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Indirekte Sprache in Bewertungssituationen. Feedbackrunden in der Ausbildung

Titel: Indirekte Sprache in Bewertungssituationen. Feedbackrunden in der Ausbildung

Hausarbeit , 2018 , 50 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Phänomen der indirekten Sprache. Sie untersucht, wieso indirekte Sprache für das Bewerten anderer verwendet wird. Die Konversationsanalyse eignet sich hervorragend für diese Fragestellung, weil mit ihr die kommunikativen Lösungen, die die Akteure hervorbringen, genau herausgearbeitet werden können. Mögliche Erklärungsversuche lassen sich in die beiden Ebenen "Auswirkungen des Settings auf die Akteure" und "Auswirkungen von Bewertungssituationen allgemein auf die Akteure" aufteilen. Als Beispiel dienen die Feedbackrunden, die der Autor dieser Arbeit während seines Praktikums aufgezeichnet hat. Die Erkenntnisse werden theoretisch eingebettet und der Begriff der indirekten Sprache soziologisch verortet.

Ständig geben wir Bewertungen ab. Gefiel mir das Restaurant? Wie war dieser Film? Wie war die Party? Es fällt auf, dass wir tendenziell eine andere Sprache verwenden, abhängig davon, ob mit dem Veranstalter der Party oder mit dem besten Freund, auf dem nach Hause Weg über die Party gesprochen wird. Dieser Sachverhalt verkompliziert sich, wenn der Veranstalter der Party besonders nett und die Party schlecht gewesen ist. Wir scheinen, routinierte kommunikative Lösungen für solche unterschiedlichen Bewertungssituationen zu besitzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Konversationsanalyse und GAT2 Basistranskript

4. Analyse

4.1 Setting

4.2 Höflichkeit

4.3 Ironie / Lachen

4.4 Schmunzeln / lachend reden

4.5 Nachträgliches Schönreden

4.6 Versuche der direkten Sprache

5. Theoretische Einbettung

6. Selbstreflexion

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie indirekte Sprache als kommunikative Strategie in bewertungsrelevanten Situationen eingesetzt wird, um soziale Beziehungen zu wahren und den Ernst der Lage zu moderieren. Im Zentrum steht die Analyse einer Feedbackrunde in einer erlebnispädagogischen Ausbildung.

  • Kommunikative Lösungen in Bewertungssituationen
  • Einsatz von Ironie, Lachen und indirekter Sprache
  • Bedeutung von Settings für das Kommunikationsverhalten
  • Systemtheoretische Perspektiven auf indirekte Kommunikation

Auszug aus dem Buch

4.2 Höflichkeit

In den folgenden Kapiteln werde ich die von mir registrierten Muster vorstellen und erste Vorschläge für eine Analyse liefern. Das hier präsentierte Transkript wurde nach Kriterien des GAT2 Basistranskripts transkribiert.

AN: beginnt (.) mit=EUCH (.) beiden- |

(2.0 Sekunden Pause)

IL: äh (.) kannst=du das halten; |

HA: natürlich, |

JO: willst=du starten? |

(2.0 Sekunden Pause)

IL: Ä::h (.) JA, | [(1.5) ] ich denke? |

JO: [((Husten))]

Es fällt auf, dass die Einleitung der Evaluationsrunde durch die Ausbildungsleiterin sehr kurz ausfällt. Zwei der drei Personen, die etwas vorgestellt haben, werden von ihr gebeten, zu beginnen. Womit begonnen werden soll, wird jedoch nicht versprachlicht. Es scheint bereits eine Routine für Vorstellungen und darauffolgendem Feedback zu existieren, die nicht mehr versprachlicht werden muss. Es findet anschließend ein kurzer Aushandlungsprozess darüber statt, wer beginnen soll (,,willst du starten?"). Dieser wird sehr schnell gelöst (,,äh ja"). Es entsteht kein Konkurrenzkampf darüber, wer beginnen soll. Die Verantwortung zu beginnen, wird von JO höflich an IL delegiert und dieser stimmt zu. Dies wird vor allem an der 2.0 Sekunden Pause zwischen den Wortbeiträgen von JO und IL deutlich. Es scheint für die Teilnehmer wichtig zu sein, über Höflichkeitsroutinen Distanz zu bewahren und nicht unmittelbar ,,zur Tat zu schreiten".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Feedbackkulturen ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Nutzung indirekter Sprache in Bewertungssituationen.

2. Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffe wie Goffmans Takt und Grice’ Kooperationsprinzip in den Kontext indirekter Kommunikation eingeordnet.

3. Konversationsanalyse und GAT2 Basistranskript: Dieses Kapitel begründet die Wahl der ethnomethodologischen Konversationsanalyse als methodischen Zugang zur Untersuchung von Interaktionsvorgängen.

4. Analyse: Im Hauptteil werden verschiedene Sequenzen der Feedbackrunde analysiert, wobei auf Setting, Höflichkeit, Ironie und Strategien der indirekten Kommunikation fokussiert wird.

5. Theoretische Einbettung: Der Begriff der indirekten Sprache wird mithilfe der Systemtheorie von André Kieserling und Niklas Luhmann soziologisch verortet.

6. Selbstreflexion: Der Autor reflektiert die eigene Rolle als Teilnehmer und Forscher sowie den Einfluss der Aufnahmesituation auf das Ergebnis.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass indirekte Sprache als funktionale Lösung dient, um Spannungen in Bewertungssituationen abzufedern.

Schlüsselwörter

Indirekte Sprache, Bewertungssituation, Feedbackkultur, Konversationsanalyse, Erlebnispädagogik, Höflichkeit, Ironie, Systemtheorie, Kommunikation, Interaktion, GAT2, soziale Interaktion, indirekte Kommunikation, Gruppenprozesse, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Menschen in bewertungsintensiven Situationen – konkret in einer Feedbackrunde einer erlebnispädagogischen Ausbildung – durch indirekte Sprache kommunizieren, um Konflikte zu vermeiden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse sprachlicher Muster wie Ironie, Lachen, Höflichkeitsformen und dem Aushandeln von Feedbackregeln in sozialen Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, warum und wie Akteure indirekte Kommunikation nutzen, um soziale Beziehungen trotz notwendiger Kritik aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet die ethnomethodologische Konversationsanalyse nach dem GAT2-Standard, um die Dynamik der Kommunikation in der Audioaufnahme detailliert auszuwerten.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Analysekategorien: Höflichkeit, Ironie, das ,,Nachträgliche Schönreden" und gezielte Versuche, wieder zur direkten Sprache überzugehen.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von detaillierten Transkriptanalysen mit soziologischen Theorien aus, insbesondere der Systemtheorie.

Warum wird im Setting der Feedbackrunde so viel indirekte Sprache verwendet?

Indirekte Sprache dient hier als Puffer, um den ,,Ernst" der Situation (Bewertung) mit dem ,,Spaß" und den sozialen Bindungen in der Gruppe zu vereinen.

Welche Rolle spielt die Ausbildungsleiterin in der Analyse?

Sie agiert als Instanz, die durch ihre Art der Fragestellung und den Einsatz von Ironie den Aushandlungsprozess der Feedbackregeln maßgeblich beeinflusst.

Wie bewertet der Autor die Rolle des ,,pinken Elefanten im Raum"?

Damit sind unangenehme Themen gemeint, die durch indirekte Sprache gezielt umgangen oder vage umschrieben werden, um die Harmonie der Gruppe nicht zu stören.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Indirekte Sprache in Bewertungssituationen. Feedbackrunden in der Ausbildung
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
50
Katalognummer
V494458
ISBN (eBook)
9783346039446
ISBN (Buch)
9783346039453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konversationsanalyse qualitativ qualitative sozialforschung empirisch Goffman Luhmann indirekte Kommunikation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Indirekte Sprache in Bewertungssituationen. Feedbackrunden in der Ausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494458
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  50  Seiten
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