Es ist erstaunlich, wie viel Märchenhaftes gerade durch die elektronischen Medien transportiert wird. Eines der besten Beispiele ist Walt Disney, der sich die Märchen zu Eigen machte. Doch wie kommt es zu diesem ganzen Hype, dass Märchen immer häufiger verfilmt werden? Bleibt der Märchengedanke wirklich noch erhalten und wie haben sich die Märchen im Laufe der Zeit entwickelt? Ist die Buchmärchenversion gleich der Filmmärchenversion?
Auf diese Fragen möchte ich in dieser Seminararbeit eingehen. Anfangs werde ich den theoretischen Hintergrund beleuchten und etwas über die Grimm’schen Märchen und den Film allgemein berichten. Des Weiteren folgt an einem Paradebeispiel die Analyse eines Märchens im Laufe der Zeit. Zuletzt werde ich eine Diskussion hinsichtlich der neuen Märchenrolle darlegen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Die Entstehungsgeschichte der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen
2.2 Der Märchenfilm
2.2.1. Filmgeschichte
2.2.2. Filmadaption – Märchen und Medien
2.2.2.1. Der Film als neues Medium
2.2.2.2. Walt Disney – Filmadaption
3. DER WANDEL DES MÄRCHENS IM LAUFE DER ZEIT – UNTERSUCHUNG AN EINEM EXEMPLARISCHEN MÄRCHEN: „SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE“
3.1 Inhalt und Interpretation
3.1.1. Inhalt
3.1.2. Interpretation
3.2 Darstellung im Wandel der Zeit
3.2.1. Zur Zeit der Grimm-Brüder
3.2.2. NS-Zeit
3.2.3. Märchen heute – Die Filmvariationen
3.2.3.1. Walt Disney „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (1937)
3.2.3.2. Tarsem Signhs „Spieglein, Spieglein“ (April 2012)
3.2.3.3. Rupert Sanders „Snow White and the Huntsman“ (Mai 2012)
4. DISKUSSION HINSICHTLICH DER NEUEN MÄRCHENROLLE
4.1. Der Wandel
4.1.2. Perspektivenwechsel hinsichtlich der veränderten Frauenrolle
4.1.3. Der Märchengedanke
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den medialen Wandel des Märchens „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ von der ursprünglichen Buchfassung der Gebrüder Grimm hin zu modernen Filmadaptionen. Dabei wird analysiert, wie sich filmische Umsetzungen über die Zeit hinweg verändern und welche Auswirkungen dies auf die Darstellung der Frauenrolle sowie den Fortbestand des ursprünglichen Märchengedankens hat.
- Historischer Hintergrund der Grimm’schen Märchen
- Die Entwicklung des Märchenfilms und dessen mediale Adaption
- Analyse der verschiedenen Schneewittchen-Filmvariationen (Disney, Tarsem Singh, Rupert Sanders)
- Wandel des Frauenbildes vom passiven Prinzesschen zur aktiven Rebellin
- Diskussion über die Erhaltung des Märchengedankens in modernen Medien
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Inhalt
Es war einmal in einem schönen Königsland ein Königspaar, die eine Tochter zur Welt brachten. Sie war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und ihre Haare so schwarz wie Ebenholz. Schneewittchen sollte sie heißen. Die Königin starb bei der Geburt der Prinzessin und der König nahm sich eine neue Frau. Diese konnte es nicht leiden von der Ausstrahlung einer anderen übertroffen zu werden. Ein magischer Spiegel bestätigte ihre Apartheit und sie fühlte sich zufrieden. Als Schneewittchen zu einer Schönheit heranwuchs und der Spiegel nun sie als die Schönste auserkor, beschloss die Königin sie töten zu lassen. Der Jäger sollte ihr Lunge und Leber herausnehmen, damit die Königin sie essen konnte. Der Mann jedoch lies das Mädchen laufen. Schneewittchen flüchtete zu den sieben Zwergen in den Wald. Diese nahmen sie auf und sie kümmerten umeinander. Als die Königin abermals den Spiegel befragte und erfuhr, dass Schneewittchen noch am Leben war, beschloss sie alles Erdenkliche zu tun um sie zu töten. Drei Mal in Folge ging sie in den Wald. Drei Mal hatte sie bösartige Absichten. Zuerst versuchte sie es mit einem Schnürriemen, des Weiteren mit einem giftigen Kamm. Beide Male konnten die Zwerge dem Mädchen das Leben retten. Beim letzten Versuch brachte sie einen giftigen Apfel herbei. Schneewittchen biss hinein und starb. Die Zwerge trauerten um sie und legten sie in einen Sarg. Die Königin ward nun die Schönste im Land. Als eines Tages ein Prinz am Sarg vorbei kam beschloss er diesen mitzunehmen. Er hatte sich in die holde Maid verliebt. Als sie den Sarg trugen und über einen Strauch stolperten, spuckte Schneewittchen den Apfel aus und erwachte zum Leben. Der Prinz nahm sie zur Frau. Sie heirateten und feierten ein Fest. Auch die Hexe wurde eingeladen. Sie ging zur Hochzeit, musste in eiserne Pantoffeln steigen und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin führt in die Bedeutung des Märchens ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Wandel des Märchengedankens und der Buchmärchenversion zur Filmmärchenversion.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel behandelt die Geschichte der Grimm’schen Märchen sowie die Grundlagen der Filmgeschichte und die Entwicklung der Filmadaption.
3. DER WANDEL DES MÄRCHENS IM LAUFE DER ZEIT – UNTERSUCHUNG AN EINEM EXEMPLARISCHEN MÄRCHEN: „SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE“: Hier erfolgt die detaillierte inhaltliche Analyse des Märchens sowie der Vergleich zwischen der Grimm-Vorlage und drei spezifischen Filmversionen.
4. DISKUSSION HINSICHTLICH DER NEUEN MÄRCHENROLLE: Die Diskussion beleuchtet den Wandel des Frauenbildes und analysiert, inwiefern der grundlegende Märchengedanke in modernen, teils düsteren oder ironischen Verfilmungen bewahrt bleibt.
5. FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Märchen ein hohes Anpassungspotenzial besitzen und sich primär die Rollenbilder – weg von passiven hin zu aktiven Charakteren – stark gewandelt haben.
Schlüsselwörter
Märchen, Gebrüder Grimm, Schneewittchen, Märchenfilm, Filmadaption, Walt Disney, Frauenrolle, Transformation, Medialer Wandel, Märchenforschung, Erzählkultur, Fantasyfilm, Emanzipation, Narzissmus, Adaptierbarkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich das Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ vom literarischen Text der Gebrüder Grimm hin zu verschiedenen filmischen Adaptionen im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Grimm’schen Märchen, die Geschichte des Märchenfilms, die Transformation der Frauenrolle und die Frage der Bewahrung des ursprünglichen Märchengedankens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Darstellung der Hauptfigur und das Rollenverständnis innerhalb des Märchens an die heutige Zeit angepasst haben und ob das Märchen trotz dieser Veränderungen seinen Kern behält.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literatur- und Filmanalyse, bei der ausgewählte Verfilmungen (Disney, Singh, Sanders) der literarischen Vorlage gegenübergestellt werden.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert den Inhalt der Grimm-Vorlage, interpretiert die psychologischen Aspekte und vergleicht anschließend drei Filmfassungen hinsichtlich ihrer Darstellung, Rollenverteilung und filmischen Umsetzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Märchen, Filmadaption, Frauenbild, Schneewittchen, Transformation, Grimm und mediale Anpassung.
Wie unterscheidet sich die Frauenrolle in den verschiedenen Filmen?
Während Schneewittchen bei Disney noch als passives, häusliches Prinzesschen dargestellt wird, wandelt sie sich in moderneren Filmen wie „Snow White and the Huntsman“ zur aktiven Anführerin und Kriegerin.
Bleibt der "Märchengedanke" in modernen Verfilmungen erhalten?
Ja, laut der Autorin bleibt der Kern des Märchens trotz starker Abweichungen in der Inszenierung – wie etwa durch Action- oder Comedy-Elemente – in allen untersuchten Filmen im Grunde vorhanden.
- Arbeit zitieren
- Rebecca Munique (Autor:in), 2017, Vom Buch zum Film. Das Märchen im Wandel der Zeit am Beispiel von "Schneewittchen und die sieben Zwerge", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494784