Es ist eine Zusammenfassung der Vorlesung "Einführung in die Europäische Ethnologie". Es werden zuerst grundlegende Begriffe geklärt, dann geht man exemplarisch auf zum Beispiel die Ernährung, den Glauben oder die verschiedenen Rituale ein.
Inhaltsverzeichnis
Europäische Ethnologie/Volkskunde
Begriffe und Perspektiven
Volkskunde – ein Fach mit Geschichte
Universitäten in Deutschland im 19./ frühen 20. Jh
Entwicklungslinien im 18. Jahrhundert:(1700)
Entwicklungslinien um 1800:( 19.Jh)
Blick über den Tellerrand: Ethnologie
Volkskunde und Völkerkunde im Vergleich
Aspekte der Forschungspraxis
Entwicklungslinien der Ethnologie
Gesellschaft
Soziale Ungleichheit
Ungleichheit und Kultur
Europäische Familienstrukturen im Wandel
Gesundheit, Krankheit,Heilung
Ernährung
Jenseits des Alltags
Glaubenssachen
Bekleidung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die Europäische Ethnologie und Volkskunde. Ihr zentrales Ziel ist es, die historische Entwicklung, die theoretischen Konzepte und die zentralen Forschungsfelder des Fachs – von der Volksmedizin über Ernährungskulturen bis hin zu Ritualen und Kleidung – darzulegen und in den größeren Kontext der Kulturwissenschaften einzuordnen.
- Historische Genese und Institutionalisierung der Volkskunde und Ethnologie
- Kulturtheoretische Analysen zu Identität, Nation und sozialer Ungleichheit
- Wandel von Alltagspraktiken in Gesundheit, Ernährung und Bekleidung
- Erforschung von Ritualen, Religion und Glaubensvorstellungen
- Vergleichende Perspektiven zwischen europäischer Volkskunde und außereuropäischer Völkerkunde
Auszug aus dem Buch
Trachten und Mode
H. Bausinger: „Gilt schon für die ‚uralten‘ Bräuche, dass sie irgendwann doch einmal angefangen und sich in ihrer ersten Phase meistens ‚modisch‘ ausgebreitet haben, so steht die jüngere Entwicklung vollends im Zeichen von Innovation und rascher Diffusion. Schließlich ist auch noch daran zu erinnern, dass die herkömmlichen Gegenstände des Faches selbst in beängstigender Weise zur Mode mutieren. Vor allem aber wäre es falsch, den Gegensatz zwischen Tracht und Mode bis in die Gegenwart fortzuschreiben, die heutigen Formen der Tracht und des Tracht-Tragens also in jenem Bereich des relativ Unverrückbaren einzugliedern. Tracht ist gerade nicht mehr das selbstverständlich Tradierte-diese Selbstverständlichkeit und insoweit „Natürlichkeit“ kommt eher der modischen Kleidung zu; Tracht dagegen ist etwas ganz bewusst Gepflegtes, das einen bestimmten Stellenwert im Kulturgefüge hat. Tracht demonstriert Tradition, und zwar auf möglichst malerische Weise“
Zusammenfassung der Kapitel
Volkskunde – ein Fach mit Geschichte: Dieses Kapitel führt in die Grundbegriffe der Volkskunde und Ethnologie ein und beleuchtet die historische Entwicklung der universitären Lehre sowie die mit dem Fach verbundene Ausgrenzungspraxis.
Gesellschaft: Das Kapitel definiert den Kulturbegriff der Empirischen Kulturwissenschaft als permanenten Aushandlungsprozess und thematisiert die geschichtliche Auseinandersetzung mit Klassenstrukturen.
Gesundheit, Krankheit,Heilung: Hier wird der Wandel von der traditionellen Volksmedizin zur modernen volkskundlichen Gesundheitsforschung aufgezeigt, wobei Krankheit als kulturell ausgehandeltes Phänomen verstanden wird.
Ernährung: Das Kapitel analysiert die kulturellen Normen, die den Umgang mit Nahrungsmitteln bestimmen, und beleuchtet den historischen Wandel von der Mangelgesellschaft zur globalisierten Konsumkultur.
Jenseits des Alltags: Diese Sektion untersucht Rituale als essenzielle Instrumente zur Gemeinschaftsstiftung, wobei besonders auf Übergangsriten und ihre wissenschaftliche Erforschung eingegangen wird.
Glaubenssachen: Das Kapitel beleuchtet Glaubenspraktiken jenseits institutioneller Theologie und diskutiert Konzepte wie Volksfrömmigkeit, Magie und Okkultismus.
Bekleidung: Abschließend wird Bekleidung als soziokulturelles Signal untersucht, wobei insbesondere Funktionen wie Schutz, Scham und Schmuck sowie die symbolische Bedeutung von Tracht und Uniform hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Europäische Ethnologie, Volkskunde, Empirische Kulturwissenschaft, Kultur, Identität, Nation, Alltagskultur, Ritualforschung, Volksmedizin, Ernährungskultur, Soziale Ungleichheit, Habitus, Glaubenspraxis, Bekleidung, Tracht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Einführung in die Europäische Ethnologie und Volkskunde, indem sie die historischen Hintergründe, zentralen Konzepte und die Vielfalt der Forschungsobjekte des Faches beleuchtet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte des Fachs, Alltagskulturen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bekleidung sowie die Analyse von Ritualen, Glaubenspraktiken und sozialen Strukturen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die systematische Darstellung der theoretischen Fundamente und der forschungspraktischen Entwicklung des Fachs, um ein Verständnis für die kulturelle Konstruktion des Alltags zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche Methoden, darunter die historische Analyse, die teilnehmende Beobachtung, die Diskursanalyse und den komparativen Vergleich zwischen verschiedenen Kulturräumen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Lebensbereiche: von der Entwicklung des akademischen Fachs über soziale Ungleichheit und Ernährungspraktiken bis hin zu komplexen Themen wie Gesundheit, Ritualen und der symbolischen Funktion von Kleidung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Europäische Ethnologie, Kultur, Identität, Alltagskultur, Ritual, Volksmedizin, Ernährung, soziale Ungleichheit und Tradition.
Wie unterscheidet die Ethnologie "Volkskunde" von "Völkerkunde"?
Die Volkskunde beschäftigt sich traditionell mit dem eigenen (europäischen) Volk, während die Völkerkunde (heute Ethnologie) sich auf fremde, meist außereuropäische Kulturen konzentriert, wenngleich diese Trennung zunehmend als konstruiert hinterfragt wird.
Welche Bedeutung hat das Konzept der "Dichten Beschreibung" für die Forschung?
Nach Clifford Geertz ermöglicht die dichte Beschreibung, Daten nicht nur als nackte Fakten zu betrachten, sondern sie durch Einbezug von Kontext und Hintergrundwissen als kulturelle Bedeutung zu interpretieren.
Wie hat sich der Begriff der "Tracht" im Laufe der Zeit gewandelt?
Die Tracht wird nicht mehr als archaisches, unveränderliches Erbe gesehen, sondern als bewusst gepflegtes kulturelles Zeichen, das oft erst in modernen Kontexten (z. B. auf Volksfesten) oder als bewusste Abgrenzung konstruiert wurde.
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- Ana Barisic (Autor), 2019, Einführung in die Europäische Ethnologie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493600