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Der Aufbau der Lizenzpresse in der amerikanischen Besatzungszone am Beispiel der Süddeutschen Zeitung in München

Title: Der Aufbau der Lizenzpresse in der amerikanischen Besatzungszone am Beispiel der Süddeutschen Zeitung in München

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Aldenhoff (Author)

Communications - Media History
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„Der Medienpolitik der Westalliierten verdankt die zweite deutsche Republik wesentliche Bestandteile ihrer politischen Kultur und ihrer demokratischen Substanz, die für ein halbes Jahrhundert tragfähig geblieben sind. Hätten die Alliierten dies den Deutschen selbst überlassen, so wage ich zu resümieren, hätten wir schon bald eine andere als eben diese Bundesrepublik und eine andere als eben diese Medienlandschaft gehabt“ (Koszyk, 1999, S.53f).

Dieses Zitat von Manfred Buchwald, dem Intendanten des Saarländischen Rundfunks, das aus dem Jahr 1997 stammt zeigt, welch starke Wirkung die Nachkriegsjahre unter alliierter Besatzung noch immer auf das deutsche Bewusstsein haben, und wie stark der Einfluss der Alliierten auf den Wiederaufbau der deutschen Medien eingeschätzt wird.
In dieser Hausarbeit soll nun am Beispiel der amerikanisch besetzten Zone ein Überblick über den Wiederaufbau der deutschen Presse nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben werden.
Während der erste Teil der Arbeit sich allgemein mit den Zielen und der Vorgehensweise der Amerikaner bei der Lizenzvergabe beschäftigen wird, soll der zweite Teil näher auf die Probleme und Chancen, die sich den deutschen Lizenzträgern zwischen 1945 und 1949 darboten, eingehen.
Dieser zweite Teil soll am Beispiel der Süddeutschen Zeitung in München erörtert werden, indem ein kurzer Überblick über ihre Gründung und ihre Entstehungsgeschichte bis zum Jahr 1949 gegeben wird.
Zum Schluss soll betrachtet werden, wie der Einfluss der Amerikaner auf die deutsche Presse eingeschätzt werden kann. Hat die Medienpolitik der Alliierten die deutsche Presselandschaft wirklich in dem Maße geprägt wie Manfred Buchwald dies behauptet?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wiederaufbau der Presse in der amerikanischen besetzten Zone

2.1 Ziele der Amerikaner

2.2 Vorgehensweise der Amerikaner

2.3 Aufgaben und Pflichten der Lizenzpresse

2.4 Kontrolle durch die Besatzer

2.5 Das Ende der Lizenzpresse

3 Die Süddeutsche Zeitung als Beispiel für eine Lizenzzeitung in den Jahren 1945-1949

3.1 Die Zeitung mit der Lizenz Nr.1 in Bayern

3.2 Alltägliche Probleme

3.3 Probleme mit den amerikanischen Richtlinien

3.4 Bedeutung der Süddeutschen Zeitung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wiederaufbau der deutschen Presse in der amerikanischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei die Süddeutsche Zeitung in München als exemplarisches Fallbeispiel dient, um den Einfluss alliierter Medienpolitik und die Herausforderungen für deutsche Lizenzträger zu analysieren.

  • Ziele und Strategien der amerikanischen Medienpolitik (Reeducation).
  • Prozess der Lizenzvergabe und Kontrollmechanismen durch die Besatzungsbehörden.
  • Gründungsgeschichte und strukturelle Entwicklung der Süddeutschen Zeitung.
  • Alltägliche Arbeitsbedingungen der Journalisten unter Papiermangel und Zensur.
  • Bewertung des Einflusses der Besatzungsmacht auf die deutsche Presselandschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2 Alltägliche Probleme

Die Journalisten der SZ hatten nun die Aufgabe, beim Neuaufbau der deutschen Presse mitzuwirken. Diese sollte sich fundamental, sowohl von der Presse der Weimarer Republik als auch von der des Dritten Reiches, abheben. Man musste einen völligen Neuanfang wagen, hatte dafür aber auch die Chance, dem deutschen Volk wieder eine Stimme zu geben. Als Journalist einer Lizenzzeitung hatte man es nicht nur mit den Vorschriften der Militärregierung, mit der politischen und wirtschaftlichen Misere seines Vaterlandes zu tun, sondern man kam mit seiner Rolle bei der Umerziehung auch in Konflikt mit einer Leserschaft, die so ganz anders war als die von früher oder die von heute (Mosberg, 1991, S.12).

Der Beginn war sehr schwierig, zunächst einmal wegen des notorischen Papiermangels mit dem die Redaktion zu kämpfen hatte. Die SZ konnte nur zweimal wöchentlich, mit einem Umfang von vier Seiten, erscheinen (Heß, 1995, S. 54). Die zentrale Aufgabe der Journalisten war es also, sich so kurz wie möglich zu fassen, um die vier Seiten die zur Verfügung standen, möglichst informativ zu gestalten. Die Aufteilung der vier Seiten sollte dann folgendermaßen aussehen: Politische Nachrichten mit Leitartikel und Kommentar erschienen auf der Titelseite und auf zwei Drittel der zweiten Seite. Eine halbe Seite war reserviert für Anzeigen, der Rest der Spalten wurde an die Ressorts München/Bayern, Feuilleton, Wirtschaft und Sport vergeben (Heß, 1995, S. 54).

Mit der Währungsreform die in den Westzonen am 21.6.1948 stattfand, besserte sich die Lage der Zeitungen ein wenig. Nun war mehr Papier vorhanden, im Gegensatz dazu waren aber auch die Geldbeutel der Leser leerer, den Abschluss eines Abonnements überlegte man sich jetzt sehr sorgsam (Mosberg, 1991, S. 148). Die SZ konnte nun in größerem Umfang, mit teilweise bis zu 16 Seiten, erscheinen. Ab September 1948 erschien sie dreimal wöchentlich, immer dienstags, donnerstags und samstags (Heß, 1995, S. 58). Im September des Jahres 1949 konnte man bei der SZ dann endlich auf ein tägliches Erscheinen umstellen (Heß, 1995, S.32). Erst zu diesem Zeitpunkt, knapp vier Jahre nach ihrer Gründung, war die SZ zu einer Tageszeitung geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der alliierten Medienpolitik und Zielsetzung der Untersuchung anhand des Beispiels der amerikanischen Besatzungszone.

2 Wiederaufbau der Presse in der amerikanischen besetzten Zone: Überblick über die Ziele, das Lizenzverfahren, die Kontrollinstrumente durch die Besatzungsmacht sowie das Ende der Lizenzperiode.

2.1 Ziele der Amerikaner: Darstellung der Intention, ein demokratisches Pressesystem als Gegenentwurf zum NS-Regime und zur Weimarer Republik zu schaffen.

2.2 Vorgehensweise der Amerikaner: Erläuterung des Drei-Stufen-Plans, der Kontrolle durch das "Manual for the Control of German Information Services" und des Lizenzierungsverfahrens.

2.3 Aufgaben und Pflichten der Lizenzpresse: Analyse der Rolle der Medien als Umerziehungsinstrumente und der geltenden inhaltlichen Verbote.

2.4 Kontrolle durch die Besatzer: Diskussion der Kontrollmechanismen wie Nachzensur, Redaktionsbesprechungen und die Rolle der Nachrichtenagentur DANA.

2.5 Das Ende der Lizenzpresse: Historische Einordnung der Aufhebung des Lizenzzwangs durch die Generallizenz Nr. 3 und die Verabschiedung neuer Pressegesetze.

3 Die Süddeutsche Zeitung als Beispiel für eine Lizenzzeitung in den Jahren 1945-1949: Untersuchung der Entstehung und Entwicklung der SZ als erste lizenzierte Zeitung in Bayern.

3.1 Die Zeitung mit der Lizenz Nr.1 in Bayern: Details zur Gründung, den Lizenzträgern und den infrastrukturellen Bedingungen nach Kriegsende.

3.2 Alltägliche Probleme: Darstellung der operativen Herausforderungen durch Papiermangel, Währungsreform und die journalistische Doppelrolle im Kontext der Reeducation.

3.3 Probleme mit den amerikanischen Richtlinien: Bericht über die ständige Kontrolle, Beanstandungen und die spezifische Strafmaßnahme gegen die Zeitung.

3.4 Bedeutung der Süddeutschen Zeitung: Analyse der Anerkennung des Blattes durch Profilbildung, besondere journalistische Formate und dessen Erfolg im Wettbewerb.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der amerikanischen Medienpolitik und deren langfristige Wirkung auf die deutsche demokratische Presselandschaft.

Schlüsselwörter

Alliierte Besatzung, Lizenzpresse, Reeducation, Pressefreiheit, Süddeutsche Zeitung, amerikanische Besatzungszone, Medienpolitik, Nachkriegszeit, Zensur, Demokratisierung, Zeitungsgeschichte, Information Control Division, Lizenzverfahren, DANA, Pressegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die medienpolitische Strategie der USA in ihrer Besatzungszone nach 1945 und deren konkrete Umsetzung bei der Neugründung der deutschen Presse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Ziele der Umerziehung (Reeducation), die strengen Lizenzierungspraktiken, die Herausforderungen der Journalisten und der Aufbau der Süddeutschen Zeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Aufbau der deutschen Lizenzpresse zu beleuchten und zu hinterfragen, wie die Presse trotz alliierter Kontrolle eine unabhängige Identität entwickeln konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur und Dokumenten der Nachkriegszeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die allgemeinen Rahmenbedingungen der amerikanischen Medienpolitik als auch die detaillierte Entwicklung der Süddeutschen Zeitung beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lizenzpresse, amerikanische Besatzungszone, Reeducation, Pressefreiheit und Süddeutsche Zeitung.

Welche Rolle spielte die Nachrichtagentur DANA?

Die DANA fungierte als Monopolagentur und war eines der wichtigsten Instrumente der amerikanischen Besatzer, um die Berichterstattung der Lizenzzeitungen zu beeinflussen.

Gab es Zensur bei der Süddeutschen Zeitung?

Ja, es gab eine Nachzensur, wobei die Redaktion regelmäßig durch die Information Control Division (ICD) kontrolliert und bei Verstößen sanktioniert wurde.

Wie unterschied sich die SZ von anderen Zeitungen?

Die SZ hob sich insbesondere durch ihr „Streiflicht“, die spezielle Seite 3 für Reportagen und Features sowie durch ein profiliertes Autorenteam ab.

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Details

Title
Der Aufbau der Lizenzpresse in der amerikanischen Besatzungszone am Beispiel der Süddeutschen Zeitung in München
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaften)
Course
Mediengeschichte
Grade
1,0
Author
Kathrin Aldenhoff (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V49338
ISBN (eBook)
9783638458153
Language
German
Tags
Aufbau Lizenzpresse Besatzungszone Beispiel Süddeutschen Zeitung München Mediengeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Aldenhoff (Author), 2005, Der Aufbau der Lizenzpresse in der amerikanischen Besatzungszone am Beispiel der Süddeutschen Zeitung in München, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49338
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