Das Ziel dieser Ausarbeitung ist es, den Einfluss der digitalen Transformation aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit zu erklären. Daher wird anhand zweier Praxisbeispiele (BMW und Henkel) aufgezeigt, wie Unternehmen in Zukunft Nachhaltigkeit und die digitale Transformation verbinden können. Des Weiteren soll geklärt werden, ob es bereits eine digitale Nachhaltigkeit in Unternehmen gibt.
Ob in der Automobil-, Medien- oder Musikindustrie, die digitale Transformation ist im vollen Gange. Aktuelle Managerbefragungen zeigen, dass die digitale Transformation in den Unternehmen angekommen und für viele Unternehmen von existentieller Bedeutung ist. Spätestens mit der Verabschiedung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2002 ist dieses Thema endgültig auch in der Wirtschaft angekommen. Die hohe Geschwindigkeit und die Dynamik der Digitalisierung stellen für die Unternehmen in Kombination mit einer nachhaltigen Unternehmenspolitik eine besondere Herausforderung dar. Nachhaltigkeit ist zu einem Erfolgsfaktor in der Wirtschaft geworden und alternativlos, denn neue, digitale Geschäftsmodelle sind ohne Berücksichtigung der endlichen biotischen und abiotischen Ressourcen zum Scheitern verurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter
2. Theoretische Grundlagen
3. Ansätze für digitale Nachhaltigkeit im Unternehmen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der digitalen Transformation auf Unternehmen unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte. Ziel ist es, anhand konkreter Praxisbeispiele aufzuzeigen, wie Unternehmen digitale Technologien und Nachhaltigkeitsstrategien erfolgreich verknüpfen können, um zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu etablieren.
- Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit
- Theoretische Fundierung von Big Data und digitaler Transformation
- Nachhaltigkeitsstrategien in der Automobilindustrie am Beispiel BMW
- Instrumente zur Nachhaltigkeitsbewertung am Beispiel Henkel
- Chancen und Risiken der digitalen Transformation für Umwelt und Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.2 Gestaltungsmöglichkeiten eines digitalen Produktionssystems bei BMW
In den BMW Werken sind über 50.000 miteinander vernetzte Computer im Einsatz, die mit einem gängigen ERP Produktionssystem laufen (vgl. Dunckern, 2017, S. 101). BMW versteht unter einem Produktionssystem die Kombination aus Technologie, Organisation und Mensch (ebd. 2017, S. 102). Die Auswirkungen der digitalen Transformation lässt sich in drei Kategorien einteilen:
Fahrzeuge: Diese sind bereits im hohen Maße digitalisiert (z.B. Navigationssoftware), erhalten regelmäßig ein Update und werden weiter ausgebaut (z.B. Parkplatzsuche).
Partnernetzwerke: BMW führt ein integriertes Partnermanagement für die Supply Chain durch. Just-in-Sequence sei nur beispielhaft erwähnt. Darunter versteht man, dass die Bauteile termingerecht und in der richtigen Reihenfolge (engl. sequence) angeliefert werden.
Wertschöpfungskette: Die Digitalisierung führt zu Prozessverbesserrungen durch den Einsatz neuester Soft- und Hardware. Dies beinhaltet auch implizit die Verbesserung der Effizienz und Qualität (z.B. Fernwartung).
Vier Potenzialfelder der Digitalisierung haben sich bei BMW herausgebildet (vgl. ebd. 2017, S. 103-112):
Data and Analytics
Hierbei handelt es sich um die intelligente Nutzung von Big Data. Wie in dem von Ph. Crosby entwickelten Modell sollen Fehler bereits vor dem Eintritt erkannt und vermieden werden. Dafür hat BMW eine eigene Platform entwickelt, die sog. BMW-Intranet-of-Things-Plattform. Unterstützt wird das System durch Apps, Smart Watches usw. Darüber hinaus können zukünftige Produktionssysteme durch die Kombination der realen mit der virtuellen Welt aus bestehenden Ist-Prozessen antizipiert und weiterentwickelt werden. Dadurch lassen sich neue Logistiksysteme in existierende Systeme integrieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter: Einführung in die Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie Erläuterung der Problemstellung und der Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Definition und Abgrenzung der zentralen Begriffe Nachhaltigkeit, Big Data, Digitalisierung und digitale Transformation.
3. Ansätze für digitale Nachhaltigkeit im Unternehmen: Analyse von Praxisbeispielen bei BMW und Henkel sowie Diskussion der allgemeinen Chancen und Risiken der digitalen Transformation.
4. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, kritische Würdigung der Thematik und Ausblick auf zukünftigen Handlungsbedarf für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, digitale Transformation, Digitalisierung, Big Data, BMW, Henkel, Produktionssysteme, Green IT, Nachhaltigkeitsstrategie, ökologischer Fußabdruck, Supply Chain, Wertschöpfungskette, soziale Verantwortung, Ressourceneffizienz, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen digitaler Transformation und Nachhaltigkeit in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in der Industrie sowie eine kritische Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen digitaler Technologien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, wie digitale Transformation und Nachhaltigkeit in Unternehmen verbunden werden können und ob es bereits Ansätze einer "digitalen Nachhaltigkeit" gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Praxisbeispielen (Fallstudien) der Unternehmen BMW und Henkel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Begriffe, detaillierte Praxisbeispiele zur digitalen Produktion und zum Projektmanagement sowie die Chancen und Risiken der digitalen Transformation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, digitale Transformation, ökologischer Fußabdruck, Big Data und industrielle Wertschöpfungsketten geprägt.
Wie integriert BMW Nachhaltigkeit in das Produktionssystem?
BMW nutzt digitale Technologien wie "Data and Analytics", "Smart Logistics" und 3D-Druck, um Prozesse effizienter zu gestalten und den Ressourcenverbrauch zu minimieren.
Welches Instrument setzt Henkel zur Nachhaltigkeitsbewertung ein?
Henkel verwendet das "Henkel-Sustainability#Master®", ein Visualisierungstool, das Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette anhand von Fokusfeldern wie ökologischem Fußabdruck und sozialen Werten bewertet.
Welches zentrale Risiko der Digitalisierung wird im Kontext der Umwelt genannt?
Ein zentrales Risiko ist der hohe Ressourcenverbrauch bei der Hardwareherstellung (z.B. seltene Erden für Smartphones) sowie das Problem des Elektronikschrotts.
- Quote paper
- Thomas Lambach (Author), 2019, Wie können Nachhaltigkeit und digitale Transformation in Unternehmen verbunden werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496035