Inhalt der Arbeit ist eine erstmalige Vereinheitlichung der bekanntesten Motivationstheorien zu einem Modell, sowie die Berechnung und Prüfung durch eine lineare Regression eines individuellen intrinsischen Leistungswertes.
In dieser wissenschaftlichen Untersuchung, geht es darum, herauszufinden, ob jeder Mensch eine nicht oder kaum veränderbare innere Motivation hat, Aufgaben zu erledigen. Es wird hierbei von einem Basiswert der intrinsischen Leistungsmotivation gesprochen. Um dies herausarbeiten zu können, muss die Dimension der Motivation verstanden werden, wozu die meisten Motivations- und Handlungstheorien, und -modelle widerspruchsfrei vereinheitlicht wurden.
Es wurden 90 arbeitende Personen zwischen 20 und 64 Jahren zu verschiedenen Punkten befragt, und mit den gewonnenen Werten, nach einer bestimmten Formel berechnet, welche den Komplex der intrinsischen Leistungsmotivation abzubilden vermag. Dies funktioniert durch eine Art Gleichung der real erbrachten Arbeitsleistung, zu der intrinsischen Leistungsmotivation. Diese Differenz ist exakt der Zufriedenheitswert einer Person. Je höher der Zufriedenheitswert, desto geringer diese Differenz.
Durch die hohe Signifikanz der statistischen Auswertungen, kann diese Hypothese mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Dies wiederum ist die Basis für die Entwicklung eines Einstellungstests für Arbeitgeber, um Menschen herausfinden zu können, die eine grundsätzlich sehr schwache Leistungsmotivation besitzen, bzw. nicht arbeiten wollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Motivation und Motiv sowie Beziehung
3. Evolutionspsychologische Herleitung der Motivation
3.1. Bei ersten Lebewesen
3.2. Bei Tieren
3.3. Beim Menschen
3.4. Zusammenfassung
4. Neuro-psychologische Grundlagen
4.1. Das Belohnungssystem
4.2. Vegetatives Nervensystem
4.3. Reticulares Aktivationssystem
4.4. Triebtheorie von Clark Hull und Sigmund Freud
4.5. Konfliktmodell von Miller und Lewin
4.6. Problem der zerstreuenden Wissenschaftsrichtungen
5. Motivationstheorien
5.1. Intrinsisch. Extrinsisch & Selbstbestimmungstheorie
5.2. Die drei Motive
5.3. Kognitive Beurteilungsmodelle
5.4. Attributionstheorien
5.5. Maslow, McGregor und Konditionierung
6. Zusammenführung zu einem vereinheitlichten Model
7. Die Lücke des Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation
7.1. Beobachtungen im Arbeitsalltag
7.2. Kindliche Konditionierung, Leidensverarbeitung & Energie
7.3. Leistungsmotivation
7.4. Begriffsabgrenzungen
7.5. Zusammenfassung
8. Methode
8.1. Geeignete Probanden
8.2. Fragebogendesign, Vortest & Umfrage
8.3. Haupthypothese – Der Basiswert der intrinsischen Leistungsmotivation
8.4. Nebenhypothese - Süßigkeiten und Leistungswerte
8.5. Entwicklung der Formel durch Hinzunahme aller relevanten Faktoren
9. Ergebnisse
9.1. Nullhypothese & Alternativhypothese
9.2. Statistische Auswertung - Teil 1 Hypothese
9.2.1. Untersuchung mit 40 Bekannten.
9.2.2. Untersuchung mit 90 Probanden.
9.3. Statistische Auswertung - Teil 2 Nebenhypothese und weitere Erkenntnisse
9.4. Statistische Auswertung - Teil 3 Problemgruppe
10. Diskussion
10.1. Interpretation
10.1.1. Allgemeine Auslegung der Ergebnisse
10.1.2. Zu einem Auswahlverfahren für Arbeitgeber
10.2. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Lücke eines Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation, um eine Methode zur Vorhersage der individuellen Leistungsbereitschaft von Personen zu entwickeln. Dabei wird ein vereinheitlichtes Modell der Motivation konstruiert, das biologische, psychologische und evolutionäre Faktoren integriert.
- Evolutionäre Herleitung und neuro-psychologische Grundlagen der Motivation.
- Kritische Analyse bestehender Motivationstheorien und deren Zusammenführung.
- Empirische Untersuchung des Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation an 90 Probanden.
- Entwicklung einer mathematischen Formel zur Bestimmung des individuellen Leistungswertes.
- Anwendung der Erkenntnisse zur Entwicklung eines Einstellungsverfahrens für Arbeitgeber.
Auszug aus dem Buch
3.1. Bei ersten Lebewesen
Die Entstehung der ersten Lebensformen, war wohl ungefähr 800 Millionen Jahre nach Entstehung der Erde (Dood, Papineau, 2017). Die Existenz der ersten Einzeller, vermutlich aus Aminosäuren ist nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass die erste wirkliche Lebensform Cyanobakterien waren. Die ersten Mehrzeller (die es noch immer gibt) wandeln Sonnenlicht in Sauerstoff um, betreiben Photosynthese. Um produktiver zu sein, haben sie gelernt, sich in Kollonien, bekannt als Blaualgen, zusammenzuschließen. Da es am Anfang des Lebens (vor ca. 3,5 bis 2,4 Milliarden Jahre), nur sehr primitive Mehrzeller gab, geschah vor 2,4 bis 2,5 Milliarden Jahren etwas sehr interessantes. Wie Wissenschaftler der Uni Zürich herausfanden, produzierten Cyanobakterien so viel Sauerstoff, dass praktisch alle anderen Lebensformen ausgerottet wurden. Die freien Nischen, besetzten dann Mutationen von Cyanobakterien (Schirrmeister, 2013). Es ist ebenfalls noch wichtig zu erwähnen, dass die Evolution, immer in Freiräume drängt, da Wachstum (der gleichzusetzen ist mit Evolution) ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist (Dörken, 2003).
Dies führt zu folgender Zusammenfassung, womit der Bogen zur Motivation geschlagen wird: die ersten mehrzelligen Lebewesen, taten in erster Linie nichts anderes, als eine Energieform umzuwandeln und dafür ein Abfallprodukt abzugeben. Gewissermaßen könnte man sagen, sie "aßen" die Sonnenstrahlen (und Stickstoff und Phosphor) und "schieden" Sauerstoff aus. Diese Umwandlung (oder Transformation) von Energie, ist die Basis einer jeden Lebensform um lebensfähig sein zu können. Ein Merkmal, welches jedes Lebewesen hat. Jedes Lebewesen muss irgendeine Form von Energie für sich erzeugen, bzw. umwandeln (verstoffwechseln), um tätig sein zu können, um sich bewegen zu können. Diese Bewegung, dient wiederum in erster Linie der Erzeugung von Energie. Durch Bildung von Kollonien, wird eine Art Zusammenschluss erreicht, was ein gemeinsames Ziel effektiver erreichen will. Dies hat -mit Blick auf die Fortpflanzung- den Sinn, die Umwelt zu dominieren, was wiederum den Grund hat, ohne Konkurrenz die eigene Energieumwandlung sicherzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und postuliert die existenzielle Notwendigkeit, Motivation und ihre Einflussgrößen in einem zusammenhängenden Modell zu verstehen, um eine Vorhersagekraft für die Leistungsmotivation zu gewinnen.
2. Definition Motivation und Motiv sowie Beziehung: Dieses Kapitel ordnet die Vielzahl an Definitionen von Motivation und Motiv und differenziert zwischen beiden Begriffen als notwendige Grundlage für das geplante Gesamtmodell.
3. Evolutionspsychologische Herleitung der Motivation: Es wird die Entwicklung der Motivation von den ersten Lebewesen über Tiere bis hin zum Menschen reflektiert, wobei das Bestreben nach Energieumwandlung und Dominanz als treibende Kraft identifiziert wird.
4. Neuro-psychologische Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet biologische Faktoren wie das Belohnungssystem, das vegetative Nervensystem und das retikuläre Aktivationssystem, die physiologisch die Basis für motiviertes Verhalten bilden.
5. Motivationstheorien: Hier werden bekannte Theorien wie die Selbstbestimmungstheorie und Ansätze von McClelland kritisch hinterfragt und in einem ersten Schritt mit dem erarbeiteten Modell in Verbindung gebracht.
6. Zusammenführung zu einem vereinheitlichten Model: Das Kapitel integriert die bisherigen Erkenntnisse aus kognitiven und triebtheoretischen Modellen in ein vereinheitlichtes System, um die Entstehung von Motivation erklärbar zu machen.
7. Die Lücke des Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation: Hier wird der Fokus auf die empirisch zu untersuchende Lücke gelegt, wobei ein konstanter Basiswert der intrinsischen Leistungsmotivation postuliert wird.
8. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenwahl und die Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung, inklusive der Herleitung der berechneten Formel.
9. Ergebnisse: Es werden die statistischen Auswertungen der Daten präsentiert, welche die aufgestellte Haupthypothese mittels linearer Regression validieren.
10. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch gewürdigt und auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis – speziell in Einstellungsverfahren für Arbeitgeber – geprüft.
Schlüsselwörter
Motivation, Leistungsmotivation, intrinsische Motivation, Basiswert, Evolutionspsychologie, Neuropsychologie, Handlungsbereitschaft, Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit, Konditionierung, Selbstbestimmungstheorie, empirische Analyse, Leistungsbereitschaft, Hierarchiebildung, Verhaltenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Herleitung und empirischen Bestimmung eines sogenannten Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation, um vorhersagen zu können, wie grundlegend motiviert eine Person ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die evolutionspsychologische und neuro-psychologische Herleitung von Motivation, die Zusammenführung bestehender Motivationstheorien sowie die empirische Validierung eines daraus abgeleiteten Modells.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, eine Formel zu entwickeln, mit der sich der intrinsische Leistungswert einer Person messen lässt, um Arbeitgebern ein Werkzeug für die Personalauswahl an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein quantitativer Ansatz gewählt. Auf Basis einer Literaturanalyse wird ein Modell konstruiert und mittels Fragebögen an 90 Probanden empirisch erhoben, wobei die Daten mittels linearer Regression in R statistisch ausgewertet wurden.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Den Kern bildet die Herleitung des Handlungs- und Motivationskreislaufs, die kritische Diskussion etablierter Theorien und die Entwicklung einer mathematischen Formel zur Berechnung der intrinsischen Leistungsmotivation.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Forschung?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören intrinsische Leistungsmotivation, Evolutionspsychologie, Handlungsbereitschaft, Basiswert der Motivation und psychologischer Konstruktivismus.
Warum spielt das vegetative Nervensystem in der Argumentation eine so zentrale Rolle?
Der Autor nutzt die Funktionen des Sympathikus, Parasympathikus und des entherischen Nervensystems als biologisches Analogon für den Motivations- und Handlungskreislauf, um die energetischen Aspekte von Anspannung und Entspannung zu erklären.
Inwiefern lassen sich die Ergebnisse für Arbeitgeber in der Praxis nutzen?
Die Arbeit liefert Ansätze, um durch einen spezifischen Test die "intrinsische Arbeitsmoral" und die Belastbarkeit von Bewerbern besser einzuschätzen, was helfen soll, sehr leistungsschwache Mitarbeiter frühzeitig zu identifizieren.
- Arbeit zitieren
- Alexander Maschke (Autor:in), 2019, Wissenschaftliche Betrachtung der Motivation und empirische Bestimmung eines Basiswertes der intrinsischen Leistungsmotivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495330