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Value Investing und Effizienzmarkthypothese. Ein Widerspruch? Erklärungsansatz über die Behavioral Finance

Titel: Value Investing und Effizienzmarkthypothese. Ein Widerspruch? Erklärungsansatz über die Behavioral Finance

Bachelorarbeit , 2017 , 40 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Patrick Petermeier (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Effizienzmarkthypothese wird auf Grund ihrer empirischen Fundierung weitestgehend anerkannt. In ihrer Kernaussage schließt sie die Erzielung von Überrenditen ohne das Eingehen zusätzlicher Risiken aus. Ihr Gegenüber steht das Value-Investing, ein fundamentalorientierter Investmentstil der versucht, durch die gezielte Auswahl von unterbewerteten Wertpapieren, die Marktrendite zu übertreffen. In der Investmentpraxis hat die Frage nach der Gültigkeit der beiden Ansätze erhebliche Auswirkungen. Letzten Endes stellt die Theorie der effizienten Kapitalmärkte die Existenzberechtigung aktiver Vermögensverwaltung in Frage. Die Ziele dieser Arbeit sind es, aufzuzeigen, inwiefern sich beide Theorien widersprechen und einen verhaltensorientierten Ansatz zu liefern, der zur Erklärung von Überrenditen durch Value-Investing herangezogen werden kann. Dazu werden im ersten und zweiten Teil der Arbeit die Grundlagen und Annahmen der Effizienzmarkthypothese und des Value-Investings erarbeitet. Als Ergebnis kann vor allem die unterschiedliche Auffassung bezüglich der korrekten Bepreisung der Wertpapiere durch ihre aktuellen Kurse genannt werden. Im dritten Teil der Arbeit wird versucht, eine etwaige Abweichung des aktuellen Kurses vom fairen Preis eines Wertpapieres, durch die Behavioral Finance zu begründen. Dabei können markante Unterschiede zwischen den Verhaltensannahmen der Effizienzmarkthypothese und der Behavioral Finance festgestellt werden, die eine solche Differenz begründen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Effizienzmarkthypothese

2.1 Grundlagen effizienter Kapitalmärkte

2.2 Das Verhalten rationaler Marktteilnehmer

2.3 Empirische Evidenz

2.4 Kritische Beurteilung der halb-strengen Informationseffizienz

3 Value Investing

3.1 Darstellung des Anlagestils

3.2 Überrenditen durch Value Investing

3.3 Ein Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese?

4 Erklärungsansatz durch die Behavioral Finance

4.1 Gegenstand und Ziele der Behavioral Finance

4.2 Die Prospect Theory

4.3 Anlegerverhalten als Ursache für Überrenditen

4.3.1 Informationswahrnehmung

4.3.2 Informationsverarbeitung/ -bewertung

4.3.3 Investitionsentscheidung

5 Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, inwiefern sich die Theorie der Effizienzmarkthypothese und der Investmentstil des Value-Investings widersprechen. Dabei wird ein verhaltenspsychologischer Ansatz gewählt, um die Existenz von Fehlbewertungen an den Märkten und die daraus resultierenden Überrenditen durch Value-Investing zu begründen.

  • Grundlagen und Annahmen der Effizienzmarkthypothese
  • Empirische Evidenz zur halb-strengen Informationseffizienz
  • Methodik und Erfolg des Value-Investings
  • Verhaltenspsychologische Begründung durch die Behavioral Finance
  • Analyse menschlicher Entscheidungsfehler als Ursache für Fehlbewertungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung des Anlagestils

Den Grundstein des Value Investings legte Benjamin Graham, der heute als Begründer der fundamentalen Wertpapieranalyse gilt. Er rückte erstmals das Unternehmen an sich und dessen inneren Wert in den Mittelpunkt der Wertpapieranalyse, die sich bis dahin mehr mit der Technischen Analyse auf Basis der Dow-Theorie befasste. Das 1934 von Graham und Dodd verfasste Buch „Security Analysis“ gilt bis heute als Standardwerk und beeinflusste eine ganze Generation von Value Investoren.

Graham unterscheidet zwischen der Spekulation auf Kursbewegungen und der Investition in Wertpapiere. Während Spekulanten ein Wertpapier mit der Erwartung kaufen, dass ein anderer Markteilnehmer ihnen dieses zu einem höheren Preis abkaufen wird („Greater Fool Theory“), versuchen Value Investoren ein Wertpapier nach sorgfältiger Analyse „günstig“ zu erwerben, um von einer zukünftigen Annäherung des Kurses an den inneren Wert zu profitieren.

Im Mittelpunkt der Kaufentscheidung muss also der innere Wert eines Wertpapieres stehen. Er dient dem Investor als Basis seiner Kaufentscheidung und als Anker während der Haltedauer des Wertpapieres. Die Ermittlung des inneren Wertes erfolgt nicht nach keinem einheitlichen Konzept und lässt dem jeweiligen Analysten einen großen Ermessensspielraum. Nach Graham definiert sich der innere Wert als derjenige Wert, der durch fundamentale Faktoren wie Assets, Zukunftsaussichten, Dividenden und Erträge des Unternehmens gestützt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Effizienzmarkthypothese und des Value-Investings ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, eine verhaltenspsychologische Erklärung für Fehlbewertungen zu finden.

2 Die Effizienzmarkthypothese: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen effizienter Kapitalmärkte, das Verhalten rationaler Marktteilnehmer sowie die empirische Evidenz und kritische Kritikpunkte wie Marktanomalien.

3 Value Investing: Hier wird das Konzept des Value-Investings, dessen empirische Erfolge sowie der theoretische Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese und das Informationsparadoxon diskutiert.

4 Erklärungsansatz durch die Behavioral Finance: Dieses Kapitel verknüpft psychologische Verhaltensanomalien mit den Prozessen der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und Investitionsentscheidung, um Überrenditen zu erklären.

5 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Value-Investing und Effizienzmarkthypothese nur teilweise im Widerspruch stehen, da zeitweilige Ineffizienzen für den Erfolg des Value-Ansatzes notwendig sind.

Schlüsselwörter

Effizienzmarkthypothese, Value Investing, Behavioral Finance, Überrenditen, Informationseffizienz, Homo Oeconomicus, Prospect Theory, Marktineffizienz, Behavioral Finance, Fehlbewertung, Anlegerverhalten, Heuristiken, Value-Anomalie, Kapitalmarkt, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den scheinbaren Widerspruch zwischen der Theorie effizienter Kapitalmärkte und dem fundamentalorientierten Value-Investing-Ansatz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Effizienzmarkthypothese, Value-Investing-Strategien sowie die Anwendung der Behavioral Finance zur Erklärung von Marktanomalien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie verhaltenspsychologische Faktoren (Behavioral Finance) erklären können, dass Value-Investoren durch die Ausnutzung von Fehlbewertungen Überrenditen gegenüber dem Markt erzielen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine fundierte Literatur- und Theorieanalyse, die empirische Studien zur Effizienzmarkthypothese mit Modellen der Behavioral Finance vergleicht und in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Annahmen der Effizienzmarkthypothese, stellt die Prinzipien des Value-Investings gegenüber und liefert eine detaillierte verhaltenspsychologische Analyse menschlicher Entscheidungsfehler in den Phasen der Informationswahrnehmung, -verarbeitung und Entscheidungsfindung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Effizienzmarkthypothese, Value Investing, Behavioral Finance, Prospect Theory und Marktanomalien.

Was besagt das Informationsparadoxon nach Grossmann/Stiglitz?

Es besagt, dass Märkte nicht perfekt informationseffizient sein können, da Investoren einen Anreiz (in Form von Überrenditen) benötigen, um Informationen überhaupt zu beschaffen und in die Preise einfließen zu lassen.

Warum ist die „Prospect Theory“ für die Argumentation wichtig?

Sie dient als Gegenentwurf zur klassischen Erwartungsnutzentheorie und erklärt durch die Wertfunktion sowie die Gewichtungsfunktion, warum Anleger systematisch irrationale Entscheidungen unter Unsicherheit treffen.

Wie unterscheidet sich der „Homo Oeconomicus“ vom tatsächlichen Anlegerverhalten?

Der Homo Oeconomicus agiert vollkommen rational und nutzenmaximierend mit allen verfügbaren Informationen, während reale Anleger durch psychologische Heuristiken und kognitive Beschränkungen zu einem begrenzt rationalen Verhalten neigen.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Value Investing und Effizienzmarkthypothese. Ein Widerspruch? Erklärungsansatz über die Behavioral Finance
Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Note
1,5
Autor
Patrick Petermeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
40
Katalognummer
V493400
ISBN (eBook)
9783668986633
ISBN (Buch)
9783668986640
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Value Investing Effizienzmarkthypothese Behavioral Finance Investing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Petermeier (Autor:in), 2017, Value Investing und Effizienzmarkthypothese. Ein Widerspruch? Erklärungsansatz über die Behavioral Finance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493400
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Leseprobe aus  40  Seiten
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