Die optimale Bestellmenge ermitteln. Am Beispiel der Beschaffung von Tischen

Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Organisation und Officemanagement


Unterrichtsentwurf, 2013

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Rahmenbedingungen
1.1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen
1.2 Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
1.3 Didaktische Abschnittsplanung

2 Didaktische Entscheidungen
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
2.2 Gestaltung der Lernaufgabe

3 Konzeptionelle Schwerpunktsetzung
3.1 Zielformulierung
3.2 Kompetenzen

4 Methodisch-didaktische Aspekte der Lernhandlung
4.1 Einstieg
4.2 Strukturierung
4.3 Erarbeitung
4.4 Präsentation
4.5 Reflexion
4.6 Hausaufgabe

5 Freiräume

6 Lernschleife

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Rahmenbedingungen

1.1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen

Die Unterrichtsstunde mit dem Thema „Wie viele Tische sollen wir bestellen?“ findet in einer Unterstufe der höheren Berufsfachschule mit der Fachrichtung Organisation und Officemanagement statt. Im Zentrum der geplanten Unterrichtsstunde steht die im Lehrplan aufgeführte Kompetenz: „Ein Tabellenkalkulationsprogramm zur Unterstützung von Entscheidungen im Beschaffungsprozess einsetzen“. Die Ermittlung der optimalen Bestellmenge im Rahmen der Mengenplanung ist im internen Arbeitsplan vorgesehen, ebenso die Nutzung der integrierten Unternehmenssoftware.

Die Grundlage für die geplante Unterrichtsstunde bildet der Lehrplan für die höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Organisation und Officemanagement des Landes Rheinland-Pfalz vom 24.08.2009.1 Die Unterrichtsstunde wird im berufsbezogenen Unterricht erteilt und ist dem Lernbereich 4 „Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren“ zugeordnet. Hierfür ist ein Zeitrichtwert von 200 Unterrichtsstunden vorgesehen,2 wovon ich zwei Stunden pro Woche unterrichte. Die restlichen drei Wochenstunden werden in den Bereichen Tabellenkalkulation, Fachrechnen und Statistik erteilt. Aufgrund der Klassengröße erfolgt seit Anfang November in diesem Lernbereich eine Teilung der Klasse in zwei Gruppen.

Die Schüler befinden sich in folgender Lernsituation: Sie sind Auszubildende bei dem eingeführten Modellunternehmen HARO GmbH und zur Zeit im Einkauf eingesetzt. Im Blickpunkt steht die Planung und Durchführung der Beschaffung von Waren für die HARO GmbH. Die Schüler planen die Schrittfolge bei der Warenbeschaffung, führen die einzelnen Schritte unter zur Hilfenahme kaufmännischer Berechnungsschemata durch und treffen begründete Entscheidungen im Beschaffungsprozess. Im Unterricht wird konsequent mit dem Modellunternehmen gearbeitet. Dadurch wird ein einheitlicher Rahmen geschaffen, der Praxisbezug herstellt und greifbare, problemorientierte Herangehensweisen an die einzelnen Themenfelder ermöglicht. Hierfür wird an der Schule die Software „MS Dynamics NAV“ (Navision) im Unterricht eingesetzt. Laut Lehrplan ist für die Vorbereitung der Schüler auf die betrieblichen Anforderungen die konsequente Nutzung einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP-Software) erforderlich.3 Die Schüler setzten sich dabei mit betrieblichen Geschäftsprozessen auseinander, schärfen ihr Verständnis für Prozess- und Datenzusammenhänge und fördern die Entwicklung ihrer beruflichen Handlungskompetenz.

1.2 Lerngruppe und Lernvoraussetzungen

Die Lerngruppe besteht aus 16 Schülern im Alter zwischen 16 und 22 Jahren. Ich unterrichte in der Klasse seit Anfang des Schuljahres. Das Verhältnis zwischen den Schülern und mir empfinde ich als harmonisch und wertschätzend. Das Lernklima in der Gruppe ist entspannt. Mir gegenüber wird ein höflicher und respektvoller Umgang gepflegt.

Alle Schüler verfügen über den Sekundarabschluss I und haben noch keine Berufsausbildung absolviert. Bei der Vorbildung der Schüler ergeben sich Divergenzen hinsichtlich ihrer betriebswirtschaftlichen Kenntnisse. Zwei Schüler haben zuvor die Berufsfachschule II Wirtschaft und Verwaltung besucht und verfügen über entsprechende wirtschaftliche Grundkenntnisse. Die restlichen Schüler hatten zuvor noch keinen Unterricht in Betriebswirtschaft. Kompetenzen im Umgang mit Computer und Software sind durchweg vorhanden, wobei einzelne Schüler besonders schnell beim Bearbeiten von Arbeitsaufträgen, insbesondere in Excel, sind. Die Schüler haben bereits erste Grundkenntnisse in der integrierten Unternehmenssoftware Navision erlangt, welche künftig erweitert werden. Das Leistungsnivau der Lerngruppe würde ich als durchschnittlich bezeichen. Einzelne Schüler ragen durch schnelles Auffassungsvermögen und gute Beiträge aus der Gruppe heraus.

Die Erarbeitung der Lerninhalte dieser Unterrichtseinheit erfolgt überwiegend in Form des computergestützen Unterrichts. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Sozialform Einzel- und Partnerarbeit. Neue Inhalte erarbeiten sich die Schüler in Partnerarbeit mit nur einem PC. Übungs- und Wiederholungsphasen erfolgen in Einzelarbeit, wobei die eigene Kompetenzförderung im Umgang mit dem PC im Vordergrund steht. Die anstehende Leistungsüberprüfung soll ebenfalls computergestützt erfolgen.

1.3 Didaktische Abschnittsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Didaktische Entscheidungen

2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion

Im Zuge des Beschaffungsprozesses müssen unter anderem strategische Entscheidungen hinsichtlich der Mengenplanung getroffen werden. Das Hauptproblem liegt dabei in der Festlegung der kostengünstigsten (optimalen) Bestellmenge. Um diese zu ermitteln, muss zwischen den Lagerkosten und den Bestellkosten ein Ausgleich gefunden werden.4 Zu den Bestellkosten zählen Personal- und Materialkosten, die z. B. beim Einholen von Angeboten, beim Angebotsvergleich, bei der Bestellung und bei der Prüfung des Wareneingangs sowie bei der Buchung der Eingangsrechung anfallen. Dabei handelt es sich um beststellfixe Kosten, die bei jeder Bestellung nahezu in gleicher Höhe anfallen und unabhängig von der Höhe der Bestellmenge sind.5 Die Lagerkosten beinhalten Personalkosten (Löhne und Gehälter der Lagermitarbeiter), Kosten der Lagerinfrastruktur (Abschreibungen der Lagergebäude, Reparatur- und Wartungskosten, etc.) sowie Kosten des Lagerbestandes (kalkulatorische Zinsen, Kosten für Versicherungen, Lagerschwund, Lagerverderb etc.).6 Eine hohe Bestellmenge hätte zur Folge, dass zwar die Bestellkosten in der Einkaufsabteilung niedrig sind, aber höhere Lagerkosten entstehen. Umgekehrt führt eine geringe Bestellmenge zu geringen Lagerkosten, aber verursachen hohe Bestellkosten. An dieser Abhängigkeit ist zu erkennen, dass die Bestellkosten je Einheit und die Lagerkosten entgegengesetzt verlaufen. Die optimale Bestellmenge ist dann erreicht, wenn die Gesamtkosten (Summe aus Bestell- und Lagerkosten) am niedrigsten sind. Bei dieser Menge gleichen sich die sinkenden Bestellkosten und die steigenden Lagerkosten aus.

In der gezeigten Unterrichtsstunde findet eine Reduktion dahingehend statt, dass lediglich die betriebswirtschaftliche Ebene betrachtet wird. Die volkswirtschaftliche und rechtliche Ebene des Themas finden keine Berücksichtigung. Allerdings werden die rechtlichen Aspekte später im Lernbereich behandelt. Die optimale Bestellmenge kann auf unterschiedliche Weise ermittelt werden. In der gezeigten Stunde lege ich den Schwerpunkt auf die tabellarische Ermittlung mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms sowie der Unternehmenssoftware Navision. Die bei der Berechnung der optimalen Bestellmenge in Navision angewandte Andler´sche Formel sowie die graphische Darstellung werden in der folgenden Stunde erarbeitet. Es wäre möglich, die Ermittlung der optimalen Bestellmenge graphisch in Excel darzustellen, wozu allerdings bei den Schülern Vorkenntnisse fehlen. Weiterhin wird bei der Ermittlung der optimalen Bestellmenge von vereinfachten Annahmen ausgegangen, z. B. bekannter und konstanter Bedarf, jede beliebige Stückzahl zu jedem beliebigen Termin lieferbar, keine Mengenrabatte und keine Bildung von Sicherheitsbeständen. Um die betriebswirtschaftliche Ebene herauszustellen und eine Überbetonung der mathematischen Ebene zu verhindern, müssen diese Annahmen bei der tabellarischen Berechnung der optimalen Bestellmenge reflektiert werden. Vor allem, weil diese Voraussetzungen in der betrieblichen Praxis kaum erfüllt werden können. So kommt es vor, dass von der ermittelten optimalen Bestellmenge abgewichen wird.

[...]


1 Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (Hrsg.): Lehrplan für die höhere Berufsfachschule. Fachrichtung Organisation und Officemanagement, 24.08.2009.

2 Vgl. Ebd. S. 14.

3 Vgl. Ebd. S. 12.

4 Vgl. Speth, Hermann et. al.: Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, kompetenzorientiert, Klasse 11, Merkur Verlag, Rinteln 2013, S. 281 ff.

5 Vgl. Bug, Manfred et. al.: Betriebswirtschaftslehre für die BF II. Wirtschaft und Verwaltung, Winklers, Braunschweig 2008, S. 36 ff.

6 Vgl. Ebd. S. 15.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die optimale Bestellmenge ermitteln. Am Beispiel der Beschaffung von Tischen
Untertitel
Höhere Berufsfachschule, Fachrichtung Organisation und Officemanagement
Veranstaltung
Lernbereich 4 „Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren“
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V495311
ISBN (eBook)
9783346003737
ISBN (Buch)
9783346003744
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine Lehrprobe an einer Berufsbildenden Schule in Rheinland-Pfalz.
Schlagworte
optimale Bestellmenge, Beschaffungsprozess, Tabellenkalkulationsprogramm, Excel, Partnerarbeit, Computer, Navision
Arbeit zitieren
Eva Stoll (Autor), 2013, Die optimale Bestellmenge ermitteln. Am Beispiel der Beschaffung von Tischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495311

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