Die sexualisierte Darstellung von Mädchen im Massenmedium ''Jugendzeitschrift''

Veranschaulicht anhand der ''BRAVO'' von 2019


Hausarbeit, 2019

33 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Überblick
2.1 Der Begriff der Sexualisierung
2.2 Die Darstellung von jungen Frauen in Zeitschriften – Ein historischer Abriss
2.3 Forschungsstand zum Mädchenbild in Jugendzeitschriften

3 Analyse der aktuellen Jugendzeitschrift ''BRAVO''
3.1 Die ''BRAVO'' als Jugendzeitschrift
3.2 Untersuchung der Themenbereiche

4 Ergebnisse und Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Medien sind unser stetiger Begleiter durch den Alltag, ob in der Hand, vor der Nase, in Papierform oder komplett digital. Überall wo wir hingehen speichern sich Eindrücke von Texten und Bildern, die unsere Entscheidungen und unseren Werdegang primär beeinflussen. Sie versorgen uns tagtäglich über alle möglichen Themen, Geschehnisse und Veränderungen, sei es über Zeitungen, Illustrierte, Fernsehen, dem Smartphone oder Internet. Sie vermitteln Rollenbilder, Ansichten, Vorbilder und der Grund für Veränderungen der eigenen Identität oder des Aussehens. Obwohl Smartphones, Internet und Apps immer beliebter werden und kaum noch jemand zu Büchern, Zeitschriften oder Illustrierten aus dem Handel greift, haben sich diese der Digitalisierung angepasst. Zeitschriften und Zeitungen gibt es online und sie genießen weiterhin eine gewisse Aufmerksamkeit. Gerade für junge Menschen, die noch am Anfang ihres Werdegangs stehen, auf einer ständigen Suche nach Identität sind und somit einem stets wandelbaren Äußeren, sind besonders beeinflussbar durch Medien. Gerade der Markt der Jugendzeitschriften ist durch seine Anpassung an aktuelle Jugendthemen und Trends ein sehr beliebtes Medium. Mit einem bunten Cover, vielen Bildern und immer die aktuellsten Stars und Themen auf der Titelseite, sowie kleinen Extras, sind sie sehr beliebt bei der jüngeren Generation und somit ein hoher Einflussfaktor. Diese Arbeit soll am Beispiel der Jugendzeitschrift ''BRAVO'' der Frage nachkommen, inwiefern es zu einer Vermarktung von Sexualität und einer sexualisierten Darstellung des weiblichen Körpers in Jugendzeitschriften kommt und ob sich dieses konstruierte Bild in Jugendzeitschriften über die Zeit verändert hat? Die Jugendzeitschrift wird in ihrer Konzeption, in den Themenbereichen, Zielgruppe sowie Leserschaft analysiert. Dies wird mit dem Forschungsstand zu Jugendzeitschriften verknüpft, da Konzeptionen und Themenbereiche aus vorherigen Zeitschriften als Vergleich mit angebracht werden. Dabei werden die Themen der Zeitschrift mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring aufgeschlüsselt und die Ergebnisse dargelegt. Zudem wird es einen historischen Abriss zur Konstruktion des Mädchenbildes in den Medien geben, um die Tragweite der Problematik aufzuschlüsseln. Das Ganze wird mit einem Fazit und einem Ausblick abgeschlossen.

2 Theoretischer Überblick

2.1 Der Begriff der Sexualisierung

Die Darstellung von Sexualität, des weiblichen oder männlichen Geschlechts in den

Medien spielt eine große Rolle. Der Einfluss von Medien auf die Bildung der sexuellen Identität, ist der wesentliche Bestandteil dieser Arbeit, vor allem die der weiblichen Identität. Oft wird in den Medien von einer sexualisierten Darstellung von jungen Mädchen gesprochen, auch im Diskurs der Sexualisierung wird vermehrt auf Mädchen verwiesen.[1] Aber was ist Sexualisierung überhaupt und was bedeutet sie für das Konstrukt des Mädchenbildes in den Medien? ''[…]Sexualisierung als eine Inszenierung, bei welcher der Wert einer Person an deren sexueller Erscheinung oder am sexuellen Verhalten gemessen wird. Außerdem werden die betroffenen Personen objektifiziert und für die sexuellen Bedürfnisse anderer zur Verfügung gestellt.'' [2] Gerade für die weitere Untersuchung ist diese Definition sehr wichtig, da anhand dieser in der Analyse festgestellt werden kann, ob bestimmte Inhalte in sexistischer Weise dargestellt werden. Medien wie die Jugendzeitschriften bilden einen Wegweiser für junge Menschen und inszenieren verschiedene Wahrheiten über Sexualität, was ''richtig'' und was ''falsch'' ist. Gerade bei jungen Menschen, die mitten in der Pubertät stecken und noch nicht die Reife von Erwachsenen erreicht haben, kann es schnell passieren, dass ihnen gerade in der medialen Darstellung Attribute der Erwachsenensexualität auferlegt werden und die Vorstellung davon was attraktiv ist, obwohl dies noch nicht ihrer psychischen, sowie physischen Reife entspricht.[3] Gerade Frauen werden als Objekt der Begierde gesehen und sexualisiert, da ihnen die Aufgabe der Reproduktion zu Grunde liegt und dieses innerhalb einer Gesellschaft repräsentiert. Ihr Verhalten schlägt sich also auf dieses Bild nieder.[4] Diesem Bild gehen bestimmte gesellschaftliche Vorstellungen über den weiblichen Körper voraus, Idealbilder, die vor allem von Medien produziert werden. In diesen Medien werden junge Mädchen vor allem objektifiziert. Gerade jungen Männern müssen sie gefallen und ihnen wird genau gesagt wie sie dies zu tun haben. Inwieweit sie sich an die vorgegebenen Bilder halten, bestimmt wie attraktiv und begehrenswert sie für die Männerwelt sind. Junge Mädchen stehen also in ständigem Äquivalent mit ihrem Körper und dem Bild, welches medial vermittelt wird. Dieses kann starken Druck ausüben.[5] ''[…]Sexualisierung als eine auf den Körper, Äußerlichkeiten und die Anpassung an Schönheitsideale beschränkte Sichtweise sowie Erwachsenen erotische und sexuelle Darstellung von Mädchen […].''[6] Frauen in Zeitschriften besonders auf ihr Äußeres oder ihre sexuelle Aktivität zu beschränken und dementsprechend darzustellen ist eine gängige Methode von Zeitschriften, aber auch anderen Medien, um die Aufmerksamkeit und Kauflust der potentiellen Konsumenten auf sich zu lenken, wenn es die ''Titel'' oder ''Schlagzeilen'' nicht auf den ersten Blick können. Daher ist Sexualisierung in Verbindung mit Massenmedien wie Zeitschriften, ein wichtiger Punkt. Auf die Vermittlung von Idealen zum weiblichen Körper in den Medien wird im folgenden Punkt näher eingegangen.

2.2 Die Darstellung von jungen Frauen in Zeitschriften – Ein historischer Abriss

Bestimmte Wertevorstellungen, wie eine junge Frau sich zu verhalten hat, sich zu kleiden hat, was attraktive Eigenschaften sind und ihre Aufgaben in der Gesellschaft, sowie die Darstellung dieser, ist ein Konstrukt, welches sich mit der Zeit historisch entwickelt hat. Vor allem durch die mediale Darstellung der Frau, konnten bestimmte Idealbilder manifestiert werden. ''Artig sei das Mädchen, züchtig und sanft.'' [7] Schon im 19. Jahrhundert zeigte sich eine deutliche Tendenz der Darstellung des weiblichen Charakters in der Gesellschaft. Es gab schon vorher Vorstellungen über Aufgaben und Aussehen, also bestimmte Stereotype der Frau, allerdings wurden sie im 19. Jahrhundert vermehrt und öffentlich an die Frau sowie den Mann herangetragen. Kinnebrock beschreibt in ihrer Analyse ''Die Gartenlaube'', dass die Ideale nicht nur gesellschaftlich konstruiert wurden, sondern auch wissenschaftlich fundiert waren. So bildeten die ''Medizin, Anthropologie, Psychologie und die Psychoanalyse'' dafür ein wissenschaftliches Gerüst.[8] Die Tendenz der weiblichen Darstellung wurde genauer auch von Rousseau beschrieben. Geschlechtscharaktere der Frauen wurden im 19. Jahrhundert vorrangig von Männern beeinflusst. Dies widerspiegelt sich auch in der Erziehung von jungen Frauen, wie Rousseau zeigt. ''So muss sich die ganze Erziehung der Frauen im Hinblick auf die Männer vollziehen. Ihnen gefallen, ihnen nützlich sein, sich von ihnen lieben und achten lassen, sie großziehen, solange sie jung sind, als Männer für sie sorgen, sie beraten, sie trösten, ihnen ein angenehmes und süßes Dasein bereiten: das sind die Pflichten der Frau zu allen Zeiten, das ist was man lernen muss.'' [9] Wendet man den Blick auf die Darstellung in Medien der Zeit, wie beispielsweise die Zeitschrift ' 'Die Gartenlaube'', so wird der unterwürfige Charakter der Frau ebenfalls deutlich. Die Gartenlaube gehörte zu den Illustrierten Zeitschriften und war ein Familienblatt, welches neben Politik und Unterhaltung auch immer wieder die Frau thematisierte. Der Wert der Frau wird ihr nicht abgesprochen, es ging hier jedoch um den Wert abhängig vom männlichen Geschlecht und für das männliche Geschlecht. Man kann an dieser Stelle von der Frau als ''Deko'' für den Mann sprechen. Frauen wurden in der Zeitschrift ''Die Gartenlaube'' beispielsweise als ''andächtig und lieblich, häuslich und sittlich, und vor allem haushälterisch'' [10] dargestellt. Jedoch ist ihre haushälterische Tätigkeit nicht von gleicher Wertigkeit wie die Arbeit des Mannes. Auch hier stehen die zwei Rollen, Hausfrau und Mutter, im Vordergrund. Eine Frau vermag zu der Zeit nichts anderes zu sein. Im Mittelpunkt des Lebens der bürgerlichen Frau steht ebenfalls, dem Mann zu gefallen, Heirat und Kindererziehung. ''Sie darf keinen eigenen Willen haben, darf weder Unzufriedenheit noch Zorn, Heftigkeit oder Schmerz äußern.'' [11]

Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, wird an dieser Stelle ein Sprung in das 20. Jahrhundert gemacht. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus unterschieden sich weibliche und männliche Handlungsräume und Konstruktionen dieser und fanden über Geschlechterbilder und idealisierte Körpervorstellungen statt.[12] Auch das Frauenbild im dritten Reich zeigt sich als frauenfeindlich. Vor allem in Zeiten des Krieges war ihnen vorrangig die Aufgabe des ''Gebärens'' zugetragen, zum Erhalt der ''arischen Rasse.'' ' '[…] die Frau lediglich als Objekt betrachtet und in den spezifischen weiblichen Eigenschaften beispielsweise einer gesteigerten Hingabefähigkeit oder des Verlangens nach Autorität und Ordnung.'' [13] Von Hitler selbst wurde ein asymmetrisches Verhältnis von Frauen- und Männern hergestellt und gewünscht, in seiner von Männern dominierenden Welt. Ein Verhältnis welches seiner Meinung nach natürlich sei. Es ist von der ''Degradierung'' der Frau die Rede, zur Unterstützung und helfenden Hand des Mannes im Hintergrund. Frauen kämpften zwar auch zu NS-Zeiten für ihre Gleichberechtigung, Emanzipation war allerdings ideologisch nicht vereinbar, aufgrund der Degradation zu einem jüdischen Begriff.[14] Die Mutterschaft und Kindererziehung sind auch hier, angeknüpft an das 19. Jahrhundert, der hauptsächliche Lebensinhalt der Frau, sowie die Unterstützung des Mannes. '' Selbstlosigkeit, Treue, Pflichtbewusstsein und auch Opferbereitschaft'' [15] , Charaktereigenschaften die die Frauen im NS-Regime besitzen sollten. Frauen wurden gewissermaßen als TrägerInnen der Ideologie dargestellt und so auch beispielsweise in Zeitschriften propagiert. ''[...]die Frau hat die Aufgabe, schön zu sein und Kinder zur Welt zu bringen. Dafür sorgt der Mann für die Nahrung und wehrt den Feind ab.“ 14 Dieses Idealbild wurde unter anderem durch den Verdienst des Mutterkreuzes für viele Kinder belohnt, aber auch mit dem Abtreibungsverbot für arische Frauen unterstützt. Die Forschung zum Frauenbild in Zeitschriften nach 1945, gerade in Illustrierten, Frauenzeitschriften oder Jugendzeitschriften wie die ''BRAVO'', auf die sich diese Arbeit auch explizit bezieht, zeigt sich zwar defizitär, ist aber heute eine ausschlaggebende Zeitspanne für die Erforschung von konstruierten Bildern in Zeitschriften.15 Holzers Ergebnisse zum Frauenbild in Illustrierten um 1967 zeigt allerdings ein ähnliches Bild, welches sich an das 19. Jahrhundert anknüpfen lässt. In Illustrierten wird der Frau zwar Emanzipation vermittelt, das Streben nach Gleichberechtigung und auch die Konfrontation mit gesellschaftlichen Problematiken, allerdings wird ihr die Chance darauf wieder genommen, in dem eine bereits gelungene Emanzipation geheuchelt wird und das Streben als Aussichtslos und verbunden mit dem Verlust der Sicherheit, durch den Mann dargestellt wird. Der Frau wird vermittelt, dass ihre Hausfrauen- und Mutterrolle bereits unabhängig und frei von Unterdrückung ist, dass dies sichere Rollen im häuslichen Umfeld sind und Bestrebungen somit nicht nötig. Untermalt werden diese Aussagen damit, dass diese vorgegebene Rolle nichts Gesellschaftliches ist, sondern etwas Natürliches von Geburt an gegebenes.[16] Frauenzeitschriften, die zu dieser Zeit vermehrter analysiert wurden, zeigen ein ähnliches Ergebnis auf. Die Frau wird nicht als vielseitig interessiert dargestellt, sondern auf Themen wie ''Mode, Kosmetik und Haushalt'' reduziert. Diese Themenbereiche nehmen auch in den Siebzigern noch die Hälfte der Inhalte von Zeitschriften ein.[17] Diese ''Monotonie'' der Themenbereiche zieht sich bis Ende der siebziger Jahre. Intellektuelles Niveau, Themen die Männer und auch Frauen interessieren fehlen, sowie die herrschende Reduzierung auf private Themen, anstelle von Politik oder Wirtschaft. Auch im Themenbereich ''Sexualität'' entstanden gewisse Leitbilder. Detig und Lausser befassten sich mit Zeitschriften wie ''Eltern'', die hauptsächlich von Frauen gelesen wurde. Männerthemen waren extra gekennzeichnet, denn Themen rund um die Elternschaft wurden hauptsächlich der Frau zugesprochen.[18] Gerade die Ehe wird in dieser Art von Zeitschrift angeworben und die christliche Sittlichkeit, ein wichtiges Leitbild der Zeit. ''Aktives Sexualverhalten der Frau wird bei 'Eltern' nur im Rahmen der gesetzlich sanktionierten monogamen Ehe gutgeheißen und dort nur den jeweiligen Bedürfnissen des Mannes angepasst.'' [19] Dabei müssen Frauen immer besonders weiblich, natürlich und zurückhaltend wirken. Nicht nur Charaktereigenschaften wurden als ''richtig'' oder ''falsch'' vorgegeben, sondern auch das Aussehen. Attraktivität und Schönheit, bestimmte Schönheitsideale, die vorgegeben werden, um dem Mann zu gefallen. In Jugendzeitschriften wie die ''BRAVO'' ist das Bild, welches von jungen Mädchen konstruiert wird, noch recht unerforscht. Es gibt verschiedene Betrachtungen, die vor allem den Themenbereich ''Sexualaufklärung'' untersuchen. Dort wurde in den achtziger Jahren schon ein mehr oder weniger genaues Bild von jungen Mädchen aufgezeigt. Müller untersuchte um 1981 Leserbriefe und betonte dort schon eine Implikation von ''richtigem'' und ''falschem'' Verhalten, welches an Beispielen wie man sich richtig oder falsch in bestimmten Situationen verhält musterhaft vorgezeigt wurde.[20] Es wurden bestimmte Verhaltensmuster vorgegeben, oder der Umgang mit bestimmten Themen wie Vergewaltigung deutlich. Die Reduzierung auf das Aussehen, typischen weiblichen Verhaltensweisen und der Frau als ''Deko'' für den Mann, zieht sich auch bis Ende der Neunziger, wie Analysen von Kerstin Reymann und Georg Hoefer zeigen. Mädchen werden meist als besonders zurechtgemacht dargestellt, erotisch und anziehend, als Hausfrau oder Mutter und müssen besonders gut und ästhetisch aussehen. Sie müssen schlank sein, eine schöne und ebenmäßige Haut haben, lange blonde Haare, geschminkt, lange Beine und vor allem dem Mann unterwürfig sein, der eine Heldenrolle für die Frau einnimmt.[21] ''Blaming the Victim'' oder sexistische Darstellungen von sexuellen Erfahrungen zeigen deutlich die Tendenzen der Sexualberatung in Jugendzeitschriften, sowie Vorgaben für das Aussehen von jungen Mädchen, die nicht nur auf die ''BRAVO'', sondern auch auf andere Jugendzeitschriften zutrafen. Dies machte auch Sauerteig in seinen Analysen zur ''BRAVO'' in den Siebzigern deutlich. Auch hier wurde die Ehe als Ziel für junge Frauen dargestellt. Vorehelicher Geschlechtsverkehr wurde als ''falsch'' erläutert und die daraus mögliche Schwangerschaft als ''Katastrophe'' dargestellt. Allerdings liegt die Schuld dabei nur bei der Frau, die die sexuellen Lüste ihres Partners zu sehr gereizt hat, durch ihr Aussehen oder ihre Art. Ihr Partner folgte lediglich seiner biologischen Natur.[22] Wichtig ist auch den Nutzen von solchen Zeitschriften in den Blick zu nehmen, wie ihn Maria Bär 1978 treffend erklärt. Es geht nicht um eine Interessenvertretung, sondern darum Geld zu machen. Es geht hauptsächlich um Zeitvertreib und Unterhaltung und nicht darum die vermittelten Werte in Frage zu stellen und damit das Medium an sich, dies würde den Konsum gefährden.[23] Der Begriff der Sexualisierung, der vorher gefasst wurde, lässt sich in der historischen Darstellung vom Frauenbild in Zeitschriften also deutlich wiederfinden. Der Wert der Frau wird daran gemessen, wie sie aussieht und welche Erfahrungen sie schon gemacht hat und in welchem Kontext.

2.3 Forschungsstand zum Mädchenbild in Jugendzeitschriften

Bereits in der historischen Darstellung des Frauenbildes in den Medien wurde ein Abriss zu Analysen und Untersuchungen zum Bild von jungen Frauen in Zeitschriften diskutiert. Es herrscht wie schon erwähnt, ein Defizit an Forschung zum Mädchen-& Frauenbild in Jugendzeitschriften. Die Literatur- und Forschungslage beschränkt sich eher auf Frauenzeitschriften und dabei eher auf Teilaspekte, wie dem Konsum- oder Rezeptionsverhlaten der LeserInnen, im Zusammenhang mit den soziodemographischen Merkmalen des Leserkreises. Unter anderem kann man dort auf Media-Markt Studien im Bereich Marktforschung zurückgreifen, beispielsweise von Henning Roch, der auch die Bedeutung von Jugendzeitschriften für LeserInnen näher beleuchtet.[24] Umfangreichere Studien beschränken sich eher auf die siebziger und achtziger Jahre, wie die ''Analyse Jugendpresse''. Studien zum konstruierten Mädchenbild in Jugendzeitschriften wie der ''BRAVO'', ob und wie dort sexistische Inhalte abgebildet werden und inwieweit diese jungen Mädchen beeinflussen, wurden von Monika Savier und Carola Wildt 1978 untersucht.[25] Zeitgemäße und aktuellere Analysen, auf die in der Untersuchung der ''BRAVO'' in dieser Arbeit Bezug genommen wird, gibt es unter anderem von Georg Hoefer und Kerstin Reymann 1994. Hier werden Frauen-, Männer-, und Jugendzeitschriften, unter anderem auch die ''BRAVO'' untersucht und die Vermarktung von Rollenklischees. Neuere Studien führten auch 2000 Petra Nickel und Doris Katheder 2008 durch, die sich vor allem mit Vermarktung und Auswirkungen der Inhalte der ''BRAVO'', besonders der ''BRAVO-Girl'', auf Jugendliche untersuchen. Eine der passendsten und ebenfalls aktuellsten Studien, bildet der Beitrag von Lutz Sauerteig im Medizinhistorischen Journal 2007. Sauerteig arbeitet historisch, mit Blick auf die sechziger und siebziger Jahre der ''BRAVO'', untersucht die damaligen Themenkonzepte und bietet somit keine aktuelle Sicht. ''Ausgehend von einer Definition von populärer Kultur,

die auf den cultural studies basiert, und einem Verständnis von Geschlecht als etwas Hergestelltem, werden Diskurse über Homosexualität, Impotenz und Frigidität, über vorehelichen Geschlechtsverkehr und den Wandel des Sexualverhaltens von Jugendlichen am Ende der 1960er Jahre untersucht, ebenso Diskurse über den erotischen Körper in den 1970er

Jahren.'' [26]

[...]


[1] Vgl. Hipfl 2015, S. 18

[2] APA 2007, zit. n. Newman 2009, S.81)

[3] Vgl. Walofsky 2014, S. 50

[4] Vgl. Hipfl 2015, S. 19

[5] Vgl. Walofsky 2014, S. 51

[6] Walofsky 2014, S. 51

[7] Kinnebrock 1996, S. 50

[8] Vgl. Ebd., S. 51

[9] Ebd. 1996, S. 53 zit. n. Rousseau 1993, S. 733

[10] Kinnebrock 1996, S. 68

[11] Ebd., S. 69

[12] Vgl. Frietsch/Herkommer 2009, S. 9

[13] Ebd., S.14 14 Vgl. Bendel 2007 15 Ebd.

[14] Schneider 2003, S.15

[15] Vgl. Schmerl 1984, S. 53

[16] Vgl. Ebd., S. 54

[17] Vgl Ebd., S. 58

[18] Vgl. Ebd., S 62

[19] Vgl. Ebd., S. 63

[20] Vgl. Ebd., S. 69

[21] Vgl. Reymann 1994, S. 83

[22] Vgl. Sauerteig 2007, S. 152

[23] Vgl. Schmerl 1984, S.62

[24] Vgl. Katheder 2008, S. 55-60

[25] Vgl. Nickel 2000, S. 31

[26] Sauerteig 2007, S. 142-143

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Die sexualisierte Darstellung von Mädchen im Massenmedium ''Jugendzeitschrift''
Untertitel
Veranschaulicht anhand der ''BRAVO'' von 2019
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Philosophische Fakultät III)
Note
3,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
33
Katalognummer
V493391
ISBN (eBook)
9783668986619
ISBN (Buch)
9783668986626
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BRAVO, Sexualisierung, Mädchen, Mädchenbild, Jugendzeitschrift, Massenmedium
Arbeit zitieren
Annabell Teutloff (Autor), 2019, Die sexualisierte Darstellung von Mädchen im Massenmedium ''Jugendzeitschrift'', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493391

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