Medien sind unser stetiger Begleiter durch den Alltag, ob in der Hand, vor der Nase, in Papierform oder komplett digital. Überall wo wir hingehen speichern sich Eindrücke von Texten und Bildern, die unsere Entscheidungen und unseren Werdegang primär beeinflussen. Sie versorgen uns tagtäglich über alle möglichen Themen, Geschehnisse und Veränderungen, sei es über Zeitungen, Illustrierte, Fernsehen, dem Smartphone oder Internet. Sie vermitteln Rollenbilder, Ansichten, Vorbilder und der Grund für Veränderungen der eigenen Identität oder des Aussehens. Obwohl Smartphones, Internet und Apps immer beliebter werden und kaum noch jemand zu Büchern, Zeitschriften oder Illustrierten aus dem Handel greift, haben sich diese der Digitalisierung angepasst. Zeitschriften und Zeitungen gibt es online und sie genießen weiterhin eine gewisse Aufmerksamkeit. Gerade für junge Menschen, die noch am Anfang ihres Werdegangs stehen, auf einer ständigen Suche nach Identität sind und somit einem stets wandelbaren Äußeren, sind besonders beeinflussbar durch Medien. Gerade der Markt der Jugendzeitschriften ist durch seine Anpassung an aktuelle Jugendthemen und Trends ein sehr beliebtes Medium. Mit einem bunten Cover, vielen Bildern und immer die aktuellsten Stars und Themen auf der Titelseite, sowie kleinen Extras, sind sie sehr beliebt bei der jüngeren Generation und somit ein hoher Einflussfaktor. Diese Arbeit soll am Beispiel der Jugendzeitschrift ''BRAVO'' der Frage nachkommen, inwiefern es zu einer Vermarktung von Sexualität und einer sexualisierten Darstellung des weiblichen Körpers in Jugendzeitschriften kommt und ob sich dieses konstruierte Bild in Jugendzeitschriften über die Zeit verändert hat? Die Jugendzeitschrift wird in ihrer Konzeption, in den Themenbereichen, Zielgruppe sowie Leserschaft analysiert. Dies wird mit dem Forschungsstand zu Jugendzeitschriften verknüpft, da Konzeptionen und Themenbereiche aus vorherigen Zeitschriften als Vergleich mit angebracht werden. Dabei werden die Themen der Zeitschrift mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring aufgeschlüsselt und die Ergebnisse dargelegt. Zudem wird es einen historischen Abriss zur Konstruktion des Mädchenbildes in den Medien geben, um die Tragweite der Problematik aufzuschlüsseln. Das Ganze wird mit einem Fazit und einem Ausblick abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Überblick
2.1 Der Begriff der Sexualisierung
2.2 Die Darstellung von jungen Frauen in Zeitschriften – Ein historischer Abriss
2.3 Forschungsstand zum Mädchenbild in Jugendzeitschriften
3 Analyse der aktuellen Jugendzeitschrift "BRAVO"
3.1 Die "BRAVO" als Jugendzeitschrift
3.2 Untersuchung der Themenbereiche
4 Ergebnisse und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Darstellung junger Frauen in der Jugendzeitschrift "BRAVO" im Hinblick auf Sexualisierungstendenzen und die Konstruktion eines spezifischen Mädchenbildes. Dabei wird analysiert, inwiefern die vermittelten Inhalte und Rollenbilder über die Jahrzehnte hinweg beständig geblieben sind und welche Auswirkungen diese Konstruktionen auf die jugendliche Zielgruppe haben können.
- Analyse des Begriffs der Sexualisierung im Kontext von Medien
- Historischer Abriss der Darstellung von Frauen in Zeitschriften
- Qualitative Inhaltsanalyse aktueller BRAVO-Ausgaben nach der Methode von Mayring
- Vergleich aktueller Themenbereiche mit historischen Ausgaben
- Untersuchung der Vermittlung von Rollenklischees und Abhängigkeitsverhältnissen
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Begriff der Sexualisierung
Die Darstellung von Sexualität, des weiblichen oder männlichen Geschlechts in den Medien spielt eine große Rolle. Der Einfluss von Medien auf die Bildung der sexuellen Identität, ist der wesentliche Bestandteil dieser Arbeit, vor allem die der weiblichen Identität. Oft wird in den Medien von einer sexualisierten Darstellung von jungen Mädchen gesprochen, auch im Diskurs der Sexualisierung wird vermehrt auf Mädchen verwiesen. Aber was ist Sexualisierung überhaupt und was bedeutet sie für das Konstrukt des Mädchenbildes in den Medien? "[…]Sexualisierung als eine Inszenierung, bei welcher der Wert einer Person an deren sexueller Erscheinung oder am sexuellen Verhalten gemessen wird. Außerdem werden die betroffenen Personen objektifiziert und für die sexuellen Bedürfnisse anderer zur Verfügung gestellt."
Gerade für die weitere Untersuchung ist diese Definition sehr wichtig, da anhand dieser in der Analyse festgestellt werden kann, ob bestimmte Inhalte in sexistischer Weise dargestellt werden. Medien wie die Jugendzeitschriften bilden einen Wegweiser für junge Menschen und inszenieren verschiedene Wahrheiten über Sexualität, was "richtig" und was "falsch" ist. Gerade bei jungen Menschen, die mitten in der Pubertät stecken und noch nicht die Reife von Erwachsenen erreicht haben, kann es schnell passieren, dass ihnen gerade in der medialen Darstellung Attribute der Erwachsenensexualität auferlegt werden und die Vorstellung davon was attraktiv ist, obwohl dies noch nicht ihrer psychischen, sowie physischen Reife entspricht. Gerade Frauen werden als Objekt der Begierde gesehen und sexualisiert, da ihnen die Aufgabe der Reproduktion zu Grunde liegt und dieses innerhalb einer Gesellschaft repräsentiert. Ihr Verhalten schlägt sich also auf dieses Bild nieder. Diesem Bild gehen bestimmte gesellschaftliche Vorstellungen über den weiblichen Körper voraus, Idealbilder, die vor allem von Medien produziert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Medien für die Identitätsbildung Jugendlicher ein und stellt die Fragestellung bezüglich der Vermarktung von Sexualität und der Konstruktion des Mädchenbildes am Beispiel der "BRAVO" vor.
2 Theoretischer Überblick: In diesem Kapitel werden der Begriff der Sexualisierung definiert, ein historischer Abriss der Frauenbilder in Zeitschriften gegeben und der Forschungsstand zum Mädchenbild in der Jugendpresse dargelegt.
3 Analyse der aktuellen Jugendzeitschrift "BRAVO": Dieses Kapitel untersucht die Konzeption der "BRAVO" als Jugendmedium und analysiert detailliert die Themenbereiche aktueller Ausgaben im Vergleich zu historischen Publikationen.
4 Ergebnisse und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse der Inhaltsanalyse zusammen und diskutiert die Kontinuität sexualisierender Darstellungen sowie die gesellschaftliche Bedeutung des konstruierten Mädchenbildes.
Schlüsselwörter
Sexualisierung, Mädchenbild, BRAVO, Jugendzeitschriften, Medienanalyse, Rollenklischees, Objektifizierung, Identitätsbildung, qualitative Inhaltsanalyse, Gender, Medienkompetenz, Konsumverhalten, Populärkultur, Jugendpresse, Weiblichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Vermarktung von Weiblichkeit und Sexualität in der Jugendzeitschrift "BRAVO" und analysiert, wie diese mediale Konstruktion das Bild junger Mädchen prägt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Schönheitsidealen, der medialen Vermittlung von Rollenklischees, der Rolle der "Dr. Sommer"-Beratung und dem historischen Vergleich von Jugendzeitschriften-Inhalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwiefern die "BRAVO" eine sexualisierte Darstellung von Mädchen vermarktet und ob sich dieses Bild über die Jahrzehnte hinweg verändert hat oder in seinen Grundzügen stabil geblieben ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um Texte und Inhalte der untersuchten Zeitschriften systematisch zu kategorisieren und den gesellschaftlichen Gehalt zu messen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Rahmenbedingungen der Zeitschrift, vergleicht Themenbereiche verschiedener Jahrzehnte und untersucht konkrete Artikel und Fallbeispiele aus aktuellen Ausgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sexualisierung, Mädchenbild, Rollenklischees, Medienanalyse, Objektifizierung und Identitätsbildung.
Wie hat sich die Darstellung in der "BRAVO" seit den 1970er Jahren verändert?
Obwohl eine Modernisierung der Themen und eine etwas zurückhaltendere Bebilderung erkennbar ist, zeigt die Analyse, dass die grundlegenden, oft traditionellen oder einengenden Rollenmuster und Vermarktungsmechanismen weitgehend bestehen geblieben sind.
Welche Funktion hat die Rubrik "Dr. Sommer" in diesem Kontext?
Die Rubrik wird kritisch als eine Form der "Pseudo-Beratung" bewertet, die komplexe Jugendthemen oft oberflächlich behandelt und dabei traditionelle geschlechterspezifische Erwartungshaltungen reproduziert.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Einflusses der Zeitschrift?
Die Autorin stellt fest, dass die "BRAVO" durch ihre geschlechterspezifischen Darstellungsmuster und die Reduzierung von Mädchen auf Äußerlichkeiten weiterhin ein problematisches und oft veraltetes Bild vermittelt, dessen Einfluss jedoch durch die zunehmende Digitalisierung und sinkende Auflagenzahlen kritisch zu hinterfragen ist.
- Citar trabajo
- Annabell Teutloff (Autor), 2019, Die sexualisierte Darstellung von Mädchen im Massenmedium ''Jugendzeitschrift'', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493391