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Der moralische Status der Tiere im Wandel der Zeiten. Theorien zur Tierethik aus Vergangenheit und Gegenwart

Titel: Der moralische Status der Tiere im Wandel der Zeiten. Theorien zur Tierethik aus Vergangenheit und Gegenwart

Bachelorarbeit , 2016 , 36 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Josef Heine (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschränkt sich auf wichtige ethische Konzeptionen der Vergangenheit und auf zwei heute in der Gesellschaft dominierende Theorien zur Tierethik - die anthropozentrische Theorie von Kant und die pathozentrische Theorie von Singer.

Beide Theorien werden in ihren Grundzügen dargestellt, eine Diskussion der umfangreichen Kritik und den aus dieser Kritik resultierenden Abwandlungen und Ergänzungen der ursprünglichen Theorien unterbleibt. Aktuell diskutierte Fragen zur Tierethik werden in diese Arbeit nur insoweit einbezogen, wie sie von grundsätzlicher Bedeutung für die behandelten Theorien sind.

Nach der Darlegung der Erkenntnisse erfolgt, mit speziellem Hinblick auf die deutsche Öffentlichkeit, ein abschließendes Fazit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der prähistorische Glaube an das Verhältnis von Mensch und Tier

3. Der moralische Status des Tieres in der abendländischen Geistesgeschichte

3.1 Die Ausgangsituation zu Beginn der Antike

3.2 Die Stellung des Tieres in der Tugendethik des Aristoteles

3.3 Der christliche Ansatz des Tierschutzes

3.3.1 Das Tier im Alten Testament

3.3.2 Das Tier im Neuen Testament

3.3.3 Neue Ansätze für einer christlichen Mitleidsethik

4. Die moralische Status des Tieres in der Neuzeit

4.1 Der anthropozentrische Tierethik in Kants deontologischer Ethik

4.1.1 Die Ausgangssituation zu Beginn der Neuzeit

4.1.2 Kants Pflichtenethik

4.1.3 Die Stellung des Tieres in Kants Ethik

4.1.4 Anthropozentrische Tierethik heute

4.2 Die pathozentrische Tierethik in Peter Singers Präferenz Utilitarismus

4.2.1 Der moralische Statuts des Tieres in der Mitte des 20. Jahrhundert

4.2.2 Peter Singers neuer tierethischer Ansatz

4.2.3 Die Grenzen der Akzeptanz von Singers pathozentrischer Tierethik

5. Fazit und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Wandel des moralischen Status von Tieren in der westlichen Philosophiegeschichte. Ziel ist es, die Entwicklung von den antiken und christlichen Grundlagen des Anthropozentrismus hin zu modernen tierethischen Konzepten, insbesondere der pathozentrischen Theorie von Peter Singer, kritisch darzustellen und zu analysieren.

  • Historische Mensch-Tier-Beziehungen und deren Wandel
  • Anthropozentrische Ethik bei Aristoteles und in der christlichen Lehre
  • Kants deontologische Pflichtenethik in Bezug auf Tiere
  • Pathozentrische Tierethik und Singers Präferenz-Utilitarismus
  • Herausforderungen und Grenzen moderner tierethischer Ansätze

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Stellung des Tieres in der Tugendethik des Aristoteles

Im antiken Griechenland kam es zu grundsätzlichen Überlegungen zur Stellung des Menschen in der Welt, und in philosophischen Schulen wurden komplexe ethische Theorien entwickelt. Diese Theorien wirkten fort in der abendländischen Geschichte und beeinflussten die Entwicklung unserer modernen Ethik und unserer gesamten Philosophie entscheidend. Einer der wichtigsten Philosophen der griechischen Antike war Aristoteles (*384 v.Ch. † 322 v.Ch.). In seiner Nikomachischen Ethik entwarf er ein umfassendes Bild über die Ziele, die dem menschlichen Handeln zu Grunde liegen und über die menschlichen Tugenden. Seine Tugendethik wurde in großen Teilen von der christlichen Kirche übernommen und bestimmte bis ins Mittelalter die Moralvorstellungen im christlichen Abendland. Darüber hinaus, gehen auf Aristoteles Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften, der Logik, der Staatsphilosophie und der Poetik zurück.

Während in der Urzeit der Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht klar gefasst war, entwickelte Aristoteles in seiner Seelenlehre eine Theorie, wie sich Pflanzen, Tiere und Menschen unterscheiden. Die Seele ist für Aristoteles kein Ding mit Teilen, sondern sie stellt das einheitliche Prinzip von allem Lebendigen dar. Im einfachsten Fall der Pflanze sind das der Stoffwechsel und das daraus resultierende Wachstum. (Wolf, 2002, p 45) Begrifflich unterscheidet Aristoteles jedoch Seelenteile, und teilt die Seele gemäß ihren Funktionen in einen vernunftlosen und einen vernünftigen Teil. Er findet hier eine Metapher, die das Verhältnis der beiden Teile der Seele anschaulich macht: „Ob diese so getrennt sind wie die Teile des Körpers oder wie alles Teilbare, oder ob sie der Definition nach zwei sind, aber von Natur aus untrennbar - wie das Konvexe und das Konkave im Fall einer gewölbten Oberfläche -, spielt für unsere gegenwärtige Untersuchung keine Rolle“. (NE I, 1102a, 29-33)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz historischer Betrachtungen für die heutige Tierschutzethik und definiert das Verständnis von Tierethik als moralische Haltung des Menschen gegenüber Tieren.

2. Der prähistorische Glaube an das Verhältnis von Mensch und Tier: Dieses Kapitel beschreibt das Mensch-Tier-Verhältnis in der Urzeit, welches primär durch Abhängigkeit, Jagdrituale und ein fehlendes Konzept der moralischen Überlegenheit geprägt war.

3. Der moralische Status des Tieres in der abendländischen Geistesgeschichte: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung des anthropozentrischen Weltbildes durch die Antike und das Christentum, welches Tiere primär als Mittel zum Zweck des Menschen definiert.

4. Die moralische Status des Tieres in der Neuzeit: Dieses Kapitel untersucht den Übergang von Kants Pflichtenethik hin zu Singers pathozentrischem Ansatz, der das Leid von Tieren in den Mittelpunkt der moralischen Bewertung rückt.

5. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass derzeit keine umfassende Tierethik existiert, die sowohl rational als auch emotional gesellschaftlich breiten Konsens findet.

Schlüsselwörter

Tierethik, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Speziesismus, Immanuel Kant, Peter Singer, Tierschutz, Moral, Vernunft, Leidensfähigkeit, Präferenz-Utilitarismus, Mensch-Tier-Beziehung, Tugendethik, Ehrfurcht vor dem Leben, Moraltheologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung, welchen moralischen Status Tiere in der abendländischen Geschichte innehaben und wie sich die Bewertung ihres Werts von der Antike bis in die moderne Ethik gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der anthropozentrische Blick, der Tiere als bloße Sachen oder Ressourcen sieht, im Vergleich zum pathozentrischen Ansatz, der das Leidempfinden von Lebewesen als moralisch relevant erachtet.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Analyse der einflussreichsten ethischen Theorien zur Tierethik, um zu verstehen, warum ein breiter gesellschaftlicher Konsens über den Schutz von Tieren bis heute schwierig zu erreichen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, philosophische Arbeit, die durch Literaturanalyse ethische Konzepte von Philosophen wie Aristoteles, Kant und Singer gegenüberstellt und diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aristotelischen Tugendethik, der christlich geprägten Anthropozentrik, Kants Pflichtenethik und abschließend Peter Singers pathozentrischen Präferenz-Utilitarismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Tierethik, Speziesismus, Leidensfähigkeit, Anthropozentrismus sowie die ethischen Grundpositionen von Kant und Singer.

Inwiefern hat das Christentum das Tierbild geprägt?

Laut der Arbeit hat das Christentum durch das biblische Herrschaftsgebot ein anthropozentrisches Weltbild gefestigt, in dem Tiere keinen intrinsischen, sondern lediglich einen instrumentellen Wert für den Menschen besitzen.

Was ist das Hauptargument der Kritik an Peter Singer?

Die Kritik fokussiert darauf, dass sein pathozentrischer Ansatz, der nur auf Leidensfähigkeit beruht, das intuitive Moralverständnis der Menschen bezüglich des Werts menschlichen Lebens (insbesondere bei Neugeborenen oder Dementen) verletzt und gesellschaftlich auf großen Widerstand stößt.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der moralische Status der Tiere im Wandel der Zeiten. Theorien zur Tierethik aus Vergangenheit und Gegenwart
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,6
Autor
Josef Heine (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
36
Katalognummer
V494207
ISBN (eBook)
9783346001023
ISBN (Buch)
9783346001030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
status tiere theorien tierethik tierschutz moral kant peter singer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josef Heine (Autor:in), 2016, Der moralische Status der Tiere im Wandel der Zeiten. Theorien zur Tierethik aus Vergangenheit und Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494207
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Leseprobe aus  36  Seiten
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