Wissensmanagement - Ordnungsysteme und Methoden zur Organisation menschlichen Wissens


Seminararbeit, 2005

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Problemstellung und Gang der Untersuchung

2. Grundlagen der Organisation des menschlichen Wissens
2.1. Wissensbegriff
2.2. Wissensarten
2.3. Bausteine des Wissensmanagement

3. Strukturierung von Wissen
3.1. Wissensordnung
3.2. Indexierung
3.2.1. Indexierungsmethoden
3.2.2. Indexierungsarten
3.3. Ordnungsprinzipien
3.3.1. Klassifikationen
3.3.2. Register
3.3.3. Morphologische und semantische Zerlegung
3.4. Ordnungssysteme
3.4.1. Anforderungen an Ordnungssysteme
3.4.2. Thesaurus

4. Visualisierung und Aggregation von Wissen
4.1. Wissenslandkarten
4.2. Wissensportale
4.3. Mind Maps

5. Abschließende Betrachtung

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 2-1 Das Kontinuum von Daten und Informationen zum Wissen

Abb. 2-2 Der Wissensbegriff

Abb. 2-3 Kernprozesse des Wissensmanagements

Abb. 3-1 Monohierarchie (links) und Polyhierarchie (rechts)

Abb. 3-2 Ausschnitt einer Facettenklassifikation

Abb. 3-3 morphologische und semantische Zerlegung

Abb. 3-4 Relationsarten

Abb. 3-5 Einsatz von Relationen

Abb. 3-6 Wissenstopographie (links) und Wissensquellkarte (rechts)

Abb. 4-1 Beispiel für eine Mind Map

1. Einleitung

1.1. Einführung

In den letzten Jahren zieht das Thema Wissen in Organisationstheorie und -praxis mehr und mehr eine wachsende Aufmerksamkeit auf sich. Die stark zunehmende Integration der Märkte sowie die stetig fortschreitende Globalisierung führen zu einem steigenden Wettbewerbsdruck und erfordern ein Umdenken bzw. eine Reorganisation der Unternehmenspolitik. Aus dieser Situation heraus wird zunehmend in Unternehmen die Bedeutung des Wissens als letzte Wettbewerbsvorteile sichernde Ressource erkannt. Durch den bewussten Umgang und zielgerichteten Einsatz von Wissen können bedeutende Steigerungen im internen sowie externen Unternehmensbereichen erzielt werden. Damit wird das Wissen zu einem existenziellen Unternehmenswert und ergänzt die traditionellen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital um einen vierten Produktionsfaktor. Um jedoch das Wissen erfolgreich einzusetzen und einen Mehrwert zu erzielen, ist eine adäquate Organisation des Wissens unabdingbar.

Zu diesem Zweck verfolgt das Wissensmanagement das Ziel, das Wissen in Organisationen zur Erreichung der Unternehmensziele qualifiziert einzusetzen und bereitzustellen. Erfolgsentscheidend für die Umsetzung dieser Ziele ist dabei der zentrale Faktor des Wissensmanagements, die „ Organisation des Wissens “.

1.2. Problemstellung und Gang der Untersuchung

Im Zuge des strukturellen Wandels von arbeits- und kapitalintensiven zu informations- und wissensintensiven Aktivitäten gelingt es den Organisationen nur bedingt den Wissensaufbau effektiv zu fördern und für notwendige Transparenz zu sorgen. Ein Agieren auf gemeinsamer Wissensgrundlage wird in den Organisationen mehr und mehr zum Ausnahmefall. Obwohl das Wissen über das erkannte Potential der Ressource Wissen bereits erste konzeptuelle Schritte unternommen hat, existieren in vielen Organisationen noch erhebliche Einführungs- und Realisierungsprobleme.[1]

Zwar liegen in den meisten Organisationen breite Mengen an Informationen vor, jedoch fehlt es hier zunehmend noch an einer adäquaten Form der Wissensorganisation um die Informationen effizient zu nutzen und bereitzustellen.

Diese Ausarbeitung soll einen tieferen Einblick in die Möglichkeiten der methodischen und systematischen Organisation vom menschlichen Wissen verschaffen. Dazu wird ein engerer Bezug zur Ordnungslehre sowie Dokumentationswissenschaft gehalten.

Diese Arbeit besteht aus drei Hauptkapiteln. Zunächst wird in Kapitel 2 der Begriff „menschliches Wissen“ themenadäquat abgegrenzt und näher spezifiziert. Für das tiefere Verständnis der Thematik und der Problemstellung werden weiter notwendige Definitionen im Bereich der Organisation des Wissens vorgenommen.

Als Schwerpunkt dieser Ausarbeitung setzt sich Kapitel 3 mit verschiedenen Lösungsansätzen zur Strukturierung von Wissen auseinander. Dazu werden verschiedene Ordnungsprinzipien für Ordnungssysteme präsentiert und das bereits aus dem Bibliothekswesen bekannte Konzept des Thesaurus vorgestellt.

Kapitel 4 beschäftigt sich abschließend mit verschiedenen Möglichkeiten der Visualisierung von Wissen. Hier wird eine Selektion der bedeutendsten Verfahren vorgestellt.

2. Grundlagen der Organisation des menschlichen Wissens

Wie bereits in der Einführung geschildert, nimmt die Bedeutung der Ressource Wissen als eine der zentralen Stellungen in Unternehmen zu. Aus diesem Hintergrund stellt sich an dieser Stelle zunehmend die Frage, was eigentlich der Terminus „menschliches Wissen“ bzw. „Wissen“ verkörpert.

2.1. Wissensbegriff

Bereits die Philosophiegeschichte der Antike versuchte auf die Fragestellung: „Was ist Wissen? “ eine Antwort zu finden. Nach einer auf Platon zurückgehenden Definition ist menschliches Wissen „ die Summe der als wahr gerechtfertigten Meinungen[2]. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch das Verständnis für Wissen gewandelt und lässt sich nicht ohne weiteres auf ein heute allgemeingültiges Begriffsverständnis von Wissen transferieren. Die Definition von Wissen ist vielmehr abhängig von dem jeweiligen Forschungszweck und lässt dementsprechend auch mehrere Definitionen zu[3].

Im Rahmen dieser Ausarbeitung lehnt sich das Verständnis für den Wissensbegriff an die soziologische Systemtheorie und konstruktivistischer Erkenntnistheorie von Willke[4]. Wissen wird in diesem Sinne verstanden als „ durch Kontextuierung verfestigte Beobachtung im Sinne generalisierter kognitiver Erwartungen[5]. Die Kontextuierung bildet dabei das Werkzeug zur Wissensgewinnung, indem zu verknüpfende Informationen in Form von Daten in Wissen überführt werden. Für eine hinreichende Definition ist es obligat, die Beziehungen zwischen Daten, Informationen und Wissen näher zu beleuchten.

Unter Daten werden nach bestimmten Zeichenregeln kombinierte Zeichenfolgen verstanden, die uninterpretiert vorliegen.[6] Erst durch die Einbindung in einen Kontext von Relevanzen werden Daten zu Informationen. Informationen sind demnach Daten, die in einem Bedeutungskontext stehen, wobei dieser Kontext jedoch noch nicht feststehend ist und so für den Betrachter keine Wertigkeit besitzt. Erst eine adäquate Vernetzung von Informationen ermöglicht deren Nutzung in einem bestimmten Handlungsfeld. Dieser Prozess wird als Wissen bezeichnet.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Begriffsbestimmungen verdeutlichen, dass eine strikte Trennung zwischen Daten, Informationen und Wissen nicht erdenklich ist, sondern dass vielmehr der Wissensprozess durch die Vorstellung von einem „Kontinuum zwischen den Polen Daten und Wissen“[8] widergespiegelt wird. Dabei handelt es sich nicht um einen sprunghaften, sondern vielmehr einen stetigen Qualitätswandel, bei dem Daten zu Wissen verdichtet werden (vgl. Abb. 2-1).[9]

Abb. 2-1 Das Kontinuum von Daten und Informationen zum Wissen[10]

2.2. Wissensarten

Nachdem im Kapitel 2.1 der Wissensbegriff formal spezifiziert wurde, besteht für eine geeignete Organisationsform von Wissen die Notwendigkeit einer genaueren Charakterisierung der verschiedenen Wissensarten. Auch im Bereich der Systematisierungsschemata von Wissen existieren verschiedene Betrachtungsweisen. Besonders wertvolle Betrachtungsweisen sind dichotomisch strukturiert, d.h. sie unterscheiden Gegensatzpaare.[11] Im Kontext der Wissensorganisation soll an dieser Stelle das bekannteste Modell der Wissenssystematisierung, das von Michael Polanyis, thematisiert werden.[12]

Im Klassifikationssystem von Polanyis wird Wissen differenziert in explizites und implizites Wissen („tacid knowledge“). Explizites Wissen ist formaler Natur und lässt sich in systematischer Sprache weitergeben, wie zum Beispiel in Form von grammatikalischen Aussagen, mathematischen Formeln oder auch Spezifikationen. Implizites Wissen zeichnet sich im Gegensatz zum expliziten dadurch aus, dass es nicht vollständig verbalisiert werden kann. Es ist als persönliches, an das Individuum gebundenes Wissen anzusehen, das schwer zu übermitteln bzw. zu strukturieren ist. Ferner besitzt implizites Wissen eine bipolare Grundstruktur, die sowohl kognitive als auch technische Elemente umfasst. Technische Elemente sind im Wesentlichen Know-how sowie informelle Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der kognitive Aspekt umfasst die so genannten „mentale Modelle“. Mentale Modelle sind Grundannahmen, die unsere Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster beeinflussen. Dies können unter anderem Paradigmen, Perspektiven, Vorstellungen oder Überzeugungen sein.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2-2 Der Wissensbegriff[14]

2.3. Bausteine des Wissensmanagement

Für ein geeignetes Konzept zur Organisation von Wissen sollen die wesentlichen Züge eines integrierten Bezugsrahmens des Wissensmanagement vorgestellt werden. Hierzu sollen die Problemfelder, die in direkten Bezug zur Wissensorganisation und Wissensordnung stehen, näher veranschaulicht werden; für eine detailliertere Betrachtung der Inhalte und Instrumente im Rahmen jedes Bausteins soll an dieser Stelle auf die Arbeit von Probst[15] verwiesen werden.

Probst spezifiziert für die themenadäquate Abgrenzung der verschiedenen Problemfelder die Bausteine des Wissensmanagements, die die Kernprozesse des Wissensmanagements repräsentieren sollen (vgl. Abb. 2-3). Die einzelnen Bausteine können jeweils größeren Problemkategorien zugeordnet werden, die jedoch alle enge Verbindungen zueinander aufweisen.[16] Eine zentrale Fragestellung ist dabei, eine geeignete Wissensstrukturierung zu finden, die als Basis für eine Lösung der verschiedenen Problemfelder notwendig ist.

[...]


[1] vgl. North, Klaus, 2002: Wissensorientierte Unternehmensführung, S.11ff.

[2] vgl. Baumann, Julius, 1908: Der Wissensbegriff. Eine historisch-philosophische und philosophisch-kritische Monographie, S.11

[3] vgl. Roehl, Heiko, 2000: Instrumente der Wissensorganisation, S.13f.

[4] vgl. Willke, Helmut, 1995: Intelligente Unternehmen - Herausforderung Wissensmanagement, S. 49ff.

[5] Luhmann, Niklas, 1994: Soziale Systeme, S.447

[6] vgl. DIN 44300

[7] vgl. North, Klaus, 2002: Wissensorientierte Unternehmensführung, S.38f.

[8] Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai, 1998: Wissen Managen, S.37

[9] vgl. Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai, 1998: Wissen Managen, S.36f.

[10] in Anlehnung an Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai, 1998: Wissen Managen, S.36

[11] vgl. Romhardt, Kai, 1998: Die Organisation aus der Wissensperspektive, S.27ff.

[12] vgl. Polanyi, Michael, 1985: Implizites Wissen

[13] vgl. Nonaka, Ikujiro; Takeuchi,Hirotaka, 1997: Die Organisation des Wissens, S.71ff.

[14] in Anlehnung an Polanyi 1985

[15] Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai, 1998: Wissen Managen

[16] vgl. Probst, Gilbert; Raub, Steffen; Romhardt, Kai, 1998: Wissen Managen, S.51ff

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement - Ordnungsysteme und Methoden zur Organisation menschlichen Wissens
Hochschule
Fachhochschule Wedel
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
25
Katalognummer
V49569
ISBN (eBook)
9783638459853
Dateigröße
855 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement, Ordnungsysteme, Methoden, Organisation, Wissens
Arbeit zitieren
Nicolas Schwiedeps (Autor), 2005, Wissensmanagement - Ordnungsysteme und Methoden zur Organisation menschlichen Wissens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49569

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