Merkmale und Motive eines Lehramtsstudenten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
13 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Merkmale eines Lehramtsstudenten
Soziale Herkunft von Lehramtsstudenten
Berufung oder Vererbung
Charaktereigenschaften eines Lehramtsstudenten

Gründe für ein Lehramtsstudium
Theorien und Modelle
Hauptmotive für ein Lehramtsstudium

Gender Erklärung

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit die Sprachform des generischen Maskulinums angewendet. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ausschließliche Verwendung der männlichen Form geschlechtsunabhängig verstanden werden soll.

Einleitung

In meiner wissenschaftlichen Hausaufgabe möchte ich auf das Thema eingehen, warum man sich für den Lehrerberuf entscheidet, welche Motive junge Menschen dazu anspornt den Lehrberuf zu erlernen und welche typischen Merkmale Personen aufweisen, die ein Lehramtsstudium anstreben. Des Weiteren möchte ich auf die Berufsvererbung und auf die soziale Herkunft beziehungsweise auf die Milieuzugehörigkeit von Lehramtsstudenten eingehen. Zum letzten Punkt habe ich selbst eine kleine Studie durchgeführt, in der ich 100 Lehramtsstudenten der neuen Lehramtsausbildung zu dem Beruf ihrer Eltern, den höchsten Bildungsabschluss ihrer Eltern und zu ihrer Motivation Lehrer zu werden, befragt habe. Auf diese Umfrage werde ich im Laufe meiner Arbeit noch ausführlicher und genauer eingehen.

Merkmale eines Lehramtsstudenten

„Was macht einen guten Lehrer aus?“, diese Frage begleitet jeden Lehramtsstudenten durch sein Studium. Bei empirischen Forschungen zum Lehrerberuf werden häufig die soziale Herkunft, kognitive Leistungsmerkmale, Milieuzugehörigkeit und Individualitätsmerkmale mit einbezogen. Neben der Entwicklung von Kompetenzen während der Ausbildung sind Persönlichkeitsmerkmale und Leistungsmerkmale ein wichtiges Kriterium, um ein guter Lehrer zu werden. Die Frage lautet nun ob es „typische“ Merkmale für Studenten des Lehramts gibt und welche Rolle dabei die Milieuzugehörigkeit spielt. Wenn man sich mit der Herkunft der Studierenden auseinandersetzt, so ist das Thema der Berufsvererbung unumgänglich.1

Soziale Herkunft von Lehramtsstudenten

Entgegen der heutigen Auffassung ist der Lehrberuf längst kein Beruf des sozialen Aufstiegs mehr, 48,9% der Lehrer reproduzieren ihre Sozialklasse. Für lediglich 27.9% aller ausgebildeten Lehramtsstudenten bedeutet ihr Beruf einen Aufstieg. Der Prozentsatz derjenigen, die einen Abstieg in ihrer Sozialklasse erleben, ist fast genau so groß wie der der „Aufsteiger“.2

Unterscheidet man allerding die Schularten, so sieht man, dass heutzutage die Aufstiegschancen für Real-, Grund-, und Hauptschullehrer am höchsten sind.

Im 19. und Anfang des 20 Jahrhunderts hingegen war der Job als Volkschullehrer, besonders für Männer, eine Chance um in der Sozialklasse aufzusteigen. Gymnasiallehrer wurden ohnehin meist nur diejenigen, die bereits ein Mitglied der Mittel- und Bildungsschicht waren.3

Studien haben gezeigt, dass sich die Herkunft der Lehramtsstudenten in drei „Sozialklassen“ gliedert. Studenten die ein Lehramt der Sonderschule anstreben, sind sogenannte „Bildungsaufsteiger“, da die Mehrheit aus einer niedrigen oder mittleren Schicht stammt. Im Kontrast dazu entscheiden sich Studenten die aus einem gehobenen Milieu kommen eher für ein Gymnasiallehramt. Auch Studenten der Primar- und Sekundarstufe I haben häufiger eine niedrige oder mittlere soziale Herkunft.

Laut Neugebauer sind auch gegenwärtig „Nichtgymnasiallehrer“ soziale Aufsteiger. Die höchste Anzahl der Nicht-Lehramtsstudenten sind Studenten, die aus Akademikerhaushalten kommen. Entscheiden sich Akademikerkinder allerdings doch für ein Lehramtsstudium, dann für ein Gymnasialstudium, der Anteil in den restlichen Lehramtsgruppen ist eher gering. Allerdings ist der Anteil der Studenten, deren Eltern maximal einen Hauptschulabschluss haben in diesen Bereich am höchsten.

Das Ergebnis meiner Studie hingegen lautet, dass der höchste Bildungsabschluss der Eltern mit 37% die Lehre ist, dicht gefolgt vom Universitätsabschluss mit 24%. Auch die Anzahl der Eltern die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen ist hier geringer, als von Neugebauer behauptet. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Höchste Bildungsabschluss der Eltern4

Eine weitere Unterscheidung kann zwischen den Lehramtsstudenten gemacht werden, die sich für eine Universität oder Pädagogische Hochschule entschieden haben. Es wird angenommen, dass sich Studenten nicht bewusst für eine PH entscheiden, sondern eher gegen ein Studium an anderen Hochschultypen. Mit einem höheren sozialökonomischen Status nimmt die Wahrscheinlichkeit zu sich für ein Studium der Primarstufe zu entscheiden ab, somit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit an einer PH zu studieren. Die COACTV Studie kam jedoch zu dem Entschluss, dass die Wahl des Lehramtsstudienganges nur wenig bis gar nicht mit der sozialen Herkunft der Eltern zu erklären ist.

Hält man sich an die Studie von Schmidt und Schuchart spielt die Differenz des Geschlechts eine beachtliche Rolle. Beispielsweise sollen Männer die sich für ein Grundschullehramt entscheiden eine niedrigere soziale Herkunft aufweisen als ihre weiblichen Studienkollegen. Also erweist sich ein Grundschullehramt für Männer eher als Möglichkeit des sozialen Aufstieges. Demgegenüber zeigt sich, dass Studienwahl der Sekundarstufe II für beide Geschlechter, mit einer Statusreproduktion einhergeht.

Die DSW/HIS Sozialerhebung zeigt, dass die soziale Zusammensetzung der Lehramtsstudenten sich kaum vom Durchschnitt unterscheidet. Das Lehramtsstudium bietet, wenn alle Schulformen miteinbezogen werden, keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr.5

Kühne untersucht in seiner Studie, im Gegensatz zu den anderen Studien, die soziale Herkunft von berufstätigen Lehrkräfte an Volksschulen und Gymnasien. Auch er vertritt die Meinung, dass kein Zusammenhang mehr zwischen der sozialen Herkunft und dem erfassten Lehramtstypen besteht. In der Historie war die Wahl des Studiums entscheidend, allerdings ist heutzutage der Lehrberuf weder ein Aufstiegsberuf für Männer, noch dient er den Frauen als Sicherung der sozialen Herkunft.

Lehramtsstudenten sind gegenüber anderen Akademikern wie Ärzte, Juristen und Architekten „soziale Aufsteiger“. Der Grund dafür ist, dass die oben genannten Berufsklassen eher aus höheren Klassenpositionen stammen, während angehende Lehrer oftmals aus dem Arbeitermilieu kommen.6

Berufung oder Vererbung

Laut Holland werden durch wiederholte Aktivitäten des Elternhauses die Interessen und Orientierung eines Kindes geprägt. Diese Beeinflussung wirkt sich auf die Berufsentscheidung des Kindes aus.

Holland geht also davon aus, dass individuelle berufliche Interessen zum Teil durch das eigene Interesse der Eltern geprägt werden. Besonders in akademischen Milieus erkennt man, dass sich die Interessen der Studenten und der ihrer Eltern sehr ähneln.

Kühne belegt durch seine Studien, dass die Berufsvererbung bei Lehramtsstudierenden ein entscheidender Faktor für ihre Berufswahl ausmacht. Das Ergebnis seiner Studie zeigt, dass 24,3% der Lehrerkinder selbst Lehrer werden, somit sind sie nur knapp hinter den Medizinern bei denen zu 27,7% eine Berufsvererbung auftritt. Im Lehrberuf sind es besonders die Töchter die den Beruf der Eltern erben, bei den Medizinern hingegen sind es die Söhne.7

Meine Umfrage hat sich besonders mit dem Thema der Berufsvererbung auseinandergesetzt. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse, 33% der teilnehmenden Studierenden haben ein Elternteil, dass selbst Lehrer ist, allerdings gaben nur 7% an, dass beide Elternteile Lehrer sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Anzahl der Studierende mit einem Elternteil als Lehrer8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Anzahl der Studierende bei denen beide Elternteile Lehrer sind9

Die Frage, ob sie dieselben Fächer wie ihre Eltern studieren, beantworteten 97% mit einem klaren Nein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Studienfächer10

[...]


1 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 319

2 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 323

3 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 321

4 https://www.umfrageonline.com/results/Berufsvererbung-1664d81

5 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 324

6 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 326

7 Rothland, M.: Beruf Lehrer/Lehrerin, 2009, S. 327

8 https://www.umfrageonline.com/results/Berufsvererbung-1664d81

9 https://www.umfrageonline.com/results/Berufsvererbung-1664d81

10 https://www.umfrageonline.com/results/Berufsvererbung-1664d81

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Merkmale und Motive eines Lehramtsstudenten
Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Veranstaltung
Rolle und Professionalisierung in der inklusiven Bildung
Note
1
Autor
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V495795
ISBN (eBook)
9783346004772
ISBN (Buch)
9783346004789
Sprache
Deutsch
Schlagworte
merkmale, motive, lehramtsstudenten
Arbeit zitieren
Yvonne Pichler (Autor), 2016, Merkmale und Motive eines Lehramtsstudenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/495795

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