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Zivilgesellschaft in Russland

Title: Zivilgesellschaft in Russland

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 30 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ilja Kalinin (Author)

Politics - Region: Russia
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Summary Excerpt Details

In den letzten 20 Jahren hat der Begriff der „Zivilgesellschaft“ an Aktualität gewonnen. In Osteuropa wurde sie zu einer Antwort auf die Jahrzehnte währende Gleichmacherei der kommunistischen Regime. Auch die russische Politik und Öffentlichkeit hat die Anliegen der Zivilgesellschaft begriffen. Die russische Verfassung legt dafür ein Zeugnis ab. Inwieweit jedoch die Ideen der großen theoretischen Verfechter der Zivilgesellschaft in der russischen Verfassungswirklichkeit realisiert wurden, ist nicht nur eine ob ihrer Aktualität zu stellende Frage. Wenn man die russischen Perspektiven verstehen möchte, muss man inzwischen auch den Faktor Zivilgesellschaft in die Prognosen einbeziehen.
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Lage Russlands hinsichtlich dessen zivilgesellschaftlicher Entwicklung vorzustellen und zu kommentieren. Eine besondere Aufmerksamkeit kommt dabei der Region Krasnodar (synonym dazu Kuban) im Südwesten des Landes (Nordkaukasus) zu. Als eine multiethnisch geprägte Region, die sich nicht im Einflussbereich der Metropolen Moskau oder Sankt Petersburg befindet, repräsentiert sie am treffendsten die gesamtrussische Situation. Nichtsdestotrotz darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass es in Russland starke Differenzen sowohl positiver als auch negativer Art gibt.
Die Arbeit hebt an mit einer Erläuterung des theoretischen Hintergrundes, um die Zivilgesellschaft als soziales Phänomen und als historischen Begriff fassbar zu machen. Die Vorstellung der unterschiedlichen Bereiche der Aktivität der Zivilgesellschaft im Abschnitt III.2. liefert einen groben Überblick über die russlandweit konfliktbeladenen Prozesse der Entstehung einer russischen Zivilgesellschaft auf den Gebieten der Umwelt, Öffentlichkeit, Demokratie und Soziales. Ein fünfter Bereich der Aktivität der Zivilgesellschaft, nämlich die Menschenrechte, wird an Hand der vier größten kubaner Nichtregierungsorganisationen vorgestellt, wobei ihre zivilgesellschaftlichen Funktionsleistungen erläutert werden. Die erarbeiteten Fakten fließen abschließend in eine wertende Schlussfolgerung ein.
Obwohl sich die vorliegende Arbeit auf möglichst aktuelle Befunde stützt, kann kein Anspruch auf momentane Geltung der aufgeführten Sachverhalte erhoben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Konzept der Zivilgesellschaft

1. Hauptkonzepte der Zivilgesellschaft

2. Aktuelle Definitionen des Begriffs

3. Idealtypen der Zivilgesellschaft im Systemwechsel

III. Zivilgesellschaft in Russland

1. Von der Idee zur Verwirklichung?

2. Bereiche der Aktivität der Zivilgesellschaft

2.1. Umwelt – Umweltschützer zwischen Kooperation und Opposition

2.2. Öffentlichkeit – Massenmedien als Machterhaltungsinstrument der Eliten

2.3. Demokratie – Zivilgesellschaftliches Potential der Bürgerkammer

2.4. Soziales – Tver als eine Stadt mit russlandweitem Tendenzcharakter

2.5. Russische Heterogenität

3. Funktionsleistungen der Zivilgesellschaft am Beispiel der Menschenrechtsorganisationen

3.1. Allgemeine Funktionsleistungen

3.2. Funktionsleistungen der Menschenrechtsorganisationen in der Region Krasnodar

3.2.1. Menschenrechte „auf russisch“?

3.2.2. NGO „Južnaja volna“ – „Südwelle“

3.2.3. NGO „Škola mira“ – „Schule des Friedens“

3.2.4. NGO „Krasnodarskij pravozašcitnyj centr“ – „Menschenrechtszentrum von Krasnodar“

3.2.5. NGO „Vatan“ – „Heimat“

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Lage Russlands hinsichtlich der zivilgesellschaftlichen Entwicklung zu analysieren und zu kommentieren, wobei die Region Krasnodar als Fallbeispiel für gesamtrussische Prozesse dient.

  • Theoretische Grundlagen und Konzepte der Zivilgesellschaft
  • Struktur und Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland
  • Analyse von Aktivitätsbereichen wie Umwelt, Medien und Soziales
  • Rolle und Funktionsleistungen von Nichtregierungsorganisationen
  • Der Einfluss politischer Institutionen wie der Bürgerkammer auf die Zivilgesellschaft

Auszug aus dem Buch

1. Von der Idee zur Verwirklichung?

Das Konzept der Zivilgesellschaft erfuhr in der neuesten Zeit vor allem im Kontext des Niedergangs totalitärer Regime des ehemaligen Ostblocks eine intensive Hinwendung. Die Grundannahme der Wichtigkeit der Zivilgesellschaft für die Demokratisierung der neu entstandenen autonomen Staaten war ein wichtiges Movens zur umfassenden Erforschung dieses nicht unbekannten sozialen Phänomens. Diese Annahme war nicht unbegründet: Schließlich hatte man in der Mobilisierung der Bürger das Mittel der Demokratisierungsbewegungen lokalisiert (siehe „strategische Zivilgesellschaft“ in II.3.). Zumindest erkannte man auf dem Hintergrund des osteuropäischen Geschehens der letzten zwei Dekaden des 20. Jahrhunderts die vernachlässigten Potentiale auch der eigenen, westeuropäischen Gesellschaft und sah in einer zivilcouragierten Gesellschaft die Möglichkeit, dem in die Steuerungsunfähigkeit entdrifteten Staat abzuhelfen. Freilich soll damit nicht eine zivilgesellschaftliche Äquidistanz zwischen Westeuropa und den ehemaligen Ostblockstaaten postuliert werden. Während in Westeuropa eine Gewöhnung an die Errungenschaften der liberalen Demokratie die Zivilgesellschaft in Vergessenheit geraten ließ, erkannten die osteuropäischen Reformer in ihr ein Heilmittel respektive ein apolitisches Instrument gegen den erlahmten autoritären Staat.

Wenden wir uns nun speziell Russland zu. Die idealisierten Reformer der ersten Stunde scheiterten an der krassen Gegensätzlichkeit ihrer Vorstellungen und der postsowjetischen Realitäten. Die Auflösung der Sowjetunion brachte nicht den erhofften Wohlstand für die ehemals zahlreiche Mittelschicht, sondern schuf in Russland eine Masse von Verlierern, deren täglicher Kampf ums Überleben die Herausbildung einer Zivilgesellschaft verhinderte. Das Russland der 90er Jahre konnte nicht von den „segensreichen Wirkungen postmaterialistischer Gesinnung“ profitieren. Die zum Ende der Sowjetära herausgebildete Ellenbogenmentalität konnte nicht mit dem „überidealisierten Konzept“ der Zivilgesellschaft konformiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und definiert das Ziel, die aktuelle Lage der zivilgesellschaftlichen Entwicklung in Russland, insbesondere in der Region Krasnodar, zu untersuchen.

II. Konzept der Zivilgesellschaft: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen dargelegt, darunter Hauptkonzepte, Definitionen und verschiedene Idealtypen der Zivilgesellschaft während eines Systemwechsels.

III. Zivilgesellschaft in Russland: Dieser Hauptteil analysiert die spezifischen Herausforderungen, Aktivitätsbereiche (Umwelt, Öffentlichkeit, Demokratie, Soziales) und die Funktionsleistungen ausgewählter Menschenrechtsorganisationen in Russland.

IV. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Funktionsleistungen der untersuchten Organisationen zusammen und bewertet die Voraussetzungen für eine stabile Zivilgesellschaft im heutigen Russland.

Schlüsselwörter

Zivilgesellschaft, Russland, Demokratisierung, Nichtregierungsorganisationen, Krasnodar, Menschenrechte, Systemwechsel, Bürgerkammer, Politische Kultur, Soziale Probleme, Öffentlichkeitsarbeit, Transformation, Rechtsstaatlichkeit, Intermediäre Sphäre, Politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und aktuelle Lage der Zivilgesellschaft in Russland, wobei sie theoretische Konzepte mit der praktischen Realität vor Ort vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Einordnung der Zivilgesellschaft, ihrer spezifischen Ausprägung in Russland sowie deren Wirkung in Bereichen wie Umweltschutz, Medien, Demokratisierung und soziale Sicherung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die zivilgesellschaftliche Entwicklung in Russland zu präsentieren und zu kommentieren, wobei die Region Krasnodar als repräsentatives Fallbeispiel für die gesamte russische Situation dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse politikwissenschaftlicher Theorien, verknüpft diese mit aktuellen Befunden und Fallbeispielen und führt eine qualitative Untersuchung spezifischer Nichtregierungsorganisationen durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der russischen Situation, die Analyse konkreter Tätigkeitsbereiche wie Umwelt und Medien, sowie eine detaillierte Untersuchung der Funktionsleistungen von Menschenrechtsorganisationen in Krasnodar.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der Zivilgesellschaft prägen Termini wie Transformation, Demokratisierungspotential, Rechtsstaatlichkeit und nichtstaatliche Organisationen (NGOs) die wissenschaftliche Argumentation.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Bürgerkammer in Russland?

Die Autorin betrachtet die Bürgerkammer kritisch als mögliches Instrument der Rezentralisierung und Machterhaltung, erkennt aber auch ihr Potential als institutionalisiertes Zwischenmedium zur Vertrauensbildung zwischen Staat und Zivilgesellschaft an.

Warum ist das Beispiel der Region Krasnodar für die Arbeit so relevant?

Krasnodar wird als multiethnisch geprägte Region außerhalb der Zentren Moskau und St. Petersburg gewählt, da sie nach Ansicht der Autorin die gesamtgesellschaftliche Situation in Russland am treffendsten widerspiegelt.

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Details

Title
Zivilgesellschaft in Russland
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Die Bedeutung der Zivilgesellschaft für die Demokratie
Grade
2,3
Author
Ilja Kalinin (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V49336
ISBN (eBook)
9783638458139
Language
German
Tags
Zivilgesellschaft Russland Bedeutung Zivilgesellschaft Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilja Kalinin (Author), 2005, Zivilgesellschaft in Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49336
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