Die Tugend von Aristoteles aus moderner Sichtweise


Hausarbeit, 2018

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tugend
2.1. Tugendbegriff zur Zeit der Antike
2.2. Tugenden heute

3. Entstehung der Tugend

4. Die Tugend des Aristoteles heute
4.1 Tapferkeit

5. Resultat

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein zentraler Bestandteil der Ethik ist die Tugendlehre. Als Gründer und Vertreter der Tugendlehre wird oftmals Aristoteles aufgeführt. Dieser entwarf in seinem Werk Nikomachische Ethik die Tugend als Modell, welches angebrachtes und unangebrachtes Handeln zeigt. Es soll den Menschen als Hilfe dienen sich richtig zu verhalten.

Der erste Schritt um zu wissen was richtig und was falsch ist, ist sich selbst darüber ein Bild zu machen. Dieses Bild hat sich im Laufe der Zeit stark verändert und war immer wieder von anderen Aspekten abhängig. Noch vor ein paar hundert Jahren war Sklavenhaltung und damit verbundener Rassismus legitim und normal, in einigen Gegenden.

Es ist nur logisch, dass sich mit der Weltanschauung auch die Tugenden verändert haben. Dennoch werden Philosophen, wie Aristoteles, die seit tausenden Jahren tot sind, heute noch gelehrt und als „aktuell“ bezeichnet. Dies wirft die Frage auf, in welchem Maß sich Denkweisen und Weltanschauungen ändern können, während Lehren aus vergangener Zeit mit anderen Werten immer noch „aktuell“ sind.

Um diese Frage zu bearbeiten soll zunächst der Tugendbegriff aus heutiger, sowie antiker Sicht erklärt werden, ebenso die Entstehung der Tugend und des tugendhaften Handelns. Da es nicht möglich ist im Rahmen dieser Hausarbeit alle aristotelische Tugenden zu bearbeiten, wird der Fokus auf die Tugend der Tapferkeit gelegt werden.

Im Rahmen dieser Arbeit soll anhand der Nikomachische Ethik des Aristoteles erarbeitet werden, wie man die Tugend erlang und in welchem Ausmaß sich diese, am Beispiel der Tapferkeit, verändert hat.

2. Tugend

2.1. Tugendbegriff zur Zeit der Antike

In der Antike wurde die Tugend als eine moralische Eigenschaft gesehen, oder vielmehr als eine Ansammlung von Charaktereigenschafften, welche auf das moralisch richtige Handeln zurückzuführen waren. Was moralisch richtig war, dass bestimmt die Tugend und die Tugend führt zum glücklichen Leben. Folglich ist es eine der wichtigsten Aufgaben diese richtig zu definieren.

Zum ersten Mal werden Tugenden in den homerischen Epeni erwähnt. Hier wird die aretē ii, welche später mit Tugend übersetz wird, „für Vortrefflichkeit unterschiedlichster Art gebraucht; ein schneller Läufer zeigt die aretē seiner Füße (Ilias, 20-411), und ein Sohn übertrifft seinen Vater in jeder Art von aretē – Als Athlet, als Krieger und im Geist (Ilias, 15-642).“iii Stärke, Erfolg und Durchsetzungsvermögen stehen hauptsächlich beim Mann im Vordergrund und führen zu Ruhm und Ehre. Die aretē ist damit auf die körperlich beste Eignung eines Mannes als Kämpfer, Anführer oder Athlet gemeint.iv

Aus philosophischer Sicht wird die Tugend als „die beständige Gerichtetheit des Willens auf das Sittlich-Gute“v definiert. Sie ist in jeder Hinsicht ein fundamentaler Bestandteil der antiken Ethik. Die Tugendethikvi hatte ihre Anfänge in der antiken griechischen Philosophie. vii

Sokrates hinterfragt damit als Erster was die Tugenden denn seien kann und kommt zu dem Schluss, sie bestehen alle aus einem Wissen. Nach ihm macht das Gutsein die Verfassung der Seele aus. Dieses Gutsein ist eine Form des „rechten Wissens“ und als solche durch Bildung erlernbar. Dennoch ist es für ihn schwer, „Tugend“ zu definieren.viii

Platon ist darüber hinaus der Auffassung „mit dem Wissen von Tugend geht die Fähigkeit einher(,) die Tugend zu bestimmen, folglich geht es hier nicht um verschiedene Dinge, sondern um verschiedene Aspekte derselben Sache.“ix Darüber hinaus findet er eine Unterscheidung sinnvoll, da es zwischen den Aspekten doch verschiedene Relationen gibt: „1. Endzweck der sokratischen Suche ist das von der Seele ausgehende gute Handel, in seiner Gesamtheit das gute Leben. (…) 2. Die Fähigkeit, Tugend zu bestimmen, scheint Ausdruck des Wissens von Tugend zu sein.“x

Platon stellt erstmals einen Tugendkatalog auf. Dieser besteht aus den vier Tugenden: Weisheit, Tapferkeit, Maßheit und die ihnen übergeordnete Gerechtigkeit. Die Tugendethik von Platon ist darauf aufgebaut, dass der Mensch alle Tugenden entwickeln muss. Platons Tugendideal ist also eine einseitig entwickelte Persönlichkeit. Weiterhin teilt er die Menschen gemäß ihrer Stände drei Kategorien zu: Regenten (die besten Wächter, die Philosophen werden sollen), Wächter und Bauern/Handwerker.xi Tugendhaftigkeit ist nach ihm nicht erlernbar, sondern ein ständiges zügeln der Leidenschaft. Dadurch ist es nur den Wächtern und den Regenten möglich, tugendhaft zu sein.

Aristoteles verwirft diesen Gedanken der nicht erlernbaren Tugend von Platon und stellt eine eigene Tugendlehre auf, welche bis heute vertreten wird. Diese erklärt er ausführlich in seinem Buch Nikomachische Ethik. Ein wesentlicher Unterschied zu Platon ist die Tatsache, dass Aristoteles davon ausgeht, dass Tugend erlernbar ist und somit jeder die Möglichkeit hat, tugendhaft zu werden. Dennoch nennt Aristoteles einige Bedingungen, wie die natürlichen Umstände und den richtigen Lehrmeister, um tugendhaft zu werden. Wie angekündigt wird sich diese Arbeit vor allem um die Sichtweise des Aristoteles drehen, weshalb hierzu im Späteren genaueres gesagt werden soll.

2.2. Tugenden heute

„In der zeitgenössischen philosophischen Debatte richtet sich das Interesse zunehmend auf die Tugenden.“xii Dabei haben die Lehren von Aristoteles eine wichtige Rolle eingenommen. Dennoch unterscheiden sich die Theorie des Aristoteles und die zeitgenössischen auffallend an einem Punkt. „Für viele heutige Verfechter eines tugendethischen Ansatzes ist die Wiederentdeckung der Tugend mit der Hinwendung zum Relativismus verbunden“xiii. Angemessene Kriterien für das ethisch Gute werden sich demnach einzig und allein aus den jeweiligen lokalen Bedingungen ableiten lassen. Dies bindet sie an die Traditionen und Praktiken einer jeden Gesellschaft oder Gruppe, die sich die Frage nach dem Guten stellt.xiv Unterschiedliche zeitgenössische Philosophen, wie A. MacIntyre, B. Williams und P. Foot plädieren „für Normen, die hinsichtlich ihres Ursprungs und Geltungsbereich lokal gebunden sind.“xv

Das tugendhafte Handeln ergibt sich also heute aus den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Damit ergeben sich mehrere Vorstellungen von Tugenden und Kriterien, für ein gutes Leben. Dies steht im Widerspruch zu den Vorstellungen von Aristoteles. xvi

Martha C. Nussbaum hat sich in ihrem Werk Gerechtigkeit oder das gute Leben (1999) in dem Kapitel „nicht-relevante Tugenden: ein aristotelischer Ansatz“ genauer mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sie schreibt, dass „Die ‚schwache Darstellung‘ einer jeden Tugend besagt, daß sie die ständige Bereitschaft ist, in diesem Bereich richtig zu handeln, worin dies auch immer bestehen mag. Es kann konkurrieren Spezifikationen dessen geben, was das gute Handeln jeweils ausmacht, und gewöhnlich gibt es diese auch.“xvii Da jeder Mensch sich, in jeder Situation, für eine Handlungsart entscheiden muss und dabei immer eine Einstellung und ein dementsprechendes Verhalten vorweist, vertritt M. C. Nussbaum die These, „daß das eigene Verhalten in jedem Fall nolens volens in den Bereich der aristotelischen Tugend fällt.“xviii In dem die Menschen darüber verhandeln, was eine angebrachte oder unangebrachte Verhaltensweise darstellt, diskutieren sie, der aristotelischen Konzeption zu folge, über ein und dieselbe Sache, so Nussbaum.

Die moderne Tugendethik orientiert sich also weitestgehend an Aristoteles und verfolgt seine Lehren. Dennoch sind Unterschiede erkennbar. Wie sich diese Unterschiede am Beispiel der Tapferkeit zeigen, soll im späteren Verlauf der Hausarbeit gezeigt werden. Zuvor wird an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dass es über die verschiedenen Auffassungen von Tugend hinaus noch einen allgemein anerkannten Kern von Tugenden gibt. Laut Aristoteles gibt es Handlungen, die bereits dem Namen nach schlecht sind.xix Genauso ist davon auszugehen, dass es auch Handlungen gibt, welche bereits dem Namen nach gut sind und daher in vielen, wenn nicht sogar allen Gruppen, vertreten sind.

3. Entstehung der Tugend

„Jedes Handlungswissen (technē) und jedes wissenschaftliche Vorgehen (methodeos), ebenso jedes Handeln (praxis) und Vorhaben (prohairesis) strebt, so die verbreitete Meinung, nach einem Gut (agathon ti)xx. Mit diesem Satz beginnt Aristoteles das erste Buch seiner Nikomachischen Ethik. Er kommt im Weiteren zu dem Schluss, dass das Gut, wonach der Mensch strebt das Glück sei.

Aristoteles klassifiziert die Gutheit (Tugend) in zwei Arten, die des Denkens und die charakterliche Gutheit. Die Gutheit des Denkens entsteht größtenteils durch Belehrung. Mit der charakterlichen Tugend verhält es sich anders. Wir sind von Natur aus fähig sie aufzunehmen und durch Gewöhnung wird sie vollständig ausgebildet.xxi Im weiteren wird mit Tugend die charakterliche Tugend gemeint sein.

Die Tugend wird durch ihre Betätigung erlernt. Durch gerechtes Handeln wird man gerecht. Aristoteles vergleicht dies mit dem Baumeister, der sein Handwerk erlernt, indem er ihm nachgeht. Wie zuvor genannt, ist man laut Aristoteles von Natur aus fähig die Tugend aufzunehmen, und bildet sie durch Gewöhnung aus. Nun scheint es allerdings so, dass man bereits nach der Tugend handeln muss, um sie zu erlernen. Dieser Gedanken soll erst einmal verworfen, da es sinnvoller erscheint, an späterer Stelle auf ihn Bezug zu nehmen.

Jede Tätigkeit, die man ausführt, führt zu einem guten oder zu einem schlechten Ergebnis. So ist es freilich auch mit den Tugenden. Aristoteles veranschaulicht dies mit dem Beispiel des Baumeisters und des Kitharaspielers. Er stützt auf diese Erkenntnis die Entwicklung der persönlichen Ausprägung der Tugenden. „Indem wir im Verkehr mit anderen Menschen so oder so handeln, werden die einen von uns gerecht, die anderen ungerecht, und indem wir in Gefahrensituationen handeln und uns ans Fürchten oder Muthaben gewöhnen, werden wir tapfer oder feige. Ebenso steht es auch mit den Handlungen im Bereich der Begierde (epithymia) und des Zorns (thymos).“xxii Aristoteles stellt in seinen Überlegungen dazu mehrere Theorien auf. Obwohl er dabei zu keiner eindeutigen Lösung kommt, bezieht er sich schlussendlich auf die Tugend. Die Bestätigung der Tugend sei demnach verantwortlich für das Glück.

Dass man von Natur aus fähig ist die Tugend aufzunehmen, impliziert nicht, dass man sie bereits richtig anwendet. Wie oben genannt, gewöhnt sich jeder eine eigene Art an mit Situationen umzugehen und man ist immer der Tat geneigt die einem Lust bereitet und man unterlässt jenes, dass eine Unlust bereitet. Daher ist es auch wichtig einen Menschen von Beginn an zu lehren, was eine Lust und Unlust bereiten soll. Weiterhin benötigt man einen Lehrer, um die tugendhafte Handlung zu verinnerlichen.

Dadurch gibt es immer wenigstens zwei Arten, wie man sich in einer Situation verhalten kann. Diese zeigen sich, grob gesehen, in dem Handel und dem Unterlassen einer Handlung. Es wurde bereits gesagt, dass die aristotelische Herangehensweise zum Finden der richtigen Handlung eine Kommunikation der Menschen voraussetzt. So werden die Bedingungen, zum Erlangen von Tugend, definiert. Aristoteles nennt dies die Mitte. Die Mitte zwischen zum Beispiel Tollkühnheit und Feigheit. Die Tugend wird hier als ein fortwährender Prozess dargestellt, welcher sich vereinfacht umso länger und strikter man ihn ausübt. Wer sich in jeder Situation mutig und bedacht entgegenstellt, dem fällt es in Zukunft leichter, mutig zu sein, ohne tollkühn zu werden. Die Tugenden automatisieren sich also, umso mehr man sich nach ihnen richtet.

Ein weiterer kritischer Punkt für die Tugend ist die vorhandene Lust. Denn nur wer Lust bei seinen Handlungen empfindet, ist tugendhaft. Hierbei bezieht sich Aristoteles auf seinen Lehrer Platon: „Aufgrund der Lust tun wird das Schlechte, aufgrund der Unlust aber unterlassen wir das Gute (kalon). Daher müssen wir, wie Platon sagt, sofort von klein auf in bestimmter Weise erzogen werden, so nämlich, dass wir bei denjenigen Dingen Lust und Unlust empfinden, bei denen man soll (dei); das nämlich ist die richtige Erziehung.“xxiii Aristoteles hat nun einen weiteren wichtigen Grund für die Erziehung genannt, denn die Tugend hat mit Handlungen und Affekten zu tun und somit mit Lust und Unlust. Es wird Lust und Unlust als „Heilmittel“ genannt, da sie Bestandteil der Strafe und somit der Erziehung sind, welche zur Tugend führen soll.

Die Lust ist von Kindheit an ein Bestandteil unseres Lebens. Wir sind mit ihr aufgewachsen. Dies macht es uns nicht möglich sie wegzudenken oder sie das weitere Leben lang zu ignorieren. Deshalb müssen wir lernen, sie richtig zu empfinden und einzusetzen. Denn die Tugend kann nur durch richtige Handlung im Zusammenhang mit Lust wachsen. Nur dessen man sich freut tut man gern und nur das, was man gern tut, tut man oft und wenn man es oft tut wird man darin geübt und Übung macht den Meister. Um ein „Meister der Tugend“ zu werden, müssen wir also für das Tugendhafte Lust empfinden, damit wir uns darin effektiv üben können.

Die Schwierigkeit, die uns die gesamte Zeit über begleitet, ist die Frage, wie wir gut, also tugendhaft werden können, ohne es bereits zu sein. Hier spielt die innere Einstellung die wichtigste Rolle. Aristoteles löst nämlich dieses Problem mit der Einstellung des Handelnden. Das autonome Handeln ist dabei das Wichtigste. Nur wer ohne Anleitung tugendhaft handelt, handelt wirklich tugendhaft. Dieser Gedankengang ist einfach nachzuvollziehen, dies soll ein geeignetes praktisches Beispiel zeigen. Ein Kind, das gerade in die Schule gekommen ist und schreiben lernt, beginnt damit, den Buchstaben nach zu malen und abzumalen. Niemand würde sagen „Dieses Kind kann schreiben.“, nur, weil es in der Lage ist, die einzelnen Buchstaben eines Wortes zu malen. Es folgt nämlich nur der Anleitung des fertigen Wortes, würde man dem Kind ein beliebiges Wort nennen, von dem es die Buchstaben schon gemalt hat, aber gerade kein Bild hat, so wird es ihm nicht möglich sein, das Wort „aufzumalen“. In diesem Beispiel bedeutet schreiben also nicht nur etwas abzumalen, sondern sich selbst ein Bild zu machen. So verhält es sich auch mit den tugendhaften Handlungen. Macht man sie nach Anweisung und folgt diesen nur, so stammen die Handlungen nicht von einem selbst, da man ohne die Anweisung sie nicht ausüben würde.

Aristoteles nennt noch weitere Bedingungen für eine tugendhafte Handlung, die von den Dingen des Herstellungswissens verschieden sind. „Hingegen werden die Dinge, die aufgrund der Tugend entstehen, nicht schon dann auf gerechte oder mäßige Weise getan, wenn sie selbst sich auf bestimmte Weise verhalten, sondern erst, wenn auch der Handelnde in einer bestimmten Verfassung handelt, und zwar erstens wissend (eidōs), zweitens vorsätzlich (prohairoumenos) (…), drittens aus einer festen und unveränderlichen Disposition heraus.“xxiv

[...]


i homerischen Epen: Ansammlung von Schriften (Ilias und Odyssee) des griechischen Autors Homer etwa im 7. oder 8. Jahrhundert v. Chr.

ii aret ē (griech.) wird im allgemeinem mit Tugend übersetzt, es kann aber auch (im antiken griechisch) die Vortrefflichkeit einer Person oder die hervorragende Qualität und den hohen Wert einer Sache gemeint sein. An sich gibt es keine direkte Übersetzung des Wortes Artete am ehesten wäre es mit Gutsein zu übersetzen, welches es im deutschen allerdings nicht gibt.

iii MacIntyre Alasdair: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart, aus dem Englischen übertragen von Wolfgang Rhiel. Frankfurt/New York Campus Verlag 1987 S. 165

iv Hans Rotter/Günter Virt: Neues Lexikon der christlichen Moral. Wien 1990, S. 798

v Heinrich Schmidt/Prof. Dr. Georgi Schischkopf: Philosophisches Wörterbuch. Stuttgard 1991. S 737

vi Tugendethik bezeichnet eine Klasse ethischer Theorien, deren Zentralbegriff die menschliche Tugend ist

vii „Vom Tragödiendichter Aischylos (525-456 v.Chr.) beeinflusst, gingen Sokrates und Platon davon aus, dass jeder Mensch von Geburt an ‘ – verfügt: Über einen ‚vernünftigen‘, einen ‚begehrenden‘ und einen ‚muthaften‘ (ereifernden) Seelenanteil. Ein Mensch könne glücklich sein, wenn er jeden dieser drei Bereiche gebührend berücksichtigt, angeleitet nämlich vom obersten Seelenanteil, der Vernunft. Denn sobald ein Mensch die Vernunft zur ‚Tugend‘ (‚ἀρετή‘ [‚aretḗ‘]) der ‚Klugheit‘ bzw. ‚Weisheit‘ umwandle, könnten unter ihrer Leitung auch die beiden anderen Seelenanteile ihre volle Menschlichkeit verwirklichen. Es würde sich dann die begehrende Seele zur Tugend der Besonnenheit und die muthafte Seele zur Tugend der Tapferkeit umwandeln.“ vgl. Thoma Christoph: Antike Ethik. Tugend und Gl ü ck

viii „Denn was eine Handlung gut macht, das kann nicht erkannt werden, solange nicht gewusst wird, was die Tugend ist, und dies ist nicht identisch mit einer Auflistung aller tugendhaften Handlungen, sondern mit etwas davon unabhängig Bestimmbaren, das ursächlich für das Charakteristikum der Tugendhaftigkeit bei Handlungen ist.“Wissen vom Guten Marcel van Ackeren S.14

ix Ebd. S.14

x Ebd. S.14-15

xi Politeia S.97

xii Nussbaum Martha C.: Gerechtigkeit oder das gute Leben S. 227

xiii Ebd. S. 228

xiv Ebd.

xv Ebd.

xvi „Denn er hat nicht nur eine auf den Tugenden basierende ethische Theorie entwickelt, sondern auch den Standpunkt vertrete, daß es vom menschlich Guten respektive von einer gedeihlichen menschlichen Entwicklung nur eine objektive Auffassung geben könne. Diese Auffassung sollte in dem Sinne objektiv sein, daß sie sich durch Gründe rechtfertigen lässt, die sich nicht nur aus lokalen Traditionen und Praktiken ergeben, sondern aus menschlichen Wesensmerkmalen, die unter der Oberfläche aller lokalen Traditionen vorhanden sind und Wahrgenommen werden müssen (…) Aristoteles hielt es offensichtlich nicht für unvereinbar, die Tugenden zur Grundlage einer ethischen Theorie zu machen und die Annahme zu verteidigen, daß es nur ein mit objektiven Maßstäben zu erfassendes menschliches Gut gibt.“ Ebd. S. 229

xvii Ebd. S. 232

xviii Ebd. S. 234

xix Aristoteles Nikomachische Ethik S. 85

xx Ebd. S. 43

xxi Ebd. S. 73-74

xxii Ebd. S. 74-75

xxiii Ebd. S. 77

xxiv Ebd. S. 80

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Tugend von Aristoteles aus moderner Sichtweise
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V493161
ISBN (eBook)
9783668990975
ISBN (Buch)
9783668990982
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant, Tugend, Tapferkeit, Nikomachische Ethik
Arbeit zitieren
Michéle Fuchs (Autor), 2018, Die Tugend von Aristoteles aus moderner Sichtweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493161

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