Der Prozess der Erziehung und Bildung

Offene Tagesschulen und digitale Medien in der Grundschule als Untersuchungsgegenstand


Ausarbeitung, 2018
14 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufgabe 1
1.1 Begriffserklärung
1.1.1 Erziehung
1.1.2 Bildung
1.2 Historischer Wandel
1.2.1 Epoche der Aufklärung
1.2.1.1 Erziehung
1.2.1.2 Bildung

2. Aufgabe 2
2.1 Fragestellung
2.2 Methode
2.3 Reflexion des Forschungsdesigns

3. Aufgabe 3
3.1 Inhalt & das behandelte Problem
3.2 Geschichte der Medienpädagogik & Medienerziehung
3.3 Subdisziplin der Erziehungswissenschaft
3.4 Grundrichtung der Erziehungswissenschaft
3.5 Bedeutung des Artikels für die pädagogische Theorie & Praxis

4. Literaturverzeichnis

1. Aufgabe 1

1.1 Begriffserklärung

1.1.1 Erziehung

Erziehung ist ein lebenslanger Prozess, oftmals verbindet man ihn, im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen. Jedoch kann man auch noch als Erwachsener erzogen werden. So kann man Erziehung auch als eine Formung des Menschen definieren. Der Prozess der Erziehung geschieht eher passiv, also fremdbestimmt, da man von jemandem erzogen wird, beispielsweise von den Eltern, oder von den Lehrern in der Schule. Wenn höhere Lebewesen, also Menschen, versuchen durch soziale Handlungen, die Einheit der psychischen Dispositionen anderer Menschen fortwirkend positiv zu verändern, oder die als schätzenswert beurteilten Eigenschaften zu erhalten, so wird das als Erziehung verstanden (Brezinka, 1999).

Bildung ist die geistige Formung des Menschen und geschieht im Gegensatz zur

1.1.2 Bildung

Erziehung nicht nur fremdbestimmt sondern auch selbstbestimmt. Sie kann nämlich als individueller Bestand verstanden werden, so wird jemand als gebildet bezeichnet wenn er bestimmte Dinge weiß oder kennt (Lenzen, 2007, S.178). Dazu kann Bildung auch als Höherbildung der Menschheit bezeichnet werden. Neben einem Bildungsverständnis, dass sich auf die Bildung des einzelnen richtet, existiert ein weiteres, das damit jedoch zusammenhängt: Durch die Bildung der Individuen sei eine Höherbildung nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der Menschheit als Gattung möglich. Die Kultivierung, Bändigung oder Zivilisation des Menschen, so wird von diesem Standpunkt aus argumentiert, weise Merkmale auf, die genaugenommen ein Fortschritt der Bildung seien. Allein der Umgang mit Kindern könne das belegen. Dass Erwachsene sich nicht mehr an wehrlosen Kindern vergreifen dürfen, sei eine Folge der Höherbildung der Menschheit insgesamt, die sich aus der zunehmenden Bildung des einzelnen ergibt (Lenzen, 2007, S. 183-184).

1.2 Historischer Wandel

1.2.1 Epoche der Aufklärung

1.2.1.1 Erziehung

In der Erkenntnistheorie von John Locke wird der menschliche Geist als ein weißes Blatt gesehen, dass sich erst mit den gesammelten Vorstellungen und Sinneswahrnehmungen füllt. Kinder haben von Geburt her keine Vorstellungen, aber wohl charakterliche Dispositionen. Diese muss ein Lehrer sehen, um sie dann weiterzuentwickeln. „Nur eine Erziehung, die der Individualität des Kindes entspricht, führt zu einer freien und selbstständigen Persönlichkeit“ (Burkard, 2008, S. 65). Damit auf die Individualität des Kindes geachtet wird, setzt man einen Hauslehrer ein. Nach Rousseau hat die Natur dem Menschen alles mitgegeben, was er zum Entwicklungsgang seiner Fähigkeiten benötigt. Bis zum 12. Lebensjahr ist die Erziehung daher negativ und soll das Kind vor schädlichen Einflüssen der Gesellschaft und Kultur verschonen. Die Beziehung zwischen den Bedürfnissen und ursprünglichen Fähigkeiten des Kindes muss bei der Erziehung beachtet werden. So muss im Kindesalter ein Gleichgewicht zwischen Bedürfnissen und Fähigkeiten herrschen. Kinder müssen lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und ihre Eigenschaften anwenden können. „Wie im Naturzustand sollen alle seine Sinnesorgane und seine körperlichen Kräfte gefordert und ausgebildet werden “ (Burkard, 2008, S.67). Um dies zu bewältigen hilft ein Erzieher, wobei dieser im Hintergrund das Kind von schädlichen Einflüssen fernhält, vor Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten beschützt und bewirkt, dass das Kind in Berührung mit dem kommt, was es zu seiner Entwicklung benötigt. Um Politik und Pädagogik gleichzusetzen und somit auch der Wechsel des alten Gesellschaftssystems, ist Lepeletier der Meinung, dass Kinder nicht nach den Einflüssen der Familie leben sollen, sondern in einem staatlichen Internat, sieben Jahre lang erzogen werden müssem. In der Erziehung sieht Kant ein Problem, nämlich das Einleiten des Einzelnen zum selbstständigen Benutzen seiner Freiheit und das Gleichzeitige Gewöhnen an das Akzeptieren der Eingebundenheit in gesellschaftliche Zwänge. Deswegen gibt es verschiedene Erziehungsziele, die verflechtet sind. Dazu gehört die Disziplinierung, diese ist vorrangig, bis das Kind ausreichend vernünftig ist. Dies soll den Rückfall der Unkontrolliertheit verhindern und den Willen aus der Tyrannei der Gier befreien. Ein weiteres Ziel ist die Kultivierung, sie ist das Erlernen des grundlegenden Allgemeinwissens, sowie der Fertigkeiten. An dritter Stelle steht die Zivilisierung, die Erläuterung der Kenntnisse, die ein Mensch benötigt, um in seiner Gesellschaft friedlich leben zu können, die Förderung seiner sozialen Kompetenzen und das Können seine Hingaben weiter zu verfolgen. Zuletzt steht die Moralisierung, diese versucht zu erklären, dass man niemanden bloß als Mittel, sondern zugleich auch als Zweck behandeln soll. Genauso wie Kant sieht Pestalozzi als Ziel der Erziehung die „Versittlichung des Menschen, worunter Pestalozzi aber nicht einen weltfremden, ethischen Idealismus versteht “ (Burkard, 2008, S.77). Wie wichtig die Rolle der Eltern in der Bildung ihrer Kinder ist, wurde Pestalozzi klar, als er Erfahrungen mit verwaisten Kindern gemacht hat. Somit war der Kern der Erziehung, die Beziehung zwischen Mutter und Kind, da diese auf emotionaler Ebene die Denkweise des Kindes zu sich selbst und zu anderen bildet. Diese Phase ist aufgrund der Schaffung von emotionalen Dispositionen für soziales und gewissenhaftes Verhalten sehr bedeutsam. Ob das Kind also Attribute wie Liebe, Gewissen, Rechtsempfinden oder Vertrauen ausprägt, hängt von der Mutter ab.

1.2.1.2 Bildung

Die Aufklärung mit ihrer emanzipatorischen Stoßrichtung fordert vom Einzelnen, seine politische und geistige Freiheit zu nutzen. So dass dies den selbstständigen Gebrauch der Vernunft und somit Bildung voraussetzt. So geschieht in dieser Epoche, Bildung nicht nur in Schulen und Universitäten, sondern auch in Zeitungen und Lesezirkeln. In Folge dessen entsteht ein lernfähiges und kritikbedürftiges Gesellschaftssystem. Um den Bildungsprozess der Bürger noch weiter voranzutreiben, entstand die Encyclopédie, eine systematisch – enzyklopädische Darstellung des Wissens, herausgegeben durch Denis Diderot (1713-1784) und Jean- Baptiste le Rond d´ Alembert (1717- 1783). Beim Entwurf der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte wird Bildung erstmals auf das Niveau eines Menschenrechts gestellt. Damit Demokratie funktionieren konnte, war ein Minimum an Bildung die Voraussetzung, so konnte jeder Mensch politische Rechte und Ämter zur Kenntnis nehmen. Denn nur ein Mensch, der seine Freiheit nutzt, braucht mehr Wissen als jemand, der von etwas abhängig ist. Somit ist schlussfolgernd, dass die in der Aufklärung geforderte Emanzipation des Menschen, aus politischer und geistiger Abhängigkeit, nur mit einer für alle zugänglichen Bildungschance zu erzielen ist. Das standes- und gruppenspezifische Schulwesen will Antoine de Condorcet, der auch beim Entwurf der Menschen- und Bürgerrechte beteiligt war, grundsätzlich in ein nach oben durchlässigeres ändern. Dabei stellt er sich eine Gliederung in fünf Stufen vor, an erster Stelle sieht er die Primarschulen, in denen man das elementare Wissen, was für alle vorgeschrieben ist, in vier Jahren erfährt. Sekundarschulen, die als zweites stehen, sind für Kinder wichtig deren Eltern ihre Mitarbeit im Haushalt nicht benötigen. Folgend kommen die Institute, deren Ziel es ist ein umfassendes Bildungsangebot in Aussicht zu stellen, wo zusätzlich nach Leistung und Berufsziel aussortiert wird. Die wissenschaftliche Ausbildung wird erst an den Universitäten, damals Lyzen genannt, praktiziert. Zuletzt und am höchsten steht die Nationale Gesellschaft der Wissenschaften und Künste, bei ihr steht an erster Stelle die Forschung und auch die Überwachung des gesamten Schulsystems. Zudem ist der Unterricht an den Schulen kostenlos, die Teilnahme an höheren Schulen sollen den Einkommensschwächeren staatliche Stipendien möglich machen. Auch die Erwachsenenbildung war Condorcet sehr wichtig, daher gab es öffentliche Bibliotheken und einmal wöchentlich veranstaltete Konferenzen, die der Weiterbildung dienten. Entscheidend war hier die Fähigkeit, durch eigenes Studium auf dem Stand der sich ständig änderten beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen zu bleiben. Der Beginn des staatlich organisierten Unterrichtes war ab dem 17. Jahrhundert, der Hintergrund hier war der aufklärerische Gedanke der Bürger, die eine Bildung aller Bevölkerungsschichten forderten. Zunehmend verlangt der Staat von den Schulen den Bedarf an Beamten zu decken und zur Ökonomie beizutragen, in dem man den Bürgern die dafür benötigten Kenntnisse lehrte. So tritt das Ziel einer Qualifikation für bestimmte Berufe in den Vordergrund. Die elementare Schulpflicht für Mädchen und Jungen wird in den ersten deutschen Gebieten, zu Beginn des 17. Jahrhunderts eingeführt.

2. Aufgabe 2

2.1 Fragestellung

In der Studie „Offene Tagesschulen als Mittel um Mathematikleistungen zu fördern und sozial oder kulturell bedingte Disparitäten zu verringern?“ (Schüpbach, Nieuwenboom, Frei, Allmen, 2018), werden folgende Fragestellungen untersucht „ (1) Wird die Entwicklung der Mathematikleistung durch die Nutzung des Tagesschulangebots positiv beeinflusst? (2) Sind bei den Mathematikleistungen Ende der ersten Jahrgangsstufe soziale und kulturelle Disparitäten, basierend auf (a) sozioökonomischem Status oder (b) Erstsprache, vorhanden? (3) Werden die (a) sozialen und (b) kulturellen Disparitäten durch die Nutzung des Off ene Tagesschulen JERO, Vol. 10, No. 2 (2018) 101 Tagesschulangebots verringert? (4) Wirkt sich eine hohe Qualität des Angebots positiv auf den Einfluss der Angebotsnutzung hinsichtlich der Entwicklung von Mathematikleistungen aus?‘‘ (JERO, Vol. 10, No. 2, 2018, S. 100).

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Details

Titel
Der Prozess der Erziehung und Bildung
Untertitel
Offene Tagesschulen und digitale Medien in der Grundschule als Untersuchungsgegenstand
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V496046
ISBN (eBook)
9783346011589
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prozess, erziehung, bildung, offene, tagesschulen, medien, grundschule, untersuchungsgegenstand
Arbeit zitieren
Lidia Mezler (Autor), 2018, Der Prozess der Erziehung und Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496046

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