Sozialpolitik in der DDR


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

Zusammenfassung

Vorwort

1. Grundlagen allgemeiner Sozialpolitik – Versuch einer Definition

2. Entwicklung unseres sozial politischen Systems

3. Sozialpolitik im politischen System der DDR und ihre Funktion
3.1 Ideologische- vs. Praktische Sozialpolitik der DDR
3.1.1 Ideologische Sozialpolitik
3.1.2 Praktische Sozialpolitik

4. Der Mythos sozialer Gleichheit in der DDR

5. Elemente der Sozialpolitik in der DDR
5.1 Arbeitsplatzgarantie
5.2 Familienbezogene Sozialpolitik
5.3 Gesundheitspolitik der DDR

6. Sozialpolitik der DDR im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland

7. Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

In dieser Hausarbeit werden wir, Kamil Wrona und Steven Nicolaus, uns mit der Sozialpolitik der ehemaligen DDR befassen, welches bereits in der Veranstaltung BHC 23 „Grundlagen der Sozial- und Gesundheitspolitik“ im Sommersemester 2005 an der Universität Bielefeld von Dr. Thomas Schott, M.A. und Dipl.-Soz. Susanne Hartung, M.A. und den Teilnehmern diskutiert worden ist. Dabei werden wir im Laufe der Ausarbeitung einige inhaltliche Bereiche herausgreifen und diese näher diskutieren. Mit dieser Hausarbeit sollen stichhaltige Aspekte einer vergangenen politischen Ära in Bezug auf Ihre sozial politische Ordnung herauskristallisiert werden.

Im ersten Abschnitt dieser Hausarbeit, nach dem Vorwort, werden wir einen kurzen Überblick der Grundlagen allgemeiner Sozialpolitik vorstellen und dabei versuchen eine minimale Definition des Begriffs Sozialpolitik herauszustellen.

Im zweiten Abschnitt befassen wir uns kurz mit dem Werden des sozialpolitischen Systems in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Schwerpunkt dabei liegt bei den Anfängen der Sozialpolitik.

Nach diesen grundlegenden Informationen zum Thema Sozialpolitik, werden wir im dritten Abschnitt das sozialpolitische System der DDR ausführlich darstellen. Dabei werden wir im fünften Abschnitt einige uns als wichtig erscheinende inhaltliche Bereiche herausgreifen um diese näher zu diskutieren, nachdem wir im vierten Abschnitt einen kurzen Exkurs über den „Mythos sozialer Gleichheit in der DDR“ vornehmen, welches als Überleitung dienen soll.

Der sechste Abschnitt stellt kurz einen Vergleich der sozialpolitischen Systeme der BDR und DDR dar, um die wesentlichen Unterschiede herauszustellen. Dabei werden wir auch versuchen Vor- und Nachteile der vorliegenden Systeme aufzuführen.

Im siebten und letzten Abschnitt befassen wir uns schließlich mit einem angemessenen Fazit bzw. einer stichhaltigen eigenen Kritik zur Thematik. Dabei werden wir vor allem eine eigene Meinung zum Thema einfließen lassen und sowohl positive als auch negative Aspekte des sozial politischen Systems der DDR diskutieren.

Diese Arbeit beruht, soweit nicht anders gekennzeichnet, auf den in den Vorlesungen gemeinsam erarbeiteten Ergebnissen und der von uns verwendeten Literatur. Zitierte Vorlesungsinhalte sind dabei nicht als solche von uns gekennzeichnet worden.

Vorwort

Erich Honecker formulierte in seinem Bereicht an dem IX. Parteiltag der SED in Berlin 1986 die Erfolge des sozialpolitischen Systems der Deutschen Demokratischen Republik:

„Unser Volk hat auf Grund der Entwicklung der Produktivkräfte und der sozialistischen Produktionsverhältnisse einen Lebensstandard erzielt wie noch nie in seiner Geschichte. Arbeitslosigkeit ist für uns ein Begriff aus einer anderen, fremden Welt. Gewährleistet sind uns soziale Sicherheit und Geborgenheit, Vollbeschäftigung, gleiche Bildungschancen für alle Kinder des Volkes“[1].

Insbesondere die Arbeitsplatzsicherheit gilt heutzutage noch mit Abstand als die beste Errungenschaft des vergangenen sozial politischen Systems der DDR. Doch gilt es auch andere wesentliche Aspekte und Strukturen der Sozialpolitik der DDR, wie z.B. die Sozialversicherung, Gesundheitswesen, Familienpolitik, Wohnungspolitik, soziale Sicherheit etc. und insbesondere auch die gesamte sozial politische Ordnung auf Leistungen und Mängel zu untersuchen, um damit eine realistische Vorstellung über das sozial politische System der DDR aufzuzeigen.

Der Gesamtfragestellung dieser Hausarbeit soll zunächst ein Überblick über Grundlagen der Sozialpolitik vorangestellt werden. Dies soll der allgemeinen Übersicht dienen und einen angemessenen Übergang zur Thematik schaffen.

1. Grundlagen allgemeiner Sozialpolitik – Versuch einer Definition

Sozialpolitik im weitesten Sinn umfasst alle Maßnahmen, die zur Ordnung des gesellschaftlichen Lebens nach bestimmten Wertvorstellungen beitragen. Im Lexikon, wird Sozialpolitik definiert als „Sammelbegriff für die Maßnahmen (…) deren Ziel es ist, nach herrschenden Wertvorstellungen die ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen einzelner oder Gruppen zu verbessern“ (vgl. W. Fuchs – Heinritz et al., 1994).

Nach Gerhard W. Brück (1981) hat zunächst einmal bezogen auf eine gültige Definition das sog. Heyd’sche Axiom Gültigkeit: Politik werde, sei es als soziale oder als nicht – soziale Politik, immer „nach Maßgabe geglaubter Werte“ betrieben[2]. Dies zeigt zunächst auf, dass eine Definition, wie sie im Lexikon vorzufinden ist, die Grundlage der Sozialpolitik ausreichend erfasst. Doch müssen nach Brück (1981) anscheinend noch andere Komponenten für eine stichhaltige Definition einbezogen werden.

Brück (1981) unterscheidet in seinem Versuch einer gültigen Definition zunächst einmal zwischen theoretischer und praktischer Sozialpolitik, die sich in zwei Wirkungsfelder aufgliedert. Theoretische Sozialpolitik bezieht sich auf den Versuch einer allgemeingültigen Definition. Nach Brück (1981) aber bringe die theoretische Sozialpolitik die verschiedensten Vorstellungen hervor, so dass Definitionen in der Literatur entsprechend heterogen auftreten. Die auf verschiedene Wirkungsfelder aufgegliederte praktische Sozialpolitik beinhaltet nach Brück (1981) eine regionale und eine funktionale Komponente:

- Regionale Sozialpolitik stellt sich als nationale, zwischenstaatliche, internationale und supranationale Sozialpolitik dar (vgl. G. W. Brück, 1981).
- Funktionale Sozialpolitik subsumiert die Sozialpolitik für Arbeitnehmer, alte Menschen, Kinder und Jugendliche etc. (vgl. G. W. Brück, 1981).

In diesem Zusammenhang bedingen sich nach Brück (1981) die theoretische und praktische Seite der Sozialpolitik gegenseitig, so dass man daraus folgende Definition, mit der sich arbeiten lässt, aufstellen kann:

„Sozialpolitik ist eine aufgrund geglaubter Werte versuchte oder tatsächliche Einflussnahme auf die sozialen (und damit natürlich auch gesellschaftlichen) Bedingungen, unter denen die Menschen leben“.

Brück (1981) ergänzt, dass solch eine Einflussnahme sowohl „bewusst“ als auch „unbewusst“ erfolgen kann.

Eine solche Definition soll nun auch als Hintergrundinformation bezogen auf die gesamte Thematik dieser Hausarbeit dienen. Wir werden uns nämlich, nach einem kurzen Überblick über das Werden des sozial politischen Systems in der BRD, mit der Eigenart des sozial politischen Systems der DDR beschäftigen und damit immer auch einen Bezug zu der von Brück (1981) aufgestellten Definition über Sozialpolitik herzustellen zu versuchen.

2. Entwicklung unseres sozialpolitischen Systems

Im Zuge der Industrialisierung gab es im 19Jhd. erste soziale Maßnahmen um die Arbeit als Antwort auf die „Maßlosigkeit des Kapitalismus“ und die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, insbesondere der „gewöhnlichen“ Arbeiter. Dabei sollten vor allem die Arbeitsverhältnisse von Kindern und Jugendlichen humaner gestaltet werden. In den 80er Jahren des 19Jhd. setzte sich Reichskanzler Bismarck für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein.

Unter den vielen wichtigen Gesetzesentwürfen sind vor allem die als die „drei Säulen der Bismarck’schen Gesetzgebung“ bekannten Regelungen, das Krankenversicherungsgesetz (um 1883), das Unfallversicherungsgesetz (um 1884) und das Altersversicherungsgesetz (um 1889), hervorzuheben. Eine solche Führung sozialer Politik war damals einzigartig in der Geschichte der Menschheit.

Selbst noch nach dem 2. Weltkrieg hatte das mittlerweile weit ausgebaute System jahrzehntelang fast problemlos funktioniert. Inhaltlich bot es die beste Unterstützung und Förderung der sozial Schwächeren. Allerdings gab es nach der Teilung der Bundesrepublik mit Ende des zweiten Weltkrieges auch einige wesentliche strukturell und inhaltlich aufkommende Unterschiede im sozialpolitischen System der geteilten Regionen zu verzeichnen. Insbesondere bedingt durch die unterschiedlich geprägte Staatsführung (Demokratie vs. Sozialismus) In Deutschland aber ist insgesamt betrachtet durch die sozialpolitischen Maßnahmen des Staates, der Unternehmer und Verbände ein vorbildliches System der sozialen Sicherung entstanden.

[...]


[1] Erich Honecker, Bericht des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands an den XI. Parteitag, Berlin 1986, S. 6

[2] Heyde, Ludwig, Sozialpolitik (II/Allgemeines), HWdSWiss., Bd. 9, S. 547.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Sozialpolitik in der DDR
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Grundlage der Sozial- und Gesundheitspolitik
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V49365
ISBN (eBook)
9783638458382
ISBN (Buch)
9783640858569
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpolitik, Grundlage, Sozial-, Gesundheitspolitik
Arbeit zitieren
BSc. Kamil Wrona (Autor), 2005, Sozialpolitik in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49365

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