Eine Studie zum Thema Migration. Besteht eine Korrelation zwischen Empathie und Meinung der Bevölkerung?


Hausarbeit, 2019
29 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

3. Methode und Untersuchungsform
3.1. Versuchspersonen
3.2. Erhebungsverfahren
3.3. Erhebungsinstrument

4. Operationalisierung der theoretischen Konzepte
4.1. Empathiefähigkeit
4.2. Meinung zu Migration

5. Ergebnisse
5.1. Deskriptive Ergebnisse der allgemeinen Daten
5.2. Deskriptive Ergebnisse der Empathiefähigkeit
5.3. Deskriptive Ergebnisse der Korrelation der beiden Koeffizienten

6. Zusammenfassung und Diskussion

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1. Fragebogen Empathiefähigkeit/Meinung zu Migration
8.2. Grafische Darstellung der Excel-Analyseergebnisse

Abbildung 1: Verteilung der Empathiewerte nach Normwerten – eigene Darstellung

Abbildung 2: Durchschnittswerte der Empathie-Subgruppen nach Normwerten

Abbildung 3: Häufigkeiten der gegebenen Antworten verteilt auf der vierstufigen Skala mit Mittelwert

Abbildung 4: Verteilung der Mittelwerte hinsichtlich der einzelnen Items

Abbildung 5 Messergebnisse Empathie und Meinung zu Migration (M=Median; SD= Standardabweichung)

Abbildung 6 Empathie und Meinung zu Migration - lineare Funktion

Abbildung 7 Wertestreuung Männer vs. Frauen

1. Einleitung

In einer multi-kulturellen Gesellschaft wie der deutschen, die einen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund von 19,3 Millionen(vgl.Statistisches Bundesamt 2019)aufweist, scheint ein Vorhandensein von interkultureller Kompetenz und die Fähigkeit, interkulturell zu kommunizieren, unerlässlich. Nie zuvor in der deutschen Geschichte war der Anteil an Menschen aus einem anderen Herkunftsland so hoch wie heute und gleichzeitig ein gutes Miteinander und eine gegenseitige Akzeptanz so dringlich gewünscht wie heute. Soziale Vereine, Schulen, Behörden und Institutionen arbeiten an Eingliederung, Integration und kämpfen gleichzeitig um das Recht der Migranten, ihre eigenen Wurzeln, Ideologien und Kulturen nicht aufgeben zu müssen und den Spagat zwischen Herkunftsland und neuen Land meistern zu können(vgl.Assheuer 2019).

Immer wieder wird in den Medien von Protesten gegen die Einwanderung oder sogar von Angriffen auf Flüchtlingsheime oder gar auf Geflüchtete direkt gesprochen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden laut Bundesregierung mehr als 700 Angriffe auf Migranten verübt(vgl. Zeit Online 2018). Diese Zahlen wirken schockierend, die befinden sich jedoch in der Ferne und nicht in der nächsten Umgebung, im Bekannten- oder gar im Freundeskreis. Die eigenen Reihen empfinden nicht derart und die Ansichten zu Migration stimmen natürlich mit der eigenen überein. Wenn nun aber diese Taten im Bekannten- und Freundeskreis besprochen und diskutiert werden, so erkennt man doch viele unterschiedliche Ansichten und unterschiedliche vermeintliche Lösungsansätze für diese Krisensituationen: Niemand vertritt die Sichtweise der rechts-politischen Szene und doch scheint die Meinung zur Flüchtlingssituation für viele ein Abwägen von harten Fakten und nicht ein Hilfsbedürfnis aufgrund von Nächstenliebe und Verständnis zu sein. Es scheint, als ob manche Menschen in dieser Hinsicht nüchtern Zahlen, Daten und wirtschaftliche Verhältnisse betrachten können, während andere Mitleid empfinden und auch wenn sie nicht aktiv in der Migrantenhilfe arbeiten, so doch eine wohlwollende und unterstützende Haltung einnehmen. Trotz Betrachtung der Lebensumstände und der Notwendigkeit der Flucht beharren viele Menschen auf ihrer Meinung und sehen Migration nach Deutschland eher skeptisch oder lehnen diese sogar ab(vgl. Wüst und Ministerium für Integration Baden-Württemberg 2012, S. 11). Sie sehen die Zuwanderung nach Deutschland nicht als Bereicherung, sondern tendenziell eher als Eindringen ins eigene Land an und wünschen sich von den Zuwanderern, sich anzupassen und die deutsche Kultur zu leben(vgl. Wüst und Ministerium für Integration Baden-Württemberg 2012, S. 12). Aus Konversationen im privaten Umfeld seitens der Autorin dieser Hausarbeit kristallisiert sich oft der Wunsch einiger Menschen heraus, die Migranten würden die kulturellen Bestandteile, die sich von der deutschen Kultur unterscheiden, ablegen und in deutsche Traditionen umwandeln und die restlichen Bestandteile, die sich unterscheiden entweder stillschweigend ausleben oder ebenfalls nicht mehr fortsetzen. Integration wird als völlige Anpassung an Deutschland verstanden, als eine Umwandlung zu einer deutschen Lebensweise und Weltanschauung.

Da es sich hierbei aber bislang lediglich um einen persönlichen Eindruck handelt, soll diese Hausarbeit als erster Impuls zur Eruierung und Untersuchung dieser Feststellung dienen:

Diese Arbeit untersucht die Meinung von Probanden zum Thema Migration und testet zugleich deren Fähigkeit, Empathie zu empfinden. So soll ein Zusammenhang dieser beider Konstituenten untersucht, mögliche Korrelationen festgestellt und folgende Fragestellung beantwortet werden:

„Wie und in welcher Art sind Empathie und die Einstellung zu Migration in der Bevölkerung ausgeprägt und existiert eine Korrelation der beiden Koeffizienten?“

Um dieses Ziel zu erreichen, lässt sich zu Beginn zunächst eine Darlegung des theoretischen Hintergrunds zu dieser Thematik finden, welcher die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland beleuchtet, Ergebnisse aus vorherigen Studien zu verwandten Themen referiert und mögliche Implikationen und Tendenzen, die erste Anhaltpunkte zur Beantwortung der Forschungsfrage liefern, nennt. Die Ergebnisse der Befragungen nehmen in dieser Arbeit allerdings einen ebenso hohen Stellenwert ein wie das Ergebnis der Korrelationsuntersuchung selbst und diese sind somit alles andere als redundant. Schließlich sind sie die Basis dieser Untersuchung, auch wenn das Warum des Zusammenhangs durch sie nicht geklärt und in dieser Arbeit aufgedeckt werden kann.

Im nächsten Schritt findet sich eine Darstellung der angewandten Methode sowie die Diskussion der Resultate. In diesem Kontext findet sich eine Darlegung der Umfrageergebnisse zum Thema Migration, die Zusammenhänge zwischen den Variablen Empathie und Migrationsansichten sowie die Geschlechter- und Altersdifferenzen und die Differenzen der wirtschaftlichen Verhältnisse. Im Anschluss werden die Ergebnisse diskutiert, mögliche Implikationen genannt und ein Fazit gezogen.

2. Theoretischer Hintergrund

Seit dem Jahr 2015 steht Deutschland und seine Verwaltungen vor einer neuen Herausforderung: Mehrere Tausend Flüchtlinge überqueren täglich die deutschen Grenzen in der Hoffnung auf Asyl(vgl. Hanewinkel 2015). Die Gesellschaft reagiert gespalten auf die Thematik. Zum einen reagieren die Menschen schlagartig und bieten vielfältige Hilfe an. Es werden Kleider und Gelder gesammelt, Unterkünfte blitzartig erschlossen, wo vorher Baumärkte und alte Schulen waren. Es wird alles getan, um die Not zu lindern(vgl. Hanewinkel 2015).

Die andere Seite bildet sich allerdings ebenfalls schnell aus. Es sprechen sich viele Menschen gegen die Aufnahme der Flüchtlinge aus und sehen der Einwanderung mit gemischten oder negativen Gefühlen entgegen(vgl. Ehni 2015, S. 2)„Ob die Flüchtlinge eine Bereicherung für das Leben in Deutschland sind, spaltet die Bundesbürger in zwei praktisch gleich große Lager. Die ökonomischen Folgen werden wohlwollender bewertet: 56 Prozent sind der Meinung, dass Zuwanderer längerfristig gesehen auf dem deutschen Arbeitsmarkt gebraucht werden“(Ehni 2015, S. 3), während 44% der Überzeugung sind, die Zuwanderung bringe für Deutschland überwiegend Nachteile(vgl. Ehni 2015, S. 3).

Obwohl die Angst, wirtschaftliche Nachteile

Von den 1003 Befragten der bereits zitierten ARD Deutschlandtrend Umfrage 2015 zum Thema Flüchtlinge begründeten 78% ihre Sorge mit der Angst, der Islam könne zu großen Einfluss auf Deutschland gewinnen und 69% mit der Befürchtung, andere Kulturen könnten die deutschen Werte infiltrieren(vgl. Ehni 2015, S. 2). Die ökonomische Situation der Menschen ist jedoch nur in seltenen Fällen der Grund für die Sorge – nur 18% sehen dies als problematische Folge der Einwanderung(vgl. Ehni 2015, S. 2).

Zugleich äußerst sich der Unmut der Bevölkerung in den politischen Wahlergebnissen: Die Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt seit 2014 stark Wählerstimmen und kann erstmals die 5%-Hürde überwinden und in Bundestag und Landtag einziehen.

Die Partei, die für den Erhalt von Deutschland als deutsches Land und dem Schutz vor dem Ausland wirbt(vgl. Alternative für Deutschland 2017, S. 44)verspricht vielen Bürgern eine Lösung für all die möglichen Konsequenzen bereithalten zu können, die durch den Zustrom an Geflüchteten entstehen können. Sie wollen Deutschland vor einer Islamisierung schützen und zudem die deutsche Demokratie erhalten(vgl. Alternative für Deutschland 2017, 29,44).

Somit scheint es eine logische Konsequenz, dass sie bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 einen Gesamtwert von 12,6% erreichten. Im Vergleich zur Vorwahl im Jahr 2013 bedeutete dies einen Zuwachs der Stimmen von 7,9%(vgl. wahl.tagesschau.de 2017).

Viele Umfrage zu dieser Thematik wurden getätigt(Wüst und Ministerium für Integration Baden-Württemberg 2012; Infratest dimap 2016; Ehni 2015)und alle wiesen ähnliche Ergebnisse auf: Die Bevölkerung befürchtet keine wirtschaftlichen Einbußen, allerdings eine Bedrohung durch den Islam und eine Angst vor den Geflüchteten. Fast immer sind es ca. 50% der Befragten, die diese Angst vor der Personengruppe aufweisen. Genaue Gründe für diese Angst, die Xenophobie, können jedoch nur begrenzt eruiert werden. Decker sieht in einen Zusammenhang zwischen unterdurchschnittlichem Haushaltseinkommen, ökonomischen Nachteilen und dem Wählen der AfD, bzw. dem schlechten Urteil gegenüber den Migranten, die diesen Zustand verschärfen könnten, wahrscheinlich handele es sich aber um noch vielfältigere Gründe(vgl. Decker 2018, S. 2).

Die Menschen, die ohne Zögern in Hilfssituationen ihre Hilfe anbieten und sich aufopfernd um die Belange anderer Menschen kümmern, scheinen altruistische Züge aufzuweisen, die andere nicht besitzen. Sie beklagen sich nicht über ihre Hilfestellung und stellen diese nur selten in Frage. In deutschen Hilfsverbänden wie der Caritas, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Paritätischen oder der Diakonie stellen sie ihre Arbeitskraft z.T. sogar völlig frei von Aufwandsentschädigungen zur Verfügung und stehen dort mit Rat und Tat als Ehrenamtliche zur Verfügung(Assheuer 2019).

Diese Tatsache jedoch drängt eine wichtige Frage auf: Was unterscheidet Menschen, die scheinbar wertungsfrei und bedenkenfrei helfen und solche, die starke Bedenken vor der relevanten Personengruppe empfinden Migration stark ablehnend gegenüberstehen? Wenn man diese Fragestellung im Hinblick auf manche Debatten zu diesem Thema auf bekannten Online-Austauschplattformen betrachtet, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass es vielen Menschen nicht möglich ist, das nötige Maß an Empathie aufzubringen, um mit dieser Personengruppe und der Migration im Allgemeinen mitfühlend umgehen zu können. Beiträge werden mit hitzigen Kommentaren versehen, rechtspolitische Meinungen werden unter dem Schutz der vermeintlichen Anonymität lautstark preisgegeben. Obwohl aber die Medien das Leid der geflüchteten Menschen allgemeinhin kommuniziert, scheinen viele Menschen kein Mitleid für diese Personengruppe zu empfinden oder ihnen gar selbst die Schuld an ihrer desolaten Situation zu geben. In den sozialen Netzwerken wie facebook und twitter lassen sich immer wieder Beiträge finden, die klar fremdenfeindlich oder zumindest von Fremden ablehnender Natur sind.

Laut Strobl und Kühnel, welche die Integrationschancen junger Migranten untersuchten, zeigen diese Menschen eine Überbewertung der „Eigengruppe gegenüber Fremdgruppen, die in Abwehrreaktionen zum Ausdruck komm[t]. [Diese] umfasst eine Bandbreite von Einstellungen, die von Kontaktvermeidung, Ausschluss und Segregation bis hin zu rassistischen Verfolgungen reichen können“(vgl.Strobl und Kühnel 2000, S. 152).

An dieser Stelle lässt sich die Frage stellen, warum man manche Menschen eine Ablehnung von Migranten und Migration empfinden und manche nicht. Frühere Studien zum Thema Xenophobie betonten immer wieder, dass ablehnend negative Einstellungen gegenüber fremden Gruppen entstehen, weil Menschen ihren sozioökonomischen Lebensstandard und ihren kulturellen Lebensstil bedroht sehen (vgl. Allport 1954, 52).

Eine der jüngsten Studien zum Thema von Brauner, Goos, Merz und Theisges (2018) konnte eine negative Korrelation zwischen dem Mentalisieren und der Ausprägung der Fremdenfeindlichkeit eruieren. Durch den Nachweis dieses Zusammenhangs scheint die Möglichkeit einer Verbindung zwischen persönlicher Einstellung, Kognition und moralischen Konzepten denkbar, unabhängig vom sozioökonomischen Status.

Bäckstrom und Björklund (2007) wiesen im Rahmen ihrer Studie Structural Modeling of Generalized Prejudice bereits einen signifikanten Zusammenhang von Empathie und Fremdenfeindlichkeit nach. Diese Tatsache ist äußerst relevant für die Thematik dieser Hausarbeit, da sie einen ersten Anhaltspunkt für die Auswirkungen von Empathie auf das Denken über Migration liefert:

Not putting oneself into another person’s situation appears tob e related to both antielalitarian views and plain prejudice. […] This indicates that our findings are robust and suggests that empathy should be considered one oft he main predictors of individual differences in prejdudice. (Bäckström und Björklund 2007, S. 16)

Die Studie beweist, dass die Sichtweise auf alle Erlebnisse im Individuum selbst durch die eigenen Empfindungen beeinflusst wird und somit die Einstellung zu sensiblen Themen beeinflussen kann, denn „Personen mit einer höheren Fähigkeit zu emotionaler Einfühlsamkeit und kognitiver Perspektivenübernahme sind demnach allgemein weniger fremdenfeindlich(Brauner et al. 2018, S. 317).

Diese Erkenntnis geht d’accord mit den Erkenntnissen der Studie von Pettigrew und Tropp (2008), die einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Fähigkeit, Mitgefühl zu entwickeln und der Neigung zu Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen feststellen konnten:

„The significant correlations between anxiety reduction and both empathy and knowledge are suggestive“(Pettigrew und Tropp 2008, S. 929). „Darüber hinaus hängt die Wirkung eines Kontakts zu Out-group-Mitgliedern gegen vorher bestehende Vorurteile („intergroup-contact“) davon ab, wie empathisch die diskriminierende Person ist(Brauner et al. 2018, S. 317).

Die bislang genannten Erkenntnisse legen einen Zusammenhang zwischen der Meinung zur Migration im Allgemeinen und der Fähigkeit, Empathie zu empfinden, nahe. Die Meinung zur Migration ist dennoch scharf von Fremdenfeindlichkeit oder Fremdenhass abzugrenzen, da Meinung und Empfindung zwar Zusammenhängen, Meinung sich jedoch gravierend von Hass unterscheidet. So wird Meinung laut Duden als „persönliche Ansicht, Überzeugung, Einstellung o.Ä., die jemand in Bezug auf jemanden, etwas hat (und die sein Urteil bestimmt)“ definiert(Duden 2019c), während Hass von derselben Enzyklopädie als „heftige Abneigung; starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft gegenüber einer Person, Gruppe oder Einrichtung“(Duden 2019b)definiert wird. Hass lässt demnach aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Emotionen, die nur selten vom Individuum beeinflusst werden können, kein rationales Denken zu(vgl. Kast 2017, S. 12). Eine Meinung im Gegensatz dazu ist immer von Emotionen beeinflusst. Selbstverständlich kann eine Meinung auch hasserfüllt sein, dennoch ist sie als Überzeugung und Einstellung abänder- und diskutierbar, während Hass als Gefühl nur schwer zu verändern oder gar zu diskutieren ist. Hass ist die destruktive Empfindung, die Zerstörung als Ziel hat und noch viel stärker als die Empfindung Ärger ist(vgl. Kast 2017, S. 11). Eine Meinung kann somit Hass enthalten, sie gibt jedoch weit mehr als die Emotionen des Individuums an. Eine Meinung bildet sich aus vielen persönlichen Überzeugungen und existiert vor allem auch durch die Kognition des Individuums(vgl. Kast 2017, S. 13), während Hass dagegen eine „dauerhafte und machtvolle Mischung aus Emotionen, Gefühlen und kognitiven Überzeugungen, die zu dieser Haltung führen“(Kast 2017, S. 10)darstellt.

3. Methode und Untersuchungsform

Zur Generierung repräsentativer Daten wurde die hypothesentestende Untersuchungsform der Befragung gewählt, da diese am besten geeignet schien, um die Meinungen und Ansichten der zufällig ausgewählten Probanden zu erfragen.

Diese Probanden wurde auf ihre Empathiefähigkeit und ihre Meinung zu Migration sowie zu den Merkmalen Alter, Familienstand, Anstellungsverhältnis, Nettoverdienst und Migrationshintergrund.

So konnte eine Matrix gewonnen werden, über die kausalanalytische Zusammenhänge zu dieser Thematik gewonnen werden und die aufgestellten Hypothesen überprüft werden konnten.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Querschnittsuntersuchung, bei der alle Probanden zur selben Zeit und am selben Ort befragt wurden.

Es ist davon auszugehen, dass ein kausaler Zusammenhang der beiden Variablen besteht und die Empathiefähigkeit einen Einfluss auf die Meinung bezüglich Migration ausübt, denn die beiden Variablen sind in Form der Theorie, dass Empathie als Empfindung immer auch Einfluss auf die Ausbildung einer Meinung hat, miteinander verbunden. Zudem konnte kein anderer Einfluss auf die beiden Variablen durch eine Drittvariable eruiert werden. Das Studiendesign ist engmaschig und zeigte keine Störfaktoren. Messfehler wurden kontrolliert und zeigten keinerlei Einfluss auf das Messergebnis.

Auch wenn aufgrund der Querschnittsuntersuchung keine kausale Reihenfolge der Variablen ermittelt werden kann, so ist dennoch davon auszugehen, dass diese gegeben ist. Das Empfinden von Empathie geht immer einher mit warmherzigen Gefühlen für Menschengruppen, denen es schlechter geht als dem Individuum selbst und einem gewissen Maß an Fein- und Mitgefühl(Duden 2019a). Es scheint also eine Wirkung der Empathiefähigkeit auf die Meinung und Ansicht zu Migration als unumgänglich, da diese Thematik stark mit Mitgefühl, Teilnahme und Verständnis zusammenhängt. Es ist also naheliegend, dass die beiden Variablen einen kausalen Zusammenhang aufweisen.

Diese Untersuchungsform war bestmöglich geeignet, um den Zusammenhang der Variablen nachzuweisen, denn diese ist absolut dienlich, um Beziehungen zwischen Daten herzustellen, die zum einen die persönliche Meinung und nicht das Verhalten der Probanden darstellen und zum anderen Daten zu messen, die keine zeitliche Veränderung benötigen, um individuelle Änderungen zu dokumentieren.

3.1. Versuchspersonen

An der Erhebung nahmen insgesamt 15 Versuchspersonen teil, von denen sich 8 Personen der Kategorie männlich und 7 Personen der Kategorie weiblich zuordneten. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 46 Jahren, 2 Personen waren 20-30 Jahre alt, 3 Personen zwischen 30 und 40, 1 Person zwischen 41 und 50, 7 Personen zwischen 51 und 60 und 2 Personen zwischen 61 und 70 Jahren alt.

Der Fragebogen wurde auf einer privaten Festivität in der nahen Umgebung der Stadt Siegen als „Paper-Pencil“-Befragung ausgeteilt.

3.2. Erhebungsverfahren

Zur Überprüfung der Hypothesen und zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde auf ein quantitatives Forschungsdesign zurückgegriffen und die Befragung mithilfe eines Fragebogens, der ausschließlich geschlossene Fragen enthielt, durchgeführt. Durch die hohe Standardisierung des Konzeptes ließen sich vergleichbare Daten erfragen.

Da es für die Fragestellung von signifikanter Wichtigkeit ist, dass dieselben Probanden sowohl hinsichtlich ihrer Empathiefähigkeit als auch zu ihrer Meinung bezüglich Migration befragt werden, wurde ein Fragebogen entwickelt, der eben diese Kriterien abfragt. Über die Abfrage der Daten durch einen Fragebogen konnten Daten generiert werden, die vergleichbare Ergebnisse zur Beantwortung der Fragestellung lieferten.

Der Fragebogen wurde am 10.04.2019 im Rahmen einer größeren Veranstaltung an 16 Probanden ausgeteilt, wovon eine Person die Bearbeitung verweigerte Da bei dieser Studie die Korrelation von Empathie und der Meinung zu Migration untersucht werden sollte und davon ausgegangen wird, dass die Ergebnisse unabhängig vom gesellschaftlichen Status der Probanden erhoben werden können, wurde auf eine Personengruppe mit ähnlichem sozio-ökonomischen und gesellschaftlichem Status ausgewählt, die aber in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Herkunft als heterogen zu bewerten sind.

Der Fragebogen ist so konstruiert, dass dieser ein Gesamtbild der beiden Bereiche Empathie und Ansicht zu Migration abbildet: Es wurden Eigenschaftsfragen, Verhaltensfragen, Überzeugungsfragen und Einstellungsfragen gestellt, die im Nachhinein (beide Bereiche getrennt) in Themengruppen betrachtet und als Mittelwert analysiert werden konnten.

Das Ergebnis der Korrelationsuntersuchung kann somit als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung angesehen werden (einschränkend gilt hierbei allerdings, dass es sich um eine sehr kleine Stichprobe handelt). Die Ergebnisse zur Meinungsbefragung zur Migration allerdings stehen sozio-ökonomisch betrachtet eher repräsentativ für die obere bis mittlere Mittelschicht einhergehend mit höheren Bildungsabschlüssen sowie einem Durchschnittsnettoverdienst von 4000 Euro oder mehr pro Haushalt von 2 Personen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Eine Studie zum Thema Migration. Besteht eine Korrelation zwischen Empathie und Meinung der Bevölkerung?
Autor
Jahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V494865
ISBN (eBook)
9783346002655
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, studie, thema, migration, besteht, korrelation, empathie, meinung, bevölkerung
Arbeit zitieren
Stephanie Jana Becker (Autor), 2019, Eine Studie zum Thema Migration. Besteht eine Korrelation zwischen Empathie und Meinung der Bevölkerung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494865

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