Tankstellen als neue Vertriebswege


Hausarbeit, 2005

46 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Convenience-Handel
2.1. Begriffsabgrenzung Convenience
2.2. Gründe des Convenience Trends
2.3. Struktur des Convenience-Marktes
2.4. Schlüsselfaktoren des Convenience-Handels
2.4.1. Kundennaher Standort
2.4.2. Verbraucherfreundliche Öffnungszeiten
2.4.3. Verzehrsnahes Sortiment

3. Das Tankstellen-Shopgeschäft
3.1. Marktentwicklungen
3.2. Struktur des Tankstellen-Marktes
3.3. Kundenstruktur und Einkaufsverhalten
3.4. Shop und Sortiment
3.4.1. Sortiment des Tankstellen-Shops
3.4.2. Besonderheiten bei der Platzierung
3.4.3. Modelle in der Praxis und Trends
3.4.3.1. Aral Shop ohne Zapfsäule
3.4.3.2. Aral Konzept „PetitBistro“
3.4.3.3. DVD-Verleih an der Tankstelle
3.4.3.4. Esso Tankstellenkonzept „On the Run“
3.4.3.5. Pay at the Pump
3.4.3.6. PrePaid-Karten

4. Ausblick und Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Sonstige Quellen

Internetquellenverzeichnis

Anhang 1 – Abbildungen

Anhang 2 – Internetquellen

1. Einleitung

Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das negative Konsumklima bereiteten auch im Jahr 2004 den deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Probleme.[1] Der LEH konnte 2004 eine Veränderung des Umsatzes von -0,1 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Aber nicht alle Typen des LEH mussten Wachstumseinbußen in Kauf nehmen, z.B. die Getränkeabholmärkte konnten eine Zuwachs von 2,9 % erreichen.[2] Aber auch die Tankstellen verzeichneten eine Umsatzsteigerung von 2,4 %.[3] Anhand dieser Ergebnisse ist zu erkennen, dass die Tankstellen zu den Umsatzgaranten in Deutschland zählen. In dieser Arbeit sollen Tankstellen als neue Vertriebswege näher erläutert werden. Im ersten Teil soll zunächst auf den Convenience-Handel im Allgemeinen eingegangen werden. Im Anschluss soll das Tankstellen-Shopgeschäft erläutert werden. Insbesondere stehen hier der Tankstellen-Markt, das Sortiment sowie futuristische und praktische Modelle im Mittelpunkt. Zum Abschluss der Arbeit folgt ein Blick auf zukünftige Vorgänge.

2. Convenience-Handel

Um tiefer in das Thema einsteigen zu können, ist es zunächst einmal notwendig, den Convenience-Handel im Allgemeinen näher zu erläutern.

Circa 10,5 % des Gesamtumsatzes des LEH werden heute über den Convenience-Handel getätigt An dieser Zahl ist zu erkennen, dass auch dieser Markt eine große Bedeutung für den LEH in naher Zukunft sein wird.[4]

2.1. Begriffsabgrenzung Convenience

Der aus dem Englischen stammende Begriff Convenience bedeutet streng übersetzt „Bequemlichkeit“.[5] In dem mit dieser Arbeit stehendenZusammenhang kann Convenience mit „bequem und verfügbar“ übersetzt werden.[6]

Daraus folgt, dass die Verkaufsstellen des Convenience Marktes die Möglichkeit bieten, mehrere Dinge zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu erledigen. Daraus folgt der „One-Stop-Shopping-Nutzen“, welcher ein wesentlicher Aspekt des Zeit sparenden und bequemen Einkaufens ist.[7]

Vordergründig betrachtet, können Convenience-Stores als weitere Phase des „Wheel of Retailing“, dem sich permanent drehenden Einzelhandelsrad, gesehen werden.

Damit entstehen mit Convenience-Stores eine weiter zusätzlich Handelsform, welche die bisherigen ergänzt und Bedürfnisse bestimmter Kundengruppen abdeckt.[8]

2.2. Gründe des Convenience Trends

Eine Gesellschaft durchläuft einen stetigen Veränderungsprozess. Auch in Deutschland gibt es Veränderungen, die erkennen lassen, dass die Lebensweisen der vorherigen Generation sich zunehmend verändern oder auflösen.[9] Diese Vorgänge haben Einfluss auf die Beschaffung, die Zubereitung und den Verzehr von Nahrungsmitteln. Die wohl für diesen Markt bedeutendsten gesellschaftlichen Entwicklungen ist der Trend zu Single- und DINKs-Haushalten (Double Income No Kids). Dies hat zu Folge, dass die Gesellschaft nicht mehr durch synchronisierte Zeitabläufe geprägt ist. Dadurch entsteht eine Individualisierung der Essgewohnheiten und der starre Rhythmus der festen Mahlzeiten wird zunehmend aufgelöst und eine Frequenz von kleinen und Zwischenmahlzeiten, welche jederzeit, einfach und bequem verfügbar sein müssen, tritt an deren Stelle. Weiterhin ist ein massives Streben nach Unabhängigkeit von Zwängen, Zeit und Raum eingetreten. Die gestiegene Mobilität und das große Angebot an Freizeitaktivitäten führen dazu, dass der Mensch ständig unterwegs ist. Auch trotz steigender Freizeit neigen die Menschen dazu, den Eindruck zu haben, dass deren Zeit immer knapper wird.

Das Fazit welches daraus gezogen werden kann, ist, dass Vorratseinkäufe und die Zubereitung von Mahlzeiten als ungeliebte Pflicht und Verlust der Freizeit empfunden werden. Daraus entsteht das Motiv für das Convenience Shopping, welches sich in Form eines Bedürfnisses nach Zeitgewinn, Stressvermeidung sowie Schnell- und Spontangenuss äußert.[10]

2.3. Struktur des Convenience-Marktes

Der Convenience-Markt ist im Vergleich zum LEH eher heterogen und wenig transparent.[11] Anhand der unten abgebildeten Tabelle soll die Struktur dieses Marktes verdeutlicht werden. Mehr als 40 % des Umsatzes im Convenience-Markt werden von den Tankstellen erwirtschaftet.

Jedoch weisen die Tankstellen nicht die meisten Verkaufsstellen des Convenience-Marktes vor. Denn die Kioske und Imbisshallen stellen 58,2 % der Verkaufsstellen des Marktes. Bei der Untersuchung des Umsatzes je Verkaufsstelle ist festzustellen, dass die Kioske (Kioske/Imbisshallen 178.000 €, Saisonkioske 151.000 €) eher das Schlusslicht bilden. Die Tankstellen sind hierbei die Stärksten des Marktes mit einem Umsatz von 614.000 € je Shop. Wird dieses Ergebnis nach den Arten der Tankstellen aufgeschlüsselt, ä Umsatzstärksten der Branche sind. Die Straßentankstellen weisen dagegen „nur“ einen Umsatz je Verkaufsstelle von 577.000 € vor, welcher jedoch immer noch überdurchschnittlich im Vergleich zum restlichen Convenience-Markt ist.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1 Die Entwicklung der Verkaufsstellen und Umsatzzahlen im Convenience-Bereich

(Quelle: A.C. Nielsen (2005), S. 31 )

2.4. Schlüsselfaktoren des Convenience-Handels

Im Folgenden sollen die drei Schlüsselfaktoren erläutert werden, durch welche der Conevenience-Handel eine konsequente Kundenorientierung erreicht. Diese Schlüsselfaktoren sind der kundennahe Standort, die verbraucherfreundlichen Öffnungszeiten sowie das verzehrsnahe Sortiment.[13]

2.4.1. Kundennaher Standort

In der Regel liegen Convenience-Stores in der unmittelbaren Nähe des Verbrauchers, d.h nah am Arbeitsplatz oder auf dem Weg des Konsumenten. Wegen des kundennahen Standortes, kann der Verbraucher Zeit gewinnen. Es kann aber auch die Last für zusätzliche Wege vermieden werden, welche durch das Sterben kleinerer Lebensmittelgeschäfte im näheren Umfeld des Verbrauchers, entstehen.[14] Durch denn kundennahen Standort entsteht auch der Mehrwertfaktor Freizeitgewinn, durch den der Convenience-Preis legitimiert wird.[15] Hierbei soll noch erwähnt werden, dass sich Tankstellen nur an Standorten ansiedeln werden, welche stark frequentiert sind.[16]

2.4.2. Verbraucherfreundliche Öffnungszeiten

Der Convenience-Handel kann die Bedürfnisse der Verbraucher nach Spontanität, Unabhängigkeit von Zwängen der Planung und Vorratshaltung durch die dem Verbraucherwünschen angepassten Öffnungszeiten befriedigen. Somit kann auch das Verlangen nach einem 24h Zugang zu Geschäften, Unterhaltung und Dienstleistungen erfüllt werden.[17]

2.4.3. Verzehrsnahes Sortiment

Damit der Konsument beim Convenience-Shopping möglichst viel Zeit gewinnt und der übliche Such- und Entscheidungsstress ihm erspart bleibt, wird das Sortiment möglichst flach gehalten, d.h. die Sortenvielfalt wird eingeschränkt. In der Regel werden Produkte in für Single- und DINKs-Haushalte geeigneten Größen angeboten. Um den schon genannten „One-stop-shopping-Bonus“ auszuschöpfen, wird ein breites Sortiment angeboten.

Die Warengruppen Getränke, Presseerzeugnisse, Tabak- und Süßwaren sind, mit circa 85 % des Umsatzes, die Absatzstärksten in der Branche. Lediglich 4 % tragen die klassischen Warengruppen Obst und Gemüse, Fleich-, Back- und Molkereiwaren, Tiefkühlkost und die Trockenwaren zum Umsatz bei. Wobei diese im traditionellen Lebensmitteleinzelhandel über 70 % des Umsatzes erwirtschaften. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Nahrungsmittel in ihrer Absatzstärke wachsen werden. Allerdings nicht als „Zutaten-Produkte“, sondern als fertigportionierte und verzehrsnahe Kleinpackungen. Dieses Sortiment wird als das „Frische-Convenience-Sortiment“ bezeichnet. Beispielsweise werden keine Salatköpfe, Gurken, Tomaten und Dressing angeboten, sondern fertig zubereitete Salate in einer Verpackung zum mitnehmen. Aber auch das so genannte „Chilled Food“ ist auf dem Vormarsch.[18] Unter „Chilled Food“ werden gekühlte, direkt verzehrsfähige oder leicht zu verarbeitende Produkte verstanden. Diese Produkte werden den Kunden verhältnismäßig frisch angeboten und sind in ihrer Haltbarkeit relativ begrenzt. Zu diesem Sortimentsbereich gehören z.B. gekühlte Pizzen, Baguettes, gekühlte Hot Dogs oder Sandwiches aber auch Fertiggerichte, gekühlte Teigwaren sowie Frischteige.[19] Jedoch steht diesem wachsenden Sortiment auch ein Risiko gegenüber. Denn es entstehen hohe Logistikkosten, z.b. für Transport, Kühlung aber auch für die Regalpflege. Durch die geringe Haltbarkeit entsteht auch ein hohes Abschreibungsrisiko. Da die Ware ständig gekühlt werden muss, entsteht für den Shop-Betreiber ein erhöhter Investionenbedarf für die zusätzlich benötigte Kühlfläche. Da „Chilled Food“ überwiegend von Kunden mit überdurchschnittlicher Kaufkraft nachgefragt wird, kann dieses Sortiment auch als Kundenbindungs-Instrument für zahlungskräftige Kunden verwendet werden.[20]

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein Convenience-Produkt möglichst komplett im Shop vorgefunden werden soll. Als Beispiel kann die Convenience-Lösung für das Zähneputzen, nämlich der Zahnpflegekaugummi genannt werden. Somit wurde die Zahnbürste als unemotionaler Bedarfsartikel in einen bedürfnisorientierten Impulsartikel umgewandelt.[21] „Convenience-Produkte bieten dem Kunden also Lösungen. Dienstleistungen als Teil des Produktes ist der oberste Zusatznutzen, den ein Produkt erfüllen kann.“[22] Die Lösung die das Produkt bietet, muss zum einen sofort zu verstehen sein und zum anderen sofort nutzbar sein. In der Regel bedeutet Sofortnutzbarkeit Sofortverzehrbarkeit.[23]

[...]


[1] http://www.acnielsen.de/news/pr20050714.shtml, vom 07.09.2005

[2] vgl. A.C. Nielsen (2005), S. 10

[3] vgl. A.C. Nielsen (2005), S. 31

[4] vgl. A.C. Nielsen (2005), S. 10

[5] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 184

[6] vgl. Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 14

[7] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 184

[8] vgl. Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 13

[9] vgl. Seifert, M. (2002) S. 95

[10] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 185

[11] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 184

[12] vgl. A.C. Nielsen (2005), S. 31

[13] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 185

[14] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 185

[15] vgl. Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 24

[16] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 186

[17] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 186

[18] vgl. Gyllensvärd, U. (1999) S. 186

[19] http://www.marketing-marktplatz.de/Absatz/ChilledFood.shtml, vom 07.09.2005

[20] http://www.marketing-marktplatz.de/Absatz/ChilledFood2.shtml, vom 07.09.2005

[21] vgl. Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 106

[22] Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 106

[23] vgl. Auer, S., Koidl, R. (1999) S. 106

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Tankstellen als neue Vertriebswege
Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Veranstaltung
Vertriebs- und Handelsmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
46
Katalognummer
V49466
ISBN (eBook)
9783638459150
Dateigröße
1918 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
19 Seiten Hausarbeit, 3 Seiten Grafik-Anhang sowie das dazu gehörige Referat (23 Folien)
Schlagworte
Tankstellen, Vertriebswege, Vertriebs-, Handelsmanagement
Arbeit zitieren
Benjamin Endlich (Autor:in), 2005, Tankstellen als neue Vertriebswege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49466

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