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Die Wolfsmotivik in den Rotkäppchen Versionen von Ludwig Tieck und den Gebrüdern Grimm

Titel: Die Wolfsmotivik in den Rotkäppchen Versionen von Ludwig Tieck und den Gebrüdern Grimm

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 24 Seiten

Autor:in: Tobias Martin (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Verwendung des Wolfsmotivs in den Rotkäppchen-Variationen, einmal anhand des Kunstmärchens "Leben und Tod des kleinen Rothkäppchens" und des Volksmärchens "Rotkäppchen" von den Gebrüder Grimm, vor dem Hintergrund der Motivgeschichte untersucht werden. Zunächst soll im ersten Kapitel ein Überblick über die Motivgeschichte des Wolfs und die daraus resultierenden Bedeutungen des Tieres gegeben werden. Hierbei soll zum einen die Entstehung des schlechten Rufs des Wolfs anhand der Bibel-Exegese skizziert sowie ein Überblick über seine negativ eingefärbte Bedeutung in antiker Literatur oder Mythen gegeben werden. Dem entgegengesetzt sollen in einem weiteren Unterkapitel die geschlechtlich zugeordneten konnotierten Motiv-Bedeutungen des Wolfs in den Vordergrund gerückt werden. Ausgehend von der Sage der mythologischen Gründer Roms, Romulus und Remus, hat sich zum einen die Wölfin als Motiv der Mütterlichkeit in der Literaturgeschichte etabliert, wohingegen der männliche Wolf mit negativen Aspekten im Konflikt zwischen Mann und Frau vorkommt.

Im Zentrum des darauffolgenden Teils steht die Untersuchung der Motivverwendung anhand der Rotkäppchen-Variationen von Ludwig Tieck sowie der Gebrüder Grimm. Hierbei soll die von den Autoren verwendete Rolle des Wolfs mit der motivgeschichtlichen Symbolik des Tieres abgeglichen werden und eine Einstufung des betrachteten Textes als Volks- oder Kunstmärchen stattfinden. Die diesem Textabschnitt zugrundeliegende Fragestellung, inwiefern die Verwendung des Motivs zwischen den Märchenkategorien variiert und wie die Autoren den Wolf in ihren Märchen verwenden, sollen die Ergebnisse der vorherigen Textabschnitte zusammenführen und die Arbeit zu einem Abschluss bringen.

In nahezu allen Erzählgattungen der Literatur gehört der Wolf zu einer der am häufigsten verwendeten Tiermotive. Seine Verwendung sorgt für eine Anregung der Phantasie durch die Symbolik des Tieres und gilt im Märchen als Exponent des Bösen schlechthin. In den am weitesten verbreiteten Vorstellungen wird der Wolf überspitzt dargestellt. Sein trachten nach Beute, gepaart mit seiner Aggressivität, verzerren in der Literatur das reale Verhalten des Tieres, weshalb seine Verwendung oftmals in Form eines Antagonisten oder "dem Bösen" erfolgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Allgemeine Verwendung des Motivs

2.1. Mythologische und christliche Einflüsse auf die Wolfswahrnehmung

2.2. Geschlechtsspezifische Assoziation mit dem Wolf

4. „Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens“

4.1. Klassifikation in eine Märchenkategorie

4.2. Die Verwendung des Wolfs bei Tieck

5. Der Wolf bei den Gebrüdern Grimm

5.1. Einstufung in eine Märchenkategorie

6. Zusammenführung und Abschluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die motivgeschichtliche Entwicklung und literarische Ausgestaltung des Wolfs in den Rotkäppchen-Versionen von Ludwig Tieck und den Gebrüdern Grimm. Das primäre Ziel besteht darin, die unterschiedlichen Rollenzuschreibungen des Wolfs zwischen Kunstmärchen und Volksmärchen zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern diese Abweichungen durch zeitgenössische Kontexte oder gattungsspezifische Merkmale bedingt sind.

  • Historische Herleitung des negativen Wolfsbildes (Mythologie, Bibel).
  • Differenzierung zwischen Kunst- und Volksmärchen am Beispiel Rotkäppchen.
  • Kontrastive Analyse der Wolfsrolle bei Tieck und den Gebrüdern Grimm.
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Konnotationen des Wolfs.
  • Einfluss politischer und gesellschaftlicher Diskurse auf die Stoffbearbeitung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Mythologische und christliche Einflüsse auf die Wolfswahrnehmung

Zur Schaffung eines Referenzpunktes, mit der Motiv-Verwendung durch die Gebrüder Grimm sowie der durch Ludwig Tieck, ist eine Auseinandersetzung mit der Motivgeschichte des Wolfs und seiner zugeordneten Bedeutungen grundlegend. Neben den vielen Eigenschaften des Tieres haben sich, in Anbetracht antiker Literatur sowie der Bibel, gewaltbereite und brutale Assoziationen mit dem Motiv bis in die heutige Zeit durchgesetzt. Diese sind zum Teil mythologisch begründet, da der Wolf oftmals als Begleiter von Kriegsgöttern auftaucht und dadurch mit negativen Ereignissen und Eigenschaften in Verbindung gebracht wird.

So ist er beispielsweise als Begleiter des römischen Kriegsgottes Mars in der Mythologie zu verzeichnen und wurde damals als Symbol des Krieges, des Kriegers und der Schlacht angesehen. Weiterhin lässt sich die Erwähnung eines Wolfs-Motivs in der nordischen Mythologie nachvollziehen, insbesondere durch die Erscheinung von Geri (altnord. Der Gierige) und Freki (altnord. Der Gefräßige), welche als Gefährten in Wolfsgestalt des obersten Gottes Wotan in Erscheinung treten und anhand ihrer Namensgebung die bereits in der heutigen Literatur kennzeichnenden negativen Eigenschaften in sich vereinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die motivgeschichtliche Bedeutung des Wolfs als literarischem Antagonisten ein und definiert das Untersuchungsziel für die Märchen von Tieck und Grimm.

2. Die Allgemeine Verwendung des Motivs: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung des negativen Wolfsbildes durch mythologische Quellen sowie christliche Exegese und untersucht geschlechtsspezifische Assoziationen.

4. „Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens“: Hier erfolgt eine Klassifizierung des Werks als Kunstmärchen sowie eine Untersuchung, wie Tieck die Wolfsfigur individuell ausgestaltet und legitimiert.

5. Der Wolf bei den Gebrüdern Grimm: Dieses Kapitel analysiert die Grimm’sche Version als Volksmärchen und arbeitet die funktionale Verwendung des Wolfs als pädagogisches Instrument heraus.

6. Zusammenführung und Abschluss: Die Arbeit schließt mit einer konträren Gegenüberstellung der Wolfsdarstellungen in den behandelten Texten ab und fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen.

Schlüsselwörter

Wolfsmotiv, Rotkäppchen, Ludwig Tieck, Gebrüder Grimm, Kunstmärchen, Volksmärchen, Motivgeschichte, Literaturanalyse, Antagonist, Gattungsgeschichte, Wolfswahrnehmung, Märchenforschung, Symbolik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung des Wolfs in zwei spezifischen Rotkäppchen-Versionen und untersucht, wie die Motivverwendung variiert.

Welche Autoren und Werke stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Im Fokus stehen Ludwig Tiecks Kunstmärchen „Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens“ sowie die klassische Rotkäppchen-Version der Gebrüder Grimm.

Was ist das zentrale Forschungsziel der Untersuchung?

Es soll analysiert werden, wie sich die Inszenierung des Wolfs zwischen den Märchengattungen unterscheidet und welche Rolle diese Darstellung für die intendierte Moral des jeweiligen Textes spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine motivgeschichtliche und vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den historischen Kontext als auch gattungsspezifische Merkmale berücksichtigt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Wolfssymbolik sowie eine detaillierte Analyse der Wolfsrolle bei Tieck im Vergleich zu den Gebrüdern Grimm.

Welche Aspekte charakterisieren diese Arbeit inhaltlich?

Charakteristisch ist die Verknüpfung von mythologischen Vorprägungen des Wolfs mit der spezifischen Ausarbeitung als Kunst- oder Volksmärchenfigur.

Warum unterscheidet Tieck seine Darstellung von der traditionellen Vorstellung des „bösen Wolfs“?

Tieck gibt der Figur eine individuelle Hintergrundgeschichte und legitimiert deren Handlungen teilweise durch Monologe, was den Wolf aus der reinen Stereotypisierung heraushebt.

Welche Funktion hat der Wolf in der Fassung der Gebrüder Grimm?

Bei den Grimms fungiert der Wolf als pädagogisches Werkzeug zur Verdeutlichung moralischer Normen, indem er den Ungehorsam bestraft und somit elterliche Autorität bekräftigt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Wolfsmotivik in den Rotkäppchen Versionen von Ludwig Tieck und den Gebrüdern Grimm
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Autor
Tobias Martin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
24
Katalognummer
V494515
ISBN (eBook)
9783346001832
ISBN (Buch)
9783346001849
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wolfsmotivik rotkäppchen versionen ludwig tieck gebrüdern grimm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Martin (Autor:in), 2019, Die Wolfsmotivik in den Rotkäppchen Versionen von Ludwig Tieck und den Gebrüdern Grimm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494515
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Leseprobe aus  24  Seiten
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