In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit den Auswirkungen der alliierten Luftangriffe auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg. Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt auf der Bombenkriegsdebatte, die seit einigen Jahren zwischen Deutschland und England geführt wird. Zur Einführung in die Thematik werden einleitend die Hintergründe des alliierten Luftkriegs besprochen; aus welchen Gründen sich die britische Regierung für diese Art der Kriegsführung entschieden hat, welche Ziele dabei verfolgt und ob sie letztendlich erreicht wurden. Anschließend betrachte ich die britische Sichtweise, nach der die Diskussionen in Deutschland Rückfälle in die Haltung der 50er Jahre sind. Anschließend folgt der Blick auf die Verarbeitung des Luftkriegs im deutschen Geschichtsbewusstsein in der medialen Öffentlichkeit. Dabei beziehe ich mich überwiegend auf die aktuellen Diskussionen innerhalb der deutsch-britischen Debatte, demzufolge auch auf den neuen deutschen Opferdiskurs. Anschließend folgt eine relativ knappe Besprechung des umstrittenen Werkes „Der Brand“ von Jörg Friedrich. In diesem Abschnitt beschränke ich mich auf Publikationen im Kontext dieser speziellen Debatte sowie des Verdrängungsphänomens in der Literatur im Allgemeinen. Es folgt eine Untersuchung hinsichtlich der Frage nach den Opfern des Zweiten Weltkriegs und inwieweit die Deutschen ein Recht haben, sich als solche zu bezeichnen. Mit einem kurzen Fazit schließt die Hausarbeit.
Vorweg möchte ich anmerken, dass in meiner Arbeit keine Bewertung der deutschen Hauptschuld am Zweiten Weltkrieg oder gar Relativierung anstrebt. Dass die Deutschen verantwortlich am Ausbruch des Weltkriegs sind, lässt sich nicht leugnen. Unabhängig davon wird ausschließlich die Kriegsführung der Alliierten, insbesondere die der Engländer, Besprechung finden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die alliierten Bombardements auf deutsche Städte – ein kurzer Rückblick.
- Die deutsch-britische Luftkriegsdebatte
- Zurück zur Opfergesellschaft? Die Debatte bei den britischen Siegern
- ,,Der alliierte Bombenkrieg“ im öffentlichen Geschichtsbewusstsein der Deutschen
- Das Tabu-Thema „Die Deutschen als Opfer“ entfacht einen deutschen Diskurs
- ,,Der Brand“ von Jörg Friedrich im Kontext der deutsch-britischen Debatte
- Das Luftkriegstrauma in der Literatur und weitere Publikationen über das Leiden der Deutschen zwischen 1939-1945.
- Die Deutschen als Opfer des selbstverschuldeten Krieges
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der alliierten Luftangriffe auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg, mit besonderem Fokus auf die Bombenkriegsdebatte zwischen Deutschland und England. Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen des alliierten Luftkriegs, der britischen Sichtweise auf die Debatte in Deutschland und der Verarbeitung des Luftkriegs im deutschen Geschichtsbewusstsein.
- Die Hintergründe des alliierten Luftkriegs und die britische Kriegsführung
- Die deutsche Opferrolle im Kontext der deutsch-britischen Debatte
- Die Verarbeitung des Luftkriegs im deutschen Geschichtsbewusstsein und die öffentliche Diskussion über die deutschen Opfer
- Die umstrittene Publikation "Der Brand" von Jörg Friedrich und das Verdrängungsphänomen in der Literatur
- Die Frage nach den Opfern des Zweiten Weltkriegs und die Berechtigung der Deutschen, sich als Opfer zu bezeichnen
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert den Fokus der Arbeit auf die Bombenkriegsdebatte zwischen Deutschland und England.
- Das zweite Kapitel beleuchtet die Hintergründe der alliierten Bombardements auf deutsche Städte und die britische Rechtfertigung für diese Kriegsführung.
- Das dritte Kapitel untersucht die aktuelle deutsch-britische Debatte um den alliierten Luftkrieg und den deutschen Opferdiskurs in der medialen Öffentlichkeit.
- Das vierte Kapitel analysiert das umstrittene Werk "Der Brand" von Jörg Friedrich im Kontext der deutsch-britischen Debatte und des Verdrängungsphänomens in der Literatur.
- Das fünfte Kapitel befasst sich mit der Frage nach den Opfern des Zweiten Weltkriegs und der Berechtigung der Deutschen, sich als Opfer zu bezeichnen.
Schlüsselwörter
Alliierter Luftkrieg, Bombenkriegsdebatte, deutsch-britische Debatte, deutsche Opferrolle, Verdrängungsphänomen, "Der Brand" von Jörg Friedrich, Kriegsopfer, zivil-militärische Unterscheidung, Kriegspropaganda, Kriegsmoral, historisches Gedächtnis, Medienöffentlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern der deutsch-britischen Bombenkriegsdebatte?
Es geht um die moralische und historische Aufarbeitung der alliierten Luftangriffe auf deutsche Städte und die Frage, inwieweit Deutsche als Opfer des Krieges betrachtet werden können.
Warum entschied sich die britische Regierung für den Luftkrieg?
Die Strategie zielte darauf ab, die Kriegsmoral der deutschen Bevölkerung zu brechen und die industrielle Infrastruktur des NS-Regimes zu zerstören.
Welche Rolle spielt Jörg Friedrichs Buch "Der Brand" in der Diskussion?
Das Werk löste eine heftige Debatte aus, da es das Leid der deutschen Zivilbevölkerung detailliert beschrieb und damit den "Opferdiskurs" in Deutschland neu entfachte.
Wie wird die deutsche Opferrolle in Großbritannien wahrgenommen?
In Großbritannien wird die Debatte oft kritisch gesehen, da sie als Versuch einer Relativierung der deutschen Kriegsschuld empfunden werden kann.
Gab es ein Tabu bezüglich der deutschen Kriegsopfer?
Lange Zeit stand die Aufarbeitung der eigenen Schuld im Vordergrund. Die Thematisierung des eigenen Leids durch den Bombenkrieg wurde oft als politisch unkorrekt oder verdrängt wahrgenommen.
- Quote paper
- M.A. Lisa Sofie Mros (Author), 2007, Die deutsch-britische Bombenkriegsdebatte. Die Aufarbeitung des alliierten Luftkriegs im deutschen Geschichtsbewusstsein nach 1990, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494619