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Medienwirkungstheorien im Diskurs - Fördert Gewalt in audio-visuellen Medien aggressives Verhalten?

Title: Medienwirkungstheorien im Diskurs - Fördert Gewalt in audio-visuellen Medien aggressives Verhalten?

Seminar Paper , 2005 , 8 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicole Ullerich (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Einfluss von Gewalt in Medien auf die Gewaltbereitschaft vor allem bei Jugendlichen. Die unzähligen Überlegungen und Thesen, die hierzu aufgestellt wurden, zeigen, dass dieses Phänomen bis heute nicht geklärt ist und dass es vermutlich immer unterschiedliche Meinungen dazu geben wird, inwiefern die zunehmende Gewalt in Film und Fernsehen ein Argument für die steigende Aggressivität und Gewalttätigkeit ist. Ich persönlich stimme keiner These ohne Einschränkung zu, bin aber überzeugt, dass ein Zusammenhang besteht, der nicht verleugnet werden kann und er bestimmt nicht darin liegt, dass Gewaltdarstellung Gewalt verhindert (s.u.). Nicht ohne Grund hat sich die Anzahl von registrierten Körperverletzungen seit 1970 mehr als verdoppelt. Ich habe selbst in meiner Kindheit infolge einer Überdosis an Bud Spencer und Terence Hill Filmen getestet, wie wirksam die Faust in der Magengegend des Gegners ist. Doch bei mir blieb es bei diesen kurzen Entgleisungen, was andere Jugendliche leider nicht von sich behaupten können.
Im ersten Teil werde ich eine These vorstellen, die meines Erachtens in sich unstimmig, überholt und zudem schon durch diverse Experimente widerlegt ist. Somit möchte ich im zweiten Teil überzeugende Gegenargumente gegen diesen Ansatz bringen und versuchen, tatsächliche Ursachen für die steigende Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Katharsis – These

3. divergente Ansätze und entkräftende Studien

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den potenziellen Zusammenhang zwischen der Darstellung von Gewalt in audiovisuellen Medien und der Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen, mit dem Ziel, die verbreitete Katharsis-These kritisch zu hinterfragen und alternative lerntheoretische Erklärungsansätze zu beleuchten.

  • Kritische Analyse der Katharsis-Hypothese
  • Einfluss von Vielseher-Medienkonsum auf gewalttätiges Verhalten
  • Anwendung von Lerntheorien wie Modellernen und operanter Konditionierung
  • Bedeutung komplexer Bedingungs- und Wirkungsgefüge (biologisch, psychologisch, soziokulturell)
  • Zusammenhang zwischen Medieninhalten und realem Verhalten

Auszug aus dem Buch

3. divergente Ansätze und entkräftende Studien

Um die Annahme der Katharsis zu widerlegen, muss man zunächst bedenken, wann diese These entstanden ist und die Gewaltdarstellung und tatsächliche -anwendung heutzutage betrachten. Es ist davon auszugehen, dass sich die gesellschaftlichen Hintergründe völlig anders gestalteten. Heutzutage sind 99 % der Haushalte mit Fernsehern ausgestattet, die exzessiv genutzt werden. Ebenso hat das Ausmaß von Gewaltdarstellungen in den letzten Jahren nach meiner Erfahrung eklatant zugenommen.

Ein weiterer Aspekt, worin Experten ein deutliches Problem sehen, ist die „Vielseherproblematik“ (Fernsehkonsum von mehr als 3 Stunden pro Tag). 10 % der Kinder zählen hierzu und sogar 4 % schauen mindestens 5 Stunden pro Tag fern. Eine Langzeitstudie an der Columbia Universität, New York hat ergeben, dass Vielseher eher zu gewalttätigen Handlungen neigen, als solche, die weniger Fernsehen schauen. Hierzu wurden über 17 Jahre hinweg 707 Probanden (und ihre Mütter) zum Fernsehkonsum befragt und objektive Informationen bezüglich Straftaten hinzugenommen. Es stellte sich heraus, dass die Vielseher fünf Mal häufiger Straftaten begingen, als diejenigen, die weniger als eine Stunde pro Tag Fern sahen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob und wie Gewalt in Medien die Aggressivität von Jugendlichen beeinflusst, und stellt die kritische Grundhaltung gegenüber der Katharsis-These dar.

2. Die Katharsis – These: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der „psychischen Reinigung“ durch Medienkonsum und diskutiert ihre empirische Schwäche sowie ihre Popularität bei Filmproduzenten zur Rechtfertigung von Inhalten.

3. divergente Ansätze und entkräftende Studien: Hier werden Gegenargumente zur Katharsis-These angeführt, insbesondere durch die „Vielseherproblematik“ und Lerntheorien wie das Modellernen nach Bandura, ergänzt durch Hinweise auf komplexe situative Wirkungsfaktoren.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Medien zwar nicht die alleinige Ursache für negatives Verhalten sind, aber unter bestimmten Voraussetzungen verstärkend wirken können, weshalb ein Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt evident ist.

Schlüsselwörter

Medienwirkung, Gewalt, Katharsis, Jugendliche, Aggression, Modellernen, operante Konditionierung, Fernsehkonsum, Vielseherproblematik, Medieninhalt, Psychologie, Sozialwesen, Lerntheorie, Gewaltdarstellung, Verhaltensforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Gewalt in audiovisuellen Medien auf die Gewaltbereitschaft, insbesondere bei Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Widerlegung der Katharsis-These, die Auswirkungen intensiven Medienkonsums sowie psychologische und soziologische Lerntheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die in der Katharsis-These behauptete „reinigende Wirkung“ von Gewaltdarstellungen zu hinterfragen und aufzuzeigen, warum diese Theorie wissenschaftlich als überholt gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf die Auswertung empirischer Langzeitstudien und psychologischer Experimente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Katharsis-These dekonstruiert und alternative Erklärungsmodelle wie das Modellernen und die operante Konditionierung vorgestellt sowie Risikofaktoren im sozialen Kontext analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Medienwirkung, Katharsis, Aggression, Modellernen und die Vielseherproblematik.

Wie definiert der Autor das „Modellernen“?

Modellernen beschreibt den Prozess, bei dem Verhaltensweisen von attraktiven Vorbildern, wie Schauspielern, beobachtet, gelernt und in entsprechenden Situationen imitiert werden.

Was besagt die „Vielseherproblematik“?

Die Vielseherproblematik bezeichnet die Beobachtung, dass Kinder, die täglich über drei bis fünf Stunden fernsehen, eine höhere Neigung zu gewalttätigen Handlungen und Straftaten aufweisen.

Welche Rolle spielt der soziale Hintergrund bei der Gewaltentwicklung?

Der soziale Hintergrund, einschließlich Familie und Schichtzugehörigkeit, ist laut der Arbeit ausschlaggebend, da er das Ausmaß der Medienkontrolle durch Eltern beeinflusst.

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Details

Title
Medienwirkungstheorien im Diskurs - Fördert Gewalt in audio-visuellen Medien aggressives Verhalten?
College
University of Applied Sciences Koblenz  (Sozialwesen)
Course
Grundlagen der interaktiven Kommunikation
Grade
1,0
Author
Nicole Ullerich (Author)
Publication Year
2005
Pages
8
Catalog Number
V49587
ISBN (eBook)
9783638459976
Language
German
Tags
Medienwirkungstheorien Diskurs Fördert Gewalt Medien Verhalten Grundlagen Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Ullerich (Author), 2005, Medienwirkungstheorien im Diskurs - Fördert Gewalt in audio-visuellen Medien aggressives Verhalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49587
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