Otto der Große und seine Verehrung für den heiligen Mauritius. Wie entwickelte sie sich?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Einleitung

1. Quellen und Methodik

2. Der hl. Mauritius in der Biographie Ottos
2.1 Die Gründung des Magdeburger Moritzklosters am
2.1.1 Die persönliche Zuneigung Ottos I. zum hl. Mauritius
2.1.2 Politische Symbolik
2.1.3 Die Frage der Reliquien
2.2 Herrschaftskonsolidierung und Heirat mit Adelheid (941-952)
2.3 Neue Krisen im Reich (953-955)
2.4 Die lange Gründung des Erzbistums Magdeburg (955–968)

3. Mauritius in den Adressformeln der Urkunden Ottos
3.1 Quellendiskussion zu den Magdeburger Urkunden Ottos
3.2 Auswertung der Urkundenattribute im historischen Kontext

Fazit

Abbildung 1: Maiestas Domini

Abbildung 2: Urkundentabelle Magdeburg

Abkürzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Quicquid in prediis vel rebus in aliis permisso contraxit in tempore, totum hoc Deo militique eius Mauricio concessit heredi.”1 Die Behauptung Thietmars, Otto I. habe all sein Gut seinem göttlichen Krieger Mauritius überlassen, ist zweifellos übertrieben. Aber er hat sich mit zahlreichen großzügigen Schenkungen an das von ihm selbst gestiftete Moritzkloster in Magdeburg2 bemüht, den hl. Mauritius als Fürsprecher im Jenseits zu gewinnen. Wie wichtig die Gunst des Märtyrers für den Herrscher war, zeigt auch eines von sechzehn Elfenbeintäfelchen, die er um 962 als Ausstattungsstücke für den neuen Magdeburger Dom in Mailand in Auftrag gegeben hatte (Abbildung 1). Otto, eine kleine Figur mit Bügelkrone, überreicht der maiestas domini Gestalt ein Modell des von ihm gestifteten Doms, sanft geleitet unter den schützenden Armen des übergroßen Heiligen.3 Wie hat sich die besondere Verehrung des hl. Mauritius bei Otto dem Großen entwickelt und ist die Entwicklung in seinen Urkunden nachvollziehbar?

1. Quellenund Methodik

Der Zugriff auf individuelle Züge mittelalterlicher Personen wie Otto I. ist kaum möglich. Informationen sind im Wesentlichen durch Rückschlüsse aus der in den literarischen Quellen erkennbaren Biographie und aus den Urkunden des Herrschers zu gewinnen.4

Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg, die erst um 1018, zurzeit Heinrichs II., entstand, ist die einzige historiographische Quelle, die über Ottos Mauritiusverehrung und seine Vorliebe für das Mauritiuskloster in Magdeburg berichtete.5 Die zeitgenössischen Chronisten schwiegen dazu. Vermutlich herrschte Streit im sächsischen Hochadel über das Magdeburger Projekt Ottos und die Schreiber wollten nicht anecken.6 Auch Widukind von Korvei, der sonst ausführlich über Ottos Taten erzählte,7 blieb stumm. Widukinds Schweigen kann zudem nicht nur sachliche Gegnerschaft, sondern auch Unmut über Ottos Bevorzugung des hl. Mauritius gegenüber dem Korveier Klosterpatron Vitus ausdrücken.8 Die Sichtweisen der von dem Projekt betroffenen kirchlichen Einrichtungen sind in den Bischofschroniken von Magdeburg und Halberstadt aus dem 12./13. Jahrhundert überliefert.9 Während der Magdeburger Chronist einen reibungslosen Ablauf der Gründung des Erzbistums schilderte,10 beschrieb der Halberstädter den selbstbewussten Widerstand seiner Bischöfe.11

Von den 435 als echt eingestuften Urkunden Ottos I.12 sind 54 für die Magdeburger Kirche ausgestellt worden, die damit die am großzügigsten geförderte kirchliche Institution im Reich war.13

Der erste Teil der Arbeit analysiert chronologisch Ereignisse, die Ottos Mauritiusverehrung bestärkt haben können und sammelt Indizien für seine wachsende Devotion.

Der zweite Teil versucht, die Entwicklung an Hand der Adressierungsformeln in den Urkunden zu bestätigen in der Annahme, dass sich Ottos aktuelle Haltung zu den adressierten Heiligen in der Formulierung der Widmungen spiegelt. Da die Diplome von Hofkanzlisten geschrieben wurden, die oft mit Standards arbeiteten und aus früheren Urkunden kopierten, ist Ottos Einwirkung nicht immer gesichert erkennbar. Trotz des starken Einflusses der Schreiber in der Hofkanzlei nannte Tina Bode 2015 jedoch immer noch den Herrscher als zentralen Entscheider über die Aussagen in der Urkunde.14 Ein Beispiel für die persönliche Einflussnahme des Königs ist in der Urkunde D O I. 61 vom 30.9.944 dokumentiert. Otto hatte in der Bestimmungszeile eine private Bitte um die Gesundheit seiner Tochter Liutgard ergänzen lassen.15

Kapitel 3.1 erörtert die für die Magdeburger Urkunden spezifischen Probleme bei der Auswertung der Widmungsformeln.

2. Der hl. Mauritius in der Biographie OttosI.

Die Untersuchung konzentriert sich auf vier Phasen in Ottos Lebensgeschichte, in denen seine Beziehung zu Mauritius direkt sichtbar wird oder indirekt betroffen zu sein scheint: die Gründung des Moritzklosters 937, die Herrschaftskonsolidierung und Heirat mit Adelheid, die Reichskrisen 953-955 und die langwierige Gründung des Erzbistums Magdeburg.

2.1 Die Gründung des Magdeburger Moritzklosters am 21.9.937

Als eine der ersten Aktionen nach seiner symbolträchtigen Königsweihe und Salbung in Aachen 93616 stiftete der zweite ostfränkische König aus sächsischer Dynastie, Otto I., ein Männerkloster in Magdeburg. Als Patrone wählte er die thebäischen Märtyrer Mauritius, Innocentius und ihre Gefährten. Die Stiftung sollte dem Seelenheil und der memoria seiner Familie, seines Vaters und König Rudolfs II. von Hochburgund dienen. Rudolf hatte dem neuen König die Reliquien des hl. Innocentius geschenkt, der Bannerträger des Mauritius gewesen sein soll.17 In der Gründungsurkunde intervenierten zwei Erzbischöfe und acht Bischöfe, was im Hinblick auf die private Bestimmung des Klosters schon damals auf eine besondere Bedeutung der Stiftung hinweisen konnte.18

Dieses erste öffentliche Bekenntnis des Königs zum hl. Mauritius war spektakulär. Zuvor gab es nur eine Moritzkirche in Sachsen.19 Traditionell weihten die Sachsen ihre kirchlichen Einrichtungen meist dem Erzpatron Stephanus sowie den Heiligen Vitus, Servatius und Dionysius,20 deren Reliquien bereits in das noch sehr reliquienarme Land gekommen waren.21 Mit der Klostergründung an einem unbedeutenden Ort am äußersten Ostrand seines Reiches, der Teil der dos seiner Frau Edgitha war, schuf Otto einen neuen Zentralort für sich, seine Familie und seine Herrschaftsrepräsentation im Reich, so wie es sein Vater in Quedlinburg getan hatte.22 Welche Motive konnten Otto dazu bewegt haben, für seine Stiftung einen bisher in der Familie nicht speziell verehrten Patron zu bestimmen?

2.1.1 Die persönliche Zuneigung Ottos I. zum hl. Mauritius

Wie seine Zeitgenossen stellte sich Otto das himmlische Reich als einen Königshof vor, an dem ein anthropomorpher Gott umgeben von Engeln und Heiligen herrschte.23 Wie an jedem Hof fand man nur über Fürsprecher Zugang zum König (= Gott). Im himmlischen Königreich übten diese Funktion allein die Heiligen und Märtyrer aus, so dass es auch für einen König und Kaiser nötig war, sich deren Gunst zu sichern.24 Das Seelenheil des für das Wohl des ganzen Reiches verantwortlichen Herrschers war besonders gefährdet und brauchte den speziellen Beistand der Heiligen.25

Der hl. Mauritius verkörperte den edlen, bewaffneten Streiter für die Sache Christi, was ihn zum Patron der kriegerischen Adelselite prädestinierte.26 Als Truppenführer hatte er seine Gefährten überzeugt und direkt in den Himmel geleitet, so dass er auch zum Missionsheiligen taugte.27 Durch die große Zahl der mit Mauritius hingerichteten Thebäer stand ein üppiger Reliquienschatz zur Verfügung.28 In den laudes regiae der Liturgie rangierte der Heilige auf dem zweithöchstem Level als Patron von Unterkönigen.29 Das Königtum Rudolfs I. von Burgund, der sich in den Wirren des zerfallenden Karolinger Reiches 888 in der am Ort des Martyriums errichteten Abtei St. Maurice d´Agaune selbst gekrönt hatte, machte Mauritius endgültig zum Symbol königlicher Herrschaft und verband ihn fest mit Burgund.30 Zu Beginn des 10. Jahrhunderts war der Kult im Westfrankenreich, am Rhein und in Bayern verbreitet und griff weiter nach Norden und Osten aus.31

Allein der prominente Rang und das kriegerische Image des hl. Mauritius können den jungen Prinzen angezogen haben. Seine königliche Heirat mit Edgitha, einer Halbschwester König Æthelstans aus dem altchristlichen Haus Wessex, hatte ihm Verschwägerungen mit den höchsten westfränkischen Herrscherfamilien eingebracht.32 Allerdings verschwand das noble Paar nach 929 für sieben Jahre aus den Quellen, da Heinrich I. den zum Nachfolger designierten Sohn33 anscheinend nicht an der Herrschaft beteiligte.34 In dieser „Wartezeit“, die die beiden vermutlich in Magdeburg verbracht haben,35 muss sich die Vorliebe für den Ort36 und den prominenten Königsheiligen geformt haben. Die Abstammung Edgithas vom hl. Oswald, der um 640 als König im Kampf gegen die Heiden gefallen war,37 könnte bestärkend auf Ottos Verehrung des Soldatenheiligen gewirkt haben.38 In der Kirche des neuen Moritzklosters wollte Otto eine private Grablege für die junge königliche Familie schaffen, wo er nach dem Tod in der Nähe seines bevorzugten Heiligen das Jüngste Gericht erwarten konnte. Dafür sprechen die Beisetzung Edgithas in der Moritzkirche39 und Ottos expliziter Wunsch, auch dort beerdigt zu werden.40

2.1.2 Politische Symbolik

Neben der persönlichen Vorliebe konnte das Patrozinium einer begrenzten Zahl besonderer Heiliger auf symbolische Weise politische Aussagen des Herrschers kommunizieren.41

Mit der Krönungszeremonie hatte sich Otto als alleiniger Nachfolger Heinrichs I. (Individualsukzession) und als König von Gottes Gnaden (sakrales Königtum) vorgestellt. Beide Konzepte waren zu Beginn seiner Herrschaft noch nicht allgemein akzeptiert. Die Königswitwe Mathilde scheint die Interessen des jüngeren Sohns Heinrich gefördert zu haben,42 der in aula regis natus, also nach der Königserhebung des Vaters, geboren war. Im Umgang mit dem Adel brach Otto mit dem „primus inter pares“ Konzept seines Vaters, der den Großen weitgehende Freiheiten eingeräumt hatte.43 Er fällte Personalentscheidungen, die hochrangige Amtsträger seines Vaters und sogar Familienmitglieder beleidigten.44 Trotz der einstimmigen, zur „Linderung der Trauer Mathildes“45 (!) erfolgten Wahl befand sich Otto 937 in einer gefährdeten Lage.46 Wollte der neue König mit der Verehrung des streitbaren Mauritius, die ihm in den Augen der Zeitgenossen Unterstützung und enormen Prestigegewinn47 sicherte, seinen Anspruch untermauern und die Gegner beeindrucken?

Ein eindeutiges Statement der Patrozinienwahl dagegen war die Bestätigung der amicitia mit König Rudolf II. und Burgund. Hier agierte Otto in der Tradition seines Vaters.48

Der Missionsheilige Mauritius und die exponierte Lage Magdeburgs an der Slawengrenze könnten auf einen frühzeitigen Plan zur Gründung eines Missionszentrums im Osten hinweisen.49 Der hinlänglich diskutierte Gedanke gilt in der Forschung als sehr umstritten.50

2.1.3 Die Frage der Reliquien

Üblicherweise sollten für ein Patrozinium Reliquien des Patrons vorhanden sein.51 Es ist nicht belegt, ob Otto 937 über Mauritiusreliquien verfügte. Zwar hält Zufferey den Besitz von Reliquien nicht für eine „ condicio sine quanon “,52 aber im Fall eines königlichen Reichsklosters53 erscheint das Fehlen einer Leib- oder Berührungsreliquie irritierend. Möglicherweise galt schon damals die „heilige Lanze“ Heinrichs I. als Mauritiuslanze, zumindest für Otto.54 Caspar Ehlers verfolgte 2012 den Ansatz, dass Edgitha das Banner des Mauritius zur Mitgift bekommen haben könnte.55 Anlässlich der Werbung um eine Schwester Edgithas 926 hatte Hugo von Franzien nämlich König Æthelstan wertvolle Reliquien aus dem Kronschatz Karls des Großen übergeben, unter denen sich auch das Banner des Mauritius befunden haben soll.56 Da der Kult in England nie so beliebt war wie auf dem Kontinent,57 erscheint die Wahl der Mitgift plausibel. Auch Karen Blough vertrat 2016 die These, dass das vexillum oder andere Reliquienpartikel des Mauritius zu den Gaben Æthelstans gehört haben könnten.58 Simon Maclean vermutete dagegen eher eine burgundische Schenkung von Edgithas Schwester.59 Berthe Widmer wiederum dachte an den heiligen Bischof Ulrich von Augsburg als Quelle.60 Der königsnahe Bischof61 unternahm zwar erst 940 eine Reise nach St. Maurice d´Agaune,62 könnte aber schon vorher Partikel besessen und dem König geschenkt haben. Er ist als Intervenient in der Klostergründungsurkunde aufgeführt, also anwesend gewesen.

[...]


1 Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung, hg. von Robert Holtzmann (MGH SS Rerum Germanicarum, Nova Series 9), Berlin 21955, hier: II, 11, S. 50.

2 Johannes Laudage, Otto der Große (912–973). Eine Biographie, Regensburg 2012, S. 208.

3 Karen Blough, The Lance of St Maurice as a component of the early Ottonian campaign against paganism, in: Early Medieval Europe 24 (2016), S. 338–361, hier: S. 339.

4 Gerd Tellenbach, Der Charakter Kaiser Heinrichs IV. Zugleich ein Versuch über die Erkennbarkeit menschlicher Individualität im hohen Mittelalter, in: ders., Ausgewählte Abhandlungen und Aufsätze 5, Stuttgart 1996, S. 111–134, hier: S. 111.

5 Thietmar, II, 20, S. 60–62.

6 Gerd Althoff, Die Gründung des Erzbistums Magdeburg, in: Otto der Große, Magdeburg und Europa 1: Essays, hg. von Matthias Puhle, Mainz 2001, S. 344–352, hier: S. 344.

7 Widukindi Res Gestae Saxonicae a.c. 919–973, hg. von Georg Heinrich Pertz (MGH SS 3) Hannover 1839, unveränderter Nachdruck Stuttgart 1987, S. 416–467, hier: Libri II und III, S. 437–467.

8 Matthias Becher, Vitus von Corvey und Mauritius von Magdeburg: Zwei sächsische Heilige in Konkurrenz, in: Westfälische Zeitschrift 147 (1997), S. 236–249, hier: S. 247.

9 Gerd Althoff, Magdeburg–Halberstadt–Merseburg. Bischöfliche Repräsentation und Interessenvertretung im ottonischen Sachsen, in: Herrschaftsrepräsentation im ottonischen Sachsen, hg. von dems., Ernst Schubert, Sigmaringen 1998, S. 267–294, hier: S. 270–273: Althoff datierte die Einträge in der Halberstädter Chronik zum Thema Magdeburg basierend auf Kurt-Ulrich Jäschkes Forschungen schon auf ca. 992–996.

10 Magdeburger Bischofschronik, übersetzt von Hermann Michaelis, hg. von Eckhart W. Peters, Dößel 2006, S. 70–77.

11 Gesta Episcoporum Halberstadensium, hg. von Ludwig Weiland (MGH SS 23) Hannover 1874, Nachdruck Stuttgart 1986, S. 78–123, hier: S. 83–85.

12 Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser/1: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I., hg. von Theodor von Sickel (MGH DD 1) Hannover 1879-1884, S. 89–638. In der Arbeit sind die Urkunden mit D O I. bzw. DD O I. + Nummer(n) referenziert.

13 Tina Bode, König und Bischof in ottonischer Zeit. Herrschaftspraxis – Handlungsspielräume – Interaktionen, Husum 2015, S. 356: Die späteren Schenkungen an das umgezogene Moritzkloster = Johanniskloster (DD O I. 382, 383) und der Gründungsbrief D O I. 366 sind nicht mitgezählt.

14 Ebenda, S. 47–51 und S. 341.

15 D O I. 61, S. 142: „et in elemosina filiae nostrae Liutgardae pro cuius infirmitate haec spopondimus, […]“.

16 Widukind, II, 1, S. 437f; Hagen Keller, Über die Rolle des Königs bei der Einsetzung der Bischöfe im Reich der Ottonen und Salier, in: FMS 44 (2010), S. 153–174, hier: S. 162f. zur Symbolik der Königsweihe.

17 D O I. 14, S. 101.

18 Althoff, Gründung, S. 345; Bode, S. 356; Dietrich Claude, Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis in das 12. Jahrhundert /1: Die Geschichte der Erzbischöfe bis auf Ruotger (1124), Köln, Wien 1972, S. 17.

19 Caspar Ehlers, Die Integration Sachsens in das fränkische Reich (751–1024) (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 231), Göttingen 2007, S. 69: St. Victor und Mauritius in Bassum.

20 Ebenda, S. 53–88: Ehlers bietet Aufstellungen aller Patrozinien in Sachsen mit Gründungszeitangabe.

21 Jörg Oberste, Heilige und ihre Reliquien in der politischen Kultur der früheren Ottonenzeit, in: FMS 37 (2004), S. 73–98, hier: S. 80f: Dionysius, S. 84f: Servatius, S. 96f: Vitus.

22 Joachim Ehlers, Magdeburg–Rom–Aachen–Bamberg. Grablege des Königs und Herrschaftsverständnis in ottonischer Zeit, in: Otto III.–Heinrich II. Eine Wende? (Mittelalter-Forschungen 1), hg. von Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurtner, Sigmaringen 1997, S. 47–76, hier: S. 49.

23 Laudage, S. 37 und S. 28: Otto war ein “Kind seiner Zeit” und seine Frömmigkeit von “fast magischem Glauben an den Schutz Gottes und die Fürsprache der Heiligen” bestimmt.

24 David Allen Warner, The cult of St. Maurice. Ritual politics and political symbolism in Ottonian Germany, Los Angeles 1989, S. 11.

25 Keller, S. 164.

26 Warner, S. 71: „firmly established as a military saint“; Maurice Zufferey, Der Mauritiuskult im Früh- und Hochmittelalter, in: Historisches Jahrbuch 106 (1986), S. 23–58, hier: S. 39 und S. 50.

27 Blough, S. 351f; Warner, S. 122.

28 Berthe Widmer, Sankt Mauritius und seine Verehrer in der grossen Welt und in der Schweiz, in: Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des historischen Vereins der fünf Orte Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug 148 (1995), S. 5–66, hier: S. 16: „das Haupt Unzähliger“; Zufferey, S. 33.

29 Warner, S. 76f: Mauritius wird z. B. als Patron Pippins, des Sohns von Karl dem Großen, genannt.

30 Ebenda, S. 119; Zufferey, S. 47f.

31 Details zur Verbreitungsgeschichte siehe die Inauguraldissertation von Adalbert Josef Herzberg, Der heilige Mauritius. Ein Beitrag zur Geschichte der Mauritiusverehrung, Düsseldorf 1936.

32 Patrick Corbet, Les Saints Ottoniens. Sainteté dynastique, sainteté royale et sainteté féminine autour de l'an Mil (Beihefte der Francia 15), Sigmaringen 1986, S. 47: „Le Wessex est, avant 950, le nœud des alliances royales en Europe: trois sœurs d'Edith épousèrent des princes continentaux de la plus haute origine: Charles le Simple, Hugues le Grand et un Rodolphien de Bourgogne.”

33 Widukind, II, 1, S. 437; Laudage, S. 104-109.

34 Matthias Becher, Loyalität oder Opposition? Die Sachsen und die Thronfolge im Ostfrankenreich (929–939), in: Zentren herrschaftlicher Repräsentation im Hochmittelalter, hg. von Caspar Ehlers, Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff, Göttingen 2007, S. 69–86, hier: S. 77; Joachim Ehlers, Die Königin aus England, Ottos des Großen erste Gemahlin, Magdeburg und das Reich, in: Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen–Anhalt 22, hg. von Hans K. Schulze, Köln, Weimar, Wien 2000, S. 27–80, hier: S. 43.

35 Becher, Loyalität, S. 78.

36 Ehlers, Joachim, Die Königin, S. 43.

37 Ebenda, S. 31.

38 Blough, S. 354f.

39 Widukind, II, 41, S. 449: „Sepulta est autem in civitate Magathaburg in basilica nova […]”.

40 Thietmar, II, 11, S. 50: „Hiis […] statuit rex abbaciam in Magadaburgiensi civitate, incipiens aecclesiam mirum in modum in loco, ubi sancta requiescit Aedith et iuxta quam post obitum suimet pausare desideravit ipse.“

41 Oberste, S. 95; Warner, S. 16–18; Claude, S. 29: „Ein eminent politischer Akt.“

42 Thietmar, I, 21, S. 28: „Asserunt nonnulli eandem hoc sumopere diu enituisse, quod iunior filius suimet Heinricus patris sedem possideret. ; Becher, Loyalität, S. 77 und S. 79.

43 Matthias Becher, Rex, Dux und Gen s. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert (Historische Studien 444), Husum 1996, S. 235.

44 Becher, Loyalität, S. 72–75.

45 Thietmar, II, 1, S. 38: „ Omnes rei publicae principes magnum reginae Mathildis merorem lenire cupientes, Ottonem, filium eius, patris sui decreto ac peticione uno ore in regem sibi et dominum elegerunt, […]“.

46 Becher, Loyalität, S. 84; Simon Maclean, Ottonian Queenship, Oxford 2017, S. 40.

47 Oberste, S. 88.

48 Helmut Beumann, Magdeburg und die Ostpolitik der Ottonen, in: Kirche und Reich. Beiträge zur früh- und hochmittelalterlichen Kloster-, Bistums- und Missionsgeschichte, hg. von Irmgard Fees, Goldbach 2004, S. 307–328, hier: S. 308; Oberste, S. 77–79.

49 z. B. Eduard Quiter, Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte der Kirchenprovinz Magdeburg. Ein Beitrag zur Geschichte des kirchlichen Verfassungsrechtes im zehnten Jahrhundert, Paderborn 1969, S. 39–45.

50 z. B. Althoff, Gründung, S. 344: eine nicht belegte Vermutung.

51 Warner, S. 106: „The title of a church reflects the identity of the Saints, whose relics it possessed.”

52 Zufferey, S. 37f: Die Abtei Tholey im Rheinland wurde 633 z. B. ohne Mauritiusreliquien geweiht.

53 DD O I. 14–16, S. 101–103: Immunität, Königsschutz, Abts- und Vogtwahl; Quiter, S. 41.

54 Beumann, Ostpolitik, S. 307: Die Lanze galt schon 929 als Mauritiuslanze.

55 Caspar Ehlers, Vom karolingischen Grenzposten zum Zentralort des Ottonenreiches (Magdeburger Museumshefte 24), Magdeburg 2012, S. 79.

56 Ebenda, S. 77.

57 Widmer, S. 31.

58 Blough, S. 356–358.

59 Maclean, S. 35f.

60 Widmer, S. 34–36.

61 Bode, S. 66–80.

62 Das Leben des hl. Ulrich, Bischofs von Augsburg, in: Lebensbeschreibungen einiger Bischöfe des 10.–12. Jahrhunderts (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 22), Darmstadt 1986, S. 46–168, hier: Ouldarici 15, S. 116f.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Otto der Große und seine Verehrung für den heiligen Mauritius. Wie entwickelte sie sich?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V495212
ISBN (eBook)
9783668996588
ISBN (Buch)
9783668996595
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sie haben sich nicht nur sehr gut in die neueste Forschung eingearbeitet, sondern auch in die Quellen und für ihre Fragestellung eine sehr sinnvolle Gliederung gefunden. Dabei gelingt es Ihnen, sich in geradezu vorbildlicher Weise auf das Wesentliche zu beschränken und die für Ihr Thema relevanten Befunde ohne jede Länge auszubreiten bzw. zu erklären: das verdient wirklich Anerkennung, denn gerade die Fokussierung auf die problembezogene Darstellung ist sozusagen das Lernziel solcher Hausarbeiten. Ohne jede Einschränkung: 1,0.
Schlagworte
Ottonen, Heiligenverehrung Mittelalter, Mauritius, Gründung Erzbistum Magdeburg
Arbeit zitieren
Christa Gries (Autor), 2019, Otto der Große und seine Verehrung für den heiligen Mauritius. Wie entwickelte sie sich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495212

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