Südostasien weist im weltweiten Vergleich die höchsten Zuwachsraten bei den internationalen Touristenankünften auf. Nach Angaben der World Tourism Organization (WTO) lag das durchschnittliche Wachstum zwischen 1980 und 1993 bei 8,3%, der weltweite Durchschnitt bei 4,3%. Selbst in den Jahren, die durch die Asienkrise stark betroffen waren, im Zeitraum von 1990 bis 2000 waren 5,6% Zuwachs zu verzeichnen, der weltweite Zuwachs stagniert bei 4,3% (WTO, 2002). Diese Zuwachsraten bewirkten eine Steigerung des Anteils Südostasiens am weltweiten Tourismus von 4,8% im Jahr 1993 auf 5,4% im Jahr 2000. Auch die Bruttodeviseneinnahmen aus dem Tourismus, 1993 lagen diese nach Angaben der WTO bei 18,9 Mrd. US$, weisen einen jährlichen Zuwachs von 15% auf, der weltweite Durchschnitt liegt bei 8,7%.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Einführung in den Untersuchungsraum
2. Tourismus in Südostasien
3. Stellung des Tourismus - wirtschaftliche Auswirkungen
3.1 Leistungsbilanzeffekte
3.2 Beschäftigung und Einkommen
3.2.1 Beherbergungsgewerbe
3.2.2 Reiseveranstalter
3.2.3 Touristengeschäfte
3.2.4 Touristisches Transportgewerbe
3.2.5 Informeller Sektor
4. Tourismus und Umwelt - Nachhaltige Entwicklung?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Relevanz des Tourismussektors für die südostasiatischen ASEAN-Staaten und analysiert dabei sowohl die positiven wirtschaftlichen Impulse wie auch die damit verbundenen ökologischen und strukturellen Herausforderungen. Der Fokus liegt auf der Frage, inwiefern der Tourismus als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung dienen kann, ohne dabei die natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden.
- Wirtschaftliche Bedeutung und Leistungsbilanzeffekte des Tourismus
- Beschäftigungsstrukturen in verschiedenen Tourismusbranchen
- Analyse des Beherbergungsgewerbes und der Rolle transnationaler Hotelketten
- Die Rolle des informellen Sektors in Tourismuszentren
- Ökologische Herausforderungen und Ansätze für eine nachhaltige Tourismusentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Beherbergungsgewerbe
Transnationale Hotelketten sind in unterschiedlichen Eigentums-, Beteiligungs- und Vertragsverhältnissen eingebunden. In der Regel sind die Hotelketten nicht die Eigentümer. Wichtige Formen der Beteiligung sind:
− Managementverträge und/oder Übereinkommen zur technischen Zusammenarbeit mit Hotels einheimischer Eigner,
− Aktienbesitz und Kontrolle oder Kreditvergabe und Management,
− Leasing von Hotels einheimischer Eigner
− Franchise Verträge
(Vorlaufer, 1996).
Gründe für die vertragliche Bindung der zumeist einheimischen Eigner an eine transnationale Hotelketten gibt es viele. Zum einen fördert die Nutzung eines international bekannten Markennamens die Vermarktung, des weiteren wird so der Zugang zu den internationalen Reservierungssystemen ermöglicht. Kettenspezifische Werbung und gemeinsames Marketing senken die Kosten, genau wie die Übernahme effizienter Arbeitsvorgänge, Verwaltungsverfahren und Einrichtungssysteme. Der Einsatz international erfahrener Manager und Führungskräfte ermöglich die Ausbildung und das Training des einheimischen Personals. Alles in allem werden so ein besserer Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten und eine höhere Kreditwürdigkeit durch die Annahme bekannter und renommierter Marken ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung - Einführung in den Untersuchungsraum: Dieses Kapitel stellt die ASEAN-Staatengemeinschaft vor und verdeutlicht die wirtschaftliche und demografische Heterogenität zwischen den Mitgliedsländern.
2. Tourismus in Südostasien: Hier werden die Zuwachsraten der internationalen Touristenankünfte analysiert und die Unterschiede in der Aufenthaltsdauer sowie den Herkunftsregionen beleuchtet.
3. Stellung des Tourismus - wirtschaftliche Auswirkungen: Dieser Abschnitt bewertet die ökonomische Rolle des Tourismus, insbesondere durch die Analyse von Leistungsbilanzeffekten, Sickerraten und der Beschäftigungsstruktur in verschiedenen Sektoren wie Beherbergung und Transport.
3.1 Leistungsbilanzeffekte: Untersuchung des Devisenabflusses durch Importe und ausländische Beteiligungen sowie die Bedeutung der Tourismuseinnahmen für die nationale Wirtschaft.
3.2 Beschäftigung und Einkommen: Detaillierte Betrachtung der einkommensschaffenden Wirkung des Fremdenverkehrs und der Rolle verschiedener Tourismusbetriebe.
3.2.1 Beherbergungsgewerbe: Analyse der Beteiligungsformen transnationaler Hotelketten sowie der Bedeutung von Klein- und Mittelbetrieben.
3.2.2 Reiseveranstalter: Beschreibung der Aktivitäten von Agenturen und Kleinbetrieben in der Vermittlung touristischer Dienstleistungen.
3.2.3 Touristengeschäfte: Erläuterung der Bedeutung von Verkaufsstätten und deren Verflechtung mit dem traditionellen Handwerk.
3.2.4 Touristisches Transportgewerbe: Darstellung der verschiedenen Verkehrsbetriebe von staatlichen Strukturen bis hin zu internationalen Mietwagen-Gesellschaften.
3.2.5 Informeller Sektor: Untersuchung der Rolle informeller Arbeitsverhältnisse wie Straßenhandel und Garküchen im touristischen Umfeld.
4. Tourismus und Umwelt - Nachhaltige Entwicklung?: Diskussion der ökologischen Risiken des Tourismus, insbesondere in fragilen Ökosystemen, und der Notwendigkeit regulatorischer Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft.
Schlüsselwörter
Tourismus, Südostasien, ASEAN, ökonomische Entwicklung, Leistungsbilanz, Deviseneinnahmen, Beherbergungsgewerbe, informeller Sektor, Nachhaltigkeit, Umweltbelastung, Beschäftigung, Regionalentwicklung, Tourismusstruktur, Sickerrate, Reiseveranstalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomische Rolle des Tourismus für die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern des ASEAN-Raumes unter Berücksichtigung struktureller und ökologischer Aspekte.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die ökonomischen Auswirkungen wie Devisenströme, Beschäftigungseffekte in verschiedenen Branchen des Fremdenverkehrsgewerbes sowie die ökologischen Konsequenzen einer ungeplanten touristischen Expansion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Tourismus in Südostasien wirtschaftliche Impulse setzt und welche Hürden und ökologischen Risiken einer nachhaltigen Entwicklung in der Region entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von statistischem Datenmaterial, Veröffentlichungen der World Tourism Organization (WTO) sowie Fachliteratur zur Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der wirtschaftlichen Auswirkungen (Leistungsbilanz, Beschäftigung in verschiedenen Sektoren) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den ökologischen Herausforderungen und nachhaltigen Lösungsansätzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Tourismusökonomie, ASEAN, Sickerraten, transnationale Hotelketten, informeller Sektor und nachhaltige Entwicklung.
Welche Rolle spielen transnationale Hotelketten im südostasiatischen Raum?
Sie sind ein bedeutender Faktor, der durch Markennamen und internationale Reservierungssysteme zur Vermarktung beiträgt, jedoch auch hohe Anforderungen an Managementverträge und Importe stellt.
Warum ist der "informelle Sektor" für den Tourismus relevant?
Er bietet eine schnelle Entfaltungsmöglichkeit bei beginnendem Tourismus und sichert vielen Einheimischen durch kleine Betriebe wie Garküchen oder Souvenirverkauf eine Einkommensgrundlage.
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- Sebastian Fuchs (Author), 2002, Die Bedeutung des Tourismus in Südostasien für die ökonomische Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49416