Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einer theoriegeleiteten Reflexion, die sich auf einen Fall im Praxissemester bezieht. Dabei soll der skizzierte Fall unter einem theoretischen Schwerpunkt näher betrachtet werden. Eine weitere theoretische Perspektive dient hierbei als zusätzliche Reflexion des Falles.
Schwerpunktmäßig wird der Fall hinsichtlich der Ausgestaltung einer individualisierten, kooperativen und motivationsfördernden Lernumgebung betrachtet. Für den Theorieteil wurden deshalb zur fallspezifischen Betrachtung mehrere Komponenten ausgewählt: Motivation, Emotionen und die Gestaltung einer motivationsfördernden Lernumgebung.
Des Weiteren wird der Fall hinsichtlich der Diagnose und Förderung von Begabungen und individuellen Interessen reflektiert; denn eine Differenzierung anhand individueller Interessen, Vorwissen und Lernvermögen ist sinnvoll, da die genannten Aspekte einen erheblichen Einfluss auf die Motivation haben.
Für den vorliegenden Fall ergibt sich folgende Fragestellung: Wie kann eine Lernumgebung bei der betrachteten Lerngruppe gestaltet werden, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren?
Im Weiteren wird der Fall skizziert und auf der theoretischen Grundlage reflektiert. Unter Betrachtung der Fragestellung wird versucht, Lösungsansätze zu entwickeln. An dieser Stelle wird zudem ein weiterer Lösungsansatz aus der zweiten theoretischen Perspektive, der Diagnose und Förderung von Begabungen und individuellen Interessen, angeführt. Abschließend wird auf die Relevanz für die spätere Berufsausübung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1 Motivation
2.2 Emotionen
2.3 Gestaltung einer motivationsfördernden Lernumgebung
3. Reflexion
3.1 Darstellung des Falles
3.2 Analyse der dargestellten Problematik
3.3 Lösungsansätze
3.3.1 Lösungsansatz: Motivation
3.3.2 Lösungsansatz: Diagnose und Förderung von Begabungen und individuellen Interessen
4. Relevanz und Konsequenz
4.1 Persönliche Relevanz
4.2 Bezug zum professionellem Handeln
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen im Praxissemester beobachteten Fall einer Unterrichtsstörung theoriegeleitet zu reflektieren und auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur Lösungsansätze für die Gestaltung einer motivationsfördernden Lernumgebung zu entwickeln.
- Theoriegeleitete Reflexion motivationaler Prozesse
- Rolle von Emotionen im Unterrichtskontext
- Gestaltung motivationsfördernder Lernumgebungen
- Diagnose und Förderung individueller Interessen
- Prävention von Unterrichtsstörungen durch angemessene Sozialformen
Auszug aus dem Buch
3.2 Analyse der dargestellten Problematik
In diesem Teil soll nun der Fall aus der theoretischen Perspektive der Ausgestaltung einer individualisierten, kooperativen und motivationsfördernden Lernumgebung betrachtet werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Ausgestaltung einer motivationsfördernden Lernumgebung mit Bezug auf die theoretischen Aspekte der Motivation und Emotion.
Der oben beschriebene Fall birgt einige Probleme, die im Folgenden einzeln behandelt werden. Dabei werden anhand der existierenden theoretischen Perspektiven Vermutungen über Gründe der fehlenden Motivation des beschriebenen Schülers angestellt. Zunächst wird der Grund seines Handelns anhand einer Motivationstheorie erklärt.
Für die Analyse des Falls eignet sich das im Theorieteil benannte Erwartungs-Wert-Modell. Anhand dieses Modelles soll analysiert werden, weshalb der betroffene Schüler so und nicht anders gehandelt hat. Das Erwartungs-Wert-Paradigma (Modell von Beckmann & Heckhausen 2006; Wigfield & Eccles) (vgl. Seidel u. Krapp, 197 ff.) geht davon aus, dass Motivation erstens aus der subjektiven Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit eines Handelns und zweitens der subjektiv zugemessenen Bedeutung des Handelns und seiner Konsequenzen resultiert. Die beiden Variablen „subjektive Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit des Handelns (Erwartungskomponente: E) und […] erwartete Nutzen der Handlungsergebnisse (Wertkomponente W)“ (Seidel u. Krapp, 197) führen somit zu erwünschten oder zu vermeidenden Folgen (M = E x W). Hierbei erhöht sich die Motivation bei einer Verbesserung der Komponenten (vgl. ebd., 197 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die theoriegeleitete Reflexion eines Falls aus dem Praxissemester ein, mit dem Ziel, Lösungsansätze zur Motivationsförderung zu erarbeiten.
2. Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Konzepte von Motivation und Emotion sowie die Kriterien für eine motivationsfördernde Lernumgebung.
3. Reflexion: Der beobachtete Fall wird dargestellt, theoretisch analysiert und durch konkrete präventive Lösungsansätze zur Unterrichtsgestaltung ergänzt.
4. Relevanz und Konsequenz: Die Ergebnisse werden für das eigene professionelle Handeln als Lehrkraft reflektiert und auf die Bedeutung der stetigen Weiterbildung bezogen.
Schlüsselwörter
Motivation, Motivierung, Lernumgebung, Emotionen, Unterrichtsstörung, Erwartungs-Wert-Modell, Gruppenarbeit, Sozialform, Interesse, Lehrkraft, Praxissemester, Schülermotivation, Leistungsbedürfnisse, Differenzierung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine während des Praxissemesters beobachtete Unterrichtsstörung in einer 6. Klasse und reflektiert diese auf Basis motivationspsychologischer Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf Motivation, emotionale Prozesse im Unterricht sowie die Gestaltung von Lernumgebungen und die Auswahl adäquater Sozialformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Fragestellung: „Wie kann eine Lernumgebung bei der betrachteten Lerngruppe gestaltet werden, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren?“
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine theoriegeleitete Fallanalyse durchgeführt, wobei psychologische Modelle wie das Erwartungs-Wert-Modell und das ARCS-Modell auf die beobachtete Situation angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine detaillierte Fallschilderung, eine Analyse der Problematik und die Ableitung konkreter Lösungsansätze für die Lehrkraft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Motivation, Lernumgebung, Unterrichtsstörung, Reflexion, Sozialformen und individuelle Förderung.
Warum wird im Fall das Erwartungs-Wert-Modell angewendet?
Das Modell hilft zu erklären, warum der Schüler das Stören der Klasse höher bewertet als die Mitarbeit am Arbeitsauftrag, da er aus bisherigen Erfahrungen eine hohe Erfolgschance für sein störendes Verhalten ableitet.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit in dieser Analyse?
Gruppenarbeit wird als zweischneidiges Schwert analysiert: Sie bietet Chancen für soziale Kompetenzentwicklung, führt aber bei fehlender Ritualisierung und unangemessener Raumgestaltung oft zu Störungen.
- Quote paper
- Elif Büyükyazi (Author), 2019, Wie können Schüler motiviert werden? Zur Ausgestaltung einer individualisierten, kooperativen und motivationsfördernden Lernumgebung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495301