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Soziale Distinktion und der Besuch von klassischen Konzerten

Eine qualitative Untersuchung

Titel: Soziale Distinktion und der Besuch von klassischen Konzerten

Bachelorarbeit , 2015 , 71 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Mona Wölfel (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll sich mit den musikfremden Motiven eines Konzertbesuchs beschäftigen. Wer sind die Personen, die sich in Konzerthäusern zu einer Gesellschaft zusammenfinden, welche Rituale gehen mit einem Konzertabend einher und welche Rolle spielen der Prestigegewinn, das ‚sehen und gesehen werden’ und der Wunsch, einer auserlesenen Musikhörerschaft anzugehören für Besucher? Inwiefern dient das klassische Konzert der gesellschaftlichen Abgrenzung, der Distinktion?

Das klassische Konzert, wie wir es heute kennen, besteht seit dem Ende des 19. Jahrhunderts beinahe unverändert. Konventionen und Rituale, die mit einem Konzertbesuch einhergehen wie elegante Kleidung, gepflegte Konversation im Foyer bei einem Glas Wein und vollkommen konzentrierte Musikrezeption, die allenfalls vom Husten des Sitznachbarn unterbrochen wird, all jene Aspekte lassen das musikalische Ereignis veraltet, angestaubt und wenig zeitgemäß wirken. Trotz alledem hat die klassische Musik nach wie vor viele Liebhaber, die gerne regelmäßig ins Konzert gehen. Würdevoll anmutende Konzerthäuser sind heutzutage genau wie vor 150 Jahren Treffpunkt bestimmter gesellschaftlicher Schichten, die sich zwar auch, aber nicht nur durch ihren gemeinsamen Musikgeschmack auszeichnen. Einer elitären Hörerschaft anzugehören, ‚sehen und gesehen werden’ und Prestigegewinn können ebenso Motive für den Konzertbesuch sein wie der Wunsch nach zwei Stunden exquisitem Musikgenuss.

Doch warum eignet sich die Praxis des öffentlichen Musikgenusses so gut zur sozialen Abgrenzung? Wie kommt es, dass der Besuch eines klassischen Konzerts eine solch stark distinguierende Wirkung mit sich bringen kann? Diese Fragen werden mit Bezug auf Bourdieus Konzept des Habitus und der Distinktion theoretisch hergeleitet. Mithilfe einer qualitativen Studie wird ein Versuch unternommen, Dimensionen der Abgrenzung in Bezug auf das Klassikkonzert herzuleiten. Aus zehn durchgeführten Leitfadeninterviews werden unter anderem Informationen darüber gewonnen, welchen Konzertritualen die fragliche Klientel folgt, um sich abzugrenzen, welche Rolle dabei ein bestimmter Verhaltenskodex spielt, inwiefern der Klassikgenuss mit Bildung einhergeht und welche Hürden zu überwinden sind, bevor eine Person Teil der geschlossenen Konzertgesellschaft werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Forschungsinteresse

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Forschungsstand

2.1 Historische Entwicklung klassischer Konzerte

2.2 Das Konzertritual in der heutigen Zeit

2.3 Das Konzertpublikum

2.3.1 Kategorien von Konzertbesuchern

2.3.2 Motive für den Besuch klassischer Konzerte

2.4 Habitus und Distinktion

2.4.1 Das klassische Konzert als Mittel zur sozialen Distinktion

3 Fragestellung

4 Empirische Umsetzung

4.1 Das Einzelinterview

4.1.1 Leitfadenkonstruktion

4.2 Auswahlkriterien der Befragten

4.2.1 Sampling

4.2.2 Rekrutierung und Kontaktaufnahme mit Befragten

4.2.3 Ablauf des Interviews

4.2.4 Transkription

4.3 Auswertung

5 Ergebnisse

5.1 Klientel

5.2 Konzertrituale

5.2.1 Vorbereitung auf das Konzert

5.2.2 Pausenaktivitäten

5.2.3 Nach dem Konzert

5.3 Dimensionen der Distinktion

5.3.1 Sehen und Gesehen werden

5.3.2 Kulturelles Interesse zeigen

5.3.3 Anerkennung erhalten

5.3.4 In Gesellschaft sein

5.3.5 Luxuriöses Ambiente genießen

5.3.6 Stars der klassischen Musik erleben

5.3.7 Musikalische Perfektion live erleben

5.4 Verhaltenskodex im Konzert

5.4.1 Festliche Kleidung

5.4.2 Ruhe im Saal

5.4.3 Beifallsbekundungen

5.4.4 Konzertverhalten erlernen

5.5 Klassik und Bildung

5.6 Die geschlossene Konzertgesellschaft

6 Schlussbetrachtung

6.1 Reflexion

6.2 Limitationen der Arbeit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Motive und sozialen Mechanismen hinter dem Besuch klassischer Konzerte zu untersuchen, mit besonderem Fokus auf die Rolle des Konzertbesuchs als Mittel zur sozialen Distinktion und Abgrenzung gemäß der Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu.

  • Soziologische Analyse des Konzertpublikums und seiner Motivationen.
  • Untersuchung von Konzertritualen als exklusive Verhaltensweisen.
  • Anwendung des Distinktionsbegriffs auf den Besuch klassischer Musik.
  • Erforschung der Bedeutung von kulturellem Kapital und Verhaltenskodizes.
  • Qualitative Auswertung von Leitfadeninterviews mit Konzertbesuchern.

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Konzertritual in der heutigen Zeit

Zwar hatte das standardisierte bürgerliche Konzert seinen Höhepunkt Ende des 19. Jahrhunderts, doch hat sich an seinem Ablauf seither wenig geändert. Die konzertbezogenen Verhaltensrituale, denen das Publikum und die Künstler folgen, sind die gleichen geblieben. Ein Ritual wird hier als Handlungsabläufe definiert, die sich nach einem vorgegebenen Muster wiederholen (Rösing, Barber-Kersovan, 1993, S. 136).

Da das Konzert einen relativ hohen Formalisierungsgrad und eine klare Rahmung aufweist, ist das Konzertgeschehen durchaus als Ritual zu bezeichnen. Das geteilte Bewusstsein der Konzertbesucher, an etwas Besonderem teilzuhaben, lässt das Konzert als Gegenentwurf des Alltäglichen erscheinen (Vogels 2011, S. 110).

„Das ritualisierte Verhalten hebt das Konzert aus dem Umfeld des Alltäglichen heraus, wodurch es als besonderes, einmaliges und Geschehen mit Ereignischarakter wahrgenommen wird.“ (Cooper 2008, S. 25). Unterstützt wird dieser Eindruck durch den Veranstaltungsort: Ein Konzertsaal strahlt etwas Weihevolles aus, wodurch das Nicht-Alltägliche zusätzlich hervorgehoben wird. Durch die Inszenierung wird Beginn und Ende bestimmt und eine Rahmung vorgenommen (Vogels, 2011, S. 110).

Konzertrituale definieren den Besucher als Teilnehmer eines besonderen Ereignisses und lassen ihn zum Mitglied der Konzertgemeinschaft werden (Cooper 2008, S. 24). Sie sind recht komplex und erstrecken sich über einen Zeitraum, der länger als die Veranstaltung selbst dauert. Eine bestimmte Aura umgibt das gesamte Konzerterleben (Rösing & Barber-Kersovan, 1993, S. 138).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der musikfremden Motive des Konzertbesuchs ein und legt die Relevanz der Untersuchung für die soziale Distinktion dar.

2 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick sowie theoretische Grundlagen zu Konzertritualen, dem Publikum und dem Habitus-Konzept Bourdieus.

3 Fragestellung: Hier wird das Erkenntnisinteresse formuliert, welches primär die soziale Distinktion durch den Konzertbesuch und die zugrundeliegenden Dimensionen hinterfragt.

4 Empirische Umsetzung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Design, insbesondere die Durchführung und Auswertung qualitativer Leitfadeninterviews.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analyse der Interviews bezüglich der Klientel, der Rituale und der spezifischen Dimensionen der Distinktion.

6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert den Forschungsprozess und diskutiert die Limitationen der Studie.

Schlüsselwörter

Konzertritual, soziale Distinktion, Habitus, Pierre Bourdieu, Konzertpublikum, kulturelles Kapital, Klassik, Konzertgesellschaft, Verhaltenskodex, qualitative Studie, Musiksoziologie, soziales Prestige, Musikrezeption, bildungsbürgerlich, Exklusivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum der Besuch klassischer Konzerte für viele Menschen weit über das rein musikalische Erlebnis hinausgeht und als Mittel zur sozialen Abgrenzung bzw. Distinktion genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die soziologische Beschaffenheit des Konzertpublikums, die Bedeutung konzerteigener Rituale, der Einfluss des Habitus nach Pierre Bourdieu und die Wahrnehmung von Hochkultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern kann der Besuch klassischer Konzerte einer sozialen Abgrenzung bzw. Distinktion dienen?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz und führt problemzentrierte Leitfadeninterviews mit zehn regelmäßigen Konzertbesuchern durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Ergebnisse der empirischen Studie vorgestellt, unterteilt in die Themenbereiche Klientel, Konzertrituale, Distinktionsdimensionen, Verhaltenskodex und der Zusammenhang zwischen Klassik und Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Konzertritual, soziale Distinktion, Habitus, kulturelles Kapital und die geschlossene Konzertgesellschaft.

Welche Rolle spielt der Dresscode im Konzertleben?

Festliche Kleidung wird von vielen als fester Bestandteil des Konzertrituals betrachtet, das den besonderen, feierlichen Anlass unterstreicht und als Ausdruck von Respekt gegenüber den Künstlern dient.

Inwiefern beeinflusst das „Sehen und Gesehen werden“ den Konzertbesuch?

Obwohl es von Befragten nicht als eigenes Hauptmotiv angegeben wird, erkennen sie die soziale Komponente und das gesellschaftliche „Drumherum“ als wichtigen Teil des Konzerterlebnisses und als Plattform für die Bestätigung der eigenen Gruppenzugehörigkeit an.

Warum ist das Ruhegebot im Saal so essenziell?

Absolute Stille wird als Voraussetzung für die anspruchsvolle, konzentrierte Musikrezeption gesehen; Geräusche wie Husten oder Reden werden als Störung und als respektlos gegenüber den Musikern wahrgenommen.

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Details

Titel
Soziale Distinktion und der Besuch von klassischen Konzerten
Untertitel
Eine qualitative Untersuchung
Hochschule
Hochschule für Musik und Theater Hannover  (Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung)
Note
1,7
Autor
Mona Wölfel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
71
Katalognummer
V494638
ISBN (eBook)
9783668990609
ISBN (Buch)
9783668990616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik Klassik Distinktion Adorno Bourdieu Konzert Ritual Orchester Oper
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mona Wölfel (Autor:in), 2015, Soziale Distinktion und der Besuch von klassischen Konzerten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494638
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  71  Seiten
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