Pio Moa: Los mitos de la guerra civil


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Allgemeine Informationen über Los mitos de la guerra civil

III. El primer puente aéreo

IV. El alcázar de Toledo y otros asedios

V. Las Brigadas Interncaionales

VI. El enigma Franco

VII. Schluss

Bibliographie

I. Einleitung

Im Folgenden werde ich entsprechend des Werkes Los mitos de la guerra civil von Pío Moa einige der bedeutendsten Mythen über den spanischen Bürgerkrieg darstellen. Ich gehe in meiner weiteren Betrachtung von folgender Definition des Begriffes „Mythos“ aus: Als Mythen werden inspirierende Geschichten über Gefühle, religiöses oder ethnisches Verhalten bezeichnet, welche die gesellschaftliche Identität stärken. Sie werden gebildet von Propaganda und Werbung. Die Originalsprache der Mythen ist stark symbolisch und greift auf Personen, irreale Ereignisse oder Ereignisse, deren Realität in Hinblick auf die inspirierenden Ziele umgestaltet wurde, zurück. Aus dieser Irrealität leitet sich auch der zweite Bestandteil des Begriffs „Mythos“ ab, nämlich der einfache Betrug, der angezettelt wird, um politischen Anschluss hervorzurufen.

Eine Folge der Mythifizierung des spanischen Bürgerkrieges ist, dass es heute schwierig ist, die beiden gegnerischen Seiten zu qualifizieren. Heute leidet die Bildung von Mythen unter der kritischen Korrosion, die versucht, die Realität hinter den Fabeln zu erschließen. Ausgehend von diesem Begriff rollt Moa in seinem Werk einzelne Mythen des spanischen Bürgerkrieges auf.

In der nachfolgenden Arbeit wird zunächst einiges Grundsätzliches über Los mitos de la guerra civil und Pío Moa gesagt. Danach folgen vier Abschnitte über verschiedene Mythen des spanischen Bürgerkrieges, bevor zum Abschluss auf einige Diskussionspunkte eingegangen wird.

II. Allgemeine Informationen über Los mitos de la guerra civil

Los mitos de la guerra civil von Pío Moa ist in der Erstauflage im Januar 2003 erschienen und mittlerweile schon in der zweiundzwanzigsten zu kaufen. Bis 9. April wurden 80.000 Exemplare verkauft.

Pío Moa wurde 1948 in Vigo geboren. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach seiner eigenen Aussage sieht er sich selbst nicht nur als Journalist, sondern auch als Historiker. Er ist gelegentlicher Mitarbeiter bei Libertad Digital, einer online veröffentlichten Zeitschrift und schreibt außerdem für verschiedene rechte Zeitschriften wie Razón Española.[1] Schon vor Los mitos de la guerra civil sind einige Bücher von ihm veröffentlicht worden.

Moa war Mitglied des GRAPO, des Grupo Revolucionario Antifascista 1° de Octubre, und dem PCE, der kommunistischen Partei Spaniens.[2] Auf Grund von internen Streitigkeiten trat er aus beiden aus.[3] Als GRAPO-Mitglied war er 1977 in die Entführungen von Oriol und Villaescusa verwickelt und wurde außerdem für die von der GRAPO begangenen Akte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. In seinem neuesten Werk jedoch ist von seiner ehemals linken marxistisch-leninistischen Gesinnung nichts mehr zu spüren.[4]

Laut der FAZ vom 20. Mai 2003 bewegt sich der Ton des Buches zwischen rechthaberisch und schrill.[5] Ähnlich schrill ist die Kontroverse, die Los mitos de la guerra civil nicht nur bei Experten, sondern auch bei gewöhnlichen Lesern ausgelöst hat:

Verteidigt wird das Werk von der „ Hermandad del Valle de los Caídos “:

Con este libro frente al cual la dictadura informativa no ha podido silenciarlo, pues está constituyendo un verdadero éxito editorial, unido al enorme sedimento dejado por sus obras anteriores, ya indispensables para conocer la verdad sobre la II República y la guerra civil, Moa se afirma como autoridad indiscutible en la historiografía española hoy.[6]

In El País hingegen schreibt Santos Juliá in seinem Artikel „Nueva luz sobre el pasado” etwas ganz anderes: „Pío Moa (...) culmina por ahora en este monumento de propaganda franquista que (...) no aporta nada nuevo pero, que al menos, reconforta el espíritu de los nostálgicos de la dictadura...”[7]

Im „ Foro por la Memoria” des PCE findet sich folgendes Zitat von Joaquín Rodríguez Burgos über Moas Buch:

Toda esta operación intelectual no puede tener más que un resultado (...) y es la recuperación (...) de las conclusiones dominantes en la historiografía (y propaganda) franquista con todo lo que conllevan de exculpación y ocultación de los crímenes del bando sublevado, de apología de esa misma sublevación (...) y de escamoteo en definitva del curso, de las causas y de las consecuencias de los procesos sociales, políticos, económicos, culturales, etc. que tuvieron lugar en la España de los años treinta.[8]

Auch Leser haben sich zu Los mitos de la guerra civil geäußert. Dazu einige Zitate von der Homepage von „ La Casa del Libro“, einer großen spanischen Buchhandelskette:

- Un libro imprescindible que desafía las mentiras que la correción política ha impuesto. Hará historia.
- Lectura muy sugerente que rompe con la inercia de lo políticamtente correcto. Al final la historia nunca es tan simple como la han querido ver los historiadores ‘progresistas’. A la luz de este libro se entienden mucho mejor los desgraciados sucesos de la Guerra Civil.

Aber auch hier finden sich gegensätzliche Meinungen:

- Lo mejor del libro es que el titulo se ajusta perfectamente al contenido, está lleno de los mitos franquistas y de un intento de recuperar la figura de Franco como si fuera una bellisima persona.
- ¿Qué decir de este individuo? Primero fue un terrorista y un asesino, y ahora es un mentiroso sin vergüenza y de camino fue un traidor.[9]

Schon in seiner Einleitung zeigt Moa auf, dass fast alle Autoren von Literatur über den spanischen Bürgerkrieg, sowohl politisch Linke als auch Rechte, Franco für den Bürgerkrieg verantwortlich machen, weil er gegen eine demokratische und legitime Regierung rebelliert hat. Im Folgenden widerlegt er aber diese Meinung und zieht selbst ganz andere Schlüsse.

Das Buch ist in zwei Teile untergliedert: Im ersten beschäftigt sich der Autor mit Personen, die in der Zeit vor und während des Bürgerkrieges eine bedeutende Rolle gespielt haben, worauf ich aber nicht eingehen werde. Der zweite Teil beschäftigt sich mit Geschehnissen während des Krieges, die zu den Mythen über den Spanischen Bürgerkrieg geführt haben. Aus diesem zweiten Teil werde ich vier ausgewählte Kapitel darstellen und daran einige der – laut Moa – bedeutendsten Mythen des spanischen Bürgerkrieges vorstellen.

Das Buch wird eingeleitet von zwei Zitaten, die ich auch meinen weiteren Ausführungen voranstellen möchte:

1. Sobre ningún episodio de los años 30 se ha mentido tanto como sobre éste [la guerra de España], y sólo en años recientes han empezado los historiadores a extraer la verdad de la montaña de mendacidad bajo la cual estuvo oculta durante una generación. (Paul Johnson)
2. La primera de todas las fuerzas que dirigen el mundo es la mentira. (Jean François Revel)[10]

Diese beiden Zitate zeigen, wie stark die öffentliche Meinung von „Lügen“ und Mythen beeinflusst ist. Um diesem entgegenzuwirken, hat Pío Moa sein Buch verfasst.

Im Folgenden werde ich die Kapitel „El primer puente aéreo“, „El alcázar de Toledo y otros asedios”, „Las Brigadas Internacionales” und „El enigma Franco” zusammenfassen.

III. El primer puente aéreo

Zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges besetzten die Rebellen in der nördlichen Hälfte der Halbinsel ein großes, wenig besiedeltes Gebiet zwischen Galizien und Aragon (weiße Fläche in der nachfolgenden Karte), nicht jedoch Kantabrien, wo sich viele Militärfabriken befanden und die Bevölkerungsdichte hoch war. Im Süden hatten sie in Sevilla, Córdoba und Cádiz triumphiert, wobei aber – mit Ausnahme von Cádiz – alles nur Enklaven in feindlichem Gebiet waren.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus: Pío Moa, Los mitos de la guerra civil, Madrid 222003, S. 539.

Die Situation der Frente Popular sah ganz anders aus (schraffierte Fläche auf oben stehender Karte): 60% des gesamten Territoriums und fast alle Großstädte befanden sich unter ihrer Kontrolle, ebenso wie alle finanziellen Reserven und fast die gesamte Militärindustrie sowie Kohle- und Eisenminen. Hinzu kam eine Übermacht in den Bereichen der Luftwaffe und der Marine und eine strategische Übermacht, da sie die Hauptkommunikations- und Verkehrsknotenpunkte besaßen. Dies führte auch dazu, dass Prieto am 9. August 1936 erklärte: „... serían facilmente vencidos.“[12]

Mola wollte nun von Norden her nach Madrid einfallen und versuchte, die Bergpässe einzunehmen. Doch schon nach einigen Tagen musste er die Offensive einstellen, weil er von allen Seiten feindlichen Angriffen ausgesetzt war. Der Grund für sein Scheitern war zum einen der Mangel an Material, zum anderen aber auch die Moral und der Kampfeswille der Linken.[13]

Das weitere Schicksal wurde aber an einer ganz anderen Stelle entschieden, nämlich in der Meerenge von Gibraltar: Die anfängliche Bilanz der bisherigen Kriegshandlungen fiel eindeutig zu Gunsten der Linken aus und wenn sie es schaffen würden, die Meerenge von Gibraltar zu blockieren, wäre es ihnen gelungen, den Aufstand zu zerschlagen.[14]

In Marokko hatten die Aufständischen innerhalb von nur zwei Tagen gesiegt. Allerdings schien die Übersetzung der Truppen auf das Festland ohne Hilfe der Flotte unmöglich. Zunächst transportierte ein Schiff Soldaten nach Cádiz und ein anderes weitere nach Algeciras. Als Franco am 19. Juli 1936 nach Tetuán kam, befahl er die Verschiffung zu beschleunigen.[15] Dies gelang jedoch nicht, weil die Besatzung des Schiffes, das nach Cádiz gefahren war, rebellierte und ähnliches mit dem Rest der Flotte geschah, weil die Matrosen und Unteroffiziere loyal zu den Republikanern standen. Der Verlust der Flotte schien die definitive Niederlage der Aufständischen zu bringen.

Doch Franco sah, dass Mola unbedingt Hilfe benötigte und versicherte ihm, das Marokko-Heer per Flugzeug auf die Halbinsel überzusetzen. In der Folge organisierte er die erste Luftbrücke der Geschichte, die den weiteren Verlauf des spanischen Bürgerkrieges entscheidend beeinflussen sollte. Zunächst allerdings sah auch diese Lösung nicht viel versprechend aus, weil nur wenige Flugzeuge für den Transport der Soldaten zur Verfügung standen. Dennoch begann am 20. Juli 1936 die Luftbrücke mit nur zwei Flugzeugen, die Legionäre nach Cádiz brachten.[16] Drei Tage später bat Franco Deutschland und Italien, ihm Transportmaschinen zur Verfügung zu stellen. Am 25. Juli erhielt er die Zusage aus Deutschland und einen Tag später aus Italien. Das erste deutsche Flugzeug kam am 2. August an, doch bis zum 5. war keine bedeutsame Anzahl an deutschen und italienischen Flugzeugen vorhanden (elf im Vergleich zu 13 spanischen). Erst ab 8. August stammte die Mehrheit der eingesetzten Flugzeuge aus dem Ausland.[17]

Man kann in vielen Werken über den spanischen Bürgerkrieg lesen, dass die deutschen Junkers Franco retteten, doch die Chronologie der Ereignisse zeigt, dass dies nicht stimmt. Laut der verlässlichsten Schätzungen wurden 2.000 Soldaten per Flugzeug und circa 1.000 per Schiff nach Spanien gebracht, wobei nur ein deutsches Flugzeug im Einsatz war. Diese zwar kleine Truppe hatte aber auf Grund ihrer Qualität eine entscheidende Rolle bei der Ausdehnung und Konsolidierung der andalusischen Zone unter Queipo.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus: Pío Moa, Los mitos de la guerra civil, Madrid 222003, S. 539.

Innerhalb von zehn Tagen war die Isolierung der franquistischen Truppen überwunden und schon am 1. August war die Situation in Andalusien so gefestigt, dass man weiter nach Norden in Richtung Merida vordringen konnte, um die südliche und die nördliche Zone zu verbinden. Das gelang am 11. August ohne realen Einfluss der zweiten Phase der Luftbrücke, die am 8. August zusammen mit den deutschen Flugzeugen begonnen hatte.

Mit der Luftbrücke über die Meerenge von Gibraltar hatte Franco vier strategische Ziele erreicht. Er hatte zum einen die Blockade des Marokko-Heeres überwunden und zum anderen konnten die andalusischen Enklaven in ein weites, stabilisiertes Gebiet ausgedehnt werden. Als dritter Punkt konnte der Kollaps Molas konnte verhindert werden und schließlich gelang es, die beiden nationalistischen Zonen miteinander zu verbinden.[19]

[...]


[1] Vgl. Ruiz Vega, Antonio, „Los mitos de la guerra civil“, im Internet: <www.crimental.com/RuizVega/losmitosdelaguerra.htm>, Abruf: 15.10.2003.

[2] Vgl. Cobo, Marcela, „La violencia y los asesinatos fueron el signo de la II República en España“, im Internet: <www.despiertachile.cl/julio2003/Opinion/Barcelona/barcelona.html>,
Abruf: 15.10.2003.

[3] Vgl. <www.el-mundo.es/encuentros/invitados/2003/04/684>, Abruf:15.10.2003.

[4] Vgl. Costa Clavell, Xavier, „Pío Moa“, im Internet:
<www.elcorreogallego.es/periodico/20030507/Opinion/N190880.asp>, Abruf: 15.10.2003.

[5] Vgl. <www.perlentaucher.de/feuilletons/2003-05-20.html>, Abruf: 15.10.2003.

[6] <www.hermandaddelvalle.org/article.oho?sid=4375>, Abruf: 15.10.2003.

[7] Juliá, Santos, „Nueva luz sobre el pasado“, im Internet: <www.elpais.es/suple/bablelia/articulo.html>, Stand: 24.05.2003, Abruf: 15.10.2003.

[8] Rodíguez Burgos, Joaquín, „’Los mitos de la guerra civil’ de Pío Moa“, im Internet: <www.pce.es/foroporlamemoria/documentos/joaquin_rodriguez.htm>, Abruf: 15.10.2003.

[9] <www.casadellibro.com/fichas/fichabiblioin/0,1511,2900000891766,00.html>, Abruf: 17.09.2003.

[10] Pío Moa, Los mitos de la guerra civil, Madrid 222003, S. 21.

[11] Vgl. Moa, S. 211.

[12] Moa, S. 212.

[13] Vgl. Moa, S. 213.

[14] Vgl. Moa, S. 214.

[15] Vgl. Moa, S. 215.

[16] Vgl. Moa, S. 216.

[17] Vgl. Moa, S. 217.

[18] Vgl. Moa, S. 218.

[19] Vgl. Moa, S. 218.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Pio Moa: Los mitos de la guerra civil
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Hauptseminar: Bewältigung der Vergangenheit? Der spanische Bürgerkrieg im Spiegel von Literatur und Film
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V49444
ISBN (eBook)
9783638458979
Dateigröße
998 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hauptseminar, Bewältigung, Vergangenheit, Bürgerkrieg, Spiegel, Literatur, Film
Arbeit zitieren
Karolin Rammling (Autor), 2004, Pio Moa: Los mitos de la guerra civil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49444

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