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Die Darstellung männlicher Gewaltopfer und weiblicher Täter in einem Spielfilm und zwei Kurzfilmen

Titel: Die Darstellung männlicher Gewaltopfer und weiblicher Täter in einem Spielfilm und zwei Kurzfilmen

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 2,6

Autor:in: Jennifer Siebert (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nicht selten müssen Frauen mehr einstecken als Männer. Sei es im Beruf, bei der Entscheidung über die Erziehung der Kinder oder bei der Wahl des Familienautos. Viel öfter sind Frauen die Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt. Wir haben meist nur dieses Männer-Frauen-Bild vor Augen, wenn wir von Gewalt gegen Individuen hören. Jedoch wird häufig vergessen, dass Männer nicht nur die Rolle des Täters, sondern auch die des Opfers einnehmen können. Denn auch Männer können von Frauen Gewalt erfahren.

Mir geht es nun darum, wie Männer als Gewaltopfer (und Frauen als Täter) filmisch inszeniert werden im inner-diegetischen Raum. Da es verschiedene Arten von Gewalt gibt, möchte ich mich auf zwei Arten beschränken: körperliche und vor allem psychische Gewalt. Dies möchte ich anhand folgender Filme tun: dem Spielfilm "Gone Girl" und den Kurzfilmen "He took his Skin off for me" und "Majorité Opprimée".

Ich werde herausstellen, wie deutlich wird, wer die Opferrolle und wer die Täterrolle einnimmt und wie die Rollen filmisch jeweils unterstrichen und charakterisiert werden. Was macht die Opfer und Täterinnen filmisch deutlich? Wie werden sie dargestellt? Außerdem möchte ich betonen, inwiefern die Charaktere Schwierigkeiten oder keine Schwierigkeiten haben, sich in ihre unübliche Rolle einzufinden.

Inwiefern wird die Opfer- oder Täterrolle eingenommen? Geschieht dies bewusst oder unbewusst? Wie verhalten sich die Charaktere jeweils dabei? Dabei werde ich auszugsweise auch narrativ auf mögliche Motive und Hintergründe der Beteiligten eingehen, um den Kontext zu verdeutlichen. Wie hat sich die Opfer- oder Täterrolle zu jener entwickelt? Welche Umstände haben diese Entwicklung beeinflusst?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Gewalt

2.1 Physische Gewalt

2.2 Psychische Gewalt

3. Die Filmanalyse

3.1 He took his skin off for me

3.2 Gone Girl

3.3 Majorité Opprimée

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Inszenierung von Männern als Gewaltopfer und Frauen als Täterinnen im inner-diegetischen Raum. Anhand eines Spielfilms und zweier Kurzfilme wird analysiert, wie diese Rollenverteilungen filmästhetisch charakterisiert werden und inwieweit die Akteure Schwierigkeiten bei der Identifikation mit diesen unüblichen Rollenbildern zeigen.

  • Filmische Repräsentation von Geschlechterrollen und Gewalt
  • Analyse psychischer Gewalt in modernen Filmproduktionen
  • Untersuchung von Machtverhältnissen und deren filmästhetischer Umsetzung
  • Die Kamera als erzählerische Instanz zur Bedeutungsbildung
  • Kontrast zwischen öffentlicher Wahrnehmung und privater Realität der Figuren

Auszug aus dem Buch

3.1 HE TOOK HIS SKIN OFF FOR ME (2015)

Dieser Kurzfilm beschäftigt sich mit der Transparenz der eigenen Person und Persönlichkeit innerhalb einer Beziehung. Eine Frau bittet ihren Partner seine Haut abzunehmen, damit sie alles von ihm sehen kann und sie sich sozusagen im übertragenen und körperlichen Sinne näher sind. Doch dies hat einige Konsequenzen zur Folge – physisch, wie psychisch. Das Geschehen wird fast durchgehend von einer Musik aus dem Off begleitet. Außerdem erzählt die Frau die „Geschichte“, auch aus dem Off.

Die erste Szene beginnt mit Musik aus dem Off, während man einen oberkörperfreien, aufgeregt wirkenden Mann in Nahaufnahme sieht (s. Abb. 1). Er schaut an sich herunter, während eine Stimme – die seiner Freundin – aus dem Off erscheint: „Is this what you want, he asked. And I said yes.“. Parallel fängt der Mann an, dessen Brust nun in Detailaufnahme zu sehen ist, sich die Haut von rechts nach links abzuziehen (s. Abb. 2).

Es folgt ein Schnitt und ein schwarzer Bildschirm erscheint, während sie aus dem Off sagt: „So he took his skin off for me“. Jedoch tut er dies nicht für sich. Sondern ganz eindeutig für seine Partnerin, wahrscheinlich aus Liebe zu ihr und weil er ihren Wünschen gerecht werden möchte. Man könnte ihn also als Opfer ihrer Wünsche und dem Verlangen diesen gerecht zu werden betrachten. Im weiteren Verlauf sind nun die Folgen dieses Wunsches zu sehen. Eine Detailaufnahme seiner Hand, wie er seinen „Hautanzug“ in den Schrank hängt, ist die erste Szene, in der man ihn „ohne Haut“ sieht (s. Abb. 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Forschungsfrage zur Inszenierung unüblicher Geschlechterrollen in Bezug auf Gewalt und stellt das filmästhetische Analysekonzept vor.

2. Formen der Gewalt: Dieses Kapitel definiert die für die Arbeit relevanten Gewaltbegriffe, wobei der Fokus primär auf der Abgrenzung und Wirkung psychischer Gewalt liegt.

3. Die Filmanalyse: In diesem Hauptteil werden die Filme "He took his skin off for me", "Gone Girl" und "Majorité Opprimée" hinsichtlich ihrer Darstellung von Täter-Opfer-Dynamiken detailliert analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt die Gemeinsamkeiten in der Darstellung männlicher Opfer sowie der filmischen Mittel zur Emotionslenkung gegenüber.

Schlüsselwörter

Filmwissenschaft, Psychische Gewalt, Täter-Opfer-Dynamik, Rollenverteilung, Filmanalyse, Geschlechterrollen, Mediensicht, Inszenierung, Bildästhetik, Normalisierung, Machtverhältnisse, Gender, Gone Girl, Kurzfilm, Gewalt gegen Männer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Männern als Opfer und Frauen als Täterinnen, um die traditionellen Rollenbilder in modernen Medien zu hinterfragen und zu dekonstruieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind physische und psychische Gewalt, die Machtdynamik in Intimpartnerschaften sowie die filmästhetische Gestaltung durch Kamerastil, Licht und Farbgebung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszuarbeiten, wie filmische Mittel eingesetzt werden, um die Opferrolle und die Täterrolle zu charakterisieren und ob die Figuren Schwierigkeiten haben, sich in diese unüblichen Rollenbilder einzufinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine filmwissenschaftliche Filmanalyse durchgeführt, die sich unter anderem auf den Ästhetikbegriff von Inès Müller stützt, um visuelle Codes und deren Wirkung auf den Zuschauer zu interpretieren.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Filme „He took his Skin off for me“, „Gone Girl“ und „Majorité Opprimée“, wobei die mediale und narrative Inszenierung der jeweiligen Protagonisten im Zentrum steht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Filmanalyse, psychische Gewalt, Täter-Opfer-Dynamik, Machtverhältnisse, Geschlechterrollen und filmästhetische Inszenierung.

Wie unterscheidet sich die Täterrolle im Kurzfilm "He took his Skin off for me"?

Die Frau agiert als Initiatorin des psychischen Leids durch einen Wunsch, den sie selbst nicht erfüllen kann, wodurch sie eine Machtposition einnimmt, obwohl sie sich teilweise selbst als mitleidende Figur inszeniert.

Welche Rolle spielen Medien im Film "Gone Girl"?

Medien und Fernsehberichte dienen als zentrales Instrument, durch das der Protagonist Nick Dunne zunächst fälschlicherweise als Täter markiert wird, während die echte Täterin ihre Opferrolle inszeniert.

Wie wird die patriarchalische Gesellschaft in "Majorité Opprimée" umgekehrt?

Der Film stellt Männer als das schwache, diskriminierte Geschlecht dar, das durch eine aggressive und dominante Frauenwelt kontrolliert, unterdrückt und physisch angegriffen wird.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung männlicher Gewaltopfer und weiblicher Täter in einem Spielfilm und zwei Kurzfilmen
Hochschule
Bauhaus-Universität Weimar
Veranstaltung
Medien der Normalisierung
Note
2,6
Autor
Jennifer Siebert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V494909
ISBN (eBook)
9783346027382
ISBN (Buch)
9783346027399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung gewaltopfer täter spielfilm kurzfilmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Siebert (Autor:in), 2017, Die Darstellung männlicher Gewaltopfer und weiblicher Täter in einem Spielfilm und zwei Kurzfilmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/494909
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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