David Reed und das Gemälde #453. Eine Analyse des Gemäldes und der Beweggründe des Künstlers


Hausarbeit, 2014
10 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Künstler David Reed

2. Die Brushstroke – Technik

3. Das Gemälde # 453
3.1 Beschreibung des Gemäldes
3.2 Verbindung zu Alfred Hitchcocks „Vertigo“
3.3 Mögliche Deutung von # 453

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

6. Bilderverzeichnis

1. Der Künstler David Reed

„I want my paintings not to be nostalgic or sentimental – that means they have to be about this moment. A corollary of that is they should be an integral part of life, not seperated in museum or galleries. Paintings belong where they can be a part of normal life, seen in privat moments of reverie.“1

Diese Aussage über seine eigenen Gemälde stammt von David Reed2. Geboren und aufgewachsen ist der heute 67 – Jährige im Jahre 1946 in San Diego, in Kalifornien.

Er lernte ab 1966 an der Skowhegan Schule für Malerei und Skulptur in Maine und anschließend besuchte er die New York Studio School in New York, wo er heute auch lebt und in seinem Atelier arbeitet.

Aus urheberrechtlichen Gründen ist die Abb.1 nicht im Lieferumfang enthalten

Abb. 1: David Reed

Schon zu dieser Zeit begann Reed, seine Kunst der Öffentlichkeit zu offenbaren und dieses Zitat von ihm soll zu einem späteren Zeitpunkt noch ein wichtiger Teil seiner Malerei werden.

Begonnen hat Reed 1967 mit den Landscape Paintings, welche stark abstrahierte Landschaften zeigen. Bereits bei diesen frühen Arbeiten ist erkennbar, dass David Reed der Pinselstrich sehr am Herzen liegt.

2. Die Brushstroke – Technik

Bemerkbar macht sich dies noch drastischer ab 1974. Reed beginnt mit seinen Brushstroke Paintings. Diese bis zu 1,40 Meter breiten und bis zu 1,90 Meter hohen Gemälde „[...] messen buchstäblich die Ausdehnungen und Fähigkeiten von Reeds Körper, indem sie die Spur der Berührung von Pinsel und Leinwand verfolgen und nachzeichnen.“3 „[...] Jeder der horizontalen Pinselstriche war genauso lang, wie Reeds Arm reichte, ohne daß er seine Position vor dem Bild veränderte.“4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: #64, 1974

Zunächst verwendete er, wie auch in seinen Werken davor, Ölfarben, wechselte dann jedoch 1975 zu Acryl und reduzierte auch seine Farbpalette auf schwarz, weiß und rot. Im Gegensatz zu Roy Lichtensteins Darstellung eines Pinselstriches, sind David Reeds Pinselstriche nicht gestellt, sie sind eher ein intimes Dokument einer Handbewegung auf einer nassen, zähflüssigen Oberfläche.5 Reed hat viele verschiedene solcher Gemälde angefertigt, alle mit dem gleichen Prinzip, den Akt des Malens darzustellen. Doch jedes ist ein Unikat, das Einzige seiner Art, denn obwohl es sich zwar immer um die Brushstrokes, also die Pinselstriche handelt, ist die Bewegung, das Endresultat niemals identisch zu dem anderen.

„Anfang der 80er Jahre brach Reed mit der Objektivität seines Frühwerks.“6 Er experimentierte mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien, unter anderem mit Palettmessern, und entwickelte bis heute eine überaus differenzierte Technik.

Sein Gemälde # 453, welches zwischen 1996 und 2000 entstanden ist, zeigt sehr gut, dass er sich zwar immer noch mit der Darstellung des Malaktes beschäftigt, dafür aber eine neue Technik entwickelt hat, welche sich in voluminösen Schnörkeln und ornamentartigen Wellen äußert.

3. Das Gemälde # 453

3.1 Die Beschreibung des Gemäldes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: #453, 1996 - 2000

Das Gemälde, um welches es sich eigentlich dreht, ist # 453. Es entstand zwischen 1996 und 2000 in David Reeds New Yorker Atelier. Es handelt sich um ein großformatiges, horizontales Gemälde und misst etwa 107 cm in der Höhe und 366 cm in der Breite. Reed verwendete bei diesem Werk Ölfarben und Alkydharz, außerdem Leinwand als

Oberfläche. Zum besseren Verständnis: Alkydharz ist ein Kunstharz, welches in Verbindung mit Öl an der Luft nur sehr langsam trocknet. Reed verwendet es sozusagen als eine Beschichtung des fertigen Werkes, welche aber, durch das langsame Trocknen, noch behandelt werden kann.

# 453 wurde im Jahr 2000, also nur kurz nach Fertigstellung, vom Neuen Museum Nürnberg erworben, wo es auch noch bis heute ausgestellt ist.

Das Werk ist sowohl horizontal als auch vertikal in Abschnitte aufgeteilt.

Vertikal gesehen lassen sich fünf gleich hohe und gleich breite Ebenen erkennen. Sie sind jeweils etwa 21 cm hoch und natürlich 366 cm breit.

Horizontal kann man das Gemälde in zwei Abschnitte teilen: die von links gesehen ersten zwei Drittel des Gemäldes und das letzte Drittel. Man erkennt diese Einteilung, auch bei der vertikalen Absetzung, durch die stringent gezogenen Linien, aber auch durch den Farbverlauf, welcher sich im horizontal letzten Drittel verändert.

Es wirkt, als hätte Reed verschiedene Platten aneinander geklebt, da auch die verwendeten Farben nicht ineinander verlaufen und auch die typischen Pinselbewegungen Reeds buchstäblich abgeschnitten werden.

Die fünf Ebenen lassen sich vor allem farblich unterscheiden. Ganz oben beginnt es mit einem starken Pinkton. In der zweiten Ebene sieht man dann eine Mischung aus lachsfarben und hautfarben. Darunter lässt sich ein dunkles Braun erkennen, worunter sich wiederum ein helles Mintgrün zeigt. In der untersten Ebene befindet sich schließlich ein angenehmes Pastellblau. Alle diese farblichen Ebenen setzen sich auf weiß grundierter Leinwand ab. Was auffällig ist, ist dass die verschiedenen Ebenen verschieden breite Freilassungen am linken Rand des Werkes haben. Während bei Blau und Lachs kaum Freiraum vorhanden ist, besteht bei Mintgrün fast doppelt so viel davon wie bei Braun, und drei Mal so viel wie bei Pink. Hier stellt sich nun die Frage, ob es von Reed so gewollt ist, oder er nur schlichtweg das weggelassen hat, was ihm nicht gut genug gefiel.

Das horizontal gesehen letzte Drittel des Werkes ist offensichtlich viel dunkler als der Rest von # 453. Schwarze Schnörkel und Ornamente vermischen sich mit den jeweiligen Farben der fünf Ebenen. Es wirkt, als wären nun diese Farben zu den Grundtönen geworden, welche sich mit dem Schwarz vermischen. Dies ist gar nicht so abwegig, da Reed nass in nass malte, weshalb die vorderen zwei Drittel wohl heller sind, da die Grundierung der Leinwand hier mit Weiß vollzogen wurde. Wenn man nun annimmt, dass die jeweiligen Ebenenfarben im letzten Drittel als Grundton verwendet wurden und die Pinselstriche nur mit Schwarz darüber gezogen wurden, würde das den erzielten Effekt erklären.

[...]


1 Yau 2005

2 Abb. 1

3 Siegel 2001, S. 9

4 Ebd.

5 Yau 2005

6 Siegel 2001, S. 10

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
David Reed und das Gemälde #453. Eine Analyse des Gemäldes und der Beweggründe des Künstlers
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Kunstgeschichte)
Note
2,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V494531
ISBN (eBook)
9783346005908
ISBN (Buch)
9783346005915
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunstgeschichte, David Reed, Zeitgenössische Kunst, Kunst, Hausarbeit, Neues Museum Nürnberg
Arbeit zitieren
Paula Sprödefeld (Autor), 2014, David Reed und das Gemälde #453. Eine Analyse des Gemäldes und der Beweggründe des Künstlers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494531

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