Akteure, Verlauf und Bedeutung der civil rights movement


Hausarbeit, 2015
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

lnhaltsverzeichnis

1.EINLEITUNG

2. DIE SIT-IN´S ALS PROTESTAKTION
2.1 BALTIMORESIT–IN´S–READ´SDRUGSTORE
2.2 DIESITZBLOCKADEINGREENSBORO

3.DERMARSCHAUFWASHINGTON

4.PERSONENVONWICHTIGKEIT FÜR DIE BEWEGUNG
4.1 DR.MARTIN LUTHER KING JR. UND SEIN TRAUM
4.2 MALCOMLITTLEAKAMALCOMX

5.DIE BLACK PANTHER PARTY – EINE „EIGENE“ BEWEGUNG
5.1.DIEBLACKPANTHERPARTYUNDIHREGESCHICHTE
5.2.ZEHN-PUNKTEPROGRAMMDERBLACKPANTHERPARTY

6.FAZIT

7.LITERATUR-UND QUELLENVERZEICHNIS

1. Einleitung

I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: "We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal." 1 Martin Luther King Jr. 28. August 1963.

Zu den bedeutendsten und nachhaltigsten sozialen Bewegungen in den vergangenen einhundert Jahren zählen die Civil rights movements in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bewegung stand nicht nur für Freiheit und Gleichberechtigung, sondern auch für Akzeptanz, Gerechtigkeit und vieles mehr. Von der Sklaverei bis zur Wahl eines afroamerikanischen Präsidenten, war es ein langer und schwerer Weg. Jedoch zeigt gerade die Tatsache, dass aktuell ein afroamerikanischer Präsident das Oberhaupt der USA ist, dass die Zielen, welche damals noch Träume waren, heute keine mehr sind, das der Geist der Gleichberechtigung und Akzeptanz wirklich „gelebt“ werden kann. Eines der bekanntesten Passagen aus der Rede, „I have a dream“ von Martin Lu- ther King, welche auch am Anfang dieser Arbeit steht, handelt von einem Traum, der zu dieser Zeit noch ein Traum war. Der Traum Martin Luther Kings, dass die Vereinigten Staaten sich erheben und den wahren Wert ihrer Bedeutung leben und dass alle Men- schen, ganz gleich ob schwarz oder weiß, Frau oder Mann, Schwul oder Heterosexuell, Gleichberechtig sind, ist schon lange kein Traum mehr und nun Realität. Die Civil rights movements waren nicht nur für die USA eine der wichtigsten sozialen Bewegun- gen, sondern auch in anderen Ländern haben sie dazu beigetragen, dass die Gleichbe- rechtigung und Akzeptanz gelebt wird. Ich habe mich bewusst für dieses Thema ent- schieden, nicht nur aufgrund meiner amerikanischen Herkunft, sondern auch, da ich finde das dieses Thema besondere Aufmerksamkeit verdient. Gerade ich als Lehramts- student bin der Auffassung, dass diesem Thema im Schulunterricht viel zu wenig Auf- merksamkeit geschenkt wird, bis gar keine.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit eben dieser Thematik der Civil rights mo- vements. Sie geht der Frage nach, welche Meilensteine die Bewegung zu dem gemacht hat, was sie in der heutigen Geschichte darstellt. Des weiteren wird sie auf die wichtigs- ten Personen der Bewegung Eingehen. Das erste Kapitel wird sich mit dem Thema rund um die ersten „Sit – In´s“ befassen. Wo fanden diese statt? Wer nahm daran teil? Im zweiten Kapitel wird gezielt auf den Marsch auf Washington eingegangen. Welches waren die Beweggründe, von welchen Personen/Organisationen ging die Initiative aus und was wurde dadurch erreicht? Das dritte Kapitel wird sich mit den wichtigsten Akt- euren der Bewegung befassen und ihren Werdegang kurz skizzieren. Im letzten Kapitel werde ich auf eine Organisation besonders eingehen, die Black Panther Party. Die Se- minararbeit schließt mit einem Fazit ab. Folgende grafische Darstellung soll den Aufbau der Arbeit verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau der Arbeit2

2. Die Sit-In´s als Protestaktion

Eine der ersten Aktivitäten, zu beginn der Bewegung, waren die sogenannten Sit-In´s, zu deutsch Sitzblockaden. Die Demonstrationsform der Sit-In´s gilt als eine gewaltfreie Protestform, beziehungsweise auch als Form des zivilen Ungehorsams und des zivilen Widerstandes. Die Aktivisten beziehen dabei Position an verschiedene Orte, umso den regulären Betrieb zu stören und ein Zeichen ihrer Überzeugungen zu setzen. Besonders beliebt war diese Form des gewaltfreien Widerstandes in den 50er und 60er Jahren bei Studenten. Dieses Kapitel befasst sich mit den zentralen Sit-In´s, bzw. den wichtigsten im Zusammenhang der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika.

2.1 Baltimore Sit – In´s – Read´s Drugstore

Eine der ersten nennenswerten Protestaktion, im Zuge der Bürgerrechtsbewegung war die Sitzblockade in einem Read Drugstore in Baltimore, Maryland. Auch Read´s ver- folgte, wie die meisten Unternehmen in den 50er und 60er Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika, die sogenannte „policy of racial segregation“3. Eine Gruppe afro- amerikanischer studentischer Aktivisten vom Morgan State College und der CORE4 veranstalteten am 20. Januar 1955 eines der ersten Sit-In´s in zwei Filialen der Read´s Kette in Baltimore. Die Sitzblockade dauerte kaum eine halbe Stunde bevor die Aktivis- ten freiwillig die Geschäfte verließen, jedoch war das Ausmaß dieser Aktion erheblich.5 Der Geschäftsführer der Kette nahm bereits am gleichen Tage Stellung; diese Aktion habe zu erheblichen Geschäftseinbußen geführt. Am 22. Januar 1955 gab der Presse- sprecher des Unternehmens bekannt, dass von nun an in sämtlichen Filialen der Kette, alle gleich welcher Hautfarbe bedient werden würden.6. Read´s war damit eines der ersten Geschäfte, die sich von der Rassentrennung distanzierten7. Der Erfolg, den diese ersten Sitzblocken hervorbrachten, fungierte als Katalysator für viele weitere solcher Aktionen unter anderem auch für die Sitzblockade in einem Woolworth in Greensboro.

2.2 Die Sitzblockade in Greensboro

Die Protestaktion in Greensboro, North Carolina, gehört zu den bekanntesten der ge- waltfreien Aktionen während der Bürgerrechtsbewegung. Sie führte zu Aufhebung der Rassentrennung in sämtlichen Woolworth Filialen in den USA. Am 1. Februar 1960, gingen die vier Studenten, Ezell Blair, Franklin McCain, David Richmond und Joseph McNeill vom Agricultural and Technical College of North Carolina (NCA & T), in eine Woolworth Filiale und bezogen Position im geschäftseigenen Restaurant, welches ei- gentlich nur für „Whites Only“, vorgesehen war und warteten darauf, ordentlich bedient zu werden.8 Obwohl ihr Aufenthalt keine Gewalt Ausbrüche zur folge hatte, wurden sie dennoch nicht bedient. Der Manager des Restaurant versuchte die Aktivisten zum gehen zu überzeugen, seine Versuche blieben jedoch ohne Erfolg. Erst als die Woolworth Filiale schloss, verließen die Studenten ihre Plätze ohne auch nur ein Wort zu verlieren9.

Am darauf folgenden Tag bezogen die vier Studenten erneut ihre Position in dem glei- chen Restaurant, jedoch wurden sie diesmal von sechzehn weiteren Studenten der NCA & T begleitet. In den darauf folgenden Tagen stieg die Anzahl der Aktivisten auf mehr als 300 Personen. Es fanden weitere Blockaden in einer Vielzahl von Geschäften in Greensboro statt10. Die Forderung der Aktivisten war die Gleichberechtigung bei der Bedienung in Restaurants; ihre Aktion würde erst aufhören, wenn dieses Ziel erreicht sei. Am 6. Februar 1960 wurde die gesamte Filiale im Interesse der öffentlichen Sicher- heit, aufgrund einer Bombendrohung geschlossen. Obwohl das eigentliche Geschäft bereits zwei tage später seine Türen wieder öffnete, blieb das Restaurant für weitere drei Wochen geschlossen. 11 Auch nach mehreren Verhandlungen seitens der Geschäftsfüh- rung und der Studenten behaarten die Verantwortlichen darauf, dass „Farbige“ weiter- hin keinen Service erwarten dürfen. Durch diese gescheiterten Verhandlungen kam es erneut zu Aufruhen, weshalb das Restaurant der Woolworth Filiale am 2. April 1960 erneut für einige Wochen seinen Betrieb einstellte. In der Zwischenzeit fanden erneut verschiede anderweitige Aktionen in Greensboro, in vielen unterschiedlichen Geschäf- ten, statt12.

Letztendlich wurden am 25. Juli im gleichen Jahr, ohne große Ankündigung seitens der Geschäftsführung, drei „farbige“ Studenten, als diese nach der Wiedereröffnung des Woolworth Restaurants eine neue Aktion anstrebten, bedient. Aufgrund der hohen Ver- luste, die das Unternehmen aufgrund der gesamten Protestaktion einfuhr, wurde in allen Filialen der Kette landesweit die „ racial segregation policy“ aufgehoben. Die gesamte Aktion hatte Auswirkungen auch auf andere Unternehmen, welche im Zuge der landes- weiten Berichterstattungen ebenfalls ihre Firmenpolitik änderten13.

3. Der Marsch auf Washington

„Marsch auf Washington für Jobs und Freiheit“, dies war der Aufruf für die Protestakti- on, die auch heute noch den meisten ein Begriff zu sein scheint. Wenn vielleicht auch nicht unter dem eigentlich Titel der Aktion, jedoch wenn die Worte: „ I have a dream“ fallen, wissen die meisten welche Aktion damit gemeint ist. Am 28 August 1963 ver- sammelten sich ca. 250.000 Menschen vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C.

um das Ende der Rassendiskriminierung in den USA zu fordern14. Die Demonstranten reisten in Sonderzügen, per Anhalten und in Bussen nach Washington an. Schon bereits unter der Präsidentschaft von Franklin D. Rossevelt war ein solcher Marsch auf Washington D. C., der auf die schlechte wirtschaftliche Lage der schwarzen aufmerk- sam machen sollte, in den 40er Jahren geplant, welcher allerdings dann letztendlich nicht stattfand. Seine Idee nicht verworfen, unternahm Asa P. Randolph Anfang der 60er Jahre erneut den Versuch Unterstützer für sein Vorhaben zu finden. Nach anfängli- chen Schwierigkeiten schaffte er es, verschiedene afroamerikanische Bürgerrechtsgrup- pen für seinen Plan zu begeistern, dazu zählten unter Anderem die CORE, SNCC und NAACP. Trotz seiner Besorgnis um die öffentliche Sicherheit, unterstütze der amtie- rende Präsident John. F. Kennedy das Projekt.

Der Platz für die eigentliche Veranstaltung war keineswegs willkürlich gewählt. Der Marsch auf Washington fand ca. Einhundert Jahre nach der Unterzeichnung der Eman- zipations-Proklamation durch Abraham Lincoln, welche die Sklaverei in den amerikani- schen Südstaaten abschaffte, statt. Mit dem sechzehnten Präsidenten der Vereinigten Staaten verbinden die Afroamerikaner, eben durch diese Proklamation, den Beginn der Bürgerrechtsbewegung. Sie gilt als Grundstein ihrer Überzeugungen und ihrer Recht. Unter den Demonstranten waren sowohl „Schwarze“ als auch „Weiße“ Amerikaner. Der ganze Protest wurde von verschiedenen Rednern und Musikern begleitet, darunter Bob Dylan15. Die Rede, welche später in die Geschichte eingehen sollte, wurde auf den Schluss der Veranstaltung gelegt. Martin Luther King Jr. bewegte mit seiner Rede die gesamte Nation und erlangte damit weltweites Aufsehen für die Bewegung und seine Überzeugungen. Er sprach von Gleichberechtigung, von den katastrophalen Zuständen, die auch ein Jahrhundert, nach Abschaffung der Sklaverei bestanden. Er sprach von seinen Traum einer einheitlichen Nation, wo ganz gleich welcher Hautfarbe, Nationali- tät, Geschlecht und sexueller Ausrichtung, alle in Gleichberechtigung miteinander fried- lich leben können.

[...]


1 http#&&www$americanrhetoric$com&speeches&mlkihaveadream$htm" )($',$)'(+" ((#'* Uhr$

2 Eigene Darstellung.

3 Es war Afroamerikanern erlaubt Produkte käuflich zu erwerben, jedoch war es ihnen nicht gestattet Platz zu nehmen, bzw. nur auf gekennzeichneten Plätzen. Meist würde Ihnen auch die Bedienung verwei- gert.

4 Eine Gruppe civil rights Aktivisten. Die CORE hatte ihre Anfänge in Chicago und etablierte sich während der „eigentlichen“ Bewegung zur einer der Organisationen der Civil Rights Movements.

5 http://articles.baltimoresun.com/2011-02-08/business/bs-bz-reads-sit-in-20110201_1_civil-rights-rosa- parks-baltimore-heritage, 29.07.2015 10:27 Uhr.

6 Ebd.

7 Ebd.

8 CHONG,1991, S.133.

9 NEWMAN, 2004, S. 70.

10 NEWMAN, 2004, S. 71

11 CHONG, 1991, S.134.

12 CHONG, 1991, S. 135

13 NEWMAN, 2004, S.74.

14 HÄRTEL. 2009. S. 96.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Akteure, Verlauf und Bedeutung der civil rights movement
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V493736
ISBN (eBook)
9783668996335
Sprache
Deutsch
Schlagworte
akteure, verlauf, bedeutung
Arbeit zitieren
Marcel Maximilian Arnemann (Autor), 2015, Akteure, Verlauf und Bedeutung der civil rights movement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/493736

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