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Ghost Sounds als Filmhandlung in Filmen der "Berliner Schule"

Christian Petzolds "Gespenster"

Titel: Ghost Sounds als Filmhandlung in Filmen der "Berliner Schule"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 9 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird eine spezielle Art des Tons, die "Ghost sounds", untersucht. Als Untersuchungsgegenstand dient der Film "Gespenster" von Christian Petzold. Schon im Titel des Films wird auf den phantomhaften Aspekt der erzählten Geschichte hingewiesen. Doch welche Rolle spielen diese "Gespenster", die als Stimmen ohne sichtbare Quelle im Film zu finden sind? Können die Ghost sounds in "Gespenster" aufgrund ihrer Bedeutung und ihres Einflusses auf den Filmablauf als direkter Teil der Handlung gesehen werden?

Im Verlauf der Filmgeschichte ist ein wachsender Bedeutungsgrad des Tons zu beobachten. War er früher dem Bild noch stark untergeordnet, so ist man sich heute der Wirkung, die mit Musik und Geräuschen erzielt werden kann, bewusst. Gestaltungselemente wie zum Beispiel Figurenrede, Filmmusik, sowie Kameraführung üben einen Einfluss auf die Wahrnehmung des Zuschauers aus und leisten damit ihren Teil zur Entstehung eines Films.

Nach einer kurzen Vorstellung des behandelten Films wird anhand beispielhaft gewählter Filmszenen untersucht, welche Aufgaben Ghost sounds erfüllen und wie groß der Einfluss, den sie auf die Wahrnehmung des Zuschauers ausüben, ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ghost Sounds in Filmen der „Berliner Schule“

2.1. Definition „Ghost sounds“ und „acousmêtre“

2.2. Ghost sounds in Christian Petzolds „Gespenster“

2.2.1. Filmvorstellung „Gespenster“

2.2.2. Szenenanalyse

3. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von sogenannten "Ghost sounds" – Tönen oder Stimmen ohne sichtbare Quelle – in Christian Petzolds Film "Gespenster". Ziel ist es zu analysieren, welchen Einfluss diese akustischen Elemente auf die Wahrnehmung des Rezipienten haben und ob sie als direkter Teil der Filmhandlung klassifiziert werden können.

  • Definition und theoretische Einordnung von "Ghost sounds" und dem Begriff "acousmêtre".
  • Einführung in die "Gespenster-Trilogie" und den spezifischen Film von Christian Petzold.
  • Detaillierte Analyse ausgewählter Filmszenen hinsichtlich ihrer akustischen Gestaltung.
  • Untersuchung der interpretativen und handlungsunterstützenden Funktionen von Filmmusik und Geräuschen.
  • Beurteilung des Einflusses der Akustik auf die visuelle Wahrnehmung des Zuschauers.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Szenenanalyse

In diesem Kapitel meiner Hausarbeit möchte ich verschiedene Szenen des Films „Gespenster“, in denen ich Ghost sounds festgestellt habe, näher betrachten und auf die Wirkung und Bedeutung der Ghost sounds eingehen.

Der Film beginnt mit einer in einem fahrenden Auto spielenden Szene. Im Hintergrund hört man eine Melodie und eine menschliche Stimme. Durch die Kamerastellung im Inneren des Autos bleibt die Quelle dieser Stimme verborgen, jedoch liegt die Vermutung nahe, dass es sich um die Stimme eines Navigationssystems handelt. Parallel hierzu hört man eine Melodie, die vermutlich aus dem Radio oder dem CD-Player des Auto kommt. Es handelt sich hierbei um Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis im Herzen“.

Durch diese traurige Melodie wird gleich zu Beginn des Films eine beklemmende Atmosphäre erzeugt. Der Zuschauer ahnt bereits, dass es sich hier nicht um ein glückliches Paar oder eine vergnügte Urlaubsfahrt handelt. Damit erfüllt der Ghost sound eine interpretative Funktion. Es gibt vier Funktionen, die Ton in Filmen haben kann: das Erzählen, das Synthetisieren, das Zeigen und das Interpretieren. Durch die interpretative Funktion kann der Filmeindruck verstärkt oder verändert werden und die visuelle Wahrnehmung wird variiert.

In „Gespenster“ wird mehrmals mit dieser Tenorarie aus Bachs Kantate gearbeitet um Gefühle und Stimmungen darzustellen. Interessant ist dabei, dass in Bachs Werk die musikalische Betonung auf den „Zähren“, den Tränen, liegt. Im Unterschied dazu sieht man im eigentlichen Film von Seiten der Schauspieler nur selten Tränen, es scheint, als würde dieser Teil der Erzählung von der Akustik übernommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung des Tons im Film dar und leitet die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von "Ghost sounds" auf die Filmhandlung am Beispiel von "Gespenster" ein.

2. Ghost Sounds in Filmen der „Berliner Schule“: Dieser Abschnitt widmet sich der theoretischen Definition von "Ghost sounds" sowie deren praktischer Anwendung in Petzolds Film anhand von Handlungsbeschreibung und Szenenanalyse.

2.1. Definition „Ghost sounds“ und „acousmêtre“: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Definition von "Ghost sounds" als Stimmen ohne sichtbare Quelle und den von Michel Chion geprägten Neologismus "acousmêtre" erläutert.

2.2. Ghost sounds in Christian Petzolds „Gespenster“: In diesem Kapitel wird der Untersuchungsgegenstand, der Film "Gespenster", eingeführt und der Fokus auf die Rolle der Ghost sounds in dessen Szenen gelegt.

2.2.1. Filmvorstellung „Gespenster“: Dieses Unterkapitel gibt einen Überblick über die Handlungsstränge des Films und die lückenhafte Erzählweise, die den Zuschauer zu aktiver Rezeption auffordert.

2.2.2. Szenenanalyse: Hier werden spezifische Filmszenen detailliert analysiert, um die interpretative und unterstützende Funktion von Musik und Stimmen aus dem Off auf die Wahrnehmung zu belegen.

3. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Ghost sounds in "Gespenster" maßgeblich zur Stimmungsbildung und zum Verständnis der Handlung beitragen.

Schlüsselwörter

Ghost Sounds, Berliner Schule, Christian Petzold, Gespenster, Filmanalyse, Acousmêtre, Michel Chion, Filmmusik, Akustik, Wahrnehmung, Szenenanalyse, Filmhandlung, Audiovisuelle Gestaltung, Kinematographische Imagination, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und der Funktion von "Ghost sounds" (akustischen Elementen ohne sichtbare Quelle) in Filmen, speziell am Beispiel von Christian Petzolds Film "Gespenster".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die theoretische Einordnung des akustischen Raums im Film, die filmische Umsetzung von "Ghost sounds" und deren Einfluss auf die Interpretation und Wahrnehmung des Zuschauers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob der Einfluss von "Ghost sounds" auf die Wahrnehmung des Rezipienten so groß ist, dass man sie als Teil der eigentlichen Filmhandlung bezeichnen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Einordnung (u.a. durch Michel Chion) und führt eine qualitative Szenenanalyse durch, um die Funktion der Ghost sounds exemplarisch zu belegen.

Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Vorstellung des Films "Gespenster" und eine detaillierte Untersuchung von Schlüsselszenen, in denen Ghost sounds bewusst eingesetzt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ghost Sounds, Acousmêtre, Filmhandlung, auditive Wahrnehmung und Christian Petzold charakterisiert.

Warum ist der Begriff „körperlose Stimme“ laut Autor unpassend für ein Acousmêtre?

Der Autor argumentiert, dass der Begriff unpassend ist, da jede Stimme einen Körper benötigt; bei einem Acousmêtre ist der Körper lediglich nicht im Bild sichtbar, wodurch die Stimme eine eigene Identität beansprucht.

Welche Rolle spielt die Musik von Johann Sebastian Bach in der Analyse des Films?

Die Musik fungiert als interpretatives Gestaltungselement, das beklemmende Atmosphären schafft und teilweise Emotionen (wie Tränen) repräsentiert, die im Bild selbst von den Schauspielern nicht gezeigt werden.

Wie beeinflusst die Kameraeinstellung in der zweiten Autofahrt-Szene die Wahrnehmung?

Durch die Einstellung von hinten wird die visuelle Information über Mimik und Gestik eingeschränkt, wodurch die akustische Ebene (die Musik) die dramatische Funktion für die Interpretation der Szene übernimmt.

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Details

Titel
Ghost Sounds als Filmhandlung in Filmen der "Berliner Schule"
Untertitel
Christian Petzolds "Gespenster"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Germanistik und Kunstwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V495211
ISBN (eBook)
9783668995062
ISBN (Buch)
9783668995079
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ghost Sounds Filmwissenschaft Filmwissenschaften Berliner Schule Christian Petzold Gespenster Filmanalyse Medien Medienwissenschaft Medienwissenschaften Filme acousmêtre“
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Ghost Sounds als Filmhandlung in Filmen der "Berliner Schule", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495211
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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