Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Supply, Production, Logistics

Methoden der Materialbedarfsplanung

Title: Methoden der Materialbedarfsplanung

Term Paper , 2000 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Kusch (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Aufgaben, Ziele und Bedeutung der Materialwirtschaft

Die betriebliche Leistungserstellung findet durch einen Kombinationsprozeß der betriebswirtschaftlichen Produktionsfaktoren Arbeit (dispositive und ausführende Arbeit), Kapital und Werkstoffe statt. Der Gruppe der Werkstoffe werden Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe sowie Zulieferteile und Handelswaren zugeordnet. Die Beschaffung erstreckt sich nun über Bereitstellung dieser Produktionsfaktoren, wobei sich die Materialwirtschaft lediglich mit der Bereitstellung der Werkstoffe befaßt. Die Bereitstellung der anderen Faktoren (Arbeitskräfte, Finanzmittel, Betriebsmittel usw.) erfordert ein spezielles Fachwissen, so daß diese in der Materialwirtschaft keine Berücksichtigung findet. Die Aufgaben der Materialwirtschaft bestehen nun darin, die Werkstoffe in der richtigen Menge, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität, zu den richtigen Kosten und am richtigen Ort bereitzustellen. Diese Aufgaben werden als die "5 R der Materialwirtschaft oder Logistik" bezeichnet und lassen sich zum Beispiel wie folgt operationalisieren:

- richtige Menge, z.B. aufgrund der optimalen Bestellmenge
- richtige Zeit, z.B. anhand einer bestimmten Zeit (Datum bzw. Uhrzeit)
- richtige Qualität, z.B. Nullfehlerqualität
- richtige Kosten, z.B. anhand einer vorgegebenen Preisobergrenze
- richtiger Ort, z.B. durch Vorgabe des Lieferorts (Werkstor)

Da die Entwicklung der Absätze und der daraus resultierenden Erlöse von den Entscheidungen der Materialwirtschaft unabhängig ist, kann die Materialwirtschaft durch Kostenminimierung unmittelbar zur Gewinnmaximierung beitragen. Neben dem Ziel der Minimierung sämtlicher Materialkosten strebt die Materialwirtschaft eine jederzeitige Gewährleistung der Versorgungssicherheit, eine Qualitätsmaximierung, eine Optimierung des Materialflusses und somit eine Bestandsminimierung, eine Optimierung des Informationsflusses sowie eine Flexibilitätssteigerung und Automatisierung der Prozesse an.

Heutzutage nimmt die Materialwirtschaft stets an Bedeutung zu. Dies hat aus der Unternehmensperspektive sowohl externe als auch interne Gründe. Extern nimmt die Bedeutung aufgrund der sich sukzessive verknappenden Rohstoffe, der internationalen Beschaffung ("Global Sourcing"), restriktiveren Umweltbedingungen sowie einer zunehmenden Komplexität und Dynamik des Beschaffungsmarktes zu.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Aufgaben, Ziele und Bedeutung der Materialwirtschaft

2. Vorüberlegungen der Materialbedarfsplanung und –bereitstellung

3. Materialbereitstellungsprinzipien

3.1. Prinzip der Einzelbeschaffung im Bedarfsfalle

3.2. Prinzip der Voratshaltung

3.3. Prinzip der einsatzsynchronen Anlieferung (Just-In-Time-Konzept)

4. Ermittlung des Materialbedarfs

4.1. Programmgebundene (deterministische) Materialbedarfsplanung

4.1.1. Analytische Methode

4.1.1.1. Fertigungsstufenverfahren

4.1.1.2. Dispositionsstufenverfahren

4.1.2. Synthetische Methode

4.1.3. Gozinto-Methode

4.2. Verbrauchsgebundene (stochastische) Materialbedarfsplanung

4.2.1. Methoden der Mittelwertbildung

4.2.1.1. Gleitender Mittelwert und arithmetisches Mittel

4.2.1.2. Gewogener, gleitender Mittelwert

4.2.2. Methoden der exponentiellen Glättung

4.2.2.1. Exponentielle Glättung erster Ordnung

4.2.2.2. Exponentielle Glättung zweiter Ordnung

4.2.3. Regressionsanalyse

4.2.4. Subjektive Schätzung

4.2.4.1. Analogschätzung

4.2.4.2. Intuitivschätzung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Methoden der Materialbedarfsplanung systematisch darzustellen und deren Anwendungsmöglichkeiten in der betrieblichen Praxis zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Unternehmen durch eine effiziente Planung den Materialfluss optimieren und Kosten minimieren können.

  • Grundlagen der betrieblichen Materialwirtschaft und Logistik.
  • Differenzierung zwischen Materialbereitstellungsprinzipien.
  • Analyse programmgebundener (deterministischer) Bedarfsermittlungsverfahren.
  • Untersuchung stochastischer (verbrauchsgebundener) Prognosemethoden.
  • Klassifizierung von Materialien zur optimalen Bedarfsplanung.

Auszug aus dem Buch

4.1.3. Gozinto-Methode

Eine spezielle Form der programmgebundenen Materialbedarfsplanung stellt die Gozinto-Methode (Andrzej Vazsonyi, 1962) dar. Diese Methode stellt höhere mathematische Ansprüche an die Bedarfsermittlung. Hier wird die strukturelle Zusammensetzung eines oder auch mehrerer Produkte durch einen sogenannten Gozinto-Graphen dargestellt. Die Kreise in der folgenden Abbildung stellen jeweils das Produkt (P), die Baugruppe (B) bzw. das Einzelteil (E) dar, während die Pfeile den strukturellen und mengenmäßigen Produktionszusammenhang angeben.

Der Gozinto-Graph läßt sich somit auch mittels linearer Gleichungssysteme darstellen:

xB1 = 2 xE, xE1 = 4 xB1, xE4 = 2 xB3

xB2 = 3 xE, xE2 = 2 xB1 + 1 xB2

xB3 = 1 xB2, xE3 = 3 xB2 + 4 xB3

Zusammenfassung der Kapitel

1. Aufgaben, Ziele und Bedeutung der Materialwirtschaft: Einführung in die 5 R der Materialwirtschaft und Erläuterung, wie Kostenminimierung zur Gewinnmaximierung beiträgt.

2. Vorüberlegungen der Materialbedarfsplanung und –bereitstellung: Einführung der ABC-Analyse zur Klassifizierung von Materialien basierend auf deren Wert- und Mengenanteil.

3. Materialbereitstellungsprinzipien: Gegenüberstellung der Einzelbeschaffung, der Vorratshaltung und des Just-in-Time-Konzeptes unter Abwägung von Kosten und Risiken.

4. Ermittlung des Materialbedarfs: Detaillierte Darstellung von deterministischen Verfahren (Stücklisten) und stochastischen Prognosemethoden zur Bedarfsbestimmung.

Schlüsselwörter

Materialwirtschaft, Materialbedarfsplanung, Beschaffung, Materialbereitstellung, ABC-Analyse, Stücklisten, Gozinto-Methode, Programmgebundene Planung, Verbrauchsgebundene Planung, Exponentielle Glättung, Regressionsanalyse, Bestandsmanagement, Just-in-Time, Prognoseverfahren, Fertigungsstufen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen theoretischen und praktischen Methoden zur Planung des Materialbedarfs in einem Industriebetrieb.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören Materialbereitstellungsprinzipien, die analytische und synthetische Bedarfsermittlung sowie diverse stochastische Prognosemethoden für Materialien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Darstellung der Möglichkeiten zur mengen- und termingerechten Bereitstellung von Materialien, um Produktionsprozesse effizient zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zur Anwendung?

Der Autor nutzt eine strukturierte Literaturanalyse sowie mathematische Verfahren zur Bedarfsermittlung, inklusive linearer Gleichungssysteme und statistischer Prognoserechnungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsermittlung durch Stücklisten (deterministisch) und die statistische Prognose basierend auf Verbrauchsdaten (stochastisch).

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Materialwirtschaft, Bedarfsplanung, ABC-Analyse und Stücklisten definieren.

Wie unterscheidet sich die analytische von der synthetischen Methode?

Während die analytische Methode das Produkt von oben nach unten in seine Bestandteile auflöst, baut die synthetische Methode die Berechnung vom Einzelteil aus auf.

Wann ist die Anwendung der subjektiven Schätzung sinnvoll?

Diese Methode sollte ausschließlich bei C-Gütern oder Materialien eingesetzt werden, für die noch keine ausreichenden historischen Verbrauchswerte zur Verfügung stehen.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Methoden der Materialbedarfsplanung
College
Mangement School Bochum  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften)
Grade
2,0
Author
Stefan Kusch (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V4955
ISBN (eBook)
9783638130196
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Kusch (Author), 2000, Methoden der Materialbedarfsplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4955
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint