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Physiologie der Sprache

Title: Physiologie der Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: M.A. Berit Hullmann (Author)

German Studies - Linguistics
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Die Menschen verfügen über ein einzigartiges System, durch das sie Laute produzieren können, was die physiologische Voraussetzung für lautsprachliche Kommunikation darstellt.
Die Bezeichnung „Vokaltrakt“ für dieses System kann zunächst missverständlich sein, denn der Vokaltrakt ist kein einzelnes Organ in unserem Körper. Da wir kein Organ besitzen, das exklusiv für die Sprach- bzw. Lautproduktion zuständig ist, fasst die Phonetik unter dem Terminus „Vokaltrakt“ alle Organe des menschlichen Körpers zusammen, die an der Produktion sprachlicher Laute beteiligt sind. Diese Organe haben primär andere Funktionen zu erfüllen, die phylogenetisch gesehen wichtiger und älter sind als das Sprechen, so zum Beispiel das Atmen, Kauen oder Schlucken. Zum Vokaltrakt gehören unser komplettes Atemsystem sowie Teile der Organe, die wir zum Essen und Schlucken gebrauchen.
Der Vokaltrakt wird in drei Funktionsbereiche aufgeteilt, diese sind von oben nach unten betrachtet, der Supralaryngaltrakt, die Larynx (Kehlkopf) und der Subglottaltrakt, in denen die Organe entsprechend „den physikalisch verschiedenen Beiträgen zur Artikulation“ aufgeteilt werden.
Zwar müssen diese Bereiche alle zusammen arbeiten, um Sprache zu erzeugen, jedoch sollen hier zunächst kurz die Funktionen der einzelnen Bereiche beschrieben und dann auf die phylogenetische Entwicklung des Vokaltraktes als Ganzes eingegangen werden. Es erschien sinnvoller, nicht die „von oben nach unten“ Anordnung beizubehalten, sondern mit dem Subglottaltrakt zu beginnen und so die Reihenfolge der Abläufe bei der Lautproduktion besser darstellen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 DER VOKALTRAKT DES MENSCHEN UND SEINE FUNKTIONSWEISE

1.1 DER SUBGLOTTALTRAKT

1.2 DIE LARYNX (KEHLKOPF)

1.3 DER SUPRALARYNGALTRAKT

1.4 DIE PHYLOGENETISCHE VERÄNDERUNG DES VOKALTRAKTES

1.4.1 DIE PHYLOGENETISCHE ENTWICKLUNG DES MENSCHLICHEN GEHIRNS

2 SPRACHFÄHIGKEIT – ANGEBOREN ODER ERLERNT?

2.1 VIER THEORETISCHE ANSÄTZE ZUM KINDLICHEN SPRACHERWERB

3 DIE SPRACHZENTREN NACH BROCA UND WERNICKE

3.1 SPRACHSTÖRUNGEN – APHASIEN

3.2 PROBLEME BEI DER BESTIMMUNG VON FUNKTIONSBEREICHEN DES GEHIRNS

4 KONKLUSION

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die physiologischen und kognitiven Voraussetzungen menschlicher Sprachfähigkeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich der menschliche Vokaltrakt und das Gehirn phylogenetisch entwickelten, welche Theorien den Spracherwerb beim Kind erklären und wie Sprachzentren im Gehirn sowie deren Störungen zu bewerten sind.

  • Physiologie und Funktionsweise des menschlichen Vokaltraktes
  • Phylogenetische Anpassungsprozesse an die Lautsprache
  • Theoretische Ansätze zum kindlichen Spracherwerb
  • Neurologische Grundlagen und Sprachzentren im Gehirn
  • Klinische Phänomene bei Sprachstörungen (Aphasien)

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Subglottaltrakt

Der Terminus Subglottaltrakt bezeichnet den unteren Teil des menschlichen Vokaltraktes, der die Energiequelle für Stimmtonerzeugung bildet. Dem Subglottaltrakt kommt außerdem noch eine Schutzfunktion zu: sollte einmal ein Fremdkörper in die Luftröhre eindringen, „wehrt“ sich der subglottale Trakt durch kräftiges Husten gegen den „Eindringling“, was für uns zwar unangenehm sein kann, aber eine lebensrettende Funktion erfüllt.

Unsere Lungen sind zunächst einmal für die lebensnotwendige Funktion des Atmens zuständig; die Atmung wiederum spielt eine äußerst wichtige Rolle beim Sprechen.

Das Sprechen findet normalerweise während der Ausatmungsphase statt. Da die Lungen uns als Energiespeicher zur Verfügung stehen, sind so auch längere Sprechphasen möglich. Ist diese Energie der Lungen aufgebraucht, müssen wir „Luft holen“, also eine Sprechpause einlegen. Unter körperlicher Anstrengung verringert sich das Energiespeichervolumen der Lungen und wir müssen häufigere Pausen machen. Das hat jeder schon mal gemerkt, der sich beispielsweise beim Joggen unterhalten möchte. Die Sätze wirken dann abgehackt und werden oft durchs Luftholen unterbrochen.

Die Lungen bestehen nur aus Bindegewebe, können also aus sich heraus nicht kontrahieren oder expandieren. Aber allein schon das Heben bzw. Senken des Brustkorbes führt zu einer signifikanten Volumenänderung der Lungen. Dies ist eine phylogenetische Besonderheit, auf die im weiteren Verlauf noch genauer eingegangen wird. Der Mensch kann das sich unterhalb der Lungen befindende Zwerchfell einsetzen, durch dessen Heben und Senken die Lungen ihr Volumen verändern können, um eine zusätzliche Leistungssteigerung zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DER VOKALTRAKT DES MENSCHEN UND SEINE FUNKTIONSWEISE: Dieses Kapitel erläutert die anatomischen Bereiche (Subglottaltrakt, Larynx, Supralaryngaltrakt), die an der Lautproduktion beteiligt sind, und beschreibt deren phylogenetische Entwicklung.

2 SPRACHFÄHIGKEIT – ANGEBOREN ODER ERLERNT?: Hier werden vier zentrale Ansätze zum Spracherwerb bei Kindern – Behaviorismus, Interaktionismus, Nativismus und Kognitivismus – diskutiert und gegenübergestellt.

3 DIE SPRACHZENTREN NACH BROCA UND WERNICKE: Das Kapitel befasst sich mit der neurologischen Lokalisierung von Sprachfunktionen im Gehirn, diskutiert Aphasien als Sprachstörungen und hinterfragt die klassische Zentrentheorie.

4 KONKLUSION: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung, dass Sprachfähigkeit ein komplexes Zusammenspiel physiologischer und kognitiver Entwicklungen darstellt, die noch Forschungsbedarf bergen.

Schlüsselwörter

Physiologie der Sprache, Vokaltrakt, Subglottaltrakt, Larynx, Supralaryngaltrakt, Phylogenese, Spracherwerb, Behaviorismus, Interaktionismus, Nativismus, Kognitivismus, Sprachzentren, Broca-Areal, Wernicke-Areal, Aphasie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die physiologischen Grundlagen der menschlichen Sprache sowie die theoretischen Ansätze zur Sprachentwicklung und deren neurologische Verankerung im Gehirn.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Anatomie des Vokaltraktes, die phylogenetische Sprachentwicklung, Modelle zum kindlichen Spracherwerb und die lokalisatorische Hirnforschung bezüglich Sprachzentren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die physiologischen Voraussetzungen für die menschliche Sprachfähigkeit zu geben und aufzuzeigen, wie komplexe biologische und kognitive Prozesse ineinandergreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis wissenschaftlicher Skripte und fachliterarischer Quellen die aktuelle Forschungssituation zusammenfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der anatomische Vokaltrakt, verschiedene Spracherwerbstheorien sowie die Funktionen der Sprachzentren von Broca und Wernicke inklusive pathologischer Störungsbilder detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Vokaltrakt, Phylogenese, Spracherwerb, Aphasie, Broca-Zentrum, Wernicke-Zentrum und Modulartheorie.

Welche Rolle spielt die phylogenetische Entwicklung für die heutige Sprachfähigkeit?

Die phylogenetische Entwicklung ermöglichte durch den Umbau des Atemapparates und die Veränderung der Proportionen im Mundraum erst die Produktion klarer, differenzierter Laute, die für die menschliche Kommunikation essenziell sind.

Warum ist die Unterscheidung zwischen motorischer und sensorischer Aphasie wichtig?

Sie ermöglicht eine genauere Lokalisierung von Schädigungen in verschiedenen Gehirnarealen (Broca vs. Wernicke) und unterstützt damit die neurologische Diagnostik und Behandlung.

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Details

Title
Physiologie der Sprache
College
University of Duisburg-Essen
Course
Physiologie der Sprache
Grade
2,3
Author
M.A. Berit Hullmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V49486
ISBN (eBook)
9783638459327
Language
German
Tags
Physiologie Sprache Physiologie Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Berit Hullmann (Author), 2005, Physiologie der Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49486
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