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Der Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns und das soziale Funktionssystem der Massenmedien

Title: Der Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns und das soziale Funktionssystem der Massenmedien

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anja Riedeberger (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Niklas Luhmann, einer der wichtigsten deutschen Sozialtheoretiker des 20. Jahrhunderts, kritisierte an bisherigen soziologischen Ansätzen, dass sie nur Ausschnitte der Welt im Blickpunkt hätten, somit also nicht umfassend genug einsetzbar wären. [Kneer/Nassehi, S. 5.] In seinem wichtigsten Werk von 1984 "Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie" versucht er solch einen universal geltenden Ansatz zu finden. Seine Theorie der sozialen Systeme hat den Anspruch, "...jeden möglichen sozialen Kontakt, d.h. den gesamten Gegenstandsbereich der Soziologie mit Hilfe des Begriffsinstrumentariums der Theorie sozialer Systeme beschreibbar zu machen." [Kneer/Nassehi, S. 7.]
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den für die Kommunikationswissenschaft relevanten Aspekten der Luhmannschen Systemtheorie, zum einen mit dem ihr zugrunde liegenden Kommunikationsbegriff, der eine zentrale Rolle in der Systemtheorie einnimmt und sich von dem verbreiteten Kommunikationsverständnis als Verständigungsprozess zwischen Individuen bzw. als Übermittlungsprozess einer Botschaft, wie bei Roland Burkart formuliert, unterscheidet. Des Weiteren wird auf die Rolle der Massenmedien in der Gesellschaft eingegangen, so wie Luhmann sie in seinem 1996 veröffentlichten Werk "Die Realität der Massenmedien" benennt. Darüber hinaus gibt die Hausarbeit einen Einblick in die Grundbegriffe der Systemtheorie, so wie Luhmann sie formuliert hat. Dies dient vor allem dazu, die zentrale Bedeutung des Begriffs Kommunikation für Luhmann innerhalb der Theorie deutlich zu machen und die Funktionsweise und Bedeutung des Funktionssystems Massenmedien innerhalb der Systemtheorie einordnen zu können. Eine vollständige Darstellung kann in dieser Hausarbeit aber nicht gegeben werden. Die Hausarbeit stellt sich also folgende Fragen: Was bedeutet Kommunikation für Niklas Luhmann und wie funktioniert sie? Welche Funktionsweise hat das System der Massenmedien und welche Aufgaben erfüllt es?
Luhmanns Systemtheorie stützt sich auf frühere systemtheoretische Ansätze und Begrifflichkeiten, die er weiterentwickelt und ausdifferenziert hat, erwähnt seien da insbesondere Ludwig van Bertalanffy und Talcott Parsons. Da die Grundlagen für Luhmanns Theorie für diese Arbeit aber nicht von Bedeutung sind, wird auf sie nicht weiter eingegangen. Die verwendete Literatur ist im Literaturverzeichnis aufgeführt. Besonders wichtig für die Recherche war der Einführungsband zu Luhmann von Georg Kneer und Armin Nassehi.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführendes in die Systemtheorie

3. Luhmanns Kommunikationsbegriff

4. Das soziale Funktionssystem Massenmedien

4.1. Nähere Bestimmung des Begriffs „Massenmedien“ und Besonderheiten des Systems

4.2. Funktionen

5. Bezug auf die Kommunikationswissenschaften und Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die systemtheoretischen Grundlagen nach Niklas Luhmann, um den spezifischen Kommunikationsbegriff sowie die Funktionsweise und gesellschaftliche Bedeutung des sozialen Funktionssystems der Massenmedien zu analysieren und für die Kommunikationswissenschaft einzuordnen.

  • Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann
  • Differenzierung des soziologischen Kommunikationsbegriffs
  • Konstruktion von Realität durch Massenmedien
  • Funktionen der Massenmedien als Gedächtnis der Gesellschaft
  • Rezeption der Systemtheorie in der Kommunikationswissenschaft

Auszug aus dem Buch

4.1. Nähere Bestimmung des Begriffs „Massenmedien“ und Besonderheiten des Systems

Als Massenmedien definiert Luhmann „...alle Einrichtungen der Gesellschaft [...], die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen.“ Er legt hier einen besonderen Fokus auf die Technizität der Medien. Massenmedien wurden also erst möglich mit der Entwicklung der technischen Voraussetzungen. Luhmann unterscheidet innerhalb der Massenmedien zwischen drei Programmbereichen: Nachrichten und Berichte, Werbung, Unterhaltung. Das System der Massenmedien ist wie die anderen sozialen Systeme selbstreferenziell, operativ geschlossen und autopoietisch.

Der binäre Code des Systems der Massenmedien lautet Information/Nicht-Information. Massenmedien sind sich selbst und die Umwelt beobachtende soziale Systeme. Wird etwas als Information erkannt, wird es vom System aufgenommen, also kommuniziert. Alles andere wird vom System nicht beachtet. Bei der positiven Codierung von etwas als „Information“ wird zusätzlich in die Programmbereiche selektiert: passt die Information in keinen dieser Bereiche, wird sie nicht aufgenommen. Zusätzlich gibt es Informationen, die bevorzugt aufgenommen werden: bei einer Information, die als Nachricht selektiert wird, vergrößern sich die Chancen, aufgenommen zu werden, durch die Faktoren Neuigkeitsgehalt, Konfliktgehalt und eventuelle Normverstöße.

Bei massenmedialer Kommunikation fehlt im Allgemeinen durch die Zwischenschaltung technischer Verbreitungsmittel die Rückkopplungsmöglichkeit vom Empfänger zum Sender, der Kommunikationsprozess verläuft also überwiegend einseitig. Die Massenmedien erhalten nicht fortlaufend eine Rückmeldung darüber, wie ihre Kommunikation verstanden worden ist. Laut Luhmann hat diese Einseitigkeit aber den Vorteil, dass die Kommunikation im Fall eines Missverstehens nicht blockiert werden kann: die Massenmedien senden, ohne augenblicklich ihr Programm zu ändern oder es zu unterbrechen, weiter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der systemtheoretischen Perspektive Niklas Luhmanns für die Kommunikationswissenschaft und definiert die zentralen Forschungsfragen zur Funktion der Kommunikation und der Massenmedien.

2. Einführendes in die Systemtheorie: Dieses Kapitel führt in die Grundbegriffe der Theorie sozialer Systeme ein, wie Selbstreferenz, Autopoiesis und die Reduktion von Komplexität durch Funktionssysteme.

3. Luhmanns Kommunikationsbegriff: Hier wird dargelegt, dass Kommunikation laut Luhmann nicht als Botschaftsübertragung zwischen Individuen, sondern als autopoietischer Prozess innerhalb sozialer Systeme zu verstehen ist.

4. Das soziale Funktionssystem Massenmedien: Dieses Kapitel analysiert die Massenmedien als autopoietisches System, dessen binärer Code Information/Nicht-Information die Wahrnehmung der Welt strukturiert.

4.1. Nähere Bestimmung des Begriffs „Massenmedien“ und Besonderheiten des Systems: Der Abschnitt fokussiert auf die technische Vermittlung und die einseitige Kommunikationsstruktur der Massenmedien als selbstreferenzielles System.

4.2. Funktionen: Dieser Teil beschreibt die konstruktive Rolle der Massenmedien bei der Erzeugung von Alltagswissen und deren Funktion als gesellschaftliches Gedächtnis und Instanz der Selbstbeobachtung.

5. Bezug auf die Kommunikationswissenschaften und Schluss: Der abschließende Teil reflektiert die Anwendung systemtheoretischer Ansätze durch Kommunikationswissenschaftler und fasst Luhmanns Beitrag zur Beschreibung moderner Gesellschaften zusammen.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Kommunikation, Autopoiesis, Massenmedien, Information, Realitätskonstruktion, Gesellschaft, Selbstbeobachtung, Komplexitätsreduktion, Interaktion, Beobachtung zweiter Ordnung, Sozialtheorie, Kommunikationswissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Niklas Luhmanns systemtheoretischen Ansatz und dessen Anwendung auf die Massenmedien innerhalb der Kommunikationswissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Theorie sozialer Systeme, der soziologische Kommunikationsbegriff und die Rolle der Massenmedien als funktionales Teilsystem der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Funktionsweise von Kommunikation und die Art und Weise, wie Massenmedien Realität für die Gesellschaft konstruieren, systemtheoretisch zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Werke von Niklas Luhmann sowie auf einschlägiger systemtheoretischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung in die Systemtheorie, die Erläuterung von Luhmanns Kommunikationsbegriff und die spezifische Analyse der Massenmedien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Autopoiesis, System/Umwelt-Differenz, binärer Code und die Funktion der Selbstbeobachtung.

Warum spielt der Mensch bei Luhmann keine Rolle für die Kommunikation?

Luhmann betrachtet Kommunikation als autopoietischen Prozess sozialer Systeme; der Mensch wird hier als psychisches System außerhalb der sozialen Kommunikation verortet.

Welche Funktion hat die „Beobachtung zweiter Ordnung“ bei Massenmedien?

Sie ermöglicht es dem Mediensystem, die Beobachtungsvorgänge innerhalb der Gesellschaft zu reflektieren, zu spiegeln und somit eine gesamtgesellschaftliche Selbstbeobachtung zu leisten.

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Details

Title
Der Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns und das soziale Funktionssystem der Massenmedien
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften)
Grade
1,5
Author
Anja Riedeberger (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V49322
ISBN (eBook)
9783638458023
ISBN (Book)
9783638597913
Language
German
Tags
Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns Funktionssystem Massenmedien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Riedeberger (Author), 2005, Der Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns und das soziale Funktionssystem der Massenmedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49322
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