Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Die Gesprächsanalyse


Seminararbeit, 2003

20 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsgegenstand ‚Gespräch’

3. Die ‚Teile’ des Gespräch
3.1 Die Anfangsphase des Gesprächs
3.2 Die Gesprächsmitte (Hauptteil)
3.3 Die Beendigungsphase

4. Kategorien der Gesprächsanalyse
4.1 Mikrostruktur
4.2 Makrostruktur
4.2.1 Die Anfangsphase des Gesprächs
4.2.2 Die Gesprächsmitte (Hauptteil)
4.2.3 Die Beendigungsphase

5. Beteiligungsrollen

6. Analysekategorien
6.1 Sprecherwechsel
6.2 Formen des Sprecherwechsels
6.3 Sprecher
6.4 Hörer
6.5 Organisationspannen und Reparaturmechanismen
6.6 Funktion der Partikel
6.7 Funktion nonverbalen Verhaltens

7. Methodologischer Exkurs
7.1 Transkription

8. Zum Verhalten benachbarter Gesprächsbeiträge
8.1 Initiierung vs. Respondierung
8.2 Paarigkeit von Gesprächsbeiträgen
8.3 Responsivität und Nicht-Responsivität
8.4 Textuelle Verknüpfung von Gesprächsbeiträgen

9. Die Rollen der Gesprächspartner
9.1 Institutionelle bzw. organisatorische Rollen
9.2 Akzidentelle funktionale Rollen
9.3 Feste soziale Rollen

10. Wichtige Gesprächsregeln

11. Fazit

12. Literatur

1. Einleitung

„Die Wurzeln der linguistischen Gesprächsanalyse sind in der (amerikanischen) Ethnomethodologie zu suchen, d.h. in der Beschäftigung mit Ordnungen und Strukturen, die dem Handeln und den Interaktionen der Menschen in verschiedenen Kulturen und Ethnien zugrunde liegen.“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.258).

Über Gesprächsanalyse lässt sich im Allgemeinen sagen, dass ihr Gegenstandsbereich fast ausschließlich die ‚gesprochene Sprache’ ist. Die Analyse beschäftigt sich in erster Linie mit den verschiedenen sprachlichen Verhaltensweisen der Gesprächspartner. Allerdings legt die Forschung nicht nur Wert auf die Sprache, sondern auch auf körperliche Gestikulation und Mimik. Um diese Verhaltensweisen gut analysieren zu können werden in der Forschung gerne Ton- und Videoaufzeichnungen, genauer gesagt Transkripte von Gesprächen verwendet.

Einige Bereiche der Gesprächsanalyse sind unter anderem der Zusammenhang zwischen Rede und Gegenrede, die Rollenverteilung während eines Sprechaktes, die Sprecherwechsel, der Anfang und das Ende eines Gesprächs und die Themenwahl.

Weiterhin beschäftigt sich die Forschung mit der „Aufdeckung unbewusster Regeln und Automatismen“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.259).

In meiner Arbeit beschäftigen mich unter anderem Fragen wie:

Wie kommt man in einem Gespräch zu Wort?

Wie erfolgt der Sprecherwechsel?

Woran merkt man, wenn ein Gesprächsbeitrag zu Ende ist?

Wie ist die Rollenverteilung?

2. Forschungsgegenstand ‚Gespräch’

Sprache ist für die Menschen eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. Die Sprache hat schon vom Säuglingsalter an eine hohe entwicklungspsychologische Bedeutung. Die Eltern sogen in den meisten Fällen für eine ausgeprägte gute Sprachförderung. Sogar beim Schreiben von Tagebüchern oder Gedichten sind wir uns meist selbst ein Gesprächspartner, oder stellen uns einen solchen vor.

Das Gespräch ist die grundlegende Form des Sprachgebrauchs. Man unterscheidet die mündlich realisierte Sprache in der Gesprächsanalyse von der schriftlich realisierten Sprache der Textlinguistik.

Grundlegend lässt sich sagen, dass die gesprochene Sprache meist dialogisch vorkommt und somit immer mindestens zwei Personen beteiligt sind. Entscheidende Aspekte sind unter anderem die Zeit oder der Ort, aber auch das Verhältnis zwischen den Gesprächspartnern.

Wir verstehen Gespräche nur im kompletten Zusammenhang. Es ist schwierig, den Sinnzusammenhang eines Gesprächs aus seinen einzelnen Teilen heraus zu verstehen. Anders ist es allerdings bei der Gesprächsanalyse. Das Gespräch wird in kleine Teilstücke untergliedert, und untersucht.

Im Groben unterscheidet man bei der Gesprächsanalyse zwei Untersuchungsperspektiven.

- Die an thematisch-inhaltlichen Prozessen interessierte Perspektive:

Hierbei geht es darum, wie ein Thema ‚bearbeitet’ wird, wie die GesprächspartnerInnen ihre Beiträge inhaltlich koordinieren oder wie sich ein Gesprächsfaden bildet?

Auch dreht es sich um die hierarchischen Bezüge zwischen den einzelnen Themen und nach Formen und Möglichkeiten des Themenwechsels.

- Die auf Organisationsform gerichtete Perspektive;

Hierbei geht um die Fragen nach dem Zusammenspiel der GesprächspartnerInnen in organisatorischer Hinsicht: Wer spricht wann, wie lange, wie oft, wer kommt auf welche Weise zu Wort, etc. Des Weiteren sind in diesem Zusammenhang drei Hauptebenen zu nennen, welche die organisatorische Form des Gesprächs bilden.

3. Die ‚Teile’ des Gesprächs

Die Makrostruktur aller Gespräche lässt sich in drei Teile unterteilen:

3.1 Die Anfangsphase des Gesprächs

- meist nonverbal durch Blickkontakt
- dann verbal durch den Austausch von Grußfloskeln
- Absprache, organisatorische Fragen, Wahl, … (eher offizielle Gesprächssituationen)
- Länge der Phase ist abhängig vom Bekanntheitsgrad, Teilnehmerzahl, Zeit…

Faustregel: je besser sich die Gesprächspartner kennen und je kürzer die letzte Begegnung zurück liegt, umso kürzer ist die Eröffnungsphase

3.2 Die Gesprächsmitte (Hauptteil)

a) Die inhaltlich-sachliche Orientierung der Gesprächsmitte

- Zuwendung zum eigentlichen Thema
- Der Übergang kann eindeutig („damit dann zum Thema…“) oder unscheinbar mit Partikeln (tja, also, eben, ähm) verlaufen
b) Das Gesprächsthema
- Unterschied zwischen 1. festgelegten Themen (z.B. Arbeitssitzung) und 2. Wahl des Themas im Verlauf des Gesprächs (z.B. Familienfrühstück)

Im Fall 2. ist es wahrscheinlich, dass mehrere Themen zur Sprache kommen; während im Fall 1. ein zentrales Thema im Mittelpunkt steht.

Faustregel: im 1. Fall sprechen die Kommunikationspartner, um ein bestimmtes Thema zu behandeln, während sie im 2. ein beliebiges Thema behandeln, um miteinander zu sprechen.

c) Der Themenverlauf

- Wirksame Strategie der Themenlenkung ist die des Fragens
- Wichtig: Gesprächsbeitrag muss thematisch an die Stelle passen, an der er geäußert wird

3.3 Die Beendigungsphase

- Gemeinsames Lösen der Beteiligten aus dem Gesprächshauptteil
- Keine weitere Turn-Übernahme sondern ein ‚letztes Wort’
- In face-to-face-Situationen wird die Beendigung meist angekündigt (Brille aufsetzen, Papiere einpacken) Akzeptierung des Partners durch Glas austrinken,…
- Schwierigkeit der Gesprächsbeendigung am Telefon

4. Kategorien der Gesprächsanalyse

4.1 Mikrostruktur

Die Mikrostruktur von Gesprächen gibt sich vor allem in der Abfolge und in Zusammenspiel der Gesprächsbeiträge sowie in der Art und Weise des Sprecherwechsels zu erkennen und wird überlagert von der Makrostruktur. (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.282)

4.2 Makrostruktur

Das Zusammenspiel der GesprächspartnerInnen ist hier sehr wichtig. Sie müssen gemeinsam von der Eröffnungsphase eines Gesprächs zu einem Hauptteil und dann zu einer Beendigungsphase und anschließend zu einem Gesprächsschluss gelangen.

4.2.1 Die Anfangsphase des Gesprächs

Die Anfangs- oder auch Eröffnungsphase erfolgt meist nonverbal durch Blickkontakt und schließlich verbal durch den Austausch von Grußfloskeln. Bei offiziellen Gesprächssituationen folgen nun Organisation einer Sitzordnung, die Wahl eines Gesprächsleiters, die Bestimmung des Protokollführers, gesprächsfördernde Maßnahmen wie Angebot von Kaffee, Tee etc., Einigung auf ein Gesprächsthema bzw. auf eine Traktandenliste, Absprachen über den Zeitrahmen des Gesprächs, etc. (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.282)

Es gibt bestimmte, typische Themen oder Themenbereiche, wie z.B. das Wetter oder das gesundheitliche Befinden. Dies sind ritualisierte Sprachhandlungen, die uns helfen, leichter in ein Gespräch einzugehen.

Die Länge der Phase ist abhängig vom „Bekanntheitsgrad der Gesprächspartner,

von der Anzahl der Teilnehmer, von der Öffentlichkeit oder Privatheit der Gesprächs

situation, vom Zeitpunkt des letzten Zusammentreffens, von der Zeit, die für das Gespräch insgesamt zur Verfügung steht etc.“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.282)

Faustregel: „Die Eröffnungsphase ist umso kürzer, je besser sich die GesprächspartnerInnen kennen und je weniger weit zurück der Zeitpunkt des letzten Gesprächs liegt“ (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.259).

Metaphorisch kann man sagen, dass durch die Anfangsphase der ‚Boden’ für den nachfolgenden Gesprächshauptteil gelegt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Die Gesprächsanalyse
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Grundlagen der mündlichen Kommunikation
Note
gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V49513
ISBN (eBook)
9783638459549
ISBN (Buch)
9783638888363
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundlagen, Kommunikation, Gesprächsanalyse
Arbeit zitieren
Theresa Wachauf (Autor), 2003, Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Die Gesprächsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49513

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