Jaqueline Kennedy. Die Veränderung im öffentlichen Auftreten Jacqueline Kennedys zwischen den Jahren 1959 bis 1963


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Wahlkampfunterstutzungl959 bis 1961

3 Turn on the lights so they can see Jackie
3.1 Kultur
3.2 Modealspolitisches Werkzeug

4 Fazit

5 Verzeichnis der verwendeten Literaturen und Quellen

1 Einleitiiiig

Als sich am 2. Juni 1961 der amtierende amerikanische President John F. Kennedy1 auf einer Pressekonferenz wahrend seines Staatsbesuchs in Paris vorstellt, wahlt er bewusst die folgenden Worte: “I do not think it altogether inappropriate to introduce myself to this audience. I am the man who accompanied Jacqueline Kennedy to Paris, and I have enjoyed it!”2. Obwohl sie lediglich fur 1000 Tage3 das Amt der First Lady inne hatte und mit 31 Jahren die jungste Prasidenten-Gattinnen des 20. Jahrhunderts war, gilt Jacqueline Kennedy als eine der einflussreichsten First Ladies.

Schon bevor Mrs. Kennedy ins WeiBe Haus zog, begann die Offentlichkeit und die Medien mit dem sogenannten „Jackie Watching“4. Blickfang waren damals vor allem ihre Haare und ihre Kleidung. Doch obwohl sie vor der Gier der Medien nach enthullenden Informationen floh, betrieb sie eine sorgfaltige offentliche Inszenierung. Wie veranderte sich der offentliche Auftritt und das Ansehen von Jacqueline Kennedy verglichen zur Zeit als John F. Kennedy Senator war und zur Zeit seiner Prasidentschaft?

Diese Frage ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Darstellung der Entwicklung zwischen den Jahren 1959 und 1963. Es wird weder auf ihr Leben vor der Prasidentschaftskandidatur von John F. Kennedy noch auf ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes5 eingegangen, da sie hinsichtlich des gewunschten Erkenntnisinteresses als nicht relevante Jahre angesehen werden. Wahrend sich das zweite Kapitel mit dem Leben und dem Auftreten vor der Prasidentschaft, besonders wahrend den Prasidentschaftswahlen I960 beschaftigt, thematisiert das dritte Kapitel die Rolle von Jacqueline Kennedy wahrend ihres Lebens als First Lady im WeiBen Haus. Dabei rucken die Thematiken Kultur und Mode besonders in den Fokus der Recherche. Das daran anknupfende Fazit ordnet die Bedeutung Jacqueline Kennedys fur die Entwicklung der Rolle der First Lady ein.

Die folgende Arbeit stutzt sich insbesondere auf das von Barbara A. Perry verfasste Werk „Jacqueline Kennedy. First Lady of the New Frontier“6, und auf die Biographie von Sarah Bradford „America's Queen. The life of Jacqueline Kennedy Onassis“.7 Zahlreiche Interviews, die Mrs. Kennedy wahrend ihrer Zeit im WeiBen Haus gab, werden bis 2054, 60 Jahre nach ihrem Tod, in der John F. Kennedy Library unter Verschluss gehalten.8 Eine Ausnahme ist hierbei das Werk ,, Gesprache uber ein Leben mit John F. Kennedy“9. In tiefer Trauer uber den Verlust ihres dreieinhalb Monate zuvor ermordeten Mannes empfangt Jacqueline Kennedy Anfang Marz 1964 den Historiker Arthur M. Schlesinger Jr.10 und gewahrt ihm sieben Interviews, insgesamt sechseinhalb Stunden lang.

2 Wahlkampfunterstutzung 1959 bis 1961

In den fruhen funfziger Jahren, wahrend den Anfangen von John F. Kennedys Karriere, fuhlte sich Jacqueline Kennedy in Politikerkreisen nicht wohl und genoss die Aufmerksamkeit bei sozialen oder politischen Events nicht. Zudem storte sie der Verlust der Privatsphare, der mit der zunehmend steigenden Popularity ihres Mannes einherging.11 Doch in den Jahren 1959 bis 1961 war sich Jacqueline Kennedy ihren Aufgaben als eventuell zukunftige First Lady bewusst, „but the new First Lady would do what she had to do, but basically, she found both talking to the press and appearing on TV difficult and distasteful. So mied sie Pressekonferenzen und gab niemals Interviews. Sie war regelrecht von Werbung fur sich selber abgeneigt und glaubte daran, dass der Fokus der medialen Aufmerksamkeit alleine auf ihren Mann gerichtet werden sollte12. Dementsprechend schlagt sie im Interview mit Arthur M. Schlesinger Jr. vor: “dass Frauen den Sinn ihres Lebens in ihren Ehemannern suchen sollten und dass die althergebrachte Form der Ehe die beste sei“. Dazu gehore, dass sich Frauen aus der Politik lieber heraus halten sollten, da sie dafur zu emotional seien13. Die einzige Ausnahme, die sie dabei machte, war, wenn es um eine Angelegenheit ging, die ihr sehr am Herzen lag, oder wenn es ein Anlass war, den J.F.K. als sehr wichtig ansah14.

Als Jacqueline Kennedy und J.F.K. 1959 durch das ganze Land reisten, um Wahlkampf fur die Wahl I960 zu betreiben, hatte Jackie keinen Einfluss auf den Inhalt des Programmes, zusammen als Paar verspruhten John und Jackiejedoch viel Charme. Claire Booth15 entdeckte bei Jackie „ [...] den Geist und verfuhrerischen Charme einer Kurtisane16 des 18.Jahrhunderts [...]“ mit dem sie sowohl mannliche als auch weibliche Wahler in ihren Bann zog. „Wenn sie die Manner mit ihren riesigen Augen anschaute, schmolzen sie formlich dahin“17 Da John F. Kennedy im Gegensatz zu seiner Ehefrau dem Franzosischen, Italienischen und vor allem dem Spanischen kaum machtig war, zahlten zu ihren seltenen eigenstandigen Auftritten kurze Ansprachen an Wahlerinnen und Wahler latein-amerikanischer Herkunft18. So nutze J.F.K. die Liebe Jacqueline Kennedys zu Sprachen fur den Gewinn von Wahlerstimmen. Die positive Resonanz, die sie zu diesem Zeitpunkt bereits von den Amerikanern erhielt, widerlegte John F. Kennedys Annahme, Jacqueline sei zu elitar und intellektuell fur den Durchschnittswahler19. Zu Anfang des Wahlkampfes 1959/1960 war es fur Jacqueline Kennedy selbstverstandlich, ihren Mann zu unterstutzen, sie hielt sich jedoch stark im Hintergrund und hatte machtpolitisch keinen Einfluss. Um September I960 herum zog sie sich aufgrund ihrer Schwangerschaft immer mehr zuruck20. Grundsatzlich unterschied sich Jacqueline Kennedys Rolle zu dieser Zeit nicht von denen ihrer Vorgangerinnen. Sie agierte eher defensiv und stellte ihre eigenen Interessen nicht in den Vordergrund. Alles was sie tat, war sehr durch die Plane ihres Mannes und die Wahlkampfstrategie gepragt. Jedoch war sich John F. Kennedy auch zu diesem Zeitpunkt des Stellenwertes von Jacqueline Kennedy bewusst. Als sie 1956 eine Fehlgeburt erlitt, die unter anderem auf den Stress durch den Parteitag zuruck zufuhren war, verhalt sich J.F.K. unsensibel und unehrenhaft. Sein Freund Senator George Smathers gibt ihm damals einen Rat:“Wenn du President werden willst, musst du deinen Hintern hochkriegen und am Bett deiner Frau auftauchen. Sonst wirst du jede Frau im ganzen Land gegen dich haben.“21 Diese Aussage belegt, wie wichtige die Frau an der Seite des zukunftigen Prasidenten war. Dementsprechend war Jacqueline Kennedys mediale Prasenz fur den Werdegang von J.F.K. entscheidend, wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in dem MaBe wie wahrend ihrer Zeit als First Lady.

3 Turn on the lights so they can see Jackie

22 Jacqueline Kennedy hatte das Amt der First Lady vom 20.Januar 1961 bis 22. November 1963 inne. Ein Titel, hinter dem sie keinesfalls ihre Personlichkeit und Individualist verstecken wollte: „ the one thing, I do not want to be called is First Lady. It sounds like a saddled horse. Would you notify the telephone operators and everyone else that I'm known simply as Mrs. Kennedy [...]“23. Mrs. Kennedy hatte ihre ganz eigene Art, die Amerikaner in ihren Bann zu ziehen. Sie setzte auf „private-public- partnership“24 und legte bei ihren Treffen mit wichtigen Personlichkeiten weniger wert auf politische Gesprachsthemen. Dabei spielte vor allem ihre Liebe zur Mode, zu Sprachen und zu Kunst und Kultur eine groBe Rolle. Verglichen mit ihrer Haltung die Jacqueline Kennedy wahrend des Wahlkampfes 1959/1960 spielte, tritt Jackie in den Jahren der Prasidentschaft von John F. Kennedy als Personlichkeit immer mehr in den Fokus der Offentlichkeit.

Die Person Jacqueline Kennedy war in einem so hohen MaB interessant fur die Presse, da sie im Gegensatz zu ihren Vorgangerinnen nicht auf die unbedingte Prasenz in der Presse wert legte. Obwohl sich die Zahl ihrer offentlichen Auftritte im Vergleich zu Zeiten als John F. Kennedys Senator war extrem gesteigert hatte, legte Jacqueline Kennedy immensen Wert darauf, dass sie die Einblicke der Presse in ihr privates Leben weiterhin unter Kontrolle hatte25 und dass sie selbst bestimmte, welche Auftritte sie wahrnahm und welche nicht. Trotz der gewissen Einschrankungen, die sie bezuglich ihrer offentlichen Aufgaben machte, wusste sie ganz genau, wie sie die Presse zu ihren und den Vorteilen ihres Mannes instrumentalisieren konnte.

[...]


1 Spaterabgekurzt mitJ.F.K..

2 Gould, Lewis L.(Hg): Modem First Ladies. Jacqueline Kennedy - First Lady of the New Frontier. Kansas 2004 (Bd.2) S.85, sowie VanRensselar Thayer, Mary: Jacqueline Kennedy. The White House years. Boston 1971.

3 20.Januarl961bis22.Novemberl963.

4 Oleg Cassini 1995 , 1961- 1963 Jacqueline Kennedys offizieller Modedesigner.

5 Ermordet am 22. November 1963 in Dallas, Texas.

6 Vgl. Gould, Lewis L. (Hg) (2004).

7 Bradford, Sarah: America's Queen. The life of Jacqueline Kennedy Onassis. London 2000.

8 Wertheimer, Molly Meijer: Leading Ladies of the White House. Communication strategies of notable twentieth-century First Ladies. Lanham 2005.

9 Kennedy, Jacqueline: Gesprache uber ein leben mit John F. Kennedy. Berlin 2014.

10 Us-amerikanischerHistoriker( *1917-2007).

11 Watson, Robert: First Ladies of the United States. A biographical dictionary. Colorado 2001. S.239.

12 VanRensselar Thayer, Mary: Jacqueline Kennedy. The White House Years. Boston 1971. S.31.

13 Jacqueline Kennedy in,, Gesprache uber ein Leben mit John F. Kennedy^. S.31.

14 Vgl.: VanRensselar Thayer, Mary (1971) S. 31.

15 US-amerikanische Schriftstellerin, VerlegerinundPolitkerin(*1903- 1987).

16 Eine Kurtisane ist eine im Mittelalter in hochadligen Kreisen fur Liebesdienste zur Verfugung stehende Dame von Welt. Die gebildet und gut gekleidet auch Berater ihrer Auftraggeber war.

17 Claire Booth in Gerste, Ronald D. :Die First Ladies der USA. Von Martha Washington bis Hillary Clinton. Regensburg2000. Stuttgart/Munchen. S. 301

18 Vgl.: Gerste, RonaldD. (2000) S.301.

19 Gassert, Philipp / Mauch, Christof: Mrs. President. Von Martha Washington bis Hillary Clinton. Stuttgart/Munchen 2000. S.184.

20 Vgl.: Gould, Lewis L. (Hg)( 2004). S.57.

21 Vgl.: Gerste, Ronald D. (2000) S.299.

22 John F. Kennedy in Van Rensselaer Thayer, Mary: Jacqueline Kennedy. The White House years. Boston 1971. S. 61.

23 Collier, Peter: The Kennedys. An American Dream. New York 1984. S.280.

24 Borelli, MaryAnne:The politics of the president's wife. Texas 2011. S.165.

25 Vgl.: Borelli, MaryAnne (2011) S.107.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Jaqueline Kennedy. Die Veränderung im öffentlichen Auftreten Jacqueline Kennedys zwischen den Jahren 1959 bis 1963
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V494220
ISBN (eBook)
9783346000682
ISBN (Buch)
9783346000699
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jaqueline, kennedy, veränderung, auftreten, jacqueline, kennedys, jahren
Arbeit zitieren
Alexandra Breier (Autor), 2016, Jaqueline Kennedy. Die Veränderung im öffentlichen Auftreten Jacqueline Kennedys zwischen den Jahren 1959 bis 1963, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494220

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