Besonderheiten der Immobilienfinanzierung bei PPP-Projekten - Sensitivitätsanalyse eines Berechnungsmodells


Seminararbeit, 2005

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aktuelle Aspekte
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau der Ausarbeitung und Vorgehensweise

2 Notwendigkeit des wirtschaftlichen Vergleichens
2.1 PPP-Eignungstest
2.2 Grundlagen zum wirtschaftlichen Vergleichen
2.3 Indikatoren von PPP-Projekten

3 Berechnungsmodell einer PPP – Immobilie
3.1 Ausgangssituation
3.2 Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen PPP und KBV
3.2.1 Investitionszeitraum
3.2.2 Baukosten und Investition
3.2.3 Mittelherkunft
3.2.4 Konventionelle Beschaffungsvariante
3.2.5 PPP-Beschaffungsvariante
3.2.6 Ermittlung der Kapitalwerte
3.2.7 Zahlungsreihen KBV und PPP
3.2.8 Sensitivitätsanalyse des Effizienzvorteils und der Kapitalwerte
3.2.9 Auswertung der des Wirtschaftlichkeitsvergleiches
3.3 Optimale projektspezifische Kapitalstruktur
3.3.1 Sensitivitätsanalyse der Anteile von Fremd- und Eigenkapital
3.3.2 Auswertung der optimalen projektspezifischen Kapitalstruktur
3.4 Privatwirtschaftliches Finanzierungsmodell
3.4.1 Sensitivitätsanalyse des privatwirtschaftlichen Finanzierungsmodells
3.4.2 Auswertung des privatwirtschaftlichen Finanzierungsmodells

4 Weitere finanzierungsrelevante Aspekte
4.1 Balance von Eigenkapital und Fremdkapital
4.2 Einflussfaktoren der optimalen Kapitalstruktur
4.3 Finanzierungsfähigkeit aus Sicht der Eigenkapitalgeber
4.4 Finanzierungsfähigkeit aus Sicht der Fremdkapitalgeber
4.5 Öffentliche Fördermittel

5 Kritische Würdigung der Finanzierung von PPP-Immobilien

Anhang Berechnungsmodell

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Prüfkriterien des PPP-Eignungstestes

Abb. 2: Vergleich zweier Zahlungsreihen (KBV und PPP)

Abb. 3: Sensitivität des Effizienzvorteils (PSC Bauzeit)

Abb. 4: Sensitivität des Effizienzvorteils (Betriebskosten)

Abb. 5: Sensitivität des Effizienzvorteils (Kalkulationszinssatz)

Abb. 6: Sensitivität der Kapitalwerte (Kalkulationszinssatz)

Abb. 7: Ermittlung optimale projektspezifische Kapitalstruktur

Abb. 8: Sensitivität der Anteile von EK und FK (Kalkulationszinssatz)

Abb. 9: Sensitivität der Anteile von EK und FK (LLCR)

Abb. 10: Sensitivität des Cash-Flows (Betriebskosten)

Abb. 11: Sensitivität der Eigenkapitalrendite (Fremdkapital)

Abb. 12: Sensitivität der Liquidität (LLCR)

Abb. 13: Finanzierungsfähigkeit aus Sicht des Eigenkapitalgebers

Abb. 14: Finanzierungsfähigkeit aus Sicht des Eigenkapitalgebers

Abb. 15: Struktur der Testrechnung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Aktuelle Aspekte

Public Private Partnerschaft (PPP) ist in Deutschland eine relativ neue Investitionsform, bei der die öffentliche Hand eine Kooperation mit der Privatwirtschaft eingeht um einen möglichst optimalen Lösungsweg für Finanzierung und Management zu treffen. Öffentliche und private Hand gehen dabei eine langfristige Vertragslaufzeit in einer gemeinsamen Projektorganisation ein. Von Bedeutung ist für die öffentliche Hand vor allem die Erhaltung und Erweiterung zahlreicher Gebietskörperschaften. Derweil übernimmt die Privatwirtschaft Bereiche des öffentlichen Hochbaus, wie Verwaltungs- und Schulgebäude oder sonstige Gebäude, für die Nutzung öffentlicher Aufgaben. Der private Investor plant, finanziert und errichtet oder saniert hierbei auf eigene Kosten. Des Weiteren ist er für den Betrieb der Immobilie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verantwortlich, wobei der öffentliche Partner laufende Nutzungsgebühren über einen vertraglich geregelten Zeitraum zahlt.[1]

Zunächst lassen sich im PPP-Modell einige Vorteile erkennen, bei dem beide Seiten gewinnen können. Zum einen erhält die öffentliche Hand eine Planungs- und Kostensicherheit und zum anderen ist die Refinanzierung des privaten Partners durch das vereinbarte Nutzungsentgelt gewährleistet. In Deutschland bestehen jedoch noch keine rechtlichen Rahmenbedingungen über PPP, deshalb herrschen hier noch große Unsicherheiten.[2]

Vorreiter für den öffentlichen Hochbau sind die Pilot- und Testprojekte im Bundesland Nordrhein-Westfalen. In der Stadt Monheim am Rhein wurden bereits Projekte über das PPP-Modell gestartet. Hier hat der private Partner die Aufgabe erhalten, städtische Schulen und Sporthallen zu sanieren und dementsprechend um-, aus- oder zurückzubauen und sie der Kommune durch ein entsprechendes Leistungsentgelt über 25 Jahre lang zur Verfügung zu stellen. Weitere derartige Projekte werden demnächst in Leverkusen, Meschede und Witten realisiert und der erste Neubau im PPP-Verfahren entsteht zurzeit in Frechen, aber auch in anderen Bundesländern mehren sich die PPP-Projekte. Zunächst scheinen diese Projekte positiv zu laufen, obwohl die Initiative zur Entwicklung und Errichtung der PPP-Pilotprojekte im Bundesland Nordrhein-Westfalen erst im Jahre 2002 einsetzte.[3]

Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist dennoch nicht möglich, da die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft in Deutschland erst am Anfang steht. Tatsache ist, dass es in Deutschland noch keine langjährigen Erfahrungen über PPP-Partnerschaften gibt.

Als Vergleiche sollen die Länder England und Frankreich aufgeführt werden, die laut Pressemitteilungen schon 20 Prozent ihres Investitionsbedarfes durch PPP-Maßnahmen abgewickelt haben.[4] Dieser relativ hohe Anteil des PPP-Modells belegt, dass sich diese Art von Investition längst bewährt hat und zukünftig auch in Deutschland neue Potentiale wecken wird. Wichtig ist das mit- und voneinander lernen. Dennoch wird sich PPP nur sehr langsam entwickeln, da sich jedes Projekt immer einer individuellen Überprüfung unterziehen muss und das Risiko meist schwer abwägbar ist.[5]

Der im Herbst 2003 entstandene Leitfaden „PPP im Öffentlichen Hochbau“ der Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers Finance Beratung und Freshfields Bruckhaus Deringer stellt für diese Ausarbeitung den Wegweiser für die Besonderheiten finanzierungsrelevanter Aspekte von PPP-Immobilien dar.

1.2 Problemstellung

Bisher wurden privatwirtschaftliche Partnerschaften mit Bund, Länder und Kommunen überwiegend durch Leasing- und Mietkaufverträge abgewickelt. Diese Verträge hatten jedoch den Nachteil, dass sie über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie zu einer enormen Belastung und damit zu einer weiteren Verschuldung der öffentlichen Haushaltskassen führten. Die öffentliche Hand war und ist bei diesen Modellen nicht mehr liquide und der Kreditrahmen für eine Neuverschuldung der notwendigen Investitionen ist somit erschöpft.[6] Die PPP-Partnerschaft wäre daher ein optimales Investitionsmodell, das zur Reduzierung der öffentlichen Haushaltskassen beitragen könnte.

Grundlegend ist die Idee einer PPP-Maßnahme, eine vorteilhaftere und wirtschaftlichere Beschaffungsvariante als die einer konventionellen Eigenrealisierung zu erzielen. Dabei ist es besonders wichtig, dass eine PPP-Eignung[7] durch den öffentlichen Auftraggeber im Vorfeld der Planung festgestellt werden muss.

Als wichtige Erkenntnis- und Entscheidungsgrundlage dient eine sorgfältige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, bei der beide Varianten hinsichtlich ihres Effizienzvorteils[8] verglichen werden. Der Effizienzvorteil ist jedoch von einer Vielzahl von Einflussfaktoren abhängig und wird in erster Linie durch die Streuung der Betriebskostenhöhe und der Risikokosten bestimmt.[9]

Mit der Realisierung eines Bauvorhabens mittels PPP-Partnerschaft geht die öffentliche Hand nicht nur eine lange vertragliche Bindung mit einem privaten Investor ein, sondern entscheidet sich gleichzeitig auch für die Entrichtung eines Leistungsentgeltes. Da die öffentliche Hand das PPP-Projekt selbst definiert, kann sie den größten Risikoanteil auf den Privaten verteilen. Für den Privaten ist es von größter Bedeutung, dass durch die Refinanzierung über das Leistungsentgelt der Kapitaldienst in der Vertragslaufzeit abgegolten wird. Zwar ergibt sich für die Privatwirtschaft durch den „festen“ Mieter ein enormer Vorteil hinsichtlich der Mieterlöse, jedoch ist sein Agieren nur im Rahmen jenes Leistungsentgeltes möglich.[10]

1.3 Aufbau der Ausarbeitung und Vorgehensweise

Zunächst sollen die haushaltsrechtlichen Vorschriften der öffentlichen Hand und die Indikatoren von PPP-Projekten dargelegt werden. Resultierend auf die Indikatoren von PPP-Projekten wurde für diese Ausarbeitung ein virtuelles Berechnungsmodell am Beispiel einer Hochschule erstellt. Es ist nach Empfehlung des Leitfadens für den öffentlichen Hochbau gekürzt nachgestaltet. Das in Microsoft Excel konstruierte Berechnungsmodell ist im Anhang nachvollziehbar und soll das kaufmännische Procedere aus Sicht der öffentlichen Hand veranschaulichen. Das Modell ist in den folgenden drei Stufen gegliedert:

- Ermittlung der PPP-Vorteilhaftigkeit durch einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen konventioneller und PPP-Beschaffungsvariante
- Ermittlung einer optimalen projektspezifischen Kapitalstruktur des privaten Partners
- Erstellung eines privatwirtschaftlichen Finanzierungsmodells des privaten Partners

Das Eingabeblatt des Berechnungsmodells kennzeichnet die Rahmendaten der Hochschule und soll die anschließenden Sensitivitätsanalysen der Outputwerte durch Änderung der Inputwerte ermöglichen. Die Struktur des Berechnungsmodells ist in Abb. 15 ersichtlich. Die Sensitivitätsanalysen werden in jeder Stufe des Berechnungsmodells ausgewertet und kommentiert. Anschließend werden weitere finanzierungsrelevante Aspekte aufgeführt, die nicht im Berechnungsmodell berücksichtigt werden konnten. Eine kritische Würdigung bildet den Abschluss der Ausarbeitung und soll die Besonderheiten der Immobilienfinanzierung von PPP-Projekten hervorheben.

2 Notwendigkeit des wirtschaftlichen Vergleichens

2.1 PPP-Eignungstest

Die öffentliche Hand ist gegenüber verschiedenen Kontrollinstanzen verpflichtet, die PPP-Eignung ihres Bauvorhabens nachzuweisen.[11] Da eine angestrebte PPP-Partnerschaft eine öffentliche Investition darstellt, unterliegt sie verschiedenen haushaltsrechtlichen Vorschriften, wie z.B. der Darlegungspflicht gegenüber den Rechnungshöfen, der Kommunalaufsicht und den Steuerzahlern. Somit unterliegt jedes PPP-Vorhaben zwangsläufig einer wirtschaftlichen Prüfung. In der Praxis müssen daher sehr komplexe Gutachten über das geplante Bauvorhaben eingeholt werden, die sehr hohe Beratungs- bzw. Transaktionskosten verursachen.[12]

Im Wesentlichen muss die PPP-Eignung im lebenszyklischen Ansatz fiktiv über 25 bis 30 Jahre untersucht werden.[13] Der relativ lange Zeitraum entspricht somit der Vertragslaufzeit einer PPP-Immobilie.

Die folgende Abb. 1 wirft zunächst hypothetische Fragestellungen des sogenannten PPP-Eignungstestes auf.[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Prüfkriterien des PPP-Eignungstestes

Quelle: Vgl. Waterhouse Coopers Finance Beratung GmbH (Hrsg.) (2003): Band I: Leitfaden „PPP

im öffentlichen Hochbau“.

Jene Checkliste der Prüfkriterien soll dem öffentlichen Auftraggeber im Vorfeld der Investition eine Orientierungshilfe geben. Dabei sollen Abwägungen getroffen werden, ob eine konventionelle Eigenrealisierung oder eine PPP-Partnerschaft die effizientere Methode ist. Da die Ermittlung der geeigneten öffentlichen Beschaffungsvariante mit sehr hohem Aufwand verbunden ist, sind sehr hohe Transaktionskosten unabdingbar. In der Praxis sollen diese durch ein entsprechend hohes Projektvolumen kompensiert werden. Das Ergebnis des Eignungstestes ist eine wesentliche Grundlage für den Erfolg der PPP-Maßnahme. In dieser Ausarbeitung sollen jedoch die PPP-Eignungstestkriterien nicht näher erläutert werden.

2.2 Grundlagen zum wirtschaftlichen Vergleichen

Rechnerische Plausibilität über eine PPP-Eignung geben Untersuchungen durch mehrere Wirtschaftlichkeitsvergleiche. Im Wesentlichen beinhaltet diese Technik des Vergleichens eine Gegenüberstellung der Zahlungsreihen für den öffentlichen Eigenbau und der PPP-Realisierung. Der erste Wirtschaftlichkeitsvergleich findet sehr früh im Vorfeld der Planung statt und ist Bestandteil einer Machbarkeitsstudie. Der zweite Wirtschaftlichkeitsvergleich ist maßgebend für die Auswahl des geeigneten Bieters in der Projektvorlaufphase.[15]

Wirtschaftliche Vergleiche über den gesamten Lebenszyklus eines Projektes werden über die Verfahren der Investitionsrechnung angewandt. Dabei werden hauptsächlich die statischen und dynamischen Verfahren der Investitionsrechnung unterschieden.[16]

Statische Verfahren der Investitionsrechnung sind:

- Kostenvergleichsrechnung
- Gewinnvergleichsrechnung
- Rentabilitätsrechnung
- Amortisationsrechnung.

Dynamische Verfahren der Investitionsrechnung sind:

- Barwertmethode
- Methode des internen Zinsfußes
- Annuitätenmethode
- vollständiger Finanzplan (VOFI)

Die statischen Verfahren sind in der Praxis relativ schnell und einfach in der Anwendung. Sie vernachlässigen jedoch den Zeitwert des Geldes. Im Hinblick auf den gesamten Lebenszyklus eines Projektes führen die statischen Verfahren zu enormen Fehleinschätzungen.

Dynamische Verfahren berücksichtigen zusätzlich den Zeitwert des Geldes. Die zukünftig anfallenden Ein- und Auszahlungsströme werden dabei auf den Barwert, d.h. auf den Projektzeitpunkt t = 0, abgezinst. Somit können zwei Investitionen miteinander vergleichbar gemacht werden und betrachten somit den gesamten Lebenszyklus der Immobilie. Die dynamischen bzw. finanzmathematischen Verfahren der Investitionsrechnung sind aufwendiger als die statischen Verfahren.

2.3 Indikatoren von PPP-Projekten

PPP-Projekten zeichnen sich im Allgemeinen durch folgende Indikatoren aus:

- hohes Investitionsvolumen und durch hohe Baukosten
- hohe Risikokosten, bzw. hoher Public Sector Comparator (PSC)
- hohe Betriebskosten

Die TU Bergakademie Freiberg empfiehlt in ihrer Ausarbeitung ein finanzielles Mindestvolumen von 10 bis 15 Millionen EUR[17] bei PPP-Projekten. Der PSC stellt bei PPP-Projekten lediglich ein Vergleichsmaßstab (Benchmark) dar und bringt die zu erwartenden Risikokosten der Investition zum Ausdruck.[18] Umfangreiche Projekte bringen naturgemäß hohe Betriebskosten mit sich und bieten entsprechend erhöhte Potentiale für PPP-Partnerschaften.

3 Berechnungsmodell einer PPP – Immobilie

3.1 Ausgangssituation

Die Angaben des Eingabeblattes im Rechentestmodell zeigen die Rahmendaten des Hochschulneubaus[19] auf und sind zunächst unter Gesichtspunkt der konventionellen Beschaffungsvariante zu betrachten. Alle Daten beruhen auf grobe Schätzungen und sollen nur rein rechnerisch eine vorteilhaftere Investition zugunsten einer PPP-Maßnahme zeigen.

Unter der Annahme, dass die öffentliche Hand eine PPP-Partnerschaft anstrebt, sind folgende Bedingungen zu beachten:[20]

- Die öffentliche Hand geht mit dem privaten Partner eine vertragliche Bindung in einer gemeinsamen Projektorganisation ein.
- Die PPP-Vertragslaufzeit entspricht der Kreditlaufzeit die für die konventionelle Beschaffungsvariante benötigt wird.
- Der private Partner übernimmt das Grundstück der Hochschule per Nutzungsvereinbarung (z.B. Erbbaurechtsvertrag), um den Bonitätsmodalitäten des Kreditgebers nach-zukommen.
- Der private Partner tilgt die gesamte Investitionssumme innerhalb der PPP-Vertragslaufzeit.
- Nach Beendigung der PPP-Vertragslaufzeit geht die gesamte PPP-Immobilie schuldenfrei an die öffentliche Hand über.

3.2 Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen PPP und KBV

Das im Anhang befindliche Rechenblatt des Wirtschaftlichkeitsvergleiches basiert auf den Inputdaten des Eingabeblattes. Mit dem Wirtschaftlichkeitsvergleich soll eine wichtige Kalkulationsgrundlage des öffentlichen Auftraggebers plausibel nachvollzogen werden. Sie dient der Entscheidungsfindung, ob die konventionelle Beschaffungsvarianteöffentliche oder die PPP-Beschaffungsvariante für den Hochschulneubau die wirtschaftlichere ist. Die Entscheidungsfindung ist Grundlage der Finanzierungsform.

3.2.1 Investitionszeitraum

Der fiktive Baubeginn der Hochschule ist für das Jahr 2005 angesetzt. Die Baufertigstellung ist für das Jahr 2006 vorgesehen. Die Nutzung der Hochschule durch die öffentliche Hand kann dementsprechend ab dem Jahr 2007 erfolgen. Die Dauer für die lebenszyklische Betrachtung der Investition beträgt 25 Jahre. Für die Diskontierung, also der Ermittlung der Kapitalwerte, sind entsprechende Exponenten bzw. Eskalatoren in fortlaufender Nummerierung angegeben. Somit ist eine Anpassung auf das Basisjahr mittels Kapitalwertmethode über den Lebenszyklus möglich. Der Betrachtungszeitraum endet im Jahr 2031.

3.2.2 Baukosten und Investition

Die geplanten Baukosten der öffentlichen Hand sollen für die Hochschule 12 Millionen EUR umfassen. Im Jahr 2005 wird zunächst ein Teil der Investition in Höhe von 4,8 Millionen EUR fällig. Die verbleibenden Kosten in Höhe von 7,2 Millionen EUR werden im Jahr 2006 abgegolten. Für das Jahr 2005 fallen zunächst Bauzeitzinsen in Höhe von 216.000 EUR an. Es wurde ein Zinssatz in Höhe 4,50 %[21] unterstellt. Somit beträgt die Summe der Investition 12.216.000 EUR.

[...]


[1] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): PPP im öffentlichen Hochbau, Band I: Leitfaden „PPP im öffentlichen Hochbau“, http://www.bmvbw.de/Anlage17272/Band-I-Leitfaden.pdf , Stand: 10.05.2004, S. 2-4.

[2] Vgl. Krämer, Volker T. (2004): Public Private Partnership – kein Massenmarkt, in: Immobilien Manager, 2004, Nr.10, S. 30.

[3] Vgl. Krämer, Volker T. (2004): Public Private Partnership – kein Massenmarkt, in: Immobilien Manager, 2004, Nr.10, S. 32.

[4] Vgl. Bundesverband deutscher Banken (Hrsg.) (2004): Private Public Partnership – Chance für die Modernisierung von Infrastruktur und Verwaltung, http://www.bdb.de/download/broschueren/BdB-DFA_PPP_2004.pdf., Stand: 10.05.2004, S.26.

[5] Vgl. Bunsen, Christian (2004): Private Public Partnership – Wer das Risiko kontrollieren kann, soll es auch tragen, in: Immobilien Zeitung Nr. 16 vom 29.07.2004, S.17.

[6] Vgl. Bundesverband deutscher Banken (Hrsg.) (2004): Private Public Partnership – Chance für die Modernisierung von Infrastruktur und Verwaltung, http://www.bdb.de/download/broschueren/BdB-DFA_PPP_2004.pdf., Stand: 10.05.2004, S.20.

[7] Vgl. hierzu Punkt „2.1 PPP-Eignungstest“.

[8] Die Effizienz kann mit dem Erfolg eines Bauvorhabens gleichgesetzt werden. Anhand einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kann im Vorfeld der Effizienzvorteil zugunsten einer PPP-Maßnahme oder einer öffentlichen Eigenrealisierung bestimmt werden.

[9] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): PPP im öffentlichen Hochbau, Band I: Leitfaden „PPP im öffentlichen Hochbau“, http://www.bmvbw.de/Anlage17272/Band-I-Leitfaden.pdf , Stand: 10.05.2004, S. 14-21.

[10] Vgl. Clauß, Wilfried (2004): Public Private Partnership – Ein Vertrag alleine schafft noch keine Partnerschaft, in: Immobilien

Zeitung Nr. 16 vom 29.07.2004, S. 18.

[11] Vgl. TU Bergakademie Freiberg (Hrsg.) (2003): Erstellung eines Gerüsts für ein Public Sector Comparator bei 4 Pilotprojekten im Schulbereich, http://www.ppp.nrw.de/publikationen/vi_geruest.pdf, Stand: 12.05.2004, S.26.

[12] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): PPP im öffentlichen Hochbau, Band I: Leitfaden „PPP im öffentlichen Hochbau“, http://www.bmvbw.de/Anlage17272/Band-I-Leitfaden.pdf , Stand: 10.05.2004, S. 22.

[13] Vgl. Helm, Ulrich (2004): Public Private Partnership – Finanzierung von PPPS im öffentlichen Hochbau, in: Immobilien Zeitung Nr. 16 vom 29.07.2004, S. 14.

[14] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): PPP im öffentlichen Hochbau, Band III: Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Teilband 2: Arbeitspapiere Nr. 4-7, http://www.bmvbw.de/Anlage17276/Wirtschaftlich-

keitsuntersuchung-Teil-2.pdf, Stand: 04.12.2004, S.53.

[15] Vgl. TU Bergakademie Freiberg (Hrsg.) (2003): Erstellung eines Gerüsts für ein Public Sector Comparator bei 4 Pilotprojekten im Schulbereich, http://www.ppp.nrw.de/publikationen/vi_geruest.pdf, Stand: 12.05.2004, S.31-54.

[16] Vgl. Jung, Hans (Hrsg.) (2001): Allgemeine Betriebswirtschaftlehre, 7. Auflage, München 2001, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, S. 783-806.

[17] Vgl. TU Bergakademie Freiberg (Hrsg.) (2003): Erstellung eines Gerüsts für ein Public Sector Comparator bei 4 Pilotprojekten im Schulbereich, http://www.ppp.nrw.de/publikationen/vi_geruest.pdf, Stand: 12.05.2004, S. 1.

[18] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): PPP im öffentlichen Hochbau, Band III: Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Teilband 1: Arbeitspapiere Nr. 1–3, Vorgehensweise und Zusammenfassung der wichtig- sten Ergebnisse, http://www.bmvbw.de/Anlage17275/Band-III-Wirtschaftlichkeitsuntersuchung-Teil-1.pdf, Stand: 04.12.2004, S. 2-21.

[19] Der Hochschulneubau soll nur ein Beispiel zur besseren Veranschaulichung sein. Wichtig ist, dass es sich um einen komplexen architektonischen Neubau handelt. Als weitere Beispiele können komplexe Verwaltungsgebäude, Forschungsinstitute, Gefängnisse, etc. aufgeführt werden.

[20] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): ): PPP im öffentlichen Hochbau, Band I: Leitfaden „PPP im öffentlichen Hochbau“, http://www.bmvbw.de/Anlage17272/Band-I-Leitfaden.pdf , Stand: 10.05.2004, S. 91.

[21] Vgl. Price Waterhouse Coopers Finance Beratung (Hrsg.) (2003): Band III: Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Teilband 2: Arbeitspapiere Nr. 4-7, http://www.bmvbw.de/Anlage17276/Wirtschaftlich-keitsuntersuchung-Teil-2.pdf, Stand: 04.12.2004, S. 93.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten der Immobilienfinanzierung bei PPP-Projekten - Sensitivitätsanalyse eines Berechnungsmodells
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Veranstaltung
Finanzierungsformen in der Gewerbeimmobilienwirtschaft
Note
1,3
Autoren
Jahr
2005
Seiten
38
Katalognummer
V49358
ISBN (eBook)
9783638458320
Dateigröße
1433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Besonderheiten, Immobilienfinanzierung, PPP-Projekten, Sensitivitätsanalyse, Berechnungsmodells, Finanzierungsformen, Gewerbeimmobilienwirtschaft
Arbeit zitieren
Annika Laute (Autor)Steffen Bredo (Autor), 2005, Besonderheiten der Immobilienfinanzierung bei PPP-Projekten - Sensitivitätsanalyse eines Berechnungsmodells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49358

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