Schulangst, Prüfungsängstlichkeit, Leistungsängstlichkeit

Formen von Angst und Maßnahmen zu deren Verringerung


Seminararbeit, 2003

16 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Angst im Allgemeinen

2. Schulangst

3. Prüfungsängstlichkeit

4. Leistungsängstlichkeit

5. Maßnahmen zur Verringerung/Vermeidung der Ängste an Schulen

6. Daten zur Schulunlust, zum Schulstress und zur Schulangst

7. Auswertung

8. Schlusswort

9. Literatur

1. Angst im Allgemeinen

Angst ist ein „hochgradig unangenehmer erlebter Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung bestimmter Gefahrenmomente.“ (vgl. Tücke 1998, S.197)

Angst ist ein ‚normales’ Gefühl mit vielen Gesichtern und vielen Gründen. Sie ist immer ein Signal und eine Warnung vor Gefahren. Durch schlechte Erfahrungen und Erlebnisse kann es zu Angststörungen kommen. Man wird nicht mit der Angst im Körper oder Geist geboren, aber man kann zur Angst erzogen werden, indem die Eltern dem Kind immer das Gefühl geben, alles sei gefährlich. Sie sind meistens die Hauptverursacher für die Ausprägung von Schul- uns Leistungsangst bei ihren Kindern. Denn sie fordern ihre Kinder enorm auf, gute schulische Leistungen zu erbringen. Die Kinder bringen sich nun selbst in einen starken Leistungsdruck und bekommen immer mehr Angst vor Misserfolgen. Im Vergleich zu Erwachsenen können Kinder durch Stresssituationen stärker belastet werden, da sie noch nicht über ausgeprägte Abwehrmechanismen verfügen.

Allerdings sind es nicht nur die Eltern, die unbewusst zur Erhöhung der Angst bei ihren Kindern beitragen. Auch die soziale Stellung des Schülers innerhalb des Klassenverbandes und das Lehrerverhalten sind bedeutende Auslöser von Leistungs- und Schulangst. Grund dafür ist, dass die soziale Annerkennung in der Klasse von den schulischen Leistungen des Schülers abhängig gemacht wird. Deshalb erhalten schlechte Schüler weniger Anerkennung und Freundschaft als leistungsstärkere Mitschüler. Es entstehen Minderwertigkeitsgefühle.

Angst kann sowohl eine aktivierende als auch eine hemmende Wirkung haben. Dieser Doppelaspekt lässt sich besonders in Bezug auf Leistungs- und Schulangst feststellen. Angst kann in geringem Maße in Leistungssituationen motivierend wirken, wird die Angst jedoch zu groß, führt dies zu einer Verschlechterung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Bei Ängsten und Konflikten haben wir verschiedene Verhaltensmöglichkeiten.

- Flucht: Körperliche Aktivität = Weglaufen
- Angriff: Körperliche Aktivität = kämpfen, entgegentreten
- Bewegungslosigkeit: Körperliche Inaktivität = sich tot stellen, sterben

Je nach Situation und Angstempfinden entscheiden wir uns unbewusst, also reflexartig für eine dieser Möglichkeiten.

Symptome der Angst sind z.B.: Benommenheit, Schwindelgefühl, feuchtkalte oder schwitzende Hände, trockener Mund, Schluckbeschwerden, weit aufgerissene Augen, Atemlosigkeit und Brustschmerzen, Muskelschmerzen, Zittern, Ruhelosigkeit, Übelkeit, usw.

Hierbei handelt es sich ausschließlich um natürliche biologische Reaktionen zur Bereitstellung von Energie. Das wichtigste Hormon dabei ist das Adrenalin. Es kann in Sekunden auf dem Blutweg durch den Körper gejagt werden und bewirkt unter anderem eine höhere Leistungsfähigkeit. Das hat fast immer eine Verdopplung des Herzschlages zur Folge.

Generell lassen sich einige Funktionen der Angst definieren. Sie wirkt als Schutzmechanismus (Schutzfunktion), indem sie uns vor gefährlichen Situationen zurück hält. Des Weiteren sorgt sie für körperliche Beeinträchtigung, z.B. Bewegungsstarre. Eine weitere Funktion der Angst ist die Reduktion der Schmerzempfindlichkeit.

Zur Krankheit wird Angst, wenn man die Kontrolle über sie vollkommen verliert, wenn sie unangemessen stark, häufig und zu lange auftritt oder man stark unter ihr leidet.

Begrifflichkeiten:

Angst, Furcht, Schreck = kurzer zeitlicher Erschreckungsgrad; Ängstlichkeit, Furchtsamkeit = längerer zeitl. Erschreckungsgrad; Angst = Unsicherheits- bzw. Mehrdeutigkeitserlebnisse, Reaktionsblockierung; Furcht = Gefahrenquelle eindeutig & klar auszumachen, Fluchtmöglichkeit. (Krohne 1975, S.70)

2. Schulangst

Schulangst ist bekannt, seit es Schule gibt. Die Schule ist eine Einrichtung, in der vom Kind Leistungen verlangt werden. Dies kann für ein bestimmtes Maß an Angst sorgen, das sowohl für das Kind als auch für den Lernerfolg nicht hinderlich sein muss. In der Note drückt sich die Leistungsbeurteilung eines jeden Schülers durch seinen Lehrer aus. Dieser bewertet in seiner Notengebung schulischen Erfolg und Misserfolg und beeinträchtigt somit meistens auch die weitere berufliche Laufbahn des Schülers.

Nicht zuletzt aus diesem Grund tragen die Noten zur Entstehung und Erhöhung der Schulangst bei. So haben verschiedene Studien belegt, dass Kinder mit schlechten Zensuren ängstlicher sind als Kinder mit guten Zensuren, bzw. dass ängstliche Kinder im Vergleich zu weniger ängstlichen Kindern die schlechteren Noten haben. (Dietel 1983, S. 79). Ebenso wurde festgestellt, dass durch hohe Unterstützung der Mutter eine geringe Schulangst bei Kindern vorlag und sie sogar überdurchschnittliche Leistungen in Mathematik und Deutsch aufwiesen. (Dietel 1983, nach Groeben 1978, S. 79). Ein weiterer Unterschied besteht zwischen Sonderschülern, die weniger schulängstlich sind, für die jedoch soziale Erwünschtheit sehr wichtig ist, und Realschülern, bei denen man eine höhere Schulangst festgestellt hat.

Das Bedürfnis nach sozialer Erwünschtheit existiert bei vielen Kindern durch Probleme in der Familie, materielle Not oder Konfrontation mit den Normen der Mittelschicht, wie sie in der Schule repräsentiert werden.

Das Lernen bei Gesamt- und Waldorfschülern verläuft generell mit wenig Angst, sogar vereinzelt angstfrei. Das liegt nicht zuletzt daran, dass an diesen Schulformen der Leistungsdruck viel geringer ist und die Schüler mehr Freiheiten zum sozialen Lernen haben. Hierbei spielt auch sicherlich die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern eine wichtige Rolle, die sehr viel persönlicher ist.

Die Montessori-Schule verdeutlicht in ihrem Konzept, dass viel mehr Gewicht auf das „Lernen ohne Angst“ (Dietel 1983, nach Hellbrügge 1977b, 1977c, S. 89) gelegt werden müsste.

Allerdings geht es ja nicht nur um die Angst vor dem Lernen, was ‚nur’ ein kleiner Teil des Angstzirkels ist, sondern um die generelle Angst vor der Schule.

Winkel (1979, S.48) stellt in seinem Buch neun verschiedene Arten von Schülerängsten heraus.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Schulangst, Prüfungsängstlichkeit, Leistungsängstlichkeit
Untertitel
Formen von Angst und Maßnahmen zu deren Verringerung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Angst und Ängstlichkeit
Note
gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V49515
ISBN (eBook)
9783638459563
ISBN (Buch)
9783638888370
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulangst, Prüfungsängstlichkeit, Leistungsängstlichkeit, Angst
Arbeit zitieren
Theresa Wachauf (Autor), 2003, Schulangst, Prüfungsängstlichkeit, Leistungsängstlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49515

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