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Das Amt in den Pastoralbriefen

Title: Das Amt in den Pastoralbriefen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Grünbacher (Author)

Theology - Biblical Theology
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Zwischen den Pastoralbriefen, die wir im Neuen Testament finden, und dem Passauer Pastoralplan, der an Pfingsten 2000 von Bischof Franz Xaver Eder in Kraft gesetzt wurde und welcher der Diözese Passau den Weg in die Zukunft weisen soll, scheint es - neben vielen Unterschieden - einige Ähnlichkeiten zu geben.
So sprechen beide Schriftstücke in eine Zeit hinein, in der die Kirche vor dem Umbruch steht. Sie wollen Neues initiieren und ihrer Kirche Möglichkeiten aufzeigen, wie man bestehenden Problemen erfolgreich entgegenwirken kann.
Die Zeit der Pastoralbriefe stellt die Aufgabe, den Übergang von der apostolischen zur nachapostolischen Zeit zu bewerkstelligen. Häretiker treten auf, verkünden neue Wege, die zum Heil führen sollen, aber dem Evangelium immer fremder werden.
Der Diözese Passau (sicherlich exemplarisch für viele Diözesen der heutigen Zeit) begegnen andere Aufgaben. Mitgliederschwund, Überalterung der Priester, eine mehr und mehr verloren gehende Nähe zwischen Seelsorger und Menschen und ein abnehmendes Vertrauen in die Kirche, so heißen die aktuellen Probleme.
So musste die Kirche immer wieder auf Probleme verschiedenster Art reagieren; oder wie das der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner ausdrückt: „Entweder entscheidet sie [nämlich die Kirche]sich für den Aufbruch in die Zukunft und damit für die Entwicklung, oder sie bereitet sich auf das Sterben vor.“1
Während dieser Aufbruch der heutigen Zeit (unter anderem) im Passauer Pastoralplan dokumentiert ist, fand der Aufbruch der nachapostolischen Zeit im Neuen Testament seine Niederschrift. Vieles davon ist uns heute fremd; gerade das Amtsverständnis der Pastoralbriefe stößt heute immer wieder auf Kritik. Und trotzdem haben gerade diese Schriftstücke dazu beigetragen, dass das Evangelium nicht verwässert wurde und sie haben somit das Fundament der jungen Kirche bewahrt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Einleitendes über die Pastoralbriefe

Das Apostelamt des Paulus

Der Dienst der Apostelschüler

Die lokalen Ämter

Zusammenfassung

Exkurs: Die Pastoralbriefe und die Frauen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis des apostolischen und kirchlichen Amtes in den Pastoralbriefen, um den Übergang von der apostolischen zur nachapostolischen Ämterstruktur zu beleuchten und daraus Impulse für aktuelle kirchenstrukturelle Fragestellungen abzuleiten.

  • Historische Einordnung und pseudepigraphischer Charakter der Pastoralbriefe
  • Die autoritative Rolle und Amtsvollmacht des Apostels Paulus
  • Aufgaben, Legitimation und Disziplinargewalt der Apostelschüler Timotheus und Titus
  • Struktur der lokalen Gemeindeämter (Presbyter, Bischof, Diakone)
  • Theologische Reflexion über die Rolle der Frau in kirchlichen Ämtern im historischen und heutigen Kontext

Auszug aus dem Buch

Das Apostelamt des Paulus

Schon im Briefkopf wird der autoritäre Charakter der Pastoralbriefe deutlich. Nicht nur, weil auf eine in der Antike gängige Methode der Autoritätssteigerung, nämlich der Pseudepigraphie zurückgreift, sondern weil der Verfasser ein Vokabular gebraucht, das seine Weisungsansprüche unterstreicht. So heißt es in 1Tim 1,1: „Paulus, Apostel Christi Jesu nach der Anordnung Gottes, unseres Retters,…“. Die Formulierung „auf Befehl/ Dekret“ ist dabei der Profangräzität entnommen. Es handelt sich um einen „Terminus für mit höchster Autorität getroffene Entscheidungen“. So wird Auftrag und Apostelsein des Paulus aufgrund des Heilsratschlusses Gottes „im Sinne eines rechtsgültigen Auftrags transformiert“.

Die Wahl des Timotheus und des Titus als Adressaten der drei Briefe ist keineswegs eine Nebensächlichkeit, genauso wenig wie die Betonung der Vater-Sohn-Beziehung zwischen Paulus und Timotheus bzw. Titus. Denn die beiden „Empfänger“ sind lediglich Apostelschüler, keine Apostel, haben also auch nicht die Autorität eines Apostels. Mit den Pastoralbriefen wird in gewissem Sinne also die Autorität derer festgelegt, die christliche Gemeinden in der nachapostolischen Zeit leiten sollen. Timotheus und Titus bieten sich dabei „als Paradigma an, anhand dessen sich das Problem des Weiterwirkens der apostolischen Autorität darstellen und zugleich einer Lösung zuführen ließ.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden Parallelen zwischen der Situation der urchristlichen Gemeinde in den Pastoralbriefen und modernen kirchlichen Umbruchsphasen wie dem Passauer Pastoralplan gezogen.

Einleitendes über die Pastoralbriefe: Das Kapitel beleuchtet den pseudepigraphischen Charakter, die abweichende Theologie und das Kirchenbild als hierarchisch geordnetes Haus Gottes.

Das Apostelamt des Paulus: Hier wird der autoritäre Anspruch des Apostels und die Bedeutung der Vater-Sohn-Beziehung zu seinen Schülern als Paradigma für apostolische Autorität analysiert.

Der Dienst der Apostelschüler: Es wird die Amtsübertragung durch Handauflegung sowie die Regierungs- und Lehrvollmacht von Timotheus und Titus dargelegt.

Die lokalen Ämter: Die Darstellung konzentriert sich auf das Amt des Presbyters bzw. Bischofs, die Rolle der Diakone und die Ordnung des Witwenstandes.

Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die hierarchische Ämterstruktur und die Weitergabe des Amtscharismas als konstitutives Element der „Kirche des lebendigen Gottes“ zusammen.

Exkurs: Die Pastoralbriefe und die Frauen: Es wird kritisch diskutiert, inwiefern die zeitbedingten patriarchalen Strukturen der Pastoralbriefe heute als Maßstab für die Beteiligung von Frauen an kirchlichen Ämtern dienen können.

Schlüsselwörter

Pastoralbriefe, Neues Testament, Apostelamt, Amtsverständnis, Kirche, Timotheus, Titus, Paulus, Pseudepigraphie, Haus Gottes, Handauflegung, Kirchenstruktur, Diakonat, Frauenbild, Ekklesiologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Struktur und das Verständnis des kirchlichen Amtes in den Pastoralbriefen des Neuen Testaments.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Autorität des Apostels Paulus, die Rolle seiner Schüler Timotheus und Titus, die lokalen Gemeindeämter sowie die historische Einordnung der pastoralen Kirchenorganisation.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Übergang von der apostolischen zur nachapostolischen Zeit anhand der Pastoralbriefe zu verstehen und deren Amtsverständnis methodisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine exegetische und historisch-kritische Vorgehensweise, gestützt auf fachwissenschaftliche Kommentarliteratur zur Analyse neutestamentlicher Texte.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des paulinischen Apostelamtes, der speziellen Vollmachten der Apostelschüler durch Handauflegung und der Organisation der lokalen Ämter wie Bischöfe und Diakone.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Die zentralen Schlagworte sind Pastoralbriefe, Apostelamt, Amtsnachfolge, Kirchenverfassung und die Rolle der Frau in der frühen Kirche.

Warum wird im Exkurs explizit die Rolle der Frauen thematisiert?

Der Exkurs dient der theologischen Reflexion, ob die in den Pastoralbriefen zur Geltung gebrachten patriarchalen Strukturen heute noch als normativ für die Ämterbesetzung betrachtet werden sollten.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Timotheus und Titus von der des Apostels Paulus?

Während Paulus die apostolische Vollmacht durch Christus besitzt, fungieren Timotheus und Titus als legitimierte Nachfolger und Stellvertreter, deren Autorität mittelbar durch Paulus übertragen wurde.

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Details

Title
Das Amt in den Pastoralbriefen
College
Philosophic and Theologic University in Benediktbeuern
Grade
1,0
Author
Timo Grünbacher (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V49543
ISBN (eBook)
9783638459747
Language
German
Tags
Pastoralbriefen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Grünbacher (Author), 2006, Das Amt in den Pastoralbriefen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49543
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