Welchen Einfluss hat Mentaltraining auf das Niveau der Leistungsfähigkeit von Fußballspielern? Eine Untersuchung


Akademische Arbeit, 2019

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Ziel der Arbeit

Fragestellungen

Hypothese

Probanden und Untersuchungsmethoden

Ergebnisse

Schlussfolgerungen

Bibliographie

Einführung

Sportspiele, vor allem Fußball, gehören zu den beliebtesten Formen sportlicher Aktivitäten Jugendlicher sowie im Schulsport als auch in der Freizeit. Dies bestätigen zahlreiche Studien auf diesem Gebiet (Mucha et al., 2013; Sawicki, 2015; Görner et al., 2017; Sawicki Suchý, 2017). Da sich Fußball nach wie vor in vielen Ländern sehr großer Beliebtheit erfreut, wird diese Sportart vor allem von Jungen auch in Sportvereinen betrieben (Brettschneider Kleine, 2002; Lamprecht et al., 2014; Sawicki, 2018).

Ein Sportspiel stellt ein Umfeld dar, in dem verschiedene Konfliktsituationen zustande kommen. Für die teilnehmenden Spieler gilt es, entsprechend diesen Situationen zu agieren. Dies bedeutet, die Aktionen des Gegenspielers vorauszuahnen und dementsprechend zu reagieren (Wrobel und Krüger, 2013). Im modernen Sportspiel muss in der individuellen und Gruppenschulung daher der Schwerpunkt auf Mentaltraining gesetzt werden (Kamil, 2016).

Mentales Training wird nach Eberspächer (2001), Schack (2006) und Mayer und Hermann (2015) definiert als mehrfach wiederholte, bewusst durchgeführte Vorstellung einer Übung oder sonstigen Handlung ohne diese zeitgleich in die Praxis umzusetzen. Dazu benötigen die Beteiligten laut Mayer und Hermann (2015) eine entsprechend intensive Vorstellungskraft. Nach Schack (2006) ist das Ziel dieser Methode die gezielte Optimierung und Stabilisierung eines Bewegungsmusters, um die Leistungsfähigkeit eines Sportlers zu verbessern. Dabei geht es vor allem darum, unkontrolliertes Agieren eines Spielers durch rationales zu ersetzen. In diesem Prozess soll die bewusste Wahrnehmung von Bewegungsreizen vermittelt werden (Seno Bourrel, 2002; Naglak 2005). Duda (2008) und Mucha et al. (2013) behaupten, dass die Spieler mental stärker beeinflusst werden müssen als es im tagtäglichen Training der Fall ist.

Mentale Schulung sollte einen besonderen Stellenwert im Prozess Lehren-Lernen bei Mannschaftssportarten haben, weil Fachkenntnisse von Bewegung und Agieren im Team Grundlagen für die Selbstständigkeit sind, durch die vor allem verschiedene Herausforderungen im Spiel gemeistert werden können. Pearson et al. (2008) sind der Meinung, dass ohne intensives und kreatives Denken des Spielers kaum eine effektive Leistung möglich ist, was besonders für Mannschaftssportarten gilt, da vor allem hier komplizierte Bewegungsabläufe stattfinden. Nach Stock (2013) und Mayer und Herrmann (2015) ist in diesem Prozess das systematische Lehren der Spieler von Informationen über Bewegungsabläufe notwendig, besonders für Jugendliche, deren Effektivität durch steigernde Belastung im Training erzielt werden kann. Dabei muss - insbesondere durch den Trainer - jedoch auch beachtet werden, dass Erfolge nur erzielt werden können, wenn dieser Prozess über einen längeren Zeitraum andauert und dabei die bereits erwähnten Fachkenntnisse regelmäßig vermittelt werden (Thelwell et al., 2006; Mayer Hermann, 2015).

In dieser Arbeit werden verschiedene methodische Lösungen beim Trainieren von Sportspielen am Beispiel des Fußballs dargelegt. Es wird vermutet, dass diese Maßnahmen wesentlich dazu beitragen, die Effektivität der Einwirkung durch den Trainer auf den Spieler zu steigern.

Ziel der Arbeit

Es soll aufgezeigt werden, welchen Einfluss das Mentaltraining auf das Niveau der Leistungsfähigkeit bei Fußballspielern unter Berücksichtigung von Einsatzbereitschaft und Fußballfachkenntnissen hat.

Fragestellungen

1. Hat Mentaltraining Einfluss auf das Niveau der Fachkenntnisse, die Bereitschaft zum Körpereinsatz und die Leistungsfähigkeit junger Fußballspieler?
2. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Niveau der Fachkenntnisse, der Bereitschaft zum Körpereinsatz und der Leistungsfähigkeit im Spiel?

Hypothese

Es wird angenommen, dass das Niveau der Fachkenntnisse als Element des Mentaltrainings einen positiven Einfluss auf die Bereitschaft zum Körpereinsatz und die Leistungsfähigkeit der Fußballspieler hat.

Probanden und Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung wurde an 120 jugendlichen Schülern einer Fußballeliteschule in Krakau durchgeführt. Die Schüler waren im Alter von 16 Jahren.

Es wurde ein sogenanntes pädagogisches Experiment mit zwei Gruppen durchgeführt, wovon eine Gruppe als Experimentalgruppe und die andere als Kontrollgruppe fungierte. Bei der Experimentalgruppe wurde eine spezielle Schulungsmethode eingesetzt – die sogenannte intellektuelle (verbale und visuelle) Unterstützung (Duda, 2008). In der Experimentalgruppe wurden 76 Trainingseinheiten durchgeführt, die jeweils 90 Minuten dauerten. Parallel wurden in der Kontrollgruppe weiterhin die gewöhnlichen Trainingsmethoden eingesetzt. Bei dieser Untersuchung war die unabhängige Variable die Art der Bearbeitung und Vermittlung der Informationen bezüglich des Lernprozesses im Mentaltraining. Die abhängige Variable waren die Ergebnisse der theoretischen und praktischen Schulung in den folgenden Bereichen:

- Fußballfachkenntnisse
- Niveau der Bereitschaft zum Körpereinsatz
- Beherrschung der fußballerischen Elemente

Der Untersuchungsprozess wurde in zwei Etappen durchgeführt. In der ersten Etappe wurde eine Voruntersuchung, basierend auf dem Pretest von Babbie (2007), durchgeführt, um zu prüfen, ob die beiden Gruppen auf demselben Niveau bezüglich der Fachkenntnisse, der Bereitschaft zum Körpereinsatz und der Leistungsfähigkeit sind. In der zweiten Etappe wurde der sogenannte Posttest angewandt, um die Fachkenntnisse und die Leistungsfähigkeit erneut zu überprüfen. Bei der didaktischen Durchführung der Trainingseinheiten ist man von folgenden Annahmen ausgegangen:

1. Die Lernziele beider Trainingsgruppen waren identisch.
2. Die Anzahl der Trainingseinheiten war in beiden Gruppen dieselbe.
3. Die Dauer einer Trainingseinheit war in beiden Gruppen dieselbe.
4. Der Trainingsprozess beider Gruppen unterschied sich lediglich in der Art der Vermittlung von Kenntnissen über das Bewegungsverhalten im Spiel.

Darüber hinaus wurde während des Experiments für beide Gruppen folgendes angenommen:

1. Die Umsetzung der Trainingsvorgaben erfolgte nach einem festgelegten Trainingsplan.
2. Die Trainingseinheiten wurden von denselben Trainern durchgeführt.
3. An den Trainingseinheiten nahmen dieselben Schüler teil. Es wurden nur Ergebnisse von den Schülern, die durchgehend am Training teilgenommen haben, ausgewertet.
4. Die Intensität der Trainingseinheiten war dieselbe.

In den Trainingseinheiten der Experimentalgruppe wurde intellektuelles Lehren angewandt, in dessen Rahmen verbale und visuelle Methoden als sogenannte didaktische Unterstützung eingesetzt wurden. Bei diesen Methoden wurden folgende Stufen vom Lehren der Fußballtechnik berücksichtigt:

Stufe I

Präsentation von Abbildungen und grafischen Schemata über Grundkenntnisse von Bewegungsabläufen und biomechanischen Zusammenhängen der Bewegung.

Stufe II

Videopräsentation von separaten Bewegungsabläufen im Fußballspiel. Zur besseren Einprägung der Bewegungsabläufe wurde das Filmmaterial mehrfach in Zeitlupe vorgeführt.

Stufe III

Präsentation bestimmter technischer Elemente des Fußballspiels und darauffolgende praktische Nachahmung durch die Schüler.

Stufe IV

Praktische Beherrschung eines bestimmten technischen Elements durch analytisches Vorgehen mithilfe von visuellen Mitteln (z.B. Fotos).

Stufe V

Videoaufnahme eines durch die Schüler ausgeführten technischen Elements und anschließende Auswertung.

Stufe VI

Korrekte Beschreibung der ausgeführten technischen Elemente durch die Schüler (motorische Vorstellung) – Mentaltraining.

Stufe VII

Kreatives Vermitteln mithilfe von Aufgabenmethoden. Die Schüler lösen vom Trainer vorgegebene Aufgaben mit adäquaten technischen Mitteln.

Stufe VIII

Gemeinsames Auswerten der vorangegangenen Aufgaben durch Schüler und Trainer.

Für die Überprüfung des Wissensstandes der Schüler über Bewegungsabläufe im Fußballspiel wurde ein standardisierter Test (t = 0,95; r = 0,87) nach Cratty (1975) angewandt, wobei sowohl geschlossene als auch offene Fragen gestellt wurden.

Für die Auswertung des Agierens der Spieler im Spiel vier gegen vier und deren Bereitschaft zum Körpereinsatz wurde ein Beobachtungsprotokoll eingesetzt (t = 0,93; r = 0,86). Dabei spielten Teilnehmer der Experimentalgruppe stets gegen Teilnehmer der Kontrollgruppe. Analysiert wurden defensives Verhalten (Körpereinsatz, Ballabnahme und Balleroberung) und offensives Verhalten (Ballführung, Körpertäuschung, Dribbling und Schusstechnik). Es wurden sowohl gelungene als auch nicht gelungene Aktionen ausgewertet, anhand derer auch der Sicherheitsfaktor berechnet werden konnte. Die Benotung der Spieler im Fußballspiel erfolgte anhand einer 10-Punkte-Skala. Das Experiment wurde von Mitarbeitern des Instituts für Theorie und Methodik des Fußballs der Sporthochschule Krakau durchgeführt.

Bei der Gesamtanalyse wurden folgende Berechnungen angestellt: das arithmetische Mittel, die Standardabweichung und der t-Test (zur Berechnung des Signifikanzniveaus). Zur Bestimmung der Korrelationen zwischen den untersuchten Elementen Fachkenntnisse, Bereitschaft zum Körpereinsatz und Leistungsfähigkeit wurde der Pearson-Korrelationskoeffizient eingesetzt (Hohmann, 2017).

Ergebnisse

In dieser Arbeit wurde angenommen, dass die mental trainierten Fußballspieler in den untersuchten Bereichen die anderen Spieler übertreffen. In den Tabellen 1 bis 3 wurden die Ergebnisse der Untersuchungen beider Gruppen (Experimental- und Kontrollgruppe) dargestellt. Vor dem Experiment waren beide Gruppen die untersuchten Elemente betreffend auf demselben Niveau. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass im Laufe der 10-monatigen Schulung in beiden Gruppen Fortschritte erzielt worden sind. Für die Ziele dieser Arbeit und auch aus praktischen Gründen war es jedoch wichtig, die Steigerung zwischen beiden Gruppen festzustellen.

Nach Naglak (2005) kann man die Fußballfachkenntnisse als Basis für das Agieren während des Spiels betrachten. Diese Fachkenntnisse sind bei verschiedenen aufeinanderfolgenden Spielsituationen und der darauffolgenden Reaktionen der Spieler von großer Bedeutung. So ist es dem Spieler möglich, entsprechende Entscheidungen zu treffen (Singer, 1986).

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Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Welchen Einfluss hat Mentaltraining auf das Niveau der Leistungsfähigkeit von Fußballspielern? Eine Untersuchung
Note
1,3
Autoren
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V494237
ISBN (eBook)
9783346006738
ISBN (Buch)
9783346006745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mentaltraining, Niveau der Leistungsfähigkeit, Fußballspieler
Arbeit zitieren
Barbara Wezyk (Autor:in)Henryk Duda (Autor:in)Marian Fiedor (Autor:in)Dariusz Sledziewski (Autor:in), 2019, Welchen Einfluss hat Mentaltraining auf das Niveau der Leistungsfähigkeit von Fußballspielern? Eine Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494237

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