Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, die sozialen Auswirkungen der Rohstoffförderung auf die Bevölkerung Westpapuas zu analysieren.
Der erste Bereich dieser Ausarbeitung widmet sich dem ersten bekannten Auftreten und den allgemeinen Eigenschaften von Gold, Silber und Kupfer. Im Folgenden wird auf das Verfahren der Rohstoffgewinnung inklusive der weiteren Verwendung in den jeweiligen Sektoren eingegangen. Im Anschluss werden soziale Auswirkungen der Rohstoffgewinnung im Allgemeinen behandelt, indem einzelne Auswirkungen mit Bezug zu anderen Ländern durch Beispiele erläutert werden.
Der zweite Bereich beschäftigt sich mit dem politischen Kontext der Region Westpapua. Hier wird die Zusammenarbeit zwischen dem Suharto-Regime und dem Bergbaukonzern FreePort McMoRan Inc. erläutert. Diese wird anhand von Beispielen untersucht und begründet das Interesse Indonesiens, trotzt negativem Einfluss auf das Leben der lokalen Bevölkerung, den Abbau von den edlen Rohstoffen fortzusetzen.
Zum Abschluss der Arbeit wird die Grasbergmine und das dort Rohstofffördernde Unternehmen FreePort Indonesia betrachtet, wie auch dessen Beteiligung an den sozialen Zuständen in Westpapua. Zudem werden darauf basierend diverse soziale Auswirkungen des Rohstoffabbaus in Westpapua analysiert, die sich auf die Schwerpunkte Menschenrechtsverletzungen und Bedrohungen der indigenen Bevölkerung begrenzen. Im Fazit folgt auf Basis von bereits ausgearbeiteten Aspekten eine kritische Auseinandersetzung und Einschätzung der sozialen Auswirkungen, die durch den Abbau von metallischen Rohstoffen entstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Abbau von Gold, Silber und Kupfer
2.1 Allgemeine Informationen zu Gold, Silber und Kupfer
2.2 Das Verfahren der Rohstoffgewinnung
2.3 Vorkommen und Verwendung der Rohstoffe
2.4 Auswirkungen des Rohstoffabbaus
3. Westpapua – Die Zusammenarbeit mit dem Suharto-Regime
4. Gold-, Silber- und Kupferabbau auf Westpapua
4.1 Grasberg-Mine
4.2 PT Freeport Indonesia
5. Auswirkungen des Gold-, Silber- und Kupferabbaus auf Westpapua
5.1 Menschenrechtsverletzungen
5.2 Bedrohungen der indigenen Bevölkerung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die sozialen Auswirkungen des Abbaus von Gold, Silber und Kupfer durch internationale Bergbaukonzerne auf die indigene Bevölkerung in der Region Westpapua in Indonesien unter Berücksichtigung politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
- Grundlagen zur Gewinnung und Verwendung metallischer Rohstoffe
- Politischer Kontext der Zusammenarbeit zwischen dem Suharto-Regime und Bergbaukonzernen
- Sozioökonomische und ökologische Folgen der Grasberg-Mine
- Verletzungen von Menschenrechten an der lokalen Bevölkerung
- Existenzbedrohung indigener Völker wie der Amungme und Kamoro
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Verfahren der Rohstoffgewinnung
Da in der Natur diese Rohstoffe meist gediegen4 vorkommen, besteht die Schwierigkeit in der Gewinnung der Rohstoffe vor allem darin, es von dem Gestein zu trennen, in dem es enthalten ist. Diese Gesteine sind als Metallerze bekannt.5 Die modernsten Arten der Rohstoffgewinnung sind spezielle Verfahren mit giftigen Stoffen, da diese im Vergleich zu den klassischen Varianten, wie des Goldwaschens, effektiver sind und eine 50% Erhöhung des Ertrags bewirken.6 Diese Ausarbeitung fokussiert sich auf folgende drei Verfahren der Rohstoffgewinnung:
Amalgamationsverfahren und Cyanidlaugerei für Gold und Silber, wie auch das Floating für Kupfer. In dem Amalgamationsverfahren wird das Gold oder Silber mit Quecksilber zu einer flüssigen Legierung gelöst. In dieser Legierung werden die Edelmetalle von dem Gestein getrennt und setzten sich wegen ihrer hohen Dichte am Gefäßgrund ab. Dort kann es leicht abgetrennt werden. Zum Schluss wird das Quecksilber durch leichtes Erhitzen abdestilliert, wobei nun das Rohmetall zurückbleibt.
Bei der Cyanidlaugerei, die seit den 70er Jahren in großem Umfang eingesetzt wird, werden die Edelmetalle mit dem höchst giftigen Stoff Blausäuresalz-Cyanid aus dem zermahlten Gestein gelöst. Das Erz muss im ersten Prozess staubfein gemahlen werden und dann mit der Extraktionslösung Natriumcyanid in Anwesenheit von Luft besprüht werden. Die daraus entstehende Lauge sickert dann durch das Gestein und löst das Edelmetall heraus. Das hochgiftige Sickerwasser wird in Rückhaltebecken gesammelt, in denen die Edelmetalle mit Zink extrahiert werden können. Nach diesem Prozess der Aufkonzentrierung kann das begehrte Rohmetall durch Filtern, Waschen, Trocknen und Schmelzen gewonnen werden. Als Nebenprodukt fällt der Zinkstaub als brauner Schlamm aus der Lösung.7
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung metallischer Rohstoffe dar, verdeutlicht den sogenannten Rohstofffluch und definiert das Ziel der Arbeit, die sozialen Auswirkungen der Förderung in Westpapua zu untersuchen.
2. Der Abbau von Gold, Silber und Kupfer: Dieses Kapitel erläutert die Eigenschaften der Metalle, die Methoden der Rohstoffgewinnung wie Cyanidlaugerei und Floating sowie deren Verwendung und allgemeine soziale Folgen in verschiedenen Ländern.
3. Westpapua – Die Zusammenarbeit mit dem Suharto-Regime: Es wird die historische Entwicklung Westpapuas, die politisch motivierte Manipulation der Abstimmung von 1969 und die Kollaboration des Suharto-Regimes mit ausländischen Konzernen beleuchtet.
4. Gold-, Silber- und Kupferabbau auf Westpapua: Dieses Kapitel detailliert den Betrieb der Grasberg-Mine durch PT Freeport Indonesia und die daraus resultierenden ökologischen Schäden durch Abraum sowie die Unternehmenspraxis.
5. Auswirkungen des Gold-, Silber- und Kupferabbaus auf Westpapua: Hier werden spezifische Menschenrechtsverletzungen und die existenzielle Bedrohung der indigenen Völker, insbesondere der Amungme und Kamoro, durch Landraub und Umweltzerstörung analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die negativen sozialen Auswirkungen des Bergbaus für die lokale Bevölkerung zusammen und fordert einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen sowie einen Wandel in der Politik.
Schlüsselwörter
Westpapua, Goldabbau, Kupferabbau, Grasberg-Mine, PT Freeport Indonesia, Rohstofffluch, Indigene Bevölkerung, Menschenrechtsverletzungen, Suharto-Regime, Umweltschäden, Amungme, Kamoro, Landraub, Nachhaltigkeit, Rohstoffgewinnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sozialen Konsequenzen, die der Abbau von Gold, Silber und Kupfer in der Region Westpapua für die dort lebende indigene Bevölkerung mit sich bringt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Rohstoffgewinnung, der politische Kontext in Indonesien unter Suharto, die Aktivitäten von PT Freeport Indonesia sowie Menschenrechtsaspekte und die Lebenssituation der indigenen Stämme.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die sozialen Auswirkungen der Rohstoffförderung auf die Bevölkerung Westpapuas kritisch zu analysieren und den sogenannten Rohstofffluch am Beispiel der Grasberg-Mine zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Berichte, Studien und vertragliche Dokumente auswertet, um die soziale Situation vor Ort zu rekonstruieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die technischen Grundlagen des Bergbaus erläutert, danach die historische und politische Ausgangslage Westpapuas dargestellt und schließlich die spezifischen Auswirkungen des Abbaus auf Menschenrechte und indigene Lebensweisen aufgezeigt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Westpapua, Rohstofffluch, Grasberg-Mine, Menschenrechte, PT Freeport Indonesia und die indigene Bevölkerung.
Welche Rolle spielt der "Act of Free Choice" in diesem Kontext?
Er wird als politisch manipulierte Entscheidung beschrieben, die den Weg für die militärische Annexion Westpapuas und die wirtschaftliche Ausbeutung durch internationale Konzerne wie Freeport-McMoRan ebnete.
Wie beeinflusst die Transmigrationspolitik die Situation der Indigenen?
Sie führt zur gezielten Ansiedlung Javaner, was Spannungen verschärft, die indigene Kultur marginalisiert und die lokale Bevölkerung in ihrem eigenen Land zu Fremden macht.
Warum werden die Amungme und Kamoro besonders hervorgehoben?
Diese Völker sind die direkten Landbesitzer der Region, in der die Grasberg-Mine operiert, und sind am stärksten von der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen, Vertreibung und der Missachtung ihrer kulturellen sowie religiösen Identität betroffen.
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- Johann Froehlich (Author), 2016, Der Abbau von Gold, Silber und Kupfer in Westpapua und die sozialen Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493691