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Zu Chomskys Sprachtheorie. Wie wird Sprache erworben?

Titel: Zu Chomskys Sprachtheorie. Wie wird Sprache erworben?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Belinda Hildebrand (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Chomskys Vorstellungen von Sprachstrukturen und Spracherwerb, welche sich in seinem Modell der Generativen Grammatik niederschlagen, werden in der vorliegenden Arbeit näher erläutert. Hinweise auf ein angeborenes Sprachorgan werden hierbei diskutiert. Insbesondere soll in Bezug auf den Spracherwerb auch auf die Universalgrammatik eingegangen werden. Um das theoretische Gerüst dieser Grammatik darzulegen, wird anschließend das Generieren von Sätzen im Sinne der Generativen Grammatik betrachtet. Zudem sollen unterschiedliche Ausprägungen zum Modell der Generativen Grammatik anhand von zwei Weiterentwicklungen Chomskys beschrieben werden.

Als eine der wichtigsten Eigenschaften benennt Chomsky die Vielfalt von sprachlichen Äußerungen, die vom Sprecher kreativ gebildet werden. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten mit dem gegebenen Wortschatz korrekte Sätze zu erzeugen. Er stellt sich die Frage, wie diese vielfältigen grammatischen Strukturen im Gehirn verankert sind. Diese Leistung des menschlichen Gehirns, ausgehend vom Spracherwerb, führt Chomsky zu der Annahme, dass Spracherfahrungen allein nicht ausreichen, um eine Sprache vollständig mit all ihren grammatischen Strukturen zu erlenen. Daher geht er von der Existenz eines Sprachorgans, welches jeder Mensch in sich trägt, aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Basis der Ideen Chomskys

2 Generative Grammatik

3 Universalgrammatik

3.1 Spracherwerb

3.2 Argumentationsansätze: Gibt es ein angeborenes Sprachorgan?

3.2.1 Pidgin- und Kreolsprachen

3.2.2 Experiment: Genie

4 Sprachstrukturen

4.1 Phrasenstrukturregeln und Baumdiagramm

4.2 Transformationsgrammatik – Vereinfachung der Grammatikbeschreibung durch Derivation

4.3 Morphophonemik

5 Weiterentwicklungen

5.1 Prinzipien- und Parametertheorie

5.2 Minimalistisches Programm

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Generativen Grammatik nach Noam Chomsky und geht der zentralen Frage nach, wie menschlicher Spracherwerb kognitiv erklärt werden kann. Dabei wird insbesondere der Annahme eines angeborenen Sprachorgans nachgegangen.

  • Grundlagen und Entstehungsgeschichte der Generativen Grammatik
  • Die Hypothese der Universalgrammatik und des Spracherwerbs
  • Empirische Indizien durch Pidgin-Sprachen und das Genie-Experiment
  • Strukturanalytische Methoden wie Phrasenstrukturregeln und Transformationen
  • Weiterentwicklungen des Modells bis hin zum Minimalistischen Programm

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Experiment: Genie

Susan Curtiss (1977) untersuchte den Spracherwerb einer Jugendlichen, die in Curtiss Doktorarbeit zum Schutz des Mädchens „Genie“ genannt wird. Bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr musste Genie ihr Leben aufgrund ihres psychopathischen Vaters in Isolation, ohne jeglichen Sprachkontakt, verbringen. Für jeden Versuch zu sprechen wurden ihr Bestrafungen erteilt und anstatt mit ihr zu kommunizieren, bellte ihr Vater sie lediglich an.

Zahlreiche Wissenschaftler waren an Genie als Forschungsgegenstand interessiert. So auch Curtiss, die unter anderem herausfinden wollte, ob eine critical period beim Spracherwerbsprozess existiert. Hiermit ist die Zeitspanne, in der es Menschen möglich ist, Sprache zu erwerben, gemeint. Falls Curtiss zu dem Resultat kommt, dass es einen solchen beschränkten Spracherwerbszeitraum tatsächlich gibt, wäre ihr neues Ziel, die Möglichkeiten der Sprachentwicklung nach der Zeit der critical period zu untersuchen (vgl. Curtiss 1977: xii).

Tests wie beispielsweise Intelligenztests, sollten neben Beobachtungen zur Sprachentwicklung an Genie durchgeführt werden. Die Ergebnisse dienten als Vergleichsdaten für ihre sprachliche Erwerbsfähigkeit. Die Durchführung von normierten Tests gestaltete sich jedoch aufgrund Genies Unfähigkeit zu sprechen und ihres fehlenden Weltwissens schwierig. Deshalb mussten neue, an Genies Vorgeschichte angemessene Tests entworfen werden (vgl. Curtiss 1977: 47-48).

Im Gegensatz zur Syntax, schritt Genie im Bereich Semantik gut voran. „Even with a vocabulary of less than 20 words, Genie expressed a wide variety of concepts which included people, actions, colors, and numbers [...]” (Curtiss 1977: 177). Es war dem Mädchen jedoch nicht möglich, die grammatischen Strukturen zu erlernen, obwohl sie nicht weniger intelligent als andere Jugendliche in ihrem Alter war. Diese Tatsache bestätigt die Annahme, dass Wörter, jedoch – zumindest in Genies Fall – nicht die Strukturen, durch Imitation des Inputs erlernt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Basis der Ideen Chomskys: Dieses Kapitel führt in Chomskys Annahme ein, dass Spracherfahrungen allein nicht ausreichen, um Grammatik zu erlernen, und postuliert daher die Existenz eines angeborenen Sprachorgans.

2 Generative Grammatik: Hier wird die Generative Grammatik als Regelsystem definiert, das aus allgemeingültigen Prinzipien unendlich viele Sätze erzeugen kann und sich von rein beschreibenden Syntaxmodellen abhebt.

3 Universalgrammatik: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Universalgrammatik als angeborenes theoretisches Gerüst und diskutiert die Spracherwerbsfähigkeit sowie das Sprachorgan.

4 Sprachstrukturen: Hier werden technische Aspekte wie Phrasenstrukturregeln, Baumdiagramme und Transformationsprozesse behandelt, die zur formalen Beschreibung von Sätzen dienen.

5 Weiterentwicklungen: Dieses Kapitel beleuchtet die Evolution der Theorie durch die Prinzipien- und Parametertheorie sowie das minimalistische Programm, wobei methodische Einfachheit in den Fokus rückt.

6 Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung von Chomskys Arbeit für die Sprachwissenschaft und Psychologie zusammen und resümiert die naturwissenschaftliche Ausrichtung seiner Methodik.

Schlüsselwörter

Generative Grammatik, Universalgrammatik, Spracherwerb, Sprachorgan, Syntax, Phrasenstrukturregeln, Transformationsgrammatik, Prinzipien- und Parametertheorie, Minimalistisches Programm, Kognition, Genie-Experiment, Pidgin-Sprachen, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Noam Chomsky

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Modell der Generativen Grammatik nach Noam Chomsky und untersucht, wie dieses Modell den menschlichen Spracherwerb theoretisch begründet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Universalgrammatik, die Rolle des angeborenen Sprachorgans, die formale Analyse von Sprachstrukturen und die methodische Weiterentwicklung von Chomskys Theorien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Chomskys Annahme eines angeborenen Spracherwerbsmechanismus darzulegen und zu prüfen, inwieweit verschiedene sprachwissenschaftliche Modelle dazu beitragen, die kognitive Fähigkeit des Menschen zu erklären, Sprache kreativ und regelgeleitet zu verwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse. Dabei werden zentrale Konzepte von Chomsky und anderen Forschern deskriptiv zusammengefasst und anhand von Fallbeispielen sowie Modellen erläutert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Universalgrammatik, der formalen Sprachstrukturen durch Baumdiagramme und Transformationen sowie die Ausführung der Weiterentwicklungen, wie der Prinzipien- und Parametertheorie und des minimalistischen Programms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Generative Grammatik, Universalgrammatik, Spracherwerb, Sprachorgan und Transformationen definiert.

Inwiefern stützt das Genie-Experiment Chomskys Thesen?

Das Experiment an Genie deutet darauf hin, dass die Grammatikfähigkeit eine kritische Periode hat. Da das Mädchen trotz guter semantischer Fortschritte die syntaktischen Strukturen nicht mehr erlernen konnte, wird dies als Indiz für ein angeborenes, aber reifungsabhängiges Sprachorgan gewertet.

Was unterscheidet das Minimalistische Programm von der Standardtheorie?

Das Minimalistische Programm radikalisiert die methodische Einfachheit, verzichtet auf die klassische Unterscheidung zwischen Tiefen- und Oberflächenstruktur und konzentriert sich verstärkt auf die Interaktion von Sprache mit anderen kognitiven Systemen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu Chomskys Sprachtheorie. Wie wird Sprache erworben?
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Theorien der Sprachwissenschaft
Note
2,0
Autor
Belinda Hildebrand (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V496011
ISBN (eBook)
9783346008282
ISBN (Buch)
9783346008299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chomsky Generative Grammatik Spracherwerb Sprachforschung Transformationsgrammatik Experiment Genie Pidginsprache Kreolsprache Prinzipien- und Parametertheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Belinda Hildebrand (Autor:in), 2019, Zu Chomskys Sprachtheorie. Wie wird Sprache erworben?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496011
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Leseprobe aus  23  Seiten
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