.72

8 Vgl. Hundrieser, Reinhard, Regionale Wirtschaftsförderung und Finanzierung, ebd., S.277

9 Vgl. Geppert, Kurt, Wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven Berlins - Papier zur Tagung „Wirtschaftspolitik in Berlin“ , Berlin (1996), S. 2

10 Vgl. Industrie- Handelskammer zu Berlin, Jahresbericht, Berlin (2000/2001), S.73

11 Vgl. Geppert, Kurt, Wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven Berlins - Papier zur Tagung „Wirtschaftspolitik in Berlin“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin (1996), S. 9-11

12 Vgl . Heuer, Hans, Lokale Initiativen zur Innovations- und Technologieförderung in der BRD, in: Wirtschaft und Kommune, Neue Ideen für Innovation und Kooperation, Sondernummer der demokratischen Gemeinde 2/89, S.54 ff. Vgl. Kruzewicz, Michael/ Schuchard, Wilgart, Lokale Kooperationen - StuGR (1989), S.381 ff. Vgl. Sauberzweig, Dieter, Hat die Stadt eine Zukunft?, Stadterfahrungen - Stadtperspektiven, StuGB (1990), S.231 ff.

13 Anmerkung des Verfassers: Eine eingehende Darstellung über Kriterien und Entwicklungspo- tentiale solcher Technologien gibt Maier, Moderne Schlüsseltechnologien (1986)

14 Anmerkung des Verfassers: Im Jahr 1989 belief sich der Prozentsatz der im Dienstleistungs- bereich Beschäftigten in Deutschland bereits auf 52% aller Beschäftigten, vgl. Widmaier, Ul rich, Sozioökonomische Rahmenbedingungen der zukünftigen Stadtentwicklung, in: Wilden- mann (Hrsg.), Stadt, Kultur, Natur (1989), S. 447ff.

15 Vgl. v. Koerber, Eberhard, Der Standort Europa im Wettbewerb der Systeme, in: Iglhaut (Hrsg.), Wirtschaftsstandort Deutschland mit Zukunft, Berlin (1994), S.82

16 Vgl. Krautzberger, Michael, Stadt und Wirtschaft im nächsten Jahrhundert BBauBI (1988), S.446ff.

17 Vgl. Necker, Tyll, Standorte im regionalen und überregionalen Wettbewerb, in: Iglhaut (Hrsg.), Wirtschaftsstandort Deutschland mit Zukunft, Berlin (1994), S.103

18 Vgl. Mombaur, Peter Michael, Europäischer Binnenmarkt: Kommunalpolitik und Wirt- schaftsförderung im Wettbewerb der Standorte, DÖV (1989), S. 243ff.

19 Vgl. Alvater, Elmar/ Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung, Münster (1999), S.31ff.

20 Vgl. Zhqiang, Wu, Globalisierung der Großstädte um die Jahrtausendwende, in: Institut der Stadt- und Regionalplanung (Hrsg.), Arbeitshefte, Berlin (1994), S.46ff.

21 Vgl. v. Koerber, Eberhard a.a.O.

22 Vgl. Partner f ü r Berlin, PfB Faktenblätter - Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg, Berlin (1999), S.1

23 Vgl. Winkel, Rainer, Neue Anforderungen an die Stadtplanung infolge veränderter ökonomi- scher Rahmenbedingungen, in: Diller/ Schäfer (Hrsg.), Wider die Globalisierungsangst, Berlin (1999), S.29ff.

24 Anmerkung des Verfassers: Ubiquität = Allgegenwart; Überall in jeder Menge erhältliches Wirtschaftsgut; Vgl. Der kleine Duden - Fremdwörterbuch, Mannheim (1983), S.430

25 Vgl. Sassen, Saskia, Metropolen des Weltmarkts - die neue Rolle der Global Cities, Frankfurt am Main/ New York (1997), S.32

26 Anmerkung des Verfassers: Weiterführende Literatur: Castells, Manuel: The Rise of the Network Society, Oxford (1996)

27 Vgl. Sassen, Saskia, a.a.O., S.15

28 Vgl. Sassen, Saskia, a.a.O., S.15ff.

29 Vgl. Esser, Josef/ Hirsch Joachim, Stadtsoziologie und Gesellschaftstheorie - Von der

Fordismuskrise zur „postfordistischen“ Regional- und Stadtstruktur, in: W. Prigge (Hrsg.): Die Materialität des Städtischen. Stadtentwicklung und Urbanität im gesellschaftlichen Umbruch, Basel/ Boston (1987), S.31-58

30 Vgl. Schätzl, Ludwig, Wirtschaftsgeographie I - Theorie (1992), S.46

31 Vgl. Lauschmann, Elisabeth, Grundlagen einer Theorie der Regionalpolitik, in: Veröffentli- chungen der ARL, Bd.2 (1976), S.47

32 Anmerkung des Verfassers: Für weiterführende Informationen vgl. Sassen, Sakia, in: Princeton University Press (Hrsg.), The Global City, New York/ London/ Tokyo (1991)

33 Vgl. Schulemann, Wulf, Die Dimension „Erlebnis“ im heutigen Marketing, in: Markenartikel, Ausgabe: 5 /94, S.212

34 Vgl. Klages, Helmut, Wertewandel: Rückblick, Gegenwartsanalyse, Ausblick, in: Personal 2000 (4/1991), S.51

35 Vgl. Schulze, Gerhard, Die Erlebnisgesellschaft - Kultursoziologie der Gegenwart, Frankfurt am Main/ New York (1992), S. 56-57

36 Vgl. Lalli, Marco/ Pl ö ger, Wolfgang, Corporate Identity für Städte, Ergebnis einer Bun- desweiten Gesamterhebung, Heidelberg (1990)

37 Vgl. Statistisches Landesamt Berlin, Berlin Statistik (2000), S.15

38 Vgl. Dohmen, Florian, Stadtmarketing und kommunale Wirtschaftsförderung, in: Institut für Volkswirtschaftslehre (Hrsg.), Aachen (1996), S.7

39 Vgl. Hall, Peter/ Pfeiffer, Ulrich, Urban 21, Stuttgart / München (2000), S.69

40 Vgl. Statistisches Landesamt Berlin, Bevölkerung, in: Die kleine Berlin Statistik, Berlin (2000), S.35

41 Vgl. Industrie- und Handelskammer, Haushaltssanierung, auch mittels Staatsaufgabenkritik, in: Industrie und Handelskammer zu Berlin (Hrsg.) Bericht, Berlin (2000/2001), S.26

42 Vgl. Treiber, Walter, Regulative Politik in der Krise?, Kriminalsoziologische Bibliogra- phie, Bonn (1983), S. 28ff.

43 Vgl. Hesse, Joachim Jens, Staatliches Handeln in der Umorientierung, in: Hesse/ Zöpel (Hrsg.), Zukunft und staatliche Verantwortung (1987), S.59 ff.

44 Vgl. Hill, Hermann, Entwicklungstendenzen und Anforderungen an die kommunale Selbst- verwaltung, in: VOP (1990), S.229 ff.

45 Vgl. ausführlich zu Thematik Tank, Hannes, In: „Public Private Partnership“: Eine Hilfe bei der Bewältigung von Problemen und bei der Erschließung des Entwicklungspotentials im Ruhrgebiet, Bonn (1988)

46 Vgl. Tank, Hannes, ebd., S.59

47 Vgl. McKinsey & Company, Wachstum durch Verzicht, Schneller Wandel zur Weltklasse: Vorbild Elektronikindustrie, Stuttgart (1994), S. 112

48 Vgl . Trabold, Harald, Globalisierung, Falle oder Wohlstandsquelle? In: DIW Wochenbericht 23/97, S.413-419

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten

Details

Titel
Stand und Perspektive des Stadtmarketing in Berlin
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Stadt- und Regionalplanung)
Veranstaltung
Umwelt und Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
103
Katalognummer
V4931
ISBN (eBook)
9783638130127
Dateigröße
738 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berlin, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing
Arbeit zitieren
Manuel Dillinger (Autor), 2002, Stand und Perspektive des Stadtmarketing in Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4931

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