Musik und Migration. Italienische Einwanderer in Argentinien und ihre Rolle bei der Entstehung und Entwicklung des Tango Argentino


Bachelorarbeit, 2018
64 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Forschungsbericht und methodische Vorbemerkungen

2. Diversitat des Tango und italienische Masseneinwanderung nach Argentinien

3. Die italienischen Einwanderer und das Umfeld des fruhen Tangos (1880-1917)
3.1 Periphere Vorstadt (Arrabal) und Mietshauser (Conventillos)
3.2 Prostitution und Frauenmangel
3.3 Tango in den Vergnugungsstatten von Buenos Aires
3.3.1 Die Cafes von La Boca
3.3.2 Academias und andere Tanzlokale
3.3.3 Sainete Criollo und Zirkus
3.4 Die italienischen Einwanderer in ihrer Rivalitat mit den Kreolen
3.5 Intuitive StraBenmusiker

4. Italienische Einwanderer als Teil der Entwicklung des Tangos der Alten Garde
4.1 Problematisierung der italienischen Prasenz unter den Musikern der Alten Garde
4.2 Die Italiener und die Instrumente der Alten Garde
4.3 Die Verbreitung des Tangos wahrend der Alten Garde
4.4 Zwei beispielhafte Musiker der Alten Garde? Vicente Greco (1888-1924) und Ernesto Ponzio (1885-1934)

5. Fazit und Ausblick zur besonderen Relevanz des Themas

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung, Forschungsbericht und methodische Vorbemerkungen

An der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert war die „Grande Emigrazione Italiana“, die massenhafte Auswanderung aus Italien, das erste gesamtitalienische, alle Regionen in umfassender Weise betreffende Phanomen des jungen Nationalstaats in den Jahrzehnten nach seiner Grundung 1861.1 Es waren die Jahrzehnte, in denen sich vor allem mit der „Agrarfrage“, der Industrialisierung, dem demografischem Anstieg und der Geburt von sozialen christlichen wie sozialistischen Bewegungen, die auf die Armut der Bauern und Arbeiter antworteten, viele generelle Konflikte und Probleme stellten, die das gesamte junge Italien betrafen und daher auch Auswanderungsstrome aus allen Regionen auslosten.2

Gerade fur Argentinien, das ab der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts zu einem der groBten Auswanderungsziele der Italiener avancierte, war der italienische Einfluss entscheidend in allen Bereichen: Sowohl in der Wirtschaft, wie auch Gesellschaft und Kultur.3

Auch fur den Tango Argentino, der 2009 von der UNESCO insbesondere wegen der Diversitat seiner kulturellen Wurzeln zum immateriellen Weltkulturerbe erklart wurde4, stellt die europaische Immigration, und darin speziell die massenhafte italienische Immigration einen wichtigen Part dar.

Das Untersuchungsobjekt der Arbeit ist daher Folgendes: Der Tango Argentino soll in seiner Anfangs- und ersten Entwicklungsphase zwischen 1880 und 19175 aus einer sozialgeschichtlichen und kontextorientierten Perspektive auf seine Beziehung zu den italienischen Einwanderern untersucht werden. Dem Rahmen der Arbeit gemaB und dem Thema entsprechend liegt der Fokus geographisch gesehen dabei auf der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, die im Konsens der Forschung die geographische Wiege des Tango Argentino ist.6

Der zeitliche Rahmen der Arbeit wird konkret auf der einen Seite durch den Beginn der statistisch belegten italienischen Masseneinwanderung ab 18767 und den groben Enstehungszeitraum des Tango Argentino um 1880 festgelegt8, auf der anderen Seite durch das Ende der ersten massenhaften Einwanderungswelle 19149 und das Ende der musikalischen Epoche der sogenannten Alten Garde „Guardia Vieja“ 191710. Die Arbeit verwendet dabei eine weite Definition des Begriffs „Guardia Vieja“ im Sinne eines Zeitrahmens von 1880-191711, setzt aber im Gegensatz zum Begriff „fruher und entstehender Tango“ noch mehr den Akzent auf die steigende Entwicklung, Popolarisierung und Formierung des Tangos bis 191712. Abgegrenzt ist die Arbeit in jedem Fall von allen spateren Formen des Tango, wie dem Tango cancion ab 1917 und dem Tango der Neuen Garde.13 Wichtig ist die Betonung darauf, dass es sich bei der Arbeit weder um musikwissenschaftliche (kein Fokus auf musikalische Entwicklung im Spiegel des Notentexts) noch um literaturwissenschaftliche (kein detaillierter Fokus auf das italienische Element in der Poesie des Tango) oder linguistische Werkanalysen (kein Fokus auf das sprachliche Element im Tango) handeln wird, sondern dass eine kultur- und sozialgeschichtliche, kontextorientierte, realgeschichtliche Betrachtungart von Musik, Text und Tanz des Tango im Fokus stehen wird, die jedoch die Thematiken der kunstlerischen Produktionen des Tango durchaus verwendet, um Beziehungen mit dem realen Kontext zu verdeutlichen.

Im Hinblick auf die Migration widmet sich die Arbeit nach den Klassifikationen und Formen von Migration nach Dirk Hoerder, Jan und Leo Lucassen14 vor allem der Immigrationsphase, trotzdem aber wird in in einigen Teilen der Arbeit auch die erste Phase der Migration, in der die Wanderungsbereitschaft entsteht und entschieden wird, d.h. die Beschaftigung mit dem regionalen Ausgangskontext der Emigration, eine Rolle spielen.15

Hinsichtlich des Forschungsstands ist zu problematisieren, dass die wissenschaftliche Literatur, die sich gezielt mit dem italienischen Part in der Geschichte des Tango Argentino in der ausgewahlten Phase beschaftigt, sehr sparlich ist: Meine Arbeit versteht sich insofern als Fortfuhrung des Forschungsdesiderats, das Camilla Cattarulla mit ihrem 2016 veroffentlichten Aufsatz auf der Intemetseite des Archivio Storico dell'Emigrazione Italiana16, einer der wichtigsten Zeitschriften und Portale zur italienischen Emigrationsgeschichte, sowie auch Ricardo Ostuni in seiner Einleitung zu einer der neuesten Publikationen zu diesem Thema17 aufgriff. Cattarulla antwortete mit ihrem Beitrag auf die fehlende und zu kurz geratene Beschreibung der Bedeutung der italienischen Einwanderer in der urbanen Musikkultur Argentiniens, und besonders im Tango18. Zwar existieren mit Pozzi19 und Annecchiarico20 zwei neuere Monografien, die sich genau mit dem Thema auseinandersetzen, jedoch uberwiegen in diesen stark die Beschaftigung mit den anderen Epochen der Tangogeschichte und eine fast ausschlieBlich biographische Beschaftigung mit den groBen Namen des Tango cancion ab 1917. Ein weiteres stark zu kritisierendes Problem ist, dass viele Werke der Tangohistoriker, die versuchen die italienische Masseneinwanderung und ihre Beziehung zum fruhen Tango der Anfange und Alten Garde im Zeitrahmen 1880-1917 darzustellen, den italienischen Part leider nahezu immer nur mit Texten spaterer Epochen belegen.21 Naturlich kann bei den Thematiken spaterer Tangoepochen auch von einer Ruckbezuglichkeit22 und einem Wiederaufgreifen ausgegangen werden, aber Erkenntnisse zur Geschichte des fruhen Tango lassen sich durch solche zeitlich verschobenen Forschungsberichte und Quellen schwer gewinnen. Generell ist letztlich als Problem der Thematik festzustellen, dass in allen allgemeinen Standardwerken zur Tangogeschichte, die diese Arbeit versucht zu berucksichtigen, die italienischen Immigranten zwar in allen moglichen Kontexten vorkommen, allerdings immer verstreut und kaum gezielt, gesammelt und vertiefend berucksichtigt werden.

Auf dieser Grundlage versucht die Arbeit in einer Balance aus verschiedenen Forschungsrichtungen Antworten auf die Rolle der Italiener bei der Enststehung und Entwicklung des Tango Argentino bis 1917 zu finden: Sie versucht dabei neben den Werken und Aufsatzen, die sich ganz konkret mit der Thematik befassen wie Annecchiarico23 Pozzi24 und Cattarulla25, Forschungsliteratur zur italienischen Masseneinwanderung wie Devoto26 oder dem historisch-statistischen Teil bei Veith27, Standardwerke zur Geschichte des Tango wie „La historia del tango“28 Birkenstock29 und Vidart30, Literatur mit explizit sozial- und realgeschichtlichem Zugang wie Prato31 und Castro32, sowie Werke und Aufsatze zu Spezialfeldern des Tangos wie Moroni33 und Fiorani34 zu kombinieren. Sprachlich entspricht dies einer Kombination aus spanischer, italienischer, englischer und deutscher Forschungsliteratur.

Die Arbeit ist sich dabei im Klaren, dass sie eine historisch sehr schwierig zu erfassende Epoche der Tangogeschichte35 und auch ein schwieriges Thema, weil selten in der Forschungsliteratur explizit behandelt, aufgreift und deswegen an bestimmten Stellen nur fragmentarisch eine Antwort geben kann, da dies den bestmoglich erarbeiteten Forschungsstand widergibt. Im Fokus dieser Arbeit steht deswegen vor allem die Frage, die Frage nach Antworten zur Rolle der Italiener in der Fruhphase des Tango Argentino auf Grundlage der bestmoglichen Forschungserarbeitung und Belegsituation, und nicht das Ziel einer vollkommen „abgerundeten“ Arbeit.

Hinsichtlich der Quellen stehen aus den problematisierten Grunden fur die Arbeit nur die Thematiken der Tangotexte des Zeitraums 1880-1917 im Fokus36, zum Zweiten Texte des argentinischen Volkstheaters Sainete Criollo37, die von Tangos begleitet wurden, sowie drittens sozialgeschichtliche Quellen zur Kulturgeschichte von Buenos Aires im behandelten Zeitraum, die einzeln an den entsprechenden Stellen naher erlautert werden. Im Hinblick auf die Verwendung der Tangotexte und Texte des Sainete als Spiegel der historischen Kontexte orientiert sie sich vor allem daran, was der Historiker Julio Mafud, in seinem Werk zur Soziologie des Tango38 sowie der Sozialhistoriker Donald S. Castro in seinem Werk zur Sozialgeschichte des argentinischen Tangos39 vertritt, namlich den Tango in der von dieser Arbeit ausgewahlten Phase als Chronisten der Zeit zu sehen, der Elemente der Alltagswelt aufnimmt und soziale Entwicklungen zeigt.40

Die Arbeit mochte der Leitfrage dabei in folgender Weise nachgehen: Zunachst soll der historische Rahmen hinsichtlich der Diversitat des Tangos und der italienischen Masseneinwanderung im Allgemeinen als essenzielle Basis fur die folgenden Kapitel dargestellt werden. Dann wahlt die Arbeit einen systematischen Zugang zum Thema, indem sie im dritten Kapitel das Umfeld des fruhen Tango zwischen 1880 und 1917 auf die Prasenz der italienischen Einwanderer, die Grande fur diese Prasenz und die Bedeutung dieser Prasenz untersuchen mochte. Dabei widmet sie sich den peripheren Vorstadten von Buenos Aires (Arrabales) und deren Mietshausern (Conventillos), dem bordellhaften Hintergund des Tangos und dem Frauenmangel, dem Tango in anderen Vergnugungsstatten von Buenos Aires, der Rivalitat zwischen italienischen Einwanderern und Kreolen und dem Phanomen der intuitiven StraBenmusiker als Charakteristikum der fruhen Tangogeschichte.

Im vierten Kapitel geht es dann um die Prasenz und die von den italienischen Einwanderern geschaffenen Vorraussetzungen in der Entwicklung und Formierung des Tangos der Guardia Vieja. Hierbei wird zunachst auf die allgemeine nominelle Prasenz eingegangen, dann auf die Entwicklung des Instrumentariums, die Verbreitung des Tangos mit einem besonderen Schwerpunkt auf den italienischen Drehorgelspielern, und mit Vicente Greco und Ernesto Ponzio auf zwei beispielhafte Protagonisten im Kontext der Zeit. Am Schluss der Arbeit steht ein Fazit, sowie ein Ausblick zur besonderen Relevanz und groBeren Zusammenhangen des Themas.

2. Diversitat des Tango und italienische Masseneinwanderung nach Argentinien

Wer sich mit der Frage nach der Enstehung und dem langen Weg zur Geburt des Tango Argentino befasst, trifft auf eine Vielzahl von Theorien. Dabei ist es essentiell, zu begreifen, dass bisher kein Forscher, der sich mit dem Tango befasst hat, einen einzigen alleingultigen Weg gefunden hat, den Enstehungsort, die Enstehungszeit und die Etymologie des Wortes Tango eindeutig festzulegen.41 edoch ist allen verschiedenen Theorien zur Entstehung des Tango und der Erklarung seines Stammbaumes Folgendes gemein: Sie verweisen alle auf die Diversitat der Provenienzen dieses Genres, so wie auch die UNESCO Definition den Tango als Zeichen der kulturellen Diversitat und des Dialogs in der Region des Rio de la Plata, der Geburtsregion des Tangos sieht.42 Dies basiert darauf, dass die Geschichte des Tango nicht unabhangig von anderen bereits davor existierenden Tanzen und unterschiedlichen kulturellen Einflussen betrachtet werden kann, die alle ihren jeweiligen Kontribut zur Entstehung des Tangos leisteten.

In der Erforschung der Geschichte des Tango Argentino ist man sich einig, dass der Zeitraum 1880-1917 grob als der Zeitraum zu betiteln ist, in dem man von der Geburt des Tangos sprechen kann, da er hier hier begann sich von seinen Vorformen zu etablieren43 und seine ersten Schritte innerhalb der Guardia Vieja tatigte.44 Doch ist man sich genauso einig daruber, dass er nicht aus dem Nichts entstand, sondern in Beziehung steht zu Pragungen und Vorlaufern aus verschiedenen Richtungen: Die Forschung kennt dabei verschiedene Wege: Der Tango wird zum Einen von der Habanera, einem kubanischen popularen Tanz, der durch spanische Matrosen in der Mitte des 19. Jh. ins Gebiet des Rio de la Plata kam, abgeleitet.45 Zweitens wird er durch die Einflusse und Tanze der afroargentinischen Sklaven und deren Nachfahren im 19. Jh., vom Genre des Candombe abgeleitet.46 Drittens wird auch die stadtische Milonga, ein dem Tango verwandter Tanz, der als popularer frohlicherer kreolischer47 Vorlaufer schon vor dem Tango fester Bestandteil der urbanen Tanz- und Festkultur in Argentinien war, als entscheidend pragend gesehen.48 Viertens legten die Payadores, traditionelle Sanger urspunglich aus dem landlichen Kontext stammend, mit ihren sozialen und politischen Themen ebenfalls Grundsteine fur den Tango, genauso wie auch Theorien zu spanischen Einflusse aus dem Mutterland wie andalusische Tanze genannt werden mussen.49 Was letzlich aber als besonders zu betonender Einfluss ubrig bleibt, ist die Prasenz europaischer Immigranten50, und darin in massenhafter Weise von Italienern, im Zuge der Masseneinwanderungswelle 1876-1914, um die es in dieser Arbeit gehen wird. Fetszuhalten ist, dass der Tango nicht aus dem Nichts entstanden ist, sondern verschiedene Vorformen hatte, bevor es dann zur eigentlichen Geburt des Tangos um die Jahrhundertwende kam. In dieser Arbeit wird es zwar nicht darum gehen, auf die vorher genannten noch embryonalen Formen des Tangos oder verschiedenen anderen kulturellen Vorformen und Pragungen neben der Italienischen einzugehen, doch ist es wichtig, fur die lange StraBe bis zur Geburt des Tango und die verschiedenen Provenienzen und kulturellen Anteile zu sensibilisieren und den Tango als ein Produkt von vielen Seiten zu sehen, bevor man sich nun der genaueren Frage nach der Rolle der Italiener stellt und den Tango im Zusammenhang der italienischen Masseneinwanderungsphase betrachtet.

Wie bereits in der Einleitung anfangs skizziert, traf eine wahre italienische Masseneinwanderung Argentinien und seine Hauptstadt Buenos Aires um die Jahrhudnertwende mit 2,27 Mio. Italienern die von 1861- 1920 nach Argentinien einwanderten.51 Von 1871-1910 stellten sie dabei von allen Einwanderern immer die Mehrheit (immer uber 50% )52. Es war fur die La-Plata-Region und vor allem fur seine Hauptstadt Buenos Aires eine extrem bedeutende demographische Expansion:

Wurden im Jahr 1869 in Argentinien insgesamt 1,8 Mio. Einwohner gezahlt, davon 180.000 in Buenos Aires, waren es nur 45 Jahre spater 1914, 8 Mio. Einwohner, wovon 1,5 Mio. in Buenos Aires ansassig waren.53 Im Jahr 1895 etwa ist statistisch belegt, dass von Buenos Aires 663000 Einwohnern, mit 27, 3% die Italiener (181000) die groBte Gruppe waren.54 Bedingt wurden diese Zahlen durch folgende politische Umstande: In Argentinien setzte nach dem Sturz Rosas im Jahre 1852 eine Phase der nationalen Konsolidierung ein, wobei die argentinische Regierung plante mit britischem Kapital nun die Pampa und die sudlichen Territorien der Provinz Patagonien zu erschlieBen und dort Land- und Viehwirtschaft aufzubauen.55 Dafur wollte die Regierung diese Regionen mit einer gezielten Einwandererungspolitik besiedeln lassen.56 Daher wurde in Europa mit der Aussicht als einfacher Bauer oder Landarbeiter in kurzer Zeit zum Besitzer von Land aufsteigen zu konnen, fur eine Uberfahrt nach Argentinien geworben.57 Da die Pampa aber gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollstandig unter wenigen GroBgrundbesitzern aufgeteilt war, konnten sich die ankommenden Immigranten, die eigentlich mit der Hoffnung auf rasche Verbesserung ihrer finanziellen Verhaltnisse und das Erlangen des Besitzes von Land aus Europa kamen, oft nur als Feldarbeiter oder Pachter verdingen; zudem wurden die Bodenpreise so in die Hohe

getrieben, dass auch kleine Grundstucke fur die Einwanderer unbezahlbar waren.58 Gleichzeitig fuhrten die Industrialisierungsprogramme zur Entwurzelung von einheimischen Bauern wie auch der Bewohner der Pampa, den Gauchos, worauf diese zusammen mit den Einwanderern in die Stadt zuruckkehrten, um nach einer besseren Lebenssituation zu suchen.59 Die Regierung unterstutzte aber weiterhin die Immigrationsbewegung, um den noch immer nicht gedeckten Mangel an Arbeitskraften fur ihre Projekte zu decken.60 In den 1880er Jahren war daher eine planlose Masseneinwanderung und Bevolkerungsexplosion Argentiniens die Folge.61

Da die Immigranten fast ausschlieBlich uber den Hafen von Buenos Aires ankamen und ein GroBteil gleich dort blieb oder spater dorthin gezwungenermaBen zuruckkehrte, entwickelte sich Buenos Aires zu einem Tummelplatz verschiedener Sprachen und Kulturen.62 Die italienischen Immigranten, die seit 1880 in einem jahrlichen Rhythmus von 60000-70000 in Argentinien eintrafen, setzten sich dabei fast alle in Buenos Aires und Umgebung nieder.63 Buenos Aires wurde so im Zeitraum von 1870 ( ca. 200 000 Einwohner) bis 1900 (800 000 Einwohner) zu einer der Stadte mit dem weltweit groBten Bevolkerungswachstum.64 Insbesondere durch die statistisch belegte Verlagerung der Berufe der italienischen Einwanderer vom Land in die Stadte zeigt sich dieser gewaltige Umbruch, der mit der Einwanderungsphase 1876-1929 stattfand.65

Welche durschschnittlichen Typen muss man sich dabei unter den Immigranten vorstellen?

Wie vor allem die Annalen der Einwanderungsbehorden in Argentinian belegen, waren unter den Italienern in der Mehrheit vor allem sehr arme Landarbeiter und (Klein-)Bauern, sowie Tagelohner und einfache Arbeiter aus dem Bausektor.66

Bezuglich der regionalen Provenienz ergibt sich im Zeitraum von 1880-1890 folgendes Bild: Zwei Drittel der Italiener (63,8%) stammten aus Norditalien, Suditalien (23,7%) und Mittelitalien (12,5%) traten zunachst eher unspektakular hervor.67

Ab 1891 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ergab sich dann ein Wandel, wobei nun die Suditaliener den dominerenden Zuwachs (42,2%) bildeten, wahrend Norditalien (36,7%) und Mittelitalien (19,8%) zuruck blieben.68 Alle Regionen waren jedoch wie gezeigt in umfassender Weise betroffen.

Letztlich ist allerdings auch zu thematisieren, dass es angesichts vieler geplatzter Auswanderertraume auch eine hohe Ruckwanderungsrate gab. Viele Ruckwanderer (zwischen 1891 und 1915 48,5%) kehrten nach enttauschten Erwartungen in die Heimat zuruck, wobei die Personen, die aus dem Norden stammten, und die dort fortschreitende Industrialisierung als leicht verbesserte Kondition in der Heimat wahrnahmen, uberwiegten, wahrend fur die aus dem Mezzogiorno stammenden Personen die Forcierung einer Ruckkehr eher genauso perspektivlos war.69 Ein anderes Motiv war allerdings auch, dass viele fur die Ruckreise nicht die notigen finanziellen Mittel aufbringen konnten.70 Der Erste Weltkrieg bewirkte dann erst einmal einen Stau des Einwanderungsflusses und fuhrte sogar zu einem negativen Migrationssaldo, da vor allem viele Italiener auswanderten, um in Europa fur das Vaterland zu kampfen.71

AbschlieBend kann mit diesen beiden einfuhrenden Kontextualisierungen zum musikalischen (die Wurzeln des Tango) und zum migratorischen Teil (die Masseneinwanderung nach Argentinien um die Jahrhundertwende) nun konkret auf die italienischen Immigranten als Teil des Umfelds des Tango und als Teil der Alten Garde eingegangen werden.

3. Die italienischen Einwanderer und das Umfeld des fruhen Tangos (1880-1917)

Mehrere Milieus und Themenfelder pragten den Tango von Anfang an72 und spielen eine Rolle in der Forschungsliteratur zur Phase des Tango zwischen 1880-1917.

Daher nimmt das folgende Kapitel einen systematischen Zugang vor, und sucht nach den Spuren der italienischen Einwanderer in den pragenden Feldern Conventillo, bordellhafter Hintergund und Frauenmangel, anderen Vergnugungsstatten von Buenos Aires, dem uberall prasenten Themenfeld der Rivalitat zwischen Immigranten und Kreolen, sowie dem Phanomen der intuitiven StraBenmusiker in dieser Phase des Tango.

3.1 Periphere Vorstadt (Arrabal) und Mietshauser (Conventillos)

In der in Kapitel 2 geschilderten Situation, in der es vielen Einwanderern nicht gelungen war, im Hinterland FuB zu fassen, und die deshalb in die Hafenstadt Buenos Aires zuruckkehrten73, oder sowieso nach Ankunft geblieben waren74, kamen noch Tausende von arbeitlosen Landarbeitern und Gauchos aus der Pampa, die in die schnell wachsenden GroBstadte zuruckkehrten, hinzu75, wodurch dort nun ein groBer Platzmangel, hohe Arbeitslosigkeit und Elend herrschte.76 Aus diesen politisch-wirtschaftlichen Verhaltnissen und der demographischen Bevolkerungsexplosion resultierte die Entwicklung der armlichen Vororte von Buenos Aires, der sogenannten Arrabales mit ihren Mietshausern (Conventillos) die zu einem der sozio-kulturellen Nahrboden des Tangos wurde, und den von den Tangoforschern sogenannten „Tango orillero77 " produzieren sollte.

Diese Arrabales oder auch „zona orilla“ bezeichneten den Stadtrand von Buenos Aires, also den Ubergang zur argentinischen Pampa, und waren nicht nur ein geographischer Begriff, sondern auch ein metaphorischer Ausdruck fur die dortige soziale Realitat und die Umbruche der Stadt Buenos Aires78 die erst durch die Migration um die Jahrhunderwende mit geschaffen wurden.79 Die migratorische Welle, deren Teil die Italiener in massenhafter Weise waren, definierte also erst die Grenzen der Stadt80. Die Rander der Stadt Buenos Aires verwandelten sich in gigantische Siedlungen, in denen die hauptsachlich italienischen Immigranten in den Mietshausern auf engstem Raum mit der kreolischen Unterschicht zusammen wohnten.81 Das soziale Elend und die schlechten Lebensverhaltnisse, die beide Gruppen betrafen, lassen sich zunachst einmal besonders gut in Zahlen belegen. Im Jahr 1879 gab es in Buenos Aires 1.770 solcher Conventillos, die eine Bevolkerung von ca. 52000 Menschen beherbergte.82 1887 waren es 116000 Menschen in den 2835 Conventillos der Stadt.83 1889 waren es schon 3.000 Conventillos, die 125000 Personen beherbergten.84 Zwar waren die individuellen Monatsmieten fur die Einwanderer zwischen 7 und 9 Pesos sehr gering, aber nur deswegen, weil die Zimmer mit durschnittlich 6 Bewohnern uberfullt waren.85 Das zeigt wie eng und unhygienisch86 die Verhaltnisse dort gewesen sein mussten. Wie Cattarulla in Ihrem Aufsatz noch spezifischer darstellt, geht man davon aus, dass ein italienischer Immigrant sich im Durschnitt mit uber 100 Personen sanitare Anlagen und Kuche teilte, und das oft ohne jegliche Form von Belichtung oder Heizung.87

Mit ein Grand dafur war, dass die reiche Oberschicht, den Grand und die Hauser, die jetzt zu den Conventillosiedlungen umfunktioniert wurden, zuvor in den 1860er und 70er Jahren verlassen hatten88 die Regierung aber nun keine baulich-sanitaren AnpassungsmaBnahmen vornahm.89 Die schlechten Wohnverhaltnisse und hygienischen Bedingungen fuhrten daher auch zu schnellen Ausbreitungen von Epidemien in den Vierteln.90

Ein weiterer Aspekt war ebenfalls die hohe Rate von Kriminalitat, Probleme zwischen den verschiedenen Nationalitaten und Prostitution die in den Conventillos existierten91, was in den folgenden Kapiteln (Tango und Prostitution) sowie (Die Italienischen Einwanderer in ihrer Rivalitat mit den Kreolen) noch genauer besprochen wird. Die inoffiziellen Titel, die die einzelnen Siedlungen wie z.B. das bonaerensische Viertel San Telmo trugen, namlich „Los dos mundos“ oder Babilonia“, verweisen aber bereits auf diese damit zusammenhangenden Probleme.92

Genau diese geschilderten schlechten Lebensverhaltnisse in den peripheren Vorstadten (Arrabales) von Buenos Aires und deren Mietshausern (Conventillos), zu denen die Immigranten genauso wie die kreolische Unterschicht gehorten, wurden dann zu den ersten Thematiken des Tangos in der Phase ab 1880. Die meisten der kurzen Texte, der fruhen Tangos (1880-1917) sind in diesem Milieu verortet und bringen die Frustration eines Protagonisten aus dem Arrabal zum Ausdruck, wofur etwa „El choclo“ (1898)93, „El portenito“ (1903)94 und auch „El carrero y el cochero“ (1910) als Beispiele gelten konnen.95 Zwar werden den italienischen Immigranten dabei keine Texte oder Titel ausschlieBlich gewidmet, aber sie konnen mit dem beschriebenen Hintergundwissen als Teil des gesamten Milieus gesehen werden96 Noch deutlichere Beispiele dafur liefert aber ein kleiner quellentechnischer Umweg:

Wie es bereits Castro in seiner Sozialgeschichte des Tangos thematisiert, konnen als Spiegelbild der Welt und Hintergrunde des fruhen Tangos auch die Stucke des Sainete Criollo, des argentinischen Volkstheaters, die von extra dafur komponierten Tangos zum Text begleitet wurden, dienen.97 Als konkrete Quellenbeispiele lassen sich etwa Texte wie das Werk von Nemesio Trejo (1862-1916) „Los Inqulinos“ aus dem Jahr 1907 und Pachecos (1881-1924) Theaterstuck „Los disfrazados“ aus dem Jahr 1906 dazu heranziehen.98 Bei „Los inquilinos“ haben wir den Fall, das in das Stuck ein Tango, der „Tango de los Inqulinos“ eingebaut war, der extra fur das Stuck geschrieben worden war.99 Thema des Stucks war das politisch-soziale Elend von Immigranten und Kreolen in den beschriebenen Siedlungen, auf die Spitze getrieben dann im „Tango de los Inquilinos“: Zu diesem wurde in gesungener Form die Bitte sowohl des Kreolen als auch des Immigranten an einen groBen Lord der Elite vorgetragen, die schlechten Lebensverhaltnisse des Arrabal zu verandern.100 Auch bei Pachecos (1881-1924) Theaterstuck „Los disfrazados“ aus dem Jahr 1906 diente ein Tango als Begleitung101 zur Beschreibung des harten Alltags in einem Conventillo, mit seinen Bewohnern (Immigranten und Kreolen als Charaktere).102 Dass das Sainete einen stark realistischen Bezug hatte und keine erfundenen Themen wahlte, zeigen etwa der Ruckgriff auf reale Ortlichkeiten wie die tatsachlich beruhmte Tango Bar Marconi oder das Auftauchen von realen Personen wie Rosendo Mendizabal, des Komponisten eines der ersten identifizierbaren Tangos „El entrerriano“ (1897).103

Neben den schlechten Wohnverhaltnissen, die also die italienischen Immigranten mit den anderen Bewohnern in der Lebensrealitat teilten, und die dann Widerspiegelung im fruhen Tango fanden, muss auch ein weiterer Aspekt genannt werden, der zum sozialen Leid, der standigen Schwermut und des Elends in den Texten des fruhen Tangos gehort104 und an dem die Immigranten groBen Anteil hatten: Die gesellschaftlichen Spannungen, die Ausgrenzung von Macht und Besitz sowie die Diskriminierung durch die Elite Argentiniens.

Man darf sich Argentinien zur Zeit der Masseneinwanderung bis ungefahr 1910 nicht anders als Zweiklassengesellschaft vorstellen.105 Das bedeutet, dass ca. 95% der Bevolkerung zur Unterschicht gehorten und im Arrabal lebten, wobei Aufstiegsmoglichkeiten in ihren Berufen als Hilfsarbeiter, Maurer oder Dienstpersonal kaum existierten106 Die staatlichen Beschlusse und eigentlichen Zusicherungen von Schutz und Land (und damit verbundenen Versprechungen von Reichtum oder gesellschaftlichem Aufstieg) wurden gerade gegenuber den Einwanderern auf einmal nicht mehr forciert.107

Die Menschen im Arrabal wurden zudem von der argentinischen Elite stark diskriminiert.108 Die „zona orillera" galt als unzivilisiert und barbarisch.109 Quellen fur die Diskriminierung der Einwanderer lassen sich vor allem aus vielen Traktaten der kulturellen Elite, wie Essayisten und Schriftstellern finden.110 Besonders zu den italienischen Einwanderern ist hier Eugenio Cambaceres 1887 erschienener Roman „El sangre“ zu nennen, indem er die charakterliche und auBerliche Hasslichkeit der Italiener hervorhebt, die sich durch das Blut vererbt, woraus dann ganz naturlicherweise die erbarmlichen Lebensumstande resultieren.111 Auch der Essayist Ramos Meija betont die Dummheit und Tragheit des Einwanderers112 genauso wie der Intellektuelle Estrada113 die gesamte Zone des Arrabal und seine Bewohner als Brutstatte des Bosen bewertet. Dies waren Konsensgedanken und keine seltsamen Ausnahmemeinungen, sondern Teil einer ganzen Generation.114

Vor diesem Hintergund verwundert es nicht, dass deswegen der Tango als ein kulturelles Produkt der Bewohner der Arrabales von der argentinischen Oberschicht stark verunglimpft und abgelehnt wurde.115

Ein weiterer Teil des sozialen Leids aller Bewohner im Arrabal und Conventillo war, dass auch mogliche Proteste gegen die Lebenssituation verhindert oder stark reglementiert wurden. Ein Beispiel fur diese Proteste ist der Mieterstreik von 1907, bei dem groBe Teile der Bevolkerung der Conventillos gegen stadtverwalterischen OrdnungsmaBnahmen und Raumungen in den Conventillos protestierten, was sofort unterdruckt wurde.116 Generell war

die Polizeiprasenz in den Conventillos deswegen hoch.117

Dazu gehorten neben den Mieterstreik-Unterdruckungen von 1907 auch die standige Gefahr, dass die Polizei wie so oft im behandelten Zeitraum die Kaschemmen, Academias und Lokale wegen hohem Alkosholkonsum,Gewalttatigkeiten und Streitereien schlieBen lieB118. Die Folge von all dem waren die massiven Generalstreiks nicht nur 1907, sondern auch 1909 und 1910, die Argentinien zu einem weltweit fuhrenden Land in der Kategorie „Streik“ machten.119

Interessant wird an dieser Stelle nun wieder die Verbindung zur Widerspiegelung im Tango, und dem Bezug zu den italienischen Immigranten.

Viele derer, die in das Schreiben der Tangos, die im Kontext der Conventillos entstanden, involviert waren, waren nicht nur Teil der Unterschicht, sondern auch Teil von radikaleren Arbeiterbewegungen. Als ein Beispiel dafur ist Juan de Dios Filiberto (1885-1964) zu nennen, der ein popularer Tangoschriftsteller war, aber auch gleichzeitig als ein gefahrlicher Agitator eingestuft war120.

[...]


1 Bevilacqua, Piero: Storia dell'emigrazione italiana [Bd.1 Partenze], Rom 2001, S.11; sowie auch Carchedi, Francesco/ Vitiello Mattia (Hrsg.): L'Emigrazione dalla Calabria. Percorsi migratori, cosistenze numeriche ed effetti sociali, Todi 2015, S. 9.

2 Vgl. auch dazu etwa die Einleitung bei Carchedi et al. (Hrsg.): Emigrazione, S.9.

3 Vgl. dazu Bande wie etwa: Manrique, Zago/Doval, Eva (Hrsg.): Italia en la Argentina: L'Italia in Argentina, Buenos Aires 1995.

4 http://www.unesco.org/archives/multimedia/?pg=33&s=films details&id=319 (Stand 5.12.2018)

5 orientiert sich an Castro, Donald S.: The Argentine Tango as a Social History 1880-1955. The Soul of the People, San Francisco 1990, S.6.

6 Vgl. dazu als zwei anschauliche Beispiele: Collier, Simon: Die Geburt des Tango: 1880-1920, in: Ders. et al. (Hrsg.) : jtango! Mehr als nur ein Tanz, Munchen 1995, S.19f; oder etwa Castro: Argentine Tango, S.6.

7 Veith, Daniel: Italienisch am Rio de la Plata. Ein Beitrag zur Sprachkontaktforschung, Frankfut 2008, S. 16.

8 Vgl. dazu Castro: Argentine Tango, S.6; oder etwa auch die Liste der ersten Tangos bei Selles, Roberto: El tango y sus dos primeras decMas (1880-1900), in: Ders. et al. (Hrsg.) : La Historia del Tango (Tomo 2), Buenos Aires 1977, S.161f.

9 Vgl. dazu den statistisch-historischen Teil bei Veith: Rio de la Plata, S. 18.

10 Vgl. dazu etwa Castro: Argentine Tango, S.6.

11 Die Arbeit orientiert sich hierbei an einem weiten Begriff der Alten Garde, beginnend mit den ersten bekannten Tangos ab 1880, so wie ihn das Kapitel in Castros Sozialgeschichte „Guardia Vieja 1880-1920“ verwendet., siehe Castro: Argentine Tango, S.89.

12 Ebd., S.89f.

13 Vgl. dazu Birkenstock, Arne/Ruegg, Helena: Tango.Geschichte und Geschichten, Munchen 2000, S.5 und 140; sowie auch Castro: Argentine Tango, S.6f.

14 Hoerder, Dirk/ Lucassen, Jan/Lucassen, Leo (Hrsg.): Terminologien und Konzepte in der Migrationsforschung, in: Bade, Klaus J. et al. (Hrsg.): Enzyklopadie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Paderborn 2007, S. 28-54.

15 Vgl. dazu ebd., S. 32.

16 Cattarulla, Camilla: Un bastimento carico di note: musica, musicisti e cantanti italiani in Argentina, auf https://www.asei.eu/it/2016/03/un-bastimento-carico-di-note-musica-musicisti-e-cantanti-italiani-in-argentina/ (Stand 3.12.2018).

17 Ricardo Ostunis Prefacio in: De Concilio, Nicola: Tango. Testi e Contesti. L'elemento italiano nella poesia tanghuera, Trento 2015, S.12.

18 Cattarulla, Camilla: Un bastimento, Absatz nach FuBnote 1 (Da im Aufsatz keine Seitenzahlen enthalten sind, verfahrt die Arbeit mit der Angabe der FuBnoten im Text als Orientierung).

19 Pozzi, Piergiorgio: Quanto sangue italiano nel tango argentino, Pregassona 2006.

20 Annecchiarico, Sabatino Alfonso: Tango tano. I migranti italiani nel tango argentino, Mailand 2017.

21 Dies ist explizit der Fall im Kapitel zum italienischen Einwanderer im Zeitraum der Alten Garde bei Birkenstock/Ruegg: Tango, S.40-53; sowie auch zum Beispiel ganz klar bei De Concilio der zwar uber die Italiener in Argentinien im Zeitraum 1870-1930 schreiben mochte aber dann im entsprechenden Quellenkapitel nur Belege, die nicht aus der Alten Garde stammen, verwendet siehe De Concilio: Tango, S.149-207.

22 Vgl. dazu etwa Birkenstock/Ruegg: Tango, S.126.

23 Annecchiarico: Tango tano.

24 Pozzi: Quanto sangue.

25 Cattarulla: Un bastimento.

26 Devoto, Fernando: Storia degli Italiani in Argentina, Rom 2007.

27 Veith: Rio de la Plata.

28 Selles, Roberto/Benaros, Leon (Hrsg.) : La Historia del Tango (Tomo 2), Buenos Aires 1977; sowie auch Pesce, Ruben et al. (Hrsg.): La Historia del Tango (Tomo 3), Buenos Aires 1977.

29 Birkenstock/Ruegg: Tango.

30 Vidart, Daniel: El tango y su mundo, Montevideo 2007.

31 Prato, Paola: La musica italiana. Una storia social dall^Unita a oggi, Rom 2010.

32 Castro: Argentine Tango.

33 Moroni, Marco: Emigranti, dollari e organetti, Ancona 2004.

34 Fiorani, Flavio: Geografie del Tango, in: Contemporanea 9 (2006).

35 Vgl. dazu etwa Erlauterungen zur Geschichtlichkeit der Epoche bei Collier: Geburt, S.51.

36 Veroffentlicht in den kommentierten Anthologien von Gobello, Jose/Stilman, Eduardo (Hrsg.): Las letras del tango de Villoldo a Borges, Buenos Aires (Editorial Brujula) 1966; sowie Benedetti Angel H. (Hrsg.): Las mejores letras de Tango. Antologia de doscientas cincuenta letras, cade una con su historia, Buenos Aires (Seix Barral) 1998; sowie auch Vilarino, Idea (Hrsg.): Tangos, antologia, Buenos Aires (Centro Editor de America Latina) 1981, Vol. 1.

37 Die Skripte, auf die dann nochmal jeweils einzelnen verwiesen wird, sind kommentiert und komplett zu finden bei Ordaz, Luis (Hrsg.): Breve historia del teatro argentino, Buenos Aires (Editoral Universitaria Buenos Aires) 1963-65, Vol. 6.

38 Mafud, Julio: Socologia del tango, Buenos Aires 1966.

39 Castro: Argentine Tango, S. 12.

40 Vgl. hierzu auch Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 27.

41 Annecchiarico: Tango Tano, S.24.

42 https://ich.unesco.org/en/RL/tango-00258 (Stand 5.12.2018)

43 Collier: Geburt, S.54.

44 Vgl. hierzu etwa Castro: Argentine Tango, S.6; oder Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 13.

45 Annecchiarico: Tango Tano, S.24.

46 Bekannt als die Rossi-These, vgl. hierzu: Rossi, Vicente: Cosas de negros: Los origines del tango y otros aportes al folklore rioplatense.Rectificaciones historicas, Cordoba, 1926.

47 kreolisch bedeutet im Kontext der Arbeit einheinmisch-argentinisch, vor der Masseneinwanderung in Argentinien lebend; vgl.dazu auch Birkenstock/Ruegg: Tango, S.327.

48 Annecchiarico: Tango Tano, S.29.

49 Annecchiarico: Tango Tano, S.28-31.

50 Vgl. dazu etwa Birkenstock/Ruegg, Helena: Tango, S. 13f.

51 Vgl. dazu die abgedruckte Statistik bei Annecchiarico: Tango Tano, S. 20.

52 Statistik zu den Nationalitaten bei Assuncao, Fernando O.: El tango y sus circustancias, Buenos Aires 1984, S.90.

53 Collier, Simon: Geburt, S.19ff.

54 De Concilio: Tango, S.11.

55 Veith: Rio de la Plata, S. 15f.

56 Ebd., S. 16.

57 Ebd.

58 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 18; sowie der historische Teil bei Veith: Rio de la Plata, S. 19.

59 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 18.

60 Veith: Rio de la Plata, S. 17.

61 Ebd.

62 Ebd., S. 19.

63 Pozzi: Quanto sangue, S.12f.

64 Ebd., S. 14.

65 Siehe die veroffentlichte Statistik von BSAS [Gobierno de la Ciudad Autonoma de Buenos Aires] in: Veith: Rio de la Plata, S. 19.

66 Ebd., S. 16.

67 Ebd., S. 17f.

68 Ebd., S. 18.

69 Ebd., S. 19.

70 Birkenstock,/Ruegg: Tango, S. 18.

71 Veith: Rio de la Plata, S. 20.

72 Vgl. dazu etwa: Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 26f. ’

73 Veith: Rio de la Plata. S. 19.

74 Ebd.

75 Ebd.; sowie Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 18f.

76 Pozzi: Quanto sangue, S. 14f.

77 Begriff den etwa Cattarulla und Ricardo Ostuni verwenden um den Tango geografisch in der Zona orilla zu fixieren und als kollektiven Ausdruck der Volkskultur der Vorstadt zu bezeichnen, siehe Cattarulla: Un bastimento, Absatz mit FuBnote 28.

78 Carella, Tulio: Tango. Mito y esenncia, Buenos Aires 1966, S.17; sowie Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 24.

79 Cattarulla: Un bastimento, Absatz mit FuBnote 22.

80 Fiorani: Geografie, S. 290.

81 Pozzi: Quanto sangue, S. 14f.

82 Ebd..

83 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 19f.

84 Pozzi: Quanto sangue, S. 14f.

85 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 19f.

86 Hierzu als Beleg die ausgewerteten Zeitschriften, die Conventillos als „Centers of Infection“ thematisieren bei Bergero, Adriana J.: Intersecting Tango. Cultural Geographies of Buenos Aires 1900-1930, Pittsburgh 2008, S.93.

87 Cattarulla, Camilla: Un bastimento, FuBnote 9.

88 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 24.

89 Norese, Marta Rosalia: Contextualizacion y an^lisis del tango: sus orfgenes hasta la aparicion de la vanguardia, Salamanca, 2002, S.145.

90 Ebd., S.149f.

91 Cattarulla, Camilla: Un bastimento, FuBnote 9.

92 Ebd.

93 Benedetti (Hrsg.): Mejores letras, S.21

94 Ebd.,S.312.

95 Castro.:Argentine Tango, S.112f.

96 Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 46.

97 Castro: Argentine Tango, S.100 und S.103.

98 Die Skripte zu finden bei Ordaz (Hrsg.): Breve historia, S.55-110.

99 Castro: Argentine Tango, S.104.

100 Trejo, Nemesio: Los inquilinos, in: Ordaz, Luis (Hrsg.): Breve historia del teatro argentino.VI-El sainete porteno, Buenos Aires 1963, S. 64f.; sowie auch Castro: Argentine Tango S.110f.

101 Pacheco, Carlos Mauricio: Los disfrazados, in: Ordaz, Luis (Hrsg.): Breve historia del teatro argentino. Volume VI- El sainete porteno, Buenos Aires 1963, S.104.

102 Pacheco: Los disfrazados, S.83-110; sowie Castro: Argentine Tango, S.104f.

103 Pacheco: Los disfrazados, S.96; sowie Castro: Argentine Tango, S.104f.

104 Vgl. dazu Birkenstock/Ruegg: Tango ,S. 23.

105 Ebd.

106 Ebd.

107 Ebd.; S. 23 und 56.

108 Ebd.S. 23ff.

109 Castro: Argentine Tango S.91.

110 Vgl. dazu etwa den literaturwissenschafltichen Aufsatz uber die gesamte Generation von Intellektuellen und ihre Meinung zur Immigration von Milnes, Andres C.: Eugenio Cambaceres y el naturalismo argentino. Lectura de En la sangre, in : Negocios Internacionales N° 4, Oktober 2012, S.3; sowie auch Birkenstock/Ruegg :Tango, S.18.

111 Cambaceres, Eugenio: En el sangre, Buenos Aires 1887, Kapitel 1-3 ; sowie der Literaturwissenschafltichen Aufsatz zu Cambaceres und der gesamte Generation von Intellektuellen und ihre Meinung zur Immigration von Milnes: Cambaceres, S.3.

112 Vgl, dazu Birkenstock/Ruegg: Tango, S.19.

113 Estrada, Ezequiel Martinez: Radiografia de la Pampa, Buenos Aires, 1933, S.221.

114 Milnes: Cambaceres, S.3; sowie Birkenstock/Ruegg: Tango, S. 19.

115 Ebd., S.26.

116 Ebd., S.20.

117 Vgl. dazu die fotografische Quelle aus dem Archivo de la Nacion in: De Concilio: Tango, S.94.

118 Collier: Geburt, S.47.

119 Castro: Argentine Tango, S.109.

120 Ebd., S.112.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Musik und Migration. Italienische Einwanderer in Argentinien und ihre Rolle bei der Entstehung und Entwicklung des Tango Argentino
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
64
Katalognummer
V494192
ISBN (eBook)
9783668992467
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
Argentinien, Italien, Kulturgeschichte, Tango, Südamerika, Musikgeschichte, Einwanderung, Migration
Arbeit zitieren
Laurian Kanzleiter (Autor), 2018, Musik und Migration. Italienische Einwanderer in Argentinien und ihre Rolle bei der Entstehung und Entwicklung des Tango Argentino, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494192

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